Umsatzsteuervoranmeldung auf selbstverbrauchten Strom

  • Hallo zusammen,
    meine Anlage läuft nun im 2. Jahr und ich habe meine erste Steuererklärung hinter mir! (etwas spät, aber war ok.!)


    Beim Erstellen der Umsatzsteuererklärung habe ich erst kapiert, dass ich Umsatzsteuer auf den selbstverbrauchten Strom bezahlen muss. Diese habe ich ermittelt und in der Jahressteuererklärung mit angegeben und die haben sich jetzt die 50€ von meinem Konto geholt.
    So weit so gut.
    Meine Frage: Wie mache ich das nun für die Zukunft?
    Ist das ok, dass ich es bei der Jahressteuererklärung, wenn ich auch weiß, wieviel Strom ich selbst verbraucht habe, abrechne oder muss ich das in Zukunft nun auch monatlich schätzen und an das Finanzamt abführen?
    Und ich habe gelesen, dass man irgendwann nur noch vierteljährlich die Umsatzsteuervoranmeldung machen muss.
    Wann ist das? Werde ich da benachrichtigt oder kann ich es dann einfach so machen?
    Volkswirtschaftlich ist das doch ein enormer Verlust, wenn die Finanzbeamten meine 4,60€ jeden Monat einziehen müssen, oder?


    Lieben Dank
    marga

  • Moin,


    genau so machst es auch für die Zukunft. Bei solchen 'Peanutsbeträgen' wird hier keiner die Keule auspacken. Zumal alles andere ja sehr aufwändig wäre.


    Gruß
    Martin

    Gruß
    MBiker_Surfer


    Elektrisch: Nikola Gotway 100V

  • Hallo,


    das Gesetz schreibt theoretisch vor, dass im Jahr der Inbetriebnahme und im Folgejahr monatliche Anmeldungen erfolgen müssen.
    Wie eng das dann in der Praxis gehandhabt wird, kann ich nicht sagen.
    Auf alle Fälle sollte das mit dem Finanzamt abgeklärt sein - schriftlich.


    Da gibt es Menschen, die ihren Job sehr genau nehmen.


    Michael

    38 x Winaico WST-P6 Poly, 9,88 kwp Ost-West, Fronius Symo 8.2-3-m

  • zur ersten Frage:
    Es gibt darauf keine einheitliche theoretisch und praktisch richtige.
    Wenn Du es "richtig" machen möchtest - müsstest Du für jeden Voranmeldungszeitraum den DV mengenmäßig ermitteln und mit einem geschätzten Wert bewerten um die Bemessungsgrundlage zu erhalten. (Der korrekte Bezugspreis steht ja dann noch nicht fest).
    Das macht kein Mensch. Total gaga.


    Wenn ich den Bezugspreis eh schätzen muss.. .kann ich auch die Menge schätzen. Davon wird die Schätzung nicht besser und nicht schlechter. sie bleibt eine Schätzung.
    Ich würde hier einen pauschalen Wert (1/12 des letztjährigen mengenmäßigen DV zu erwarteten Strompreisen des laufenden Jahres) ansetzen. Und gut ist.
    Selbst der bekloppteste Erbsenzähler kann Dir dann keinen Vorwurf mehr machen.


    Freilich: In 9999 von 10.000 Fällen bliebe es ohne Beanstandung, wenn man das kurzerhand am Jahresende erledigt.
    In dem einen Fall kommt es auch zu keiner Beanstandung (und um Himmels Willen nicht zu einem Penalty); aber ich mag es einfach nicht, mich von jemandem belehren zu lassen, der es beim FA zum Sachbearbeiter für PV-Anlagen gebracht hat.


    Wichtig ist immer der Dezember: Da liegen die Karten auf dem Tisch. Du kannst die Bemessungsgrundlage selbst anhand von eigener Zählerablesung und vertraglich vereinbarter Vergütung errechnen. Du kennst den tatsächlichen DV des Jahres.
    Du kannst errechnen, was Du im ganzen Jahr an USt schuldest; ziehst das ab, was Du von Jan bis Nov deklariert hast - und deklarierst den Rest im Dezember.


    Auf alle Fälle klärt man das nicht mit dem FA ab. "Wo kein Kläger - da kein Richter". Die wenigsten Mitarbeiter beim FA sind 150%-ige. Kaum einer will alles sehen. Aber wenn Du gezielt fragst - bekommst Du auch die korrekte Antwort. Darauf pokern, dass Dir jemand eine Auskunft gibt, die zwar praktisch sinnvoll ist - aber nicht im Einklang mit dem Gesetz steht..... das würde ich nicht. Da braucht es schon einen verdammt alten Hasen, der die letzte Besoldungsstufe schon erreicht hat.


    zur zweiten Frage:
    Du gibst aufgrund der Neugründungsregelung im Jahr des Beginns der Unternehmerschaft sowie im Folgejahr monatlich ab.
    Danach (also zwischen dem 13. und 25. Monat; je nach Beginn im Jahr) greifen die üblichen Regelungen.
    Wie groß ist Deine PV? Alles was haushaltsüblich ist schafft es nicht in den Bereich, in dem überhaupt Voranmeldungen abgegeben werden müssen.
    Im Gegenteil: Anlagenbetreiber haben bei Errichtung einer zweiten Anlage oder hohen Reparaturen eher das Problem, dass sie keine Voranmeldung mehr abgeben dürfen - und bis zur Steuererklärung auf die Erstattung der Vorsteuer warten müssen.


    Du wirst benachrichtigt; aber es steht ja alles im Gesetz. Speziell bei "Erhöhung der Schlagzahl" kann man sich nicht darauf berufen, das FA hätte einen nicht benachrichtigt. Umgekehrt - wenn Du einfach aufhörst abzugeben, kann das FA nicht vorbringen "aber Sie haben ja keine Benachrichtigung erhalten". Einfach so machen, wie es im Gesetz steht.


    Die Frage ob die Feststellung und Erhebung von Steuern volkswirtschaftlich sinnvoll ist, oder nicht, braucht sich weder der Steuerpflichtige noch das Finanzamt zu stellen. Das ist Aufgabe der Legislativen - und im Bereich der Umsatzsteuer ist das vom Richtliniengeber durchaus sinnvoll berücksichtigt worden.
    (Die Kleinunternehmerregelung z.B.... wird zwar gerne von Steuerpflichtigen als eigener Vorteil gesehen - dabei ist es primär eine Begünstigungsvorschrift für den Fiskus. Genau aus den von Dir angeführten Gründen. Die Veranlagung ist teurer als die erzielte Steuer.)

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Vielen Dank für eure Antworten!


    Noch eins zur Umsatzsteuervoranmeldung für die Zukunft.
    Meine Anlage ist ganz klein: 4,1 kWp.


    Wie finde ich raus, ob ich überhaupt noch Voranmeldungen machen muss?
    Vielleicht frage ich doch mal nach?
    Ab 2016 wäre ich dann nämlich draußen.


    Lieben Dank
    marga

  • Das FA teilt dies Dir mit. Bei 4,1 kWp wirst in der Zukunft dann nur noch Jahreserklärung machen müssen. Da geht es ja bei neuen Anlagen um keine 'Beträge' mehr.


    Gruß
    Martin

    Gruß
    MBiker_Surfer


    Elektrisch: Nikola Gotway 100V

  • Wenn die Steuerschuld fürs Vorjahr nicht mehr als 1.000 Euro betragen hast - müssen / dürfen keine Voranmeldungen mehr abgegeben werden.


    4,1 kWp x 2.000 kWh/kWP x 0,30 €/kWh x 0,19 = 470 Euro
    Selbst mit 2.000 kWh/kWp und einer Vergütung von 30 Cent ... kommst Du nicht mal an die Hälfte.


    Man braucht keinen Propheten um zu erkennen - wenn 2014 das Jahr der Beginn der Unternehmereigenschaft war - dass Du letztmalig für 12/2015 eine Voranmeldung abgibst. Danach nie wieder. Zumindest nicht so lange, wie sich Deine tatsächlichen Einnahmen nicht circa verzehnfachen.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung