Akkunachrüstung auf vorhandene PV Anlage?

  • Hallo Leute,


    wir haben vor ca. 2 Jahren eine PV Anlage auf unser Dach bauen lassen. Die Anlage hat 14kwp.


    2014 haben wir knapp 11500 KWh produziert, 2015 kommen wir auch auf ca. 11500 - 12000 KWh.


    Heute habe ich ein Angebot erhalten, in der uns eine Nachrüstung nahegelegt wird und dass die 30% Förderung bald auslaufen:


    1x IBC SolStore Set S1 Nutzbare Speicherkapazität: 5,2 kWh (Eigenverbrauch) / 4,7
    kWh (Inselsystem) / Zyklenfestigkeit: 5000 Ladezyklen / 3-phasige Eigenverbrauchserhöhung / max. Dauerleistung: 2,2 kW
    inkl. Montage und ein paar Zusatzgeräte wäre der Nettopreis knapp 7750 Euro


    und


    1x SOLARWATT MyReserve 500 • DC-Kopplung / Nutzbare Speicherkapazität: 4,4 kWh / Erweiterbarkeit bis 11 kWh / Zyklenfestigkeit: 4100 Ladezyklen / Systemwirkungsgrad: 93% inkl. Montage und Zusatzgeräte für 6365 Euro netto.


    Bei beiden Angeboten sollen laut den Angaben 30% vom kompletten Nettopreis durch die KFW Förderung abgezogen werden.


    Die MwSt. (hier nicht angegeben) wird man sich ja auch wie damals beim Kauf der PV Anlage erstatten lassen können...)


    Bei uns wurde die 70% Regelung getroffen, welche laut den Unterlagen damit wegfällt.


    - 2014 haben wir laut den Unterlagen 2155 KwH von unserem eigenproduzierten Strom verbraucht. Akuell benötigen wir von unserem Stromanbieter weitere 2000 KWh. Der hohe Stromverbraucht kommt evtl daher, dass hier täglich im Homeoffice gearbeitet wird sowie das Warmwasser über eine Brauchwasserpumpe erzeugt wird.


    Pro KWh zahlen wir aktuell bei unserem Anbieter 26,06 Cent. Die MwSt. bei unserer Einspeisvergütung werden separat ausgewiesen, wodurch wir an dem verkauften Strom nochmals 19% abziehen müssen.


    Was meint ihr? Für mich hört sich das eigentlich ganz gut an. Mein Ziel ist es tagsüber einzuspeisen um dann z. B. Abends Warmwasser zuzubereiten.


    Ich tendiere zum zweiten Angebot, die Anlage gefällt mir etwas besser, vielleicht habt ihr noch Tipps für mich. Lohnen sich die Akkus überhaupt? Die Preise scheinen ja weiter zu fallen...?


    Für jede Antwort bin ich sehr dankbar.

  • Hallo Schabe,


    was mir als Erstes auffällt ist die Aussage das die 70%Regelung wegfällt!
    Ich vermute eher das diese wg. der Förderung um 10% verschlechtert, also 60%.
    Ohne näher auf die anderen Punkte eingehen zu wollen, würde ich das zuerst klären.
    Und das muss das Ladesystem erstmal abfangen können.
    Aber hier gibt es Profis die die Regelwerke viel besser kennen als ich.


    Grüße


    TEO

  • Zitat von schabe3

    ... Mein Ziel ist es tagsüber einzuspeisen um dann z. B. Abends Warmwasser zuzubereiten..


    verstehe ich nicht.
    warum machst du nicht tagsüber Warmwasser, dann brauchst keinen Akku

  • Wenn man sagt, dass eine Investition innerhalb der Laufzeit (10 Jahre, 20 Jahre oder was auch immer) zumindest eine schwarze Null bringen sollte, dann vergiss den Speicher. Meiner Meinung nach gibt es einen Anlagentyp (Halb-Insel), bei dem sich Bleibatts lohnen, obwohl mir da auch teilweise heftig widersprochen wird. In einer PV, die irgendetwas mit EEG zu tun hat, lohnt sich bisher kein Speicher und da ändert nicht einmal das Förderprogramm etwas dran.


    Eine kWh aus den Panelen zu bekommen wird dich rund 10 Cent kosten. Da dich die kWh vom VNB 26 Cent kostet, darf die Speicherung in der Batterie nicht teurer sein als 16 Cent, weil sonst ist das Netz billiger. Nimm also den Betrag, den du für die Erweiterung zahlen sollst, und teile ihn durch (kWh pro Zyklus * mögliche Zyklenanzahl). Bei den beiden Systemen kommt man auf 29 und 35 Cent pro durchgeleitete kWh, allerdings ohne einen Zuschuss abzuziehen (ich bin da nicht ganz trittsicher, aber die gibt es, soweit ich weiß, bei Nachrüstungen nicht und das FA erlässt einem auch nicht die MWSt; das wissen hier aber andere besser).


    Du hast drei Möglichkeiten. System1 nehmen, System2 nehmen oder nichts machen. Bei zwei der Möglichkeiten verbrennst du Geld.

