GBR Anteile von Ehefrau übernehmen

  • Hallo zusammen,
    ich habe mir schon einige Beitrage hier durchgelesen aber nicht die richtige Antwort zu meinem Problem gefunden.


    Zu meinem Problem:
    Meine Frau und ich haben eine Photovoltaik Anlage und diese läuft über eine GBR. Hier haben wir je 50% Anteil.
    Wir haben ein Kind und wollen ggf. noch ein Kind. Jetzt werden bei Teil-Selbstständigkeit immer die Einnahmen vom letztem Kalender-Jahr für das Elterngeld gerechnet. Damit wir hier aber die Einnahme der letzten 12 Monate nehmen könne müsste meine Frau aus der GBR aus. Somit könnten die Einnahmen meiner Frau von der Arbeit genommen werden, zum Beispiel vom Mai bis Mai im nächsten Jahr.


    Jetzt ist die Überlegung meine Frau einfach aus der GBR aus zu nehmen.
    Kann ich das so einfach machen?
    Muss sie oder ich etwas versteuern?
    Oder ist es sogar sinnvoller nur meine Frau einzutragen, da Sie nur halbtags Arbeitet und weniger Geld verdient? Aber da wir verheiratet sind und zusammen veranlagt sind, sollte das doch wegfallen oder?


    Ich würde mich über Hilfe sehr freuen.
    Danke

  • Für die Berechnung der Höhe des Elterngeldes werden gewerbliche Einkünfte mit einbezogen. Führt bei positiven Einkünften also zu höherem Elterngeld.


    Während des Bezuges vom Elterngeld wird der Gewinnanteil auf das Elterngeld angerechnet. Einen Freibetrag / eine Freigrenze gibt es nicht.


    Für ein paar Euro Gewinn würde ich da gar nix machen. Eine Übertragung löst ggf auch ungewollte steuerliche Konsequenzen aus.


    Tipp: Gehe mal zur Elterngeldstelle bei Deiner Gemeinde in die Sprechstunde.

    15x IBC Solar Monosol 265EX
    Kostal Piko 4.2
    Buderus WPT 270/2 A

  • Hallo,


    danke für die Antwort.
    Ich hatte schon mit der Elterngeld Stelle gesprochen.
    Mein Problem versuche ich hier noch mal genauer darzustellen.


    Beispiel:
    - Meine Frau beginnt nach unserem 1. Kind wieder an zu arbeiten. Sagen wir mal am 01.12.2015.
    - Jetzt bekommen wir am 15.11.2016 ein Kind.
    - Zur Berechnung des Elterngeldes wird jetzt das Jahr vor der Geburt genommen. Also die Einnahmen in 2015.
    - In 2015 hatte meine Frau aber nur einen Monat bei ihrem Arbeitgeber gearbeitet, plus die Einnahmen durch die PV Anlage. Dieses wird aber später wieder gegen gerechnet.
    - Wenn meine Frau nicht mit in der Selbstständigkeit wäre, würden die Einnahmen der letzten 12 Monate vor der Geburt zur Berechnung genommen. Das sind dann schon wesentlich mehr Monate. Somit würde auch das Elterngeld höher ausfallen.


    Darum die Überlegung meine Frau aus der GBR raus zu nehmen.


    Danke

  • Zitat von bear12345

    Darum die Überlegung meine Frau aus der GBR raus zu nehmen.


    Kenne mich beim Elterngeld nicht so aus, aber "rausnehmen" bedeutet üblicherweise "Anteile verkaufen" und das kann ja nur frühestens in 2015 erfolgen. Wird der Verkaufserlös dann nicht angerechnet?

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Jetzt ist mir Dein Problem klarer geworden.


    Ich nehme mal an, dass es sich demnach auch um eine größere Anlage handelt, da der Gewinnanteil den Mindestbetrag fürs Elterngeld sonst nicht auffressen würde.


