109 kWp in Direktvermarktung: Probleme und Umsetzung

  • Hallo,


    wir wollen grade eine neue Aufdach-Photovoltaikanlage für unsere Firma mit 109 kWp in Betrieb nehmen, Inbetriebnahme soll 1.1.2016 sein.


    Unser Netzbetreiber sind die Erlanger Stadtwerke. Dort gibt es technische Anschlussbedingungen, die eine Reihe von
    Aspekten vorschreiben:


    http://www.estw.de/de/Kopfnavi…m-Einspeisemanagement.pdf


    Unter anderem muss (nur für die Netzabschaltung durch den Netzbetreiber) ein Fernwirkmodul (zur Notfall-Abschaltung) eingebaut werden, das nur die Erlanger Stadtwerke liefern können und das schlaffe 4400 EUR brutto kostet. Dazu kommt noch eine Vodaphone GPRS Datenkarte mit unbegrenztem Volumen. Rundsteuerempfänger ist über 100kW nicht zugelassen.



    Zusätzliche vorgeschrieben Abschalteinrichtungen (Abschaltung im Brandfall für 1400 EUR, weitere Fernabschaltung für den Direktvermarkter (der machts für ca 500 EUR) sind dabei nicht enthalten, ebenso natürlich nicht die egentlichen Wandlermessungen).


    Durch die Möglichkeit, die Technik hier vorzuschreiben und andere Lieferanten auszuschließen, kann jeder beliebige Preis verlangt werden. Kann man da irgendwie rauskommen? Kann man dagegen klagen?


    Danke für alle Tips,


    tfv

  • Hallo,


    Und wenn ihr einfach unter 100 kWp geht, wird`s dann einfacher?


    mfg

    4,44 kWp Mitsubishi PV AD 185 MF5, SMA SB 4000 TL-20, 234°SW WebBox
    4,0 kWp Renesola JC255M-24/Bb, ABB PVI 3.6 OUT, 234°SW WebLog Pro
    1,6 kWp YingLi Panda YL270C-30b, SMA SB 1.5, 54°NO SL300
    3,5 kWp Galaxy Energy GS250M, SMA SB 4000 TL-20, 144° SO SL1000

  • Welche Kosten fallen an, wenn Du einfach die 9KWp über 100KWp wieder ab baust?

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Dannke für Euer schnelles Feedback.


    Daran haben wir natürlich auch schon gedacht, ich könnte 9 kW Module einfach nicht montieren. Ist aber nicht schön.


    Zusätzlich habe ich grade noch §3 EEG gesehen, der mich etwas irritiert, weil sonst beim EEG doch immer die Modulleistung zählt.:
    "installierte Leistung" einer Anlage die elektrische Wirkleistung, die die Anlage bei bestimmungsgemäßem Betrieb ohne zeitliche Einschränkungen unbeschadet kurzfristiger geringfügiger Abweichungen technisch erbringen kann,


    Unsere WRs haben genau 100 kW. §6 EEG spricht ja von einer installierten Leistung von mehr als 100 Kilowatt
    Darf ich da dann statt der Modulleistung die WR-Leistung ansetzen? Dann wäre ich schon fertig.

  • Zitat von tfv

    Unsere WRs haben genau 100 kW. §6 EEG spricht ja von einer installierten Leistung von mehr als 100 Kilowatt
    Darf ich da dann statt der Modulleistung die WR-Leistung ansetzen? Dann wäre ich schon fertig.


    Nein, denn die WR haben nicht 100 kW Wirkleistung sondern 100 kVA Scheinleistung :idea:
    Die reine Wirkleistung kommt von den Modulen und die haben bei dir nunmal 109 kW Nennleistung, da schließt sich der Kreis zum § 3 EEG :roll:

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

  • Habe grade gesehen, dass explizit NICHT vorgeschrieben ist, dass ich diese Einrichtungen vom Netzbetreiber kaufe:


    Vgl Positionspapier der BNetzA Abschnitt 4


    http://www.efr.de/fileadmin/co…papier_TechnVorg_6EEG.pdf


    Anlagenbetreiber sind nicht verpflichtet, die technischen Einrichtungen nach § 6 Abs. 1 oder
    Abs. 2 EEG vom Netzbetreiber zu erwerben.

  • Zitat von smoker59


    Nein, denn die WR haben nicht 100 kW Wirkleistung sondern 100 kVA Scheinleistung :idea:
    Die reine Wirkleistung kommt von den Modulen und die haben bei dir nunmal 109 kW Nennleistung, da schließt sich der Kreis zum § 3 EEG :roll:


    smoker59
    Danke für die elektrotechnische Nachhilfe, wusste ich nicht.

  • Zitat von tfv


    Daran haben wir natürlich auch schon gedacht, ich könnte 9 kW Module einfach nicht montieren. Ist aber nicht schön.


    Mit den 9kWp eine eigene Inselanlage (E-bikes laden) bilden, wenn´s optisch erwünscht ist.

    WSW Dach 70°: Gauben 20x HIT-N240SE10 DN 25°, String auf A1+A2 STP8000TL-10; First 10x HIT-N240SE10 DN 45° auf SB3000TL-21
    ONO Dach -110°: First 10 x HIT-N240SE10 DN 45° teilverschattete Strings auf B STP8000TL-10
    Solar-Log 300, 70% Begrenzung fest

  • Zitat von smoker59

    Nein, denn die WR haben nicht 100 kW Wirkleistung sondern 100 kVA Scheinleistung :idea:
    Die reine Wirkleistung kommt von den Modulen und die haben bei dir nunmal 109 kW Nennleistung, da schließt sich der Kreis zum § 3 EEG :roll:


    smoker59
    Jetzt muss ich da nochmal nachfassen, so wie ich hier lese ist der Begriff der installierten Leistung mit dem EEG 2014 nun wirklich die AC Leistung am Wechselrichter


    https://www.clearingstelle-eeg…e/2613/06_Schweisthal.pdf

  • Die Sichtweise des SFV entspricht aber nciht der der Clearingstelle ;) und auch nicht dem Gesetzestext. Die WR erzeugen nun mal nichts (ganz im Gegenteil, die haben sogar Verluste) sondern wandeln nur um (OT: dran ändert auch ncihts, daß es in Erlangen einen großen Konzern gibt, der eine Sparte "Energieerzeugung" hatte ;) )
    Entscheidend ist und bleibt die Nennleistung der Module am Dach, das ist schon immer so und wird wahrscheinlich auch noch lang so bleiben.
    edit: eine Insel aus den 9kwp machen kostet eher mehr als 4400€ brutto (welche Firma rechnet brutto ;) ) :(
    edit2: zum Thema Klagen? man könnte bei der Bundesnetzagentur/Clearingstelle nachfragen, ob die da einen Mißbrauch des Monopols sehen. Ich vermute aber, daß die Dinger wirklich so teuer sind, weil die Stückzahlen eher klein sein dürften.