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • Zitat von schabe3


    Die MwSt. (hier nicht angegeben) wird man sich ja auch wie damals beim Kauf der PV Anlage erstatten lassen können...)


    Nein :!:

    Zitat von jdhenning

    In einer PV, die irgendetwas mit EEG zu tun hat, lohnt sich bisher kein Speicher und da ändert nicht einmal das Förderprogramm etwas dran.


    Wir sind nicht oft einer Meinung, hier schon.


    schabe3: Vergiss die Speicherangebote. Eventuell kann man in ein paar Jahren nochmal drüber nachdenken, mal sehen was der Wegfall der Förderung am Markt bewirkt. Ich denke es wird nach dem Wegfall der Förderung günstiger...
    Oder kauf einen der beiden (mir persönlich gefällt "MyReserve" vom technischen Aufbau besser...) und finde dich damit ab, daß du dann ein teures Hobby hast.

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

  • Bei einem geförderten Speicher wird aus der 70%-Grenze eine 60%-Grenze, so gesehen entfällt die 70er Grenze schon :wink: :D


    Servus
    Manfred

  • Zitat von passra

    Bei einem geförderten Speicher wird aus der 70%-Grenze eine 60%-Grenze, so gesehen entfällt die 70er Grenze schon :wink: :D Manfred


    Der akku ist viel zu klein, um die bis 40% Überschussleistung einer auf 60% Einspreisung gedrosselten 14Kwp Anlage in die Akkus zu bekommen. Produziert die 14Kwp Anlage also mehr als die 4-5 KWh Überschuss, bleibt die Leistung, wenn kein Eigenverbrauch erfolgt, ungenutzt.
    Und mit speichern ist es ja nicht getan, der Speicher muss ja über nacht wieder entleert werden, damit er nächsten Tag wieder etwas speichern darf.
    Speicher ist schon ok, nur die 60% Regelung verschlechtert die Gesamtbilanz des Systems.

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!

  • Hallo Leute,


    vielen vielen Dank für die ganzen Antworten.


    Ich freue mich, dass ich vorher nachgefragt habe, scheinbar lag ich mit meinem Wissensstand und dem Angebot daneben.


    Leider ging ich davon aus, dass es sich um eine lohnenswerte Investition handeln könnte aber so ist es wieder vom Tisch.


    Insgeheim tendiere ich auch dazu, dass die Akkus noch deutlich günstiger, kleiner und leichter werden und das ggf. schon in ein paar Jahren. Denke das wird die Zukunft sein, dass man im Haushalt Energie speichert und das zu einem Preis, den sich die meisten Leute leisten können. Nur wann ist die Frage...


    Schade, dass die Firma das einem so vermitteln mag, dass man unbedingt gleich zuschlagen müsste, weil der Preis so gut ist...


    Ich denke mal das Thema ist für mich dann vom Tisch. Die Akkus werden ca. 10 Jahre halten und das dürfte die Investition nicht reinbringen :-(


    Gruß und Danke

  • Murray wegen dem Warmwasser, wir benötigen hauptsächlich frühs Warmwasser zum Duschen, aktuell ist es ja so, dass wir unsere Brauchwasserpumpe von früh bis Abends laufen lassen um möglichst viel durch Sonnenenergie auszulasten. Allerdings verliert der Wassertank über Nacht auch einiges an Temperatur.


    So war halt die Überlegung gewesen, Mittags die Akkus vollzuladen und Nachts ein paar Stunden vor dem Duschen für den Wassetank zu nutzen. Dann könnten wir das Wasser ggf. auch kühler machen, weil es ja nicht viele Stunden "rumliegt" bis es genutzt wird.

  • Zitat von schabe3

    Insgeheim tendiere ich auch dazu, dass die Akkus noch deutlich günstiger, kleiner und leichter werden und das ggf. schon in ein paar Jahren. Denke das wird die Zukunft sein, dass man im Haushalt Energie speichert und das zu einem Preis, den sich die meisten Leute leisten können. Nur wann ist die Frage...


    so schön das auch wäre, das werden wir nicht erleben.


    Zitat von schabe3

    Murray wegen dem Warmwasser, wir benötigen hauptsächlich frühs Warmwasser zum Duschen, aktuell ist es ja so, dass wir unsere Brauchwasserpumpe von früh bis Abends laufen lassen um möglichst viel durch Sonnenenergie auszulasten. Allerdings verliert der Wassertank über Nacht auch einiges an Temperatur.


    hier würde ich erst einmal ansetzen und prüfen ob die Verluste verringert werden können.
    Läuft die Zirkulationspumpe über Nacht durch und kühlt den Boiler aus?
    Schwerkraftzirkulation?
    Ist der Boiler nur schlecht gedämmt?


    Zitat von schabe3


    So war halt die Überlegung gewesen, Mittags die Akkus vollzuladen und Nachts ein paar Stunden vor dem Duschen für den Wassetank zu nutzen. Dann könnten wir das Wasser ggf. auch kühler machen, weil es ja nicht viele Stunden "rumliegt" bis es genutzt wird.


    möglich ist das schon, nur halt technisch nicht grad sinnvoll, und vor Allem ziemlich unwirtschaftlich