Die Lüge vom Windstrom für den Süden

  • Der Foliensatz und die Argumentation in http://www.sfv.de/pdf/Fernleit…eicherausbau_20151008.pdf ist extrem fehlerbehaftet.
    Wenn man nicht gerade Milliardensummen verbrennen will braucht man Speicher UND Leitungen, aber darauf kommt man erst wenn man genau nachrechnet wie z.B. in http://www.kombikraftwerk.de/1…re-energien-szenario.html (sposnored bei Fraunhofer IWES, SMA, Enercon und Siemens...). Mit genau nachrechnen meine ich komplette Jahre minutengenau und örtlich aufgelöst durchzusimulieren und nicht ein paar nette Powerpoints mit ein paar Schlagworten oder 2 Seiten Excel. Dieses Kombikraftwerkszenario ist natürlich genauso falsch, denn bis zum Jahr 2050 wird es sowieso alles anders kommen.


    Was offensichtlich Unfug ist die Annahme man könne in Deutschland mit PV und Speicher Windkraft ersetzen. Jeder Besitzer einer PV Anlage mit Datenlogger braucht sich nur seine Auswertung anschauen und dann ist klar warum. Insbesondere wenn wir davon ausgehen, dass wir nicht nur den Strommarkt umstellen wollen sondern auch den Wärmemarkt bei dem wir im Winter viel mehr Energie brauchen als im Sommer. Und wenn wir anfangen von Power2H zu reden ist jedem der Ahnung vom Thema hat klar wie unrealistisch das ist (H2 Speicher usw). Power to Methanol geht nicht ohne CO2 und damit nicht ohne Kohlekraftwerke - herzlichen Glückwunsch zu dieser Superidee.
    Die Rechnung warum im Norden "zuviel" Windkraft vorhanden ist (Seite 20 usw) zeigt dass die Autoren noch nicht im geringsten verstanden haben, dass man die Spitzen im Norden prima im Wärmemarkt abfackeln kann und wird (ist bereits in Kiel und Flensburg so, Stichwort Power2Heat im Fernwärmenetz).


    http://fw-landtag.de/fileadmin…en_HGUE_Bayern_-_1.49.pdf mangelt auch total daran, dass es dort keine einzige Berechnung oder Simulation gibt- total schwach. Im Grunde läuft Jarras darauf hinaus, dass die abgeschalteten Atomkraftwerke durch fossile Neubauten in Süddeutschland ersetzt werden sollen - meiner Meinung inakzeptabel. Die Kombination aus Wind und alten abgeschriebenen Kohlekraftwerken die sowieso vorhanden sind und wobei der Anteil Kohle jedes Jahr mehr und mehr durch Windenergie und PV ersetzt wird macht imho mehr Sinn.


    Meine persönliche Meinung: Wenn ich die Auswahl habe in
    a) Neubau von fossilen Kraftwerken in Süddeutschland (und / oder alte Ölkraftwerke und so ein Müll in Österreich)
    b) Leitungsbausbau und Ausbau von Windkraftanlagen - egal ob im Süden oder im Norden aber defacto mehr im Norden
    dann wähle ich persönlich b)
    Herr Jarras und andere bevorzugen offensichtlich a)


    Power2H und Power2Methanol (und damit Lanzeitspeicher ausserhalb von Pumpspeicher) sind Forschung und bleiben wahrscheinlich auch Forschung. Ich persönlich sehe fast mehr Chancen für Power2 Ammoniak