Ost-, Süd-, Weststrings verschalten mit Überbelegung

  • Hallo,
    ich möchte mal eine Diskussion anregen zur Zusammenlegung mehrerer Strings mit verschiedener Ausrichtung und verschiedenen Modulen an einen (bzw. zwei) MPPTracker. Ich weiß, das stößt vielen erst einmal komisch auf. Ob das "Bauchgefühl" berechtigt ist bzw. welche die beste Lösung ist, würde ich gern diskutieren.


    Ich habe auch schon gesucht und hier und da etwas gefunden /diskutiert, bevor ich den Strang eröffnet habe.


    Ich habe die Entstehung meiner Insel /der Modulauswahl in meinem Strang aufgezeigt. Es geht also um eine (erweiterte) Insellösung, die weniger auf Spitzenertrag, sondern vor allem auf Eigenverbrauch und Akkuschonung ausgelegt ist. Das Haus ist etwa 5° von der Südausrichtung gen Osten abweichend.


    6x Module aleo S18K260 - (gesamt : 1,56kWp)
    Voc=37,7V
    Vmpp=30,4V
    Impp=8,51A
    Isc=9,01A


    16x Module Yingli YL180(23P) (gesamt: 2,88kWp)
    Voc=29,0V
    Vmpp=23,0V
    Impp=7,8A
    Isc=8,4A


    String 3x aleoS18/260:
    Pnenn: 780Wp
    Voc=113,10V
    Vmpp=91,2V


    String 4x Yingli180:
    Pnenn: 720Wp
    Voc=116,0V
    Vmpp=92,0V


    Die Strings sind am Haus wie folgt montiert:
    Ostseite:
    1x3x aleoS18/260 - 90°


    Südseite:
    1x3x aleoS18/260 - 90°
    2x4x Yingli180 ca. 60°


    Westseite:
    2x4x Yingli180 - 90°


    Laderegler TriStar MPPT60 + PIP 2424MSX vorhanden jeweils mit Pmax ca. 1,5kWp, Vmax 145V, Imax 60A. Rein nominell reichen diese also für die gesamte Modulleistung nicht aus. Allerdings liegen ja nie die vollen Leistungen an - durch die verschiedenen Anordnungen. Da die Strings elektrisch fast identisch sind, sehe ich in einer Mischung kein Problem. Zu beachten ist m.M.n. eher, dass der PIP-LR eine niedrigere Ladeendspannung und eine sehr kurze (bzw. keine) Nachladephase hat. Er sollte also weniger am Nachmittag bei (fast) vollem Akku, sondern eher am Morgen zum Einsatz kommen.


    Meine Idee:
    8x Yingli Süd auf den PIP
    Das sind 1,44kWp mit gleicher Ausrichtung - voll in der "normalen" Spezifikation. Durch die Abwinkelung bringen die Module schon früh am Morgen und natürlich am Mittag Ertrag - gegen Abend werden sie verschattet.


    3x aleo Ost (780Wp) + 3x aleo Süd (780Wp) + 2x4x Yingli West (1440Wp) an den TriStar MPPT60
    Das sind 3kWp, aber eben mit 3 verschiedenen Ausrichtungen. Die Westseite ist bis Sonnenuntergang fast zu jeder Jahreszeit unverschattet. Durch die steilen Anstellungen sehe ich keine Gefahr der Überlastung des TriStar.
    Ich habe übrigens mal mit "Sunny Web Design" versucht, die Anordnungen durchzuspielen. Aber hier wird stumpf für jede Anordnung ein eigener MPPT vorgschlagen - oder ich habe etwas falsch gemacht.



    So, nun frei von der Leber weg! Was sagt ihr dazu? Wie würdet Ihr es machen? Was gibt es zu beachten?

    EEG-PVA: 7,65kWp, Kostal Pico 8.3 seit 11/2009
    Insel-PVA: 4,44kWp, 2xTriStar MPPT60 +PIP2424MSX
    Hotzenblitz, Stromos, ...(Überschussverwerter)
    Datensammler bei "Jäger im Detail"
    Meister-Lusche L:44 (D:2)
    Kaiserlicher Jäger-König:89(D:13,T:3,Q:1)

  • Hier ging es auch um "Polystringverschaltung" - also die Belegung eines MPPT mit mehreren, verschieden ausgerichteten Strings. Es deckt sich mit meinen Erfahrungen. Wenn die Stringspannungen gleich sind, funktioniert es sehr gut, da sich die Spannung im String schon bei geringer Helligkeit aufbaut. Klar liefert der verschattete String keinen Strom /Leistung - aber das interessiert ja den MPPT nicht - er sucht das (gemeinsame) Optimum.
    Lediglich meine steile Modulneigung führt zu noch geringerer WR-Auslastung, wodurch ich die die geplante Überbelegung für machbar /sinnvoll erachte.


    Teilverschattungen treten an den Strings nur in der kurzen Übergangsphase auf, wenn die Sonne beginnt auf den String zu fallen, bzw. wenn sie den String "verlässt". Dazu habe ich über das Jahr die "Besonnung" beobachtet und fotografiert.


    Die Dauer der Besonnung:


    Ostseite (da das Haus 5° gen Osten gedreht ist) - Sonnenscheindauer am geringsten:
    Winter: 8:30Uhr - 10:30Uhr - danach wandert schon der Schatten des Dachüberstandes in den String
    Sommer: 6:00Uhr - 10:30Uhr - der zeitige Beginn ist für den Akku wichtig, "Saft" gibt es über den Tag genug


    Südseite:
    Winter: 9:30Uhr - 15Uhr - wenn die Sonne scheint, kommt recht guter Ertrag durch den steilen Winkel der Module
    Sommer: 7:15Uhr - ca. 15:30Uhr, dann kommen Terasse und Dachüberstand "hereingewandert"


    Westseite:
    Winter: 12:00Uhr - 15:30Uhr (Sonnenuntergang)
    Sommer: 12:00Uhr - 20:00 schattenfrei bis fast Sonnenuntergang (Bäume 100m entfernt werfen Schatten ... :wink: )

    EEG-PVA: 7,65kWp, Kostal Pico 8.3 seit 11/2009
    Insel-PVA: 4,44kWp, 2xTriStar MPPT60 +PIP2424MSX
    Hotzenblitz, Stromos, ...(Überschussverwerter)
    Datensammler bei "Jäger im Detail"
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    Kaiserlicher Jäger-König:89(D:13,T:3,Q:1)

  • Schade, dass so gar keine Reaktion zu meiner Anfrage erfolgte. Ich habe nun wie geplant verstringt. Die ersten (wenigen) Sonnenstunden sahen recht verheißungsvoll aus - wie in meinem Strang zur Insel berichtet.


    Ich hätte gedacht, gerade mit dem Trend zum EIgenverbrauch gewinnt die "Polyverstringung" an Gewicht. Immerhin spart man einiges an Wechselrichter- bzw. Laderegelerkosten, wenn man den MPPT-Eingang überbelegen kann.

    EEG-PVA: 7,65kWp, Kostal Pico 8.3 seit 11/2009
    Insel-PVA: 4,44kWp, 2xTriStar MPPT60 +PIP2424MSX
    Hotzenblitz, Stromos, ...(Überschussverwerter)
    Datensammler bei "Jäger im Detail"
    Meister-Lusche L:44 (D:2)
    Kaiserlicher Jäger-König:89(D:13,T:3,Q:1)

  • naja was wolltest du denn hören?
    Und wie man die nun verschaltet weist du wohl am besten.
    Zudem wird sich das auch mit der Erfahrung der Anlage zeigen.
    Überbelegung ist ja auch schon lange mein Motto und ich achte da nicht mal auf die max. Modulleistung da der WR den Überschuß sowieso wegregeln müßte


    Zitat von Joe-Haus

    ...Klar liefert der verschattete String keinen Strom /Leistung -


    Sicherlich liefert der Leistung, halt nur nicht viel

  • Überbelegt sind die Regler nicht, da die Nominalleistung nicht erreicht wird.
    Hast du schon geschrieben.
    Die meisten Hersteller empfehlen, die Regler nicht bis an die Grenze auszulegen.
    Wenn das aber möglich wäre, würde der Regler proportional öfter im oberen Bereich gefahren werden.
    Das dürfte sich schlicht auf die Lebensdauer auswirken und er ist schneller perdü.
    Deshalb sollte man einfach die empfohlenen Werte der Hersteller einhalten.

  • Zitat von kalle bond


    Die meisten Hersteller empfehlen, die Regler nicht bis an die Grenze auszulegen..


    Zeige mir mal bitte wo das stehen soll.
    Noch nie was davon gelesen
    :juggle:

  • ich haette keine bedenken, z.b. 1.5kwp ost und 1.5kwp west
    zusammen an den pip zu haengen.
    der regelt ueberbelegung ab (z.b. hier mittags)
    auch viele andere mppt kannst du gnadenlos ueberbelegen...
    ich lege von anfang an ca. 20-30% mehr drauf, da stc sowieso eher laborwerte sind.
    und das auch an einspeise-wr.
    solang die max. spannung nicht ueberschritten wird, ist alles gut... :juggle:

    sonnige gruesse aus THAILAND,
    towa


    1. Off-Grid SMA SMC6000TL + SMA Island 6.0 - Lifepo4 48V, 320Ah - 6.5 kWp (NOTC)
    2. Off-Grid PIP2424MSX - 2.0 kWp (NOTC) - Lifepo4 25V, 400Ah

  • Zitat von Murray

    Zeige mir mal bitte wo das stehen soll.
    Noch nie was davon gelesen
    :juggle:


    Auszug aus dem Steca Katalog - PV Autarke Systeme, Seite 62


    Die Gesamtleistung der PV-Module (Wp)
    Die angeschlossene Gesamtleistung der PV-Module (in Wp) sollte
    kleiner oder gleich der nennleistung des MPPt-ladereglers
    sein. Modulfelder höherer leistungen können zwar angeschlossen
    werden ohne dass der Steca MPPt-laderegler dadurch zerstört
    wird, allerdings wird dann die tatsächliche ladeleistung auf
    die nennleistung des ladereglers begrenzt. In der Praxis kann
    eine Überdimensionierung des Modulfeldes um bis zu 20 Prozent
    Sinn machen, da die Spitzenleistung (Wp) nur bei sehr tiefen
    temperaturen, starkem Sonnenschein und klarem himmel
    erreicht wird. die Moduldaten werden unter „Standard test
    Conditions“ (STC) bei 25 °C angegeben. In realen Anwendungssituationen
    ist die Zell-temperatur aber deutlich höher. dies führt
    zu einer verringerten ausgangsleistung – unabhängig davon,
    welcher laderegler verwendet wird.


    http:///D:/Downloads/Steca_PV_…teme_Katalog_DE%20(1).pdf

  • Das steht da aber nicht
    Als Grenze verstehe ich die Normwerte.


    Da steht dass man auch drüber belegen kann.
    Und dass er dann schneller kaputt gehen soll ist da auch nicht zu lesen

  • Zitat von Murray

    Das steht da aber nicht
    Als Grenze verstehe ich die Normwerte.


    Da steht dass man auch drüber belegen kann.
    Und dass er dann schneller kaputt gehen soll ist da auch nicht zu lesen


    Da du die Normwerte nicht erreichst, selbst wenn du an die max genannte Wp Zahl gehst, hast du den Regler aber nicht überbelegt (!). Wenn du jetzt - say - noch 30% drauf packst, kommst du irgendwo an die Grenze.


    Und das er bei Überlastung schneller kaputt geht, sorry, aber das wird dir natürlich niemand direkt reinschreiben.
    Da schreiben die Hersteller dann diplomatisch - wir empfehlen ... :D
    Sicher wird es dann auch von Hersteller zu Hersteller gewisse Differenzen geben, bei den billigeren Geräten würde ich da ein wenig vorsichtiger sein.


    Es spielen bei der Auslegung noch andere Kriterien eine Rolle, zB hohe Umgebungstemperatur oder eine große Höhe.
    Auch hier ist es die Empfehlung, sich auslegunsmäßig nicht zu weit aus dem Solarfenster zu legen.
    In diesen Fällen geht es um die schlechtere Wärmeabfuhr aus dem Regler.


    Die Empfehlungen zur Auslegung habe ich von den Herstellern direkt bekommen, zuletzt beim Phaesun Off Grid Meeting im September in Memmingen, da waren Steca, Morningstar, Outback und Micha.