• Hallo Zusammen,


    würde mir gern eine PV Anlage mit Speicher bauen lassen.
    Laut Angebot kostet die Anlage ink. MwSt 24687,73€.
    Eine Förderung von 1.731,00€ ist zu erwarten.
    Der Speicher kostet netto 8.791,20€.
    Die Anlage hat 9,36kWp und soll laut Anbieter 8900 kwH im
    Jahr erzeugen.
    Ca. 700,00€ Einspeiseerlös kann ich rechnen laut Tabelle bei 12,3 cent
    Stromverbrauch im Jahr ca. 8000 kWh.


    Was kann ich vom Finanzamt holen und was muss ich zahlen . :shock:


    :danke::danke::danke:


    Gruss Schwicky


    PS: hab schon einen anderen Thread gestartet und wurde unsicher gemacht

  • Zitat von Big Daddy


    hab schon einen anderen Thread gestartet und wurde unsicher gemacht


    dort hat man dir schon gesagt, ein speicher rechnet sich nicht...
    als ersatzstromsystem aber ok, nur dann nicht auf den pfennig schauen,
    das geld ist dann sowieso weg, ob nun mit oder ohne steuer ist da nicht mehr wichtig. :juggle:

    sonnige gruesse aus THAILAND,
    towa


    1. Off-Grid SMA SMC6000TL + SMA Island 6.0 - Lifepo4 48V, 320Ah - 6.5 kWp (NOTC)
    2. Off-Grid PIP2424MSX - 2.0 kWp (NOTC) - Lifepo4 25V, 400Ah

  • Hallo Schwicky,
    ich will es mal so sagen, bei einer autarken Inselanlage wäre das Angebot mit Speicher sicher eine Überlegung wert.
    Steuerlich schielst Du aber auf die Vorsteuererstattung die rechnerisch einen Vorteil hätte.
    Im Grunde genommen ja auch nicht verkehrt gedacht, aber dann kommt der Direkt- bzw. Eigenverbrauch.
    Die 12,53 CT/KWh ist die z. Z. gültige Einspeise-Vergütung, damit lässt sich rechnen.
    Bei Verzicht auf die KUR kann die Vorsteuer gezogen werden, bedingt aber auch die Versteuerung des DV.
    Also 19% UST gemessen an der Höhe des Bezugsstroms, sowie eine entsprechende Besteuerung der Wertentnahme in der EÜR bzw. EST. finden in der Berechnung eines Speichers kaum noch eine Grundlage, auch mit Förderung.
    In der Überlegung würde ich mich eher auf eine Einspeiseanlage konzentrieren und natürlich ausloten, wie hiermit der rel. hohe Verbrauch abgedeckt werden kann.
    Also noch einmal rechnen und dabei die Option Einspeisung mit DV und 70% Hart als Grundlage nehmen.
    Hoffe, ich konnte den Gedanken rüberbringen.
    Sonnige Grüße

    28 EGING 190W, WR SMA 5000TL20
    Ausrichtung -36°, DN 42°
    I.B.N. 6/2011

  • Hallo Anion,


    was ist KUR, DV und EÜR :shock:
    Ich habe das so erklärt bekommen:
    Meine Anlage kostet 24.687,73€ brutto.
    Die MwSt von 3941,74€ und die Förderung von 1.731,00€ bekomme
    ich zurück. Ich produziere ca. 9500 kW im Jahr mit meiner Anlage und
    mus nun die MwSt auf 9500 kW an den Fiskus bezahlen.
    9500kW x 12,3 cent = 1168,50€ x 1,19% MwSt = 1.390,56€
    1390,56€ - 1168,50€ macht 222,02€ an den Fiscus.
    Egal was ich einspeise oder selber verbrauche.


