Was sind die "gesparten" Kosten ggü. Netzanschluss wert?

  • Zur aktuellen Diskussion zu Smartmetern stellt sich mir wieder einmal die Frage:


    Was sind die "gesparten" Kosten, wenn man sich für Insel entscheidet, derzeit wert? Ziel wäre ein Bierdeckel-Excel, mit dem sich das abschätzen lässt. Also so etwas, wie die zahlreichen Vergütungsrechner, nur eben für Insel. Am Ende steht da dann: "Wenn Sie sich für Insel entscheiden, erhalten Sie XX kWh zusätzliche Speicherkapazität oder XX kWp zusätzliche Erzeugungsleistung".


    Es entfallen wohl:


    - neuer Zählerschrank (manchmal im Gebäudebestand ja nötig)
    - Zähler (Einbau und/oder Miete)
    - EEG-Umlage auf die erzeugte=verbrauchte Energie
    - Netzgebühren
    - Papierkram für die Rechnungslegung an den Netzbetreiber für die Vergütung nach EEG
    - ... (bitte ergänzen)


    Es kommen dazu:


    - Gebühren für Ausbau bisheriger Netzbezugzähler und Verplomben des Anschlusses
    - ...


    Zu Steuern: Da eine Gewinnerzielung bei Insel offenbar nicht beabsichtigt ist, dürfte es mit Vorsteuerabzug schwierig werden.


    Es entfielen dann also:


    - Vorsteuerabzug für die Erstinvestition
    - Umsatzsteuer auf erzeugte=verbrauchte Energie


    Da die Finanzbehörden für den Verbrauch irgendwelche Strompreise ansetzen, die sich am aktuellen Strompreisniveau orientieren (richtig?), dürfte die abzuführende USt über die Nutzungsdauer ansteigen. Da so eine Inselanlage (für mich und für die Werbung) ist wie ein Auto ("Will haben, weil Freiheit"), sage ich großzügig: Das rechnet sich auf +/- 0 und ist den Aufwand nicht wert. Wenn ich Auto/Insel haben will, dann will ich das haben, Steuer hin oder her. 8)


    Wie besagt, ist eher eher für den "Aha-Effekt" als für wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse.

  • Interessante Frage, darüber habe ich auch schon nachgedacht :-)


    Besonders lohnenswert ist es beim Neubau, wenn man die Herstellung eines Stromanschlusses gleich ganz vermeidet, denn der verschlingt in der Regel mehrere Tausender. Die könnte man in Akku + Insel-WR investieren. Verbunden mit einem besonders effizienten und auf Stromsparen getrimmten Haushalt könnte das ganz gut funktionieren. Wenn der Tagesverbrauch im Winter bei nur 3-4 kWh liegt, dürfte sich das meiste davon sogar per PV decken lassen.


    In den meisten Fällen dürfte aber ein zusätzlicher, wenn auch kleiner Dieselgenerator oder aber ein BHKW unumgänglich sein, zumindest hierzulande, um in der dunklen Jahreshälfte die Stromlücken zu schließen. Ein Mini-BHKW würde eine solche Insel wunderbar abrunden, beim Dieselgenerator stellt sich aber eher wieder die Frage nach der Umweltbilanz.


    Auf jeden Fall spannend, ich werde dieses Szenario mal überschlagen :-)


    Bastel

  • Wenn man schon Netz hat, gehe ich derzeit in D davon aus, daß es das günstigste ist erst mal eine EEG-Anlage mit Überschußeinspeisung zu bauen. Die erstattete Umsatzsteuer ist schon ein starkes Argument, selbst wenn amn in den ersten 5 Jahren einen Teil davon zurückzahlt, hat man sie erst mal im Geldbeutel.
    Das Problem wird sein, dann aus dieser bequemen Situation (den Papierkram hat man bis dahin wohl im Griff) auszusteigen obwohl man noch 15 Jahre gesicherte Vergütung vor sich hat.


    Grundsätzlich denek ich auch, das ist nur was, wenn man unter 1000kWh/a Verbrauch kommt und liegt dann preislich bei einem Mittelklassewagen. Leider wird man dafür halt um die 7-10kWp verbauen müssen, hat also im Sommer massiv zu viel Strom oder man macht weniger und nimmt in Kauf, daß der Generator nicht nur im Extremfall (mehere Tage am Stück komplett ohne Sonne) läuft. Dann sollte man aber auch dort ein paar Euro mehr in die Hand nehmen, sonst sollte ein einfaches Baumarktgerät das beste Preis-Leistungsverhältnis haben. Wer sich mit Motoren auskennt, hat da natürlich ganz andere Möglichkeiten - wobei PKW-Motoren im passenden Leistungsbereich ja schon fast Raritäten sind. Gibt ja kaum noch was unter 50kW und mit ohne einen haufen Elektronik, an der man auch nciht mehr viel machen kann.


    Ich arbeite an den 1000kWh udn wenn der Grundpreis weiter steigt, dann fange ich an ;)

  • Für mich wäre eine erste Frage: WO, also in welchem Land.
    In der Schweiz beispielsweise fallen weder Papierkram, noch irgendwelche Umtriebe mit einem "Finanzamt" an.
    Deshalb macht eine Insel keinen Sinn und Speicher sind kein Thema.
    Über den Daumen gepeilt müssten die Tarifunterschiede zwischen Import und Export >300% betragen für eine Nullnummer.
    Da man ja nicht autark wird, fallen die üblichen Netz-Grundgebühren trotzdem an.
    einstein0

    33 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    2 kW- Hybrid-Insel im Camper, BEV: Hyundai Kona. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
    PV-Notstromversorgung 10 kWh im MFH mit Infini 3 kW Hybrid-WR und 10 kWh Li-Testspeicher.

  • Zitat von VIC-RAPTOR

    Hier mal ein Screenshot einer relativ einfachen und verständlichen Berechnung / Prognose, sorry ist leider unser LOGO drauf.


    Nichteinspeisend, im USV-Modus umschaltend auf Back Up System (Netz oder Back-Up Generator)


    Also bitte, da sind immer noch die gleichen Fehler enthalten, solange du die nicht korrigierst, wir das nix... der verbleibende Bezugsstrom fehlt in deiner Aufstellung der Gesamtkosten, oder muss man etwa gar keinen Strom mehr vom Netz beziehen? :shock:


    80 Prozent Eigenverbrauch und 3 % Strompreissteigerung p.a. gibt es auch höchstens auf dem Mond.


    Bastel

  • Zitat von Bastel

    Also bitte, da sind immer noch die gleichen Fehler enthalten, solange du die nicht korrigierst, wir das nix... der verbleibende Bezugsstrom fehlt in deiner Aufstellung der Gesamtkosten, oder muss man etwa gar keinen Strom mehr vom Netz beziehen? :shock:


    Bastel


    Natürlich verbleibt der Bezugsstrom. Der Kunde möchte ja auch nur wissen, wie sich seine private Insel rechnet.


    Also ich und sehr viele andere sind überzeugt, dass der Strompreis weiterhin steigt, ob das nun 2 oder 3% sind, ist langweilig. Warum sollte eine Umschaltinsel nicht 80% Stromkostenersparnis bringen, da weisst du mehr als ich :D


    Aufwand Insel - Ertrag Insel


    die Kosten für den verbliebenden Bezugsstrom wurden überhaupt nicht berücksichtigt, denn diese Kosten hat der Kunde sowieso, mit oder ohne Insel.


    Sonnige Grüße :danke:

    Die neue Energiefreiheit kommt an!

  • Zitat von VIC-RAPTOR

    die Kosten für den verbliebenden Bezugsstrom wurden überhaupt nicht berücksichtigt, denn diese Kosten hat der Kunde sowieso, mit oder ohne Insel.


    Ich sehe, du vergleichst nur den EV-Anteil, sollte also passen.


    Welche Netto-Speicherkapazität bietet denn das System laut Beispielrechnung?


    Eine 6 kWp Anlage produziert während des hellen Halbjahrs fast täglich über 20 kWh und das macht in Summe über 75-80% der Gesamtproduktion aus. So viel Strom braucht aber kaum ein durchschnittlicher Haushalt, eher die Hälfte. Folge: Batterie ist schon vormittags wieder voll und der restliche Strom wird eingespeist - oder eben weggeworfen.


    Bei 10 kWh Tagesverbrauch wären das locker 40 % übers Jahr, die gar nicht selbst verbraucht werden können. Für Privathaushalte also eine unsinnige Annahme. Bei Mehrfamilienhäusern oder Gewerbeobjekten könnte das natürlich anders aussehen, aber darum ging es hier ja nicht.


    Bastel



  • Haben hier die geschützte "Zero-Grid" Technologie, was bedeutet, dass mittels Funk-Aktor (mit Repeater bei Bedarf) die überschüssige Energie der Insel, in die Brauchwassererwärmung oder Klimaanlage oder .... im Sommer und Winter bei sonnenreichen Tagen, in die Zuheizung der Räumlichkeiten mittels z.B. Infra-Rot Heizung oder ....fliesst.


    Eine jährliche Ersparnis von 200-400 Euro ist möglich, wird aber in keiner Berechnung berücksichtigt. In der Summe ein bisschen mehr Ertrag als Einspeisen ... das ist das Ziel.


    .. und das kleinste System hat eine Netto-Kapazität von 5 kWh, im Baukastensystem ausbaubar, sollte mal Zuwachs kommen :D


    Sonnige Grüße

    Die neue Energiefreiheit kommt an!

  • Zitat von einstein0


    Über den Daumen gepeilt müssten die Tarifunterschiede zwischen Import und Export >300% betragen für eine Nullnummer.
    Da man ja nicht autark wird, fallen die üblichen Netz-Grundgebühren trotzdem an.


    In Deutschland sind wir da eben schon nah dran, wenn man wenig verbraucht und die Schere geht imemr weiter auseinander. Rechtzeitig anfangen zu planen hat noch nie geschadet.
    Ich dachte das wäre die Frage - also eben ohne Netz und den doppelten Boden macht ein Generator ohne den sehe ich das in Mitteleuropa nicht, da dürften sich alle einig sein. Auf einige Zeit ist es aber sicher noch effektiver das Netz zu lassen und dann aber auch die Überschüsse einzuspeisen.
    Sollte ich mal neu bauen, würde ich mir den Stromanschluß aber ernsthaft überlegen, die paar tausend Euro alleine bis zum HAK sind eine gute Basis für eine autarke Versorgung. Da bekommt man schon einen ordentlichen Bleiklotz dafür.