Steuer mit abschreibungen usw. selbermachen?

  • Hallo zusammen, ich hab bisher unsere steuern immer mit einem Onlineprogramm selbst gemacht.
    War ja nicht viel, Einkomen als Angestellter, fahrt zur Arbeit, ein Paar Belege fertig.


    Nun hab ich aber in 2015 eije PV anlage mit Speicher errichten lassen und möchte diese abschreiben.


    Ist das sehr kompliziert und kennt jemand ein PC-Programm das dies kann?


    Danke
    Thomas

  • Hi,


    ich benutze das hier: http://www.steuertipps.de/


    Knut

    20.12.11: 11,28 kWp | 22 (-10°) + 26 (-100°) Q.PRO 235 | STP 10000TL-10

    26.03.12: 9,18 kWp | 18 (80°) + 18 (-100°) Q.PEAK 255 | STP 8000TL-10

    17.08.15: 5,72 kWp | 22 (80°) Q.PRO 260 | STP 5000TL-20

    alle DN 22°


    FTP-Hosting für Photovoltaikanlagen - self.Logger.solar

    API für Prognosedaten zur Solarproduktion - Forecast.Solar

  • Mal kurz eine kleine Chronologie:


    07.11.2015:

    Zitat von ahnungslos-im-pott

    Ich hätte gern einen Vergleich der angebotenen anlagen, leider fehlt mir insiederwissen so das ich die entsprechende Maske im Forum nicht ausfüllen kann.


    08.11.2015:

    Zitat von jdhenning

    Daher mein Tipp: Nimm dir Zeit und lerne zumindest soviel über PV, dass du eine halbwegs realistische Einschätzung von Anlagen und ihren Preisen machen kannst. Oder du lernst zumindest soviel, dass du formuliern kannst, was du haben möchtest und fragst hier im Forum nach Angeboten und berichtest.


    12.11.2015:

    Zitat von ahnungslos-im-pott

    Nun hab ich aber in 2015 eije PV anlage mit Speicher errichten lassen und möchte diese abschreiben.


    Reeespeeekt :!::!:
    Das war bestimmt die schnellste Umsetzung hier im Forum: vom Erstkontakt bis zum Aufbau in 3 Arbeitstagen :!::juggle:


    Hoffentlich beachtest du hier die Tipps zur Steuer etwas gewissenhafter als den Ratschlag von jdhenning!?

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Ja gut, zählen wir die erbsen halt ordentlich.
    Die anlage ist beauftragt nicht gebaut.

  • Jetzt mal im Ernst.........du bittest hier im Forum um Ratschläge zu einer Anlage, die dir angeboten wurde, bekommst fast nur negative Rückmeldungen, meldest dich dazu nicht mehr und beauftragst stattdessen (vermutlich) die Anlage. Du hättest ja wenigstens sagen können, dass dir der Preis sch..ßegal ist und du schon als Kind von Batterien geträumt hast, damit den Usern hier deine Motivation ansatzweise klar wird.


    Ach ja, von mundeco hatte ich vor einigen Jahren auch mal ein Angebot erhalten. Kam aber nicht zum Zuge. Deshalb kann ich dazu nichts weiter sagen. Diesen Sommer hatte allerdings insofern gute Erfahrungen mit denen gemacht, als dass bei einem meiner Power-One-Wechselrichter das Relaisboard ausfiel. Nachdem ich ABB verständigt hatte, wurde noch am gleichen Tag von dort aus ein Serviceauftrag an mundeco erteilt (die sind wohl Servicepartner für den Bereich Ruhrgebiet/Münsterland) und das Board einige Tage später im Rahmen der Garantie getauscht.


    Und jetzt zum steuerlichen Teil:
    Als steuerlicher Unternehmer wirst du dich mit zwei Steuerarten beschäftigen dürfen: der Einkommenssteuer (ESt.) und der Umsatzsteuer (USt.). Wenn es wirklich die 4,48 kWp-Anlage geworden ist, wirst du mit Gewerbesteuer nichts am Hut haben, da der Gewinn aus Gewerbebetrieb die Freigrenze nicht erreichen wird.


    1. USt.


    Vermutlich wirst du auf die Kleinunternehmerregelung verzichten? Dann kannst du dir die USt. aus der Anlageninvestition (und allen damit zusammenhängenen Ausgaben) als Vorsteuer vom Finanzamt wiederholen. Dein Verteilnetzbetreiber (VNB) zahlt dir die EEG-Vergütung zzgl. USt. aus und diese musst du ans Finanzamt (FA) abführen. Hierzu musst du im Errichtungsjahr und im Folgejahr monatliche USt.-Voranmeldungen abgeben. Danach wirst du von den Voranmeldungen befreit, weil deine jährliche USt. unter 1.000,- € liegen wird.
    Auf deinen Eigenverbrauch musst du zusätzlich die sog. unentgeltliche Wertabgabe abführen. Dazu multiplizierst du deine selbstverbrauchten kWh mit dem kWh-Preis, den du für deinen Bezugsstrom unter Berücksichtigung der Grundgebühr zahlst und berechnest davon den Steuersatz von 19%.
    Im Folgejahr machst du dann zusätzlich eine Umsatzsteuererklärung für das abgelaufene Jahr.


    2. ESt.


    Genauso wie du dein Angestellteneinkommen versteuern musst, musst du auch dein Einkommen aus Gewerbebetrieb versteuern. Dieses wird mit der sog. Einnahme-Überschuss-Rechnung (EÜR) ermittelt. Du stellst also deine Einnahmen zusammen und ziehst davon deine Ausgaben ab. Das machst du am besten, indem du dem Link von Knut folgst und dir dort das entsprechende Excel-Tool bestellst. Wenn du Volleinspeiser wärst, würdest du es kostenlos herunterladen können; so musst aber die passende Version für Überschusseinspeiser für kleines Geld bestellen. Es lohnt sich bestimmt für dich.
    So wie der Bäcker seine selbst gegessenen Brötchen versteuern muss, so musst auch du deine selbstverbrauchten kWh als Sachentnahme versteuern. Dazu multiplizerst du deine selbstverbrauchten kWh mit dem Wert der EEG-Vergütung und führst den Betrag auf der Einnahmeseite auf.


    So und jetzt muss der ganze Krempel nur noch zum FA. Das kannst du mit Elster-Online bzw. Elster-Formular machen oder halt mit einem der gängigen Steuersoftwareprogramme.
    Ich mache die UStVA. die USt.Erkl. und die ESt. mit dem Wiso-Sparbuch. Bei der ESt. machst du natürlich nur eine Erklärung, in der du deine Werte wie bisher einträgst und zusätzlich die Einnahmen aus Gewerbebetrieb angibst.


    Dies war jetzt mal ein kleiner Abriss in Kurzform ohne Anspruch auf Vollständigkeit (z.B. fehlt noch die steuerliche Erfassung, die Abschreibung, ....). Nimm dir Zeit und mach dich hier im Forum schlau. Die fundiertesten Beiträge kommen vom User kpr.


    Natürlich kannst du das Ganze - zumindest im ersten Jahr - auch durch einen Steuerberater erledigen lassen. :wink:

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Hab ich richtig gelesen, für die Berechnung der USt auf Eigenverbrauch muss man den Bezugsstrompreis (ähnlich Wiederbeschaffungswert) ansetzen, für die Bewertung der Privatentnahme bei der ESt reicht aber die EEG-Vergütung? Hast du dazu eine schicke Quelle zum Studieren? Macht ja doch einen kleinen Unterschied :-)


    Bastel

  • Zitat von Bastel

    ... Hast du dazu eine schicke Quelle zum Studieren? Macht ja doch einen kleinen Unterschied :-)


    Stimmt, macht einen kleinen Unterschied. Die Quelle wurde im Forum oft genannt und das Thema in epischer Breite durchgekaut.


    Einfach kurze Begründung mit vier Buchstaben: ISSO. :D
    Lange, ausführliche Begründung: => http://www.photovoltaikforum.c…0&ch=300&t=0&submit=Suche

  • ISSO und war nie anders. Steht in §10 IV S.1 UStG.
    Darum gab es eigentlich auch nie Streit.


    Der epische Streit war eher der Irrglaube, PV-Strom sei ein "besonderer Schiss" - mit der Folge dass es keinen Einkaufspreis gäbe und mangels eines Einkaufspreises die Selbstkosten zum Zuge kommen.
    Eigentlich war es auch kein Streit - sondern nur eine Form von "sich selbst in den Arsch beißen"
    Denn dieses Ergebnis war eindeutig vorherzusehen.
    Der BFH hat das dann auch ganz rudimentär bestätigt: Vertretbare Wirtschaftsgüter sind nicht anhand ihres Herstellungsprozesses zu beurteilen / zu unterscheiden; im Fall von Strom kommt es einzig auf die physikalische Wirkleistung an.
    Und somit war klar, dass jeder der Strom ins Netz einspeist, definitiv die Möglichkeit hat, auch Strom einzukaufen. (Ob er tatsächlich Strom einkauft, ist völlig unerheblich; die Möglichkeit alleine reicht).
    Womit der Weg zu den Selbstkosten als Bemessungsgrundlage komplett verbaut ist.


    Es gab zu keinem Zeitpunkt eine Normenlage, rechtskräftige Urteile, BMF-Schreiben, sonstige amtliche Veröffentlichungen oder nur einen einzigen anerkannten Kommentator, der dies anders gesehen hätte. Lediglich nicht-amtliche Veröffentlichungen waren hier und da so unglücklich formuliert, dass man den falschen Duft in die Nase bekam.
    Lediglich: Für Anlagen die vor dem 1.4.12 ans Netz gegangen sind, gilt die Fiktion zweier gegenläufiger Lieferungen; hierdurch ist gar keine unentgeltliche Wertabgabe gegeben - und die ganze Diskussion stellt sich für diese Altanlagen nicht.
    Nach dieser Altregelung kommt man zu einer fixen Bemessungsgrundlage von (zumeist) 16,38 Cent/kWh

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Ich glaube Bastel meinte eher die ESt, da es scheinbar Sachbearbeiter beim FA gibt, die dort auch den Bezugspreis ansetzen wollen... Also für die Sachentnahme nen anderen "Teilwert vermuten" als der Unternehmer. :roll:

    9.5kWp Ost/West (-100°/80°, DN 45°), 17+21 Solarworld protectSW250 & SamilPower SolarLake 8500TL-PM (70% hart) ab 3'2015


    LuschenPraktikant L:3 (mit sagenhaften 0.021kWh/kWp am 10.1.2017)

  • O.k. - um jedes Missverständnis auszuräumen:



    Zitat

    Hab ich richtig gelesen, für die Berechnung der USt auf Eigenverbrauch muss man den Bezugsstrompreis (ähnlich Wiederbeschaffungswert) ansetzen, für die Bewertung der Privatentnahme bei der ESt reicht aber die EEG-Vergütung?


    a) für die Berechnung der USt auf den Direktverbrauch: siehe oben
    b) für die Bewertung der Privatentnahme: Ja. Der Ansatz der EEG-Vergütung ist die am besten zu verteidigende und (m.E.) nicht angreifbare Teilwertvermutung.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung