Einnahmenüberschussrechnung für das FA

  • Hallo,


    ich betreibe eine kleine PV Anlage mit ca. 3kwp und hätte mal zwei Fragen an die Expterten.


    1. Was genau kann ich bei der Einnahmenüberschussrechnung für das FA alles als Ausgaben geltend machen?
    Ich will nur sicherstellen, dass ich nichts vergesse :) Gibt es noch weitere neben:
    Abschreibung, Diverse Kosten(Zählermiete, Versicherung, Benzinkosten, Reinigung), Internet/Telefon


    2. Zu den Telefonkosten wurde ich von meinem Finanzamt angeschrieben, ich sollte die gewerbliche Nutzung darlegen. Hab gelesen, dass man eine Schätzung vornehmen kann und 30% betriebliche Nutzung im Normalfall vom FA angerechnet werden. Andererseits habe ich hier im Forum gelesen, dass bei Telefonkosten unter 30 EUR im Monat keine Anrechnung seitens der FA erfolgt.Wie macht ihr das? Was rechnet ihr dabei an?


    Vielen Dank im Voraus.


    Mfg
    Nismo

  • Zitat von Nismo2005

    Hallo,


    ich betreibe eine kleine PV Anlage mit ca. 3kwp und hätte mal zwei Fragen an die Expterten.


    1. Was genau kann ich bei der Einnahmenüberschussrechnung für das FA alles als Ausgaben geltend machen?
    Ich will nur sicherstellen, dass ich nichts vergesse :) Gibt es noch weitere neben:
    Abschreibung, Diverse Kosten(Zählermiete, Versicherung, Benzinkosten, Reinigung), Internet/Telefon


    Hallo,


    grundsätzlich: Du kannst alle Betriebskosten ansetzen, die dir tatsächlich entstanden sind. Es gibt neben den von dir erwähnten noch andere:
    gezahlte Umsatzsteuer ans FA, Steuerberatung und Buchführung (Steuerberater, Steuerprogramme), Schuldzinsen für Finanzierung der PV-Anlage, bezogene Fremdleistungen (Zusatzínstallationen, Reparaturen, Reinigung), Fahrtkosten (pro gef. km 30 ct), gezahlte Vorsteuer (Mehrwertsteuer aus Rechnungen), ...


    Ich lege dir mal die Zusammenstellung der Einnahmen und Ausgaben für die EÜR aus meinem Programm zur Orientierung bei.


    Zitat

    2. Zu den Telefonkosten wurde ich von meinem Finanzamt angeschrieben, ich sollte die gewerbliche Nutzung darlegen. Hab gelesen, dass man eine Schätzung vornehmen kann und 30% betriebliche Nutzung im Normalfall vom FA angerechnet werden. Andererseits habe ich hier im Forum gelesen, dass bei Telefonkosten unter 30 EUR im Monat keine Anrechnung seitens der FA erfolgt.Wie macht ihr das? Was rechnet ihr dabei an?


    Das kann man nicht über einen Kamm scheren, weil es hier durchaus unterschiedliche Beträge geben kann.
    In der Planungs- und Installationsphase wird man mit Sicherheit mehr Telefon- und Fahrtkosten haben als in der Phase danach, auch die Größe der Anlage mag hier vielleicht eine Rolle spielen. Die größte Rolle allerdings spielt dabei der Sachbearbeiter - da gibt es welche, die winken großzügig durch, aber auch die Tüpfelbrüder", die sich jede Zahl erklären lassen. Einen allgemein gültigen Betrag kann ich dir deshalb nicht nennen - schätze selbst, in welchem Anteil private und gewerbeliche Telefon- und Internetnutzung stehen und gib den entsprechenden Betrag an. Und bereite dich darauf vor, die Zahl auch begründen zu können.
    Von einer Grenze bei 30 € habe ich noch nicht gehört...


    Freundliche Grüße
    Paulchen

  • klar können alle Ausgaben im Zusammenhang mit der PV Anlage angegeben werden. Bei 3Kwp wirst du keinen großen Spielraum bei den Ausgaben mehr haben damit die Anlage in der Gewinnzone bleibt. Wenn deine Mini Anlage keine Gewinne abwirft ist es Liebhaberei, musst dann unter Umständen die erstattete Vorsteuer wieder zurückzahlen und du hättest dir den ganzen Aufwand mit dem Finanzamt gleich sparen können.

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!


  • Hallo ich nutze schon seit einigen Jahren Paulchens Tool. Ich habe meinen PV-bedingten Datenverkehr auf 20% von Call &Surf festgelegt,(7,39 Netto) ist natürlich auch nachvollziehbar 96 x Meldungen des Datenloggers je Tag ans Sunny Portal. Bisher wurde meine EÜR immer akzeptiert. Ich denke wenn es belegbar ist gibt es keine Einwände vom FA. Bei blanken Telefonkosten :juggle:

    Sonnige Grüße
    Eigenbauanlage 2011; 8,58 kWp ; -45°+ 3°DN; String: A=18 Module + B=15 Module
    STP 8000TL-10 (Upd.10.04.18); SMA WebboxBT+Sensorbox; FB7490, Devolo-Dlan
    2017: Video-ÜW; 2018: Reinigungsanlage
    2012-860, 2013-776, 2014-777 2015-844 2016-845, 2017-820, 2018-894, 2019-893

  • Zu den Betriebsausgaben: "Alle durch den Betrieb veranlassten Aufwendungen". Veranlasst!. Der Gesetzgeber hat dieses Wort mit Absicht gewählt. Es geht nicht um "verursacht"; es geht auch nicht um "sinnvoll" oder "unwirtschaftlich". Schlicht und einfach "veranlasst".
    Mit dem alten Motto "Häng den van Gogh ins Arbeitszimmer" ist eigentlich alles gesagt. (Bitte nicht wörtlich nehmen. Mit dem van Gogh klappts gerade nicht. Ist halt ein Klassiker unter den Lehrbuchbeispielen.)



    Zu den Telefonkosten:


    Ich würde mal tippen auf klarer Fall von "Pech gehabt" oder "wer spielt - kann verlieren".
    In Foren findet sich oft auch viel Schwarmintelligenz.
    Richtig ist, dass wegen 30 Euro viele Sachbearbeiter den Bleistift nicht spitzen. 30 Euro im Jahr. Nicht im Monat.
    Richtig ist aber auch, dass man darauf natürlich keinen Rechtsanspruch hat.
    Und sicherlich gibt es auch viele Sachbearbeiter, die "hoch lebe der Vorgang" genau so wie bei jedem anderen Gewerbetreibenden vorgehen: Ablochen... den Rest soll der Außendienst prüfen. Dafür ist er da.
    (Das bei einer PV gar keine steuerliche Außenprüfung stattfindet (>99,9%) bleibt unberücksichtigt.)
    Freilich: Auch darauf kein Rechtsanspruch.


    Du bist hier an einen 150%-igen geraten.
    Und derjenige (ich tippe auf: diejenige) hat bärenstarke Karten:
    a) WENN es einen OBJEKTIVEN Aufteilungsmaßstab gibt... dann IST der anzuwenden.
    b) Wenn es keinen objektiven Aufteilungsmaßstab gibt, dann dürfen keine Betriebsausgaben (auch nicht anteilig) abgezogen werden. (Aufteilungsverbot gemischter Aufwendungen; §12 EStG).


    Du müsstest also einen Einzelverbindungsnachweis vorlegen; darin die betrieblichen und privaten Telefonate getrennt ermitteln - und dann die tatsächlichen Kosten "irgendwie" aufteilen.
    Spätestens wenn Du einen kombinierten Tarif aus Internet und Telefon hast..... kannst Du es auch gleich bleiben lassen.


    Last not least: Wenn der / diejenige Spass dran hat... lässt er/ sie Dich am ausgestreckten Arm verhungern. Denn keiner kann so bescheuert sein, und tut sich wegen den Peanuts mit so schlechten Karten ein Rechtsbehelfverfahren an.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Ich danke Euch für eure schnelle Hilfe.


    kpr: Ich werde den van Gogh nicht ins Arbeitszimmer hängen :) und ja du hast recht, es ist eine Frau :O

  • Ich sagte ja auch "nicht wörtlich nehmen". Mittlerweile gibt es für "Werke anerkannter Künstler" (darunter dürfte der van Gogh vermutlich fallen) die Regelung, dass es sich um nicht abnutzbare Wirtschaftsgüter handelt. (Keine AfA mehr; allenfalls bedarfsweise Teilwertabschreibungen. Beim van Gogh auch eher unwahrscheinlich; bei der Mona Lisa hätte man allerdings nicht nur ein Bewertungsproblem).


    Nichts desto trotz bleibt die Aussage ein klassischer und einprägsamer Lehrspruch - der einem den Weg für die richtige Gestaltung weist.

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