    Ist das so richtig :o:o:o


    Gruss Schwicky

  • Hallo Schwicky,
    dann rechnen wir das mal komplett durch:


    Annahme: keine Klein-Unternehmer Regelung, also USt Vorabzugsberechtigt


    nur PV 9,36 kWp
    Kosten netto 11955 Euro (MWSt musst Du erst bezahlen, bekommst Du dann aber gleich vom Finanzamt als Vorsteuer zurück)
    Ertrag 8900 kWh/a
    Eigenverbrauchsanteil bei 8000 kWh/a Verbauch ca. 35% = 3115 kWh/a
    Einspeisung demnach 5785 kWh/a


    Erlöse:
    Einspeisung: 5785 kWh/a x 0,1231 Euro/kWh = 712 Euro/a (netto)
    hierauf bekommst Du 19% USt vom Netzbetreiber ausbezahlt, die Du aber gleich wieder ans Finanzamt abführst
    Eigenverbrauch (brutto): 3115 kWh/a x 0,25 Euro/kWh = 779 Euro/a
    hierauf zahlst Du 19% USt bewertet mit dem vermiedenen Bezugsstrompreis, also
    Eigenverbrauch (netto): 3115 kWh/a x 0,25 Euro/a / 1,19 = 654 Euro/a (netto)
    Gesamt (netto): 779 Euro/a + 654 Euro/a = 1433 Euro/a


    PV 9,36 kWp plus Speicher:
    Kosten netto 20746 Euro (MWSt musst Du erst bezahlen, bekommst Du dann aber gleich vom Finanzamt als Vorsteuer zurück)
    Ertrag 8900 kWh/a
    Förderung: 1731 Euro (dafür aber 60% Abregelung der PV Anlage??)
    Eigenverbrauchsanteil bei 8000 kWh/a Verbauch ca. 70% = 6230 kWh/a, davon nutzbar nach 10% Speicherverlusten 5607 Euro/a
    Einspeisung demnach 2670 kWh/a


    Erlöse:
    Einspeisung: 2670 kWh/a x 0,1231 Euro/kWh = 329 Euro/a (netto)
    hierauf bekommst Du 19% USt vom Netzbetreiber ausbezahlt, die Du aber gleich wieder ans Finanzamt abführst
    Eigenverbrauch (brutto) in den Speicher: 6230 kWh/a
    hierauf zahlst Du 19% USt bewertet mit dem vermiedenen Bezugsstrompreis, also 6230 x (- 0,25 / 1.19) * 0,19 = - 249 Euro/a
    Ersparnis (nach Speicherverlusten von 10%): 5607 kWh/a x 0,25 Euro/a = 1401 Euro/a (brutto)
    Ersparnis netto = 1401 Euro/a - 249 Euro/a = 1152 Euro /a
    Gesamt (netto): 329 Euro/a + 1152 Euro/a = 1481 Euro/a


    Das sind 48 Euro/a mehr als bei "nur PV". Das deckt noch nicht einmal die Betreibskosten des Speichers.


    Soweit die Erlöse nach umsatzsteuerlicher Behandlung.


    Zu JDs Argument ich vergäße die Einkommensteuer:


    nur PV:
    Erlöse bewertet mit Einspeisevergütung bzw. entgangener Einspeisevergütung: 8900 kWh/a x 0,1231 Euro/kWh = 1096 Euro/a
    Abschreibung: 5%/a x 11955 Euro = 598 Euro/a
    Gewinn: 1096 - 598 Euro/a = 498 Euro/a
    Steuer: 498 Euro/a x 30% = 149 Euro/a


    PV plus Speicher:
    Erlöse bewertet mit Einspeisevergütung bzw. entgangener Einspeisevergütung: 8900 kWh/a x 0,1231 Euro/kWh = 1096 Euro/a
    auch Eigenverbrauch wird der Erlös einkommensteurlich nur mit der der entgangenen Einspeisevergütung bewertet
    Abschreibung: 5%/a x 20746 Euro = 1037 Euro/a
    Gewinn: 1096 - 1037 Euro/a = 59 Euro/a
    Steuer: 49 Euro/a x 30% = 18 Euro/a


    Der Speicher schafft es also, die Gewinne der PV so weit aufzufressen, dass du weniger Eunkommensteuer zahlen musst. Großartig, zu den 48 Euro Mehrerlös kommen also noch geringere Steuern verglichen mit "nur PV" von 131 Euro/a. Insgesamt nach Steuern ein Vorteil des Speichers von 179 Euro/a. Dafür lohnt es sich offensichtlich nicht, 8791 Euro minus Förderung von 1731 = 7060 Euro mehr auszugeben, als für das "nur PV" System.


    Die höheren Betriebskosten des Speichers sind dabei noch aussen vor.


    Also nochmal, wenn "haben wollen" das Schlüsselargument ist, dann los. Wenn noch eine Illusion von Rentabilität im Spiel ist, dann bitte nochmal nachdenken.


    Gruß
    Jochen

    14,8 kWp Solar Fabrik / Fronius
    23 kWp Bosch / Danfoss
    55 kWp Frankfurt Solar / Danfoss
    30 kWp Yingli / SolarEdge
    15,8 kWp Bosch / SMA
    Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter der Helianthus Solar GmbH

  • Zitat von Big Daddy

    was ist KUR, DV und EÜR :shock:


    KUR-> Kleinunternehmerregelung
    DV-> Direktverbrauch. Die Energie, die man zeitgleich zur Erzeugung selbst verbraucht.
    EÜR-> Einnahmeüberschussrechnung

    mit freundlichem Gruß
    smoker59


  • Er wird ja wohl nicht sämtliche selbst verbrauchten kWh nur in den Speicher laden und dann nachts daraus beziehen. Beim Direktverbrauch fallen also die Wirkungsgradverluste des Speichers weg.


    Andere Frage: Warum sollte man die Brutto-Erzeugung (also was in den Speicher geladen wird) als Eigenverbrauch ansetzen? Die in den Speicher geladene Energie ist ja keine Privatentnahme. Betrachtet man die ganze Anlage als Einheit, ist entscheidend, was hinten heraus kommt. Ansonsten könnte man mit der selben Argumentation die Kabelverluste, Wechselrichterverluste usw. mit einrechnen und umsatzsteuerlich die Erzeugung direkt am Modul berücksichtigen. Gibt es dazu irgendwo eine Regel, an welcher Stelle im System die erzeugte Energiemenge zu bestimmen ist?


    Bastel

  • Hallo Bastel,
    mit den Wirkungsgradverlusten hast Du natürlich recht. Musste vorhin schnell weg zum Tubaspielen beim Volkstrauertag und hab nicht nochmal ordentlich drübergeschaut.
    Mit keiner Umsatzsteuer auf Speicherverluste hast Du meines Wissens nicht recht. Aber da sind andere User berufener als ich. Macht in jedem Fall nicht viel aus.


    Hier nochmal mit richtig berechneten Speicherverlusten:


    Annahme: keine Klein-Unternehmer Regelung, also USt Vorabzugsberechtigt


    nur PV 9,36 kWp
    Kosten netto 11955 Euro (MWSt musst Du erst bezahlen, bekommst Du dann aber gleich vom Finanzamt als Vorsteuer zurück)
    Ertrag 8900 kWh/a
    Eigenverbrauchsanteil bei 8000 kWh/a Verbauch ca. 35% = 3115 kWh/a
    Einspeisung demnach 5785 kWh/a


    Erlöse:
    Einspeisung: 5785 kWh/a x 0,1231 Euro/kWh = 712 Euro/a (netto)
    hierauf bekommst Du 19% USt vom Netzbetreiber ausbezahlt, die Du aber gleich wieder ans Finanzamt abführst
    Eigenverbrauch (brutto): 3115 kWh/a x 0,25 Euro/kWh = 779 Euro/a
    hierauf zahlst Du 19% USt bewertet mit dem vermiedenen Bezugsstrompreis, also
    Eigenverbrauch (netto): 3115 kWh/a x 0,25 Euro/a / 1,19 = 654 Euro/a (netto)
    Gesamt (netto): 779 Euro/a + 654 Euro/a = 1433 Euro/a