    Eine Schenkung führt bei der Einkommensteuer ggf zu einem zu versteuernden Aufgabegewinn. Die Schenkung wird mit dem Teilwert bewertet und auf die Differenz zum anteiligen Buchwert fällt Einkommensteuer an. Das könnte bei einer größeren Anlage auch richtig weh tun

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  • Zitat von Dease

    Eine Schenkung führt bei der Einkommensteuer ggf zu einem zu versteuernden Aufgabegewinn. Die Schenkung wird mit dem Teilwert bewertet und auf die Differenz zum anteiligen Buchwert fällt Einkommensteuer an. Das könnte bei einer größeren Anlage auch richtig weh tun


    Was passiert bei einem Verkauf zum Buchwert ? Ist das nicht gewinnneutral ?

    Sonnige Grüße
    Kollektor

  • Verträge unter nahen Angehörigen müssen einem Fremdvergleich standhalten, um steuerlich anerkannt zu werden.
    Einem fremden Dritten verkauft man die Anlage doch auch nicht unter der Prämisse bloß keinen Gewinn zu machen.
    Dies würde zu einem teilentgeltlichen Erwerb führen. Also mit Schenkungsanteil. Mit den gleichen Konsequenzen, wie oben beschrieben.

    15x IBC Solar Monosol 265EX
    Kostal Piko 4.2
    Buderus WPT 270/2 A


  • Ich habe mir das jetzt 2 Mal durchgelesen, aber Dein Problem verstehe ich immer noch nicht.


    Elterngeld:
    "Das Elterngeld ist eine sogenannte Lohnersatzleistung, deren Höhe abhängig vom Einkommen vor der Geburt ist. Es wird für maximal zwölf Monate bezahlt. Als Berechnungsgrundlage für das Elterngeld dient das durchschnittliche Einkommen der zwölf Monate vor der Geburt des Kindes. Wer in den zwölf Monaten vor der Geburt kein Einkommen hatte (Hausfrauen, Studenten, Arbeitslose) erhalten einen Betrag von monatlich 300 Euro. Ansonsten gilt: Sie bekommen 67 Prozent des durchschnittlichen Netto-Einkommens, maximal aber 1.800 Euro."
    Quelle: http://www.familie.de/eltern/e…d-bekomme-ich-702228.html


    Wenn Deine Frau am 01.12.15 wieder anfängt zu arbeiten und am 15.11.16 schlüpft Nummer 2 wird vereinfach der Netto-Verdienst der 12 (vollen) Monate vor der Geburt genommen. Also Oktober 16 bis Januarr 16 (10 Monate) und der Dezember 15. November 15 Null aus dem Angestelltenverhältnis.
    Inwiefern hier auch der halbe November noch zählen könnte, soll Dir die Elterngeldstelle beantworten. Dann wird noch 50% des Gewinns von der PV in 2015 angesetzt. Euch fehlt also so oder so ein voller Monat mit Nettoverdienst.


    An der PV GbR (wofür auch immer man die braucht) würde ich nix ändern ... das kostet mehr Geld, als es Netto bringt ... Ehefrau per sofort in Lohnsteuerklasse 3 stecken bringt sicher mehr Netto. 8)


    PS.: Wie groß ist die PV denn?

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

    Einmal editiert, zuletzt von seppelpeter ()

  • Zitat von Dease

    Verträge unter nahen Angehörigen müssen einem Fremdvergleich standhalten, um steuerlich anerkannt zu werden.
    Einem fremden Dritten verkauft man die Anlage doch auch nicht unter der Prämisse bloß keinen Gewinn zu machen.
    Dies würde zu einem teilentgeltlichen Erwerb führen. Also mit Schenkungsanteil. Mit den gleichen Konsequenzen, wie oben beschrieben.


    Selbst bei einer Schenkung hat man unter Eheleuten einen Freibetrag von 500 T€ alle 10 Jahre. Ich kapiere nicht wo dann irgendwelche Steuern anfallen können.

    Sonnige Grüße
    Kollektor