PV+ Speicher + Infrarotheizung

  • Hallo zusammen,


    wir sind derzeit mit einem Hauskauf beschäftigt und fragen uns nun welche Heizungsanlage sinnvoll für uns ist. Unser Gutachter brachte uns auf die Idee mittels pv und speicher eine Infrarotheizung zu betreiben. Kurz zu den Fakten: das Haus hat derzeit nachtspeicherheizungen welche wir entsorgen werden.
    Jetzt ist die Frage, kann eine PV Anlage bzw ein Speicher unseren Bedarf mit Infrarotheizung decken ohne dass wir ständig (vor allem im Winter) Netzstrom beziehen müssen. Wie gut sind die aktuellen Speicher und ist der gesamte Aufwand günstiger als eine neue Gas/pellet/hackschnitzel Heizung inkl Rohrverlegung und Heizungsmontage zu installieren. ( hier hatten wir etwa mit 40k€ ohne Arbeitslohn gerechnet)


    Ich bin für jede Information dankbar.


    :)

  • Jede Elektroheizung berechnet sich eigentlich nur über das Ohmsche Gesetz. Lass doch die Speicherheizung drin.
    Da braucht ihr nur die Schaltuhr neu zu programmieren. Speicher braucht ihr keinen.
    einstein0

    33 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    2 kW- Hybrid-Insel im Camper, BEV: Hyundai Kona. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
    PV-Notstromversorgung 10 kWh im MFH mit Infini 3 kW Hybrid-WR und 10 kWh Li-Testspeicher.

  • Im Winter scheint keine Sonne, die PV kann da nicht heizen. Den wertvollen Strom 1:1 in Wärme umzusetzen, dann noch verlustig über einen Speicher ist wie Geld aus dem Fenster werfen.
    Mein Speicher ist jetzt im Winter abgeschaltet, da kein Strom reinkommt !
    Geheizt wird über eine Wärmepumpe, ab März ist genug PV für die Heizung da (auch weil die Heizlast dann viel viel kleiner ist). Im Sommer die Klimaanlage kostenlos. Aber auch nur weil die Dämmung sehr gut ist und daher die Heizlast sehr klein.


    Ist die Dämmung schlecht, würde ich mit Gas, oder Holz (Pellets) heizen. Das kostet weniger als mit Strom. Eine WP 3x so groß für eine fehlende Dämmung auslegen ist auch wieder der falsche Ansatz. Entweder ist das Haus gut gedämmt, ansonsten ist der fehlende Wasserkreislauf für eine Heizung ein großer finanzieller Nachteil.


    Wie groß ist der Wärmebedarf im Haus, vor allem im Winter ?
    Erst Dämmen, danach die Heizung auslegen.

  • Zitat von MiaMoo


    ...
    Jetzt ist die Frage, kann eine PV Anlage bzw ein Speicher unseren Bedarf mit Infrarotheizung decken ohne dass wir ständig (vor allem im Winter) Netzstrom beziehen müssen.
    ...


    Kurz und knapp, nein.

  • Hallo und Willkommen im Forum,

    Zitat von MiaMoo

    Unser Gutachter brachte uns auf die Idee mittels pv und speicher eine Infrarotheizung zu betreiben.


    mein kostenloser Rat wäre dem zu sagen, er soll seine Rechnung schicken und ihr sucht euch einen Unahängigen, der was von seinem Fach versteht. Der will euch nicht zufällig auch gleich was vermitteln und dafür Provision einstreichen? Man könnte soagr überlegen das der IHK (der ist doch als Gutachter eingetragen? ) mitzuteilen - wenn ich einen Gutachter bestelle und bezahle, hat er mindestens neutral zu sein und im besten Fall meine Interessen zu vertreten.


    Sonst hat @Nachtstrom schon das Wesentliche gesagt, wenn man sowieso was machen will/muß, erst Wärmebedarf ermitteln, Dämmung überdenken udn dann die Heizung auslegen. Dann Kosten zusammenzählen und den Kaufpreis entsprechend drücken - sollte inzwischen jeder wissen, daß sich Häuser mit Elektroheizung schlecht verkaufen lassen (wobei die Kommunen momentan alles brauchbare anmieten, egal wie hoch die Betriebskosten sind, besser als ein Zelt ist es allemal...)

  • Ich muss da in die selbe Kerbe hacken. Du findest hier http://re.jrc.ec.europa.eu/pvgis/apps4/pvest.php den Solarrechner der EU. Du kennst dein zukünftiges Dach, kannst also ausrechnen lassen, welchen solaren Ertrag du pro Monat haben könntest. Die Installation einer kWp kannst du mit rund 1.300 Euro ansetzen. Dann setzt du einen Abschreibungszeitraum von 20 Jahren an und eine übliche Verzinsung und dann kannst du dir für die einzelnen Monate ausrechnen, was die selbst erzeugte kWh kostet. Daneben hast du den Vergleichswert, dass Gas oder Öl rund 6-7 Cent die kWh termisch kosten.


    Es wurde eine Infrarot-Heizung vorgeschlagen. Das bedeutet, damit es nach Sonnenuntergang nicht sofort kalt wird, braucht man eine Batterie, denn die Energie für eine Infrarot-Heizung kann man anders nicht speichern. Das wäre mit deutlichem Abstand die teuerste Möglichkeit, um ein Haus zu heizen.


    Schau, ob du irgendwo in der näheren Umgebung einen Heizungsbauer findest, der sich mit Gas- und Ölheizungen und zusätzlich mit Wärmepumpen auskennt. Frage den, was er für dein Haus empfehlen würde.


    Wenn dessen Meinung und Angebotspreis sich deutlich von dem Preis unterscheidet, den dir dein Berater genannt hat, dann schick einen von denen in die Wüste (ich würde eine Prognose wagen, wen es trifft). Vergiss anschließend aber nicht, allen Leuten die du kennst, davon zu erzählen!


    Es gibt allerdings ein Szenario, bei dem Infrarot-Heizung Sinn machen kann. Das ist dann der Fall, wenn man in den Räumen eine 'Grundwärme' hat (z.B. 18 Grad per Fussbodenheizung) und diese Räume meistens nur kurzfristig nutzt. Dann erzeugt die IR-Heizung das Gefühl, dass es deutlich wärmer in dem Raum ist. In allen anderen Fällen kann man genausogut einen Heizlüfter nehmen!

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • Hallo Mia Moo


    ohne den Heizungswärmededarfes (HWB in kwh/m²) deines Hauses kann man nur im Kaffeesud lesen, was die beste Variante wäre.
    Wenn du 40000€ für die Heizung ausgeben willst ist fast alles möglich :)


    Ist es richtig das nur nur eine Nachspeicherheizung besteht und keine zusätzlichen Heizkörper, Fußbodenheizung
    Öfen.. ?


    Ich denke da wird eine Menge Beratung nötig sein.


    LG Berni

  • Hallo,


    Danke für die schnellen und zahlreichen Antworten. Klingt ja durch die Bank weg negativ :D
    Nur zur Erklärung, unser Gutachter wollte uns die Sachen nicht direkt verkaufen sondern hatte drauf hingewiesen weil er wohl selbst so eine Anlage betreibt. Er erwähnte noch diese Tesla-Spule, könnt ihr mir dazu was sagen?
    Grundsätzlich besteht das Haus aus 24cn Bimsstein und wir hatten vor die Fenster direkt neu zu machen und nach und nach die Wärmedämmung.
    Wir dachten sich wie gesagt eher an eine pelletheizung, sein Gedanke klang nur sehr interessant. Ich hatte die Idee mit der pv Anlage plus Speicher und Infrarotheizung nur zuvor noch nie gehört. ( jetzt weiß ich auch warum :D)


    Lg

  • Wir haben uns da auch schon eingehend beraten und versuchen ständig das Beste heraus zu finden.


    Ein Haus mittels Infrarot-Heizung und Speicher alleine zu Beheizen ist schon möglich..... aber....fast immer....noch viel zu teuer.


    Zuheizen über Infra-Rot ist da schon wesentlich sinnvoller. Eine Wärmepumpe versorgt die Fußbodenheizung oder auch neuerdings spezielle Heizkörper, welche WP geeignet sind. Die Grundwärme bringt die WP und der Rest kommt von der Infra-Rot Heizung.... und Holzofen (sehr gemütlich) das kann ich mir vorstellen.


    Brauchwasser wird im Herbst / Winter, parallel zur Heizungswärmepumpe von einer Brauchwasserwärmepumpe zur Verfügung gestellt. Dann bleibt die Heizung in Monaten Mai-September komplett aus. Im Winter, bei sonnenreichen Tagen kann die Brauchwasserwärmepumpe unterstützen.


    Die Grundlage ist immer eine ausgewogene Dämmung des Hauses und moderne 3-Kammer Profilfenster. Hier kannst du am meisten Kosten sparen.


    Da unsere Systeme nicht einspeisen, ist Zuheizen über Infra-Rot eine geeignete Lösung, die überschüssige Energie, nicht zu verschenken. Rechnet sich allemal sehr gut.


    Sonnige Grüße :danke:

    Die neue Energiefreiheit kommt an!

  • Wir hatten bei unserem Haus (Baujahr 1966) seit 1982 Nachtspeicheröfen als Heizung eingebaut. Zur damaligen Zeit finanziell gesehen war das ganz OK.
    Nachdem die letzten 5 Jahre Schritt für Schritt saniert und renoviert wurde ist dabei auch eine Zentralheizung mit Gastherme eingebaut worden. Parallel dazu Aufdachdämmung, neue Fenster, Haustüre etc und die PV Anlage.
    Das Haus hat rund 175m² Wohnfläche, der komplette Heizungsbau inklusive Rohre verlegen, Heizkörper und Brennwertgastherme kam auf ca. 20000 €.
    Räumlichkeiten für Öltanks oder Pelletslager sind nicht vorhanden, der Gasanschluß war ab 2012 möglich, ist bei den Heizungskosten jedoch nicht dabei.
    Eine IR Heizung habe ich in einem kleinen Badezimmer an der Decke, die kommt zum Einsatz solange die Gastherme den Sommer über und in der Übergangszeit ausgeschaltet ist.
    BW wird über Solarthermie im 400L Boiler erwärmt, reicht das nicht aus gehts über die Gastherme.


    wie @Nachtstrom beschrieben hat, es kommt letztendlich auf die Dämmung an welche Heizung Sinn macht, IR oder andere direkte Stromheizungen halte ich für völlig ungeeignet auch in Verbindung mit PV.


    wemu

    7,5kWp / 30 x Axitec AC250M 156-60S / 2 x SMA SB4000TL21 / seit 03/2012
    Ausrichtung 10° West, DN 30°
    Solarthermie: 8m² Flachkollektoren + 400l Speicher seit 4/2004