    PV 9,36 kWp plus Speicher:
    Kosten netto 20746 Euro (MWSt musst Du erst bezahlen, bekommst Du dann aber gleich vom Finanzamt als Vorsteuer zurück)
    Ertrag 8900 kWh/a
    Förderung: 1731 Euro (dafür aber 60% Abregelung der PV Anlage??)
    Eigenverbrauchsanteil bei 8000 kWh/a Verbauch ca. 70% = 6230 kWh/a, davon nutzbar nach 10% Speicherverlusten auf den erhöhten Eigenverbrauch, also 5919 kWh/a
    Einspeisung demnach 2670 kWh/a


    Erlöse:
    Einspeisung: 2670 kWh/a x 0,1231 Euro/kWh = 329 Euro/a (netto)
    hierauf bekommst Du 19% USt vom Netzbetreiber ausbezahlt, die Du aber gleich wieder ans Finanzamt abführst
    Eigenverbrauch (brutto) in den Speicher: 6230 kWh/a
    hierauf zahlst Du 19% USt bewertet mit dem vermiedenen Bezugsstrompreis, also 6230 x (- 0,25 / 1.19) * 0,19 = - 249 Euro/a
    Ersparnis (nach Speicherverlusten von 10% auf den erhöhten Eigenverbrauch): 5919 kWh/a x 0,25 Euro/a = 1480 Euro/a (brutto)
    Ersparnis netto = 1480 Euro/a - 249 Euro/a = 1231 Euro /a
    Gesamt (netto): 329 Euro/a + 1231 Euro/a = 1560 Euro/a


    Das sind 127 Euro/a mehr als bei "nur PV". Das deckt noch nicht einmal die Betriebskosten des Speichers.


    Soweit die Erlöse nach umsatzsteuerlicher Behandlung.


    Zu JDs Argument ich vergäße die Einkommensteuer:


    nur PV:
    Erlöse bewertet mit Einspeisevergütung bzw. entgangener Einspeisevergütung: 8900 kWh/a x 0,1231 Euro/kWh = 1096 Euro/a
    Abschreibung über 20 Jahre: 5%/a x 11955 Euro = 598 Euro/a
    Gewinn: 1096 - 598 Euro/a = 498 Euro/a
    Steuer: 498 Euro/a x 30% = 149 Euro/a


    PV plus Speicher:
    Erlöse bewertet mit Einspeisevergütung bzw. entgangener Einspeisevergütung: 8900 kWh/a x 0,1231 Euro/kWh = 1096 Euro/a
    auch Eigenverbrauch wird der Erlös einkommensteurlich nur mit der der entgangenen Einspeisevergütung bewertet
    Abschreibung über 20 Jahre: 5%/a x 20746 Euro = 1037 Euro/a
    Gewinn: 1096 - 1037 Euro/a = 59 Euro/a
    Steuer: 49 Euro/a x 30% = 18 Euro/a


    Der Speicher schafft es also, die Gewinne der PV so weit aufzufressen, dass du weniger Eunkommensteuer zahlen musst. Großartig, zu den 127 Euro Mehrerlös kommen also noch geringere Steuern verglichen mit "nur PV" von 131 Euro/a. Insgesamt nach Steuern ein Vorteil des Speichers von 258 Euro/a. Dafür lohnt es sich offensichtlich nicht, 8791 Euro minus Förderung von 1731 = 7060 Euro mehr auszugeben, als für das "nur PV" System.


    Die höheren Betriebskosten des Speichers sind dabei noch aussen vor.


    Also nochmal, wenn "haben wollen" das Schlüsselargument ist, dann los. Wenn noch eine Illusion von Rentabilität im Spiel ist, dann bitte nochmal nachdenken.


    Gruß
    Jochen

    14,8 kWp Solar Fabrik / Fronius
    23 kWp Bosch / Danfoss
    55 kWp Frankfurt Solar / Danfoss
    30 kWp Yingli / SolarEdge
    15,8 kWp Bosch / SMA
    Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter der Helianthus Solar GmbH


  • Ähm, Jochen, muss das nicht heißen:
    Gesamt (netto): 712 Euro/a +654 Euro/a = 1.366 Euro/a ?

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Heute ist wohl nicht mein Tag :-(


    Findet mal alle Fehler, und dann schreib ich es nochmal zusammen.


    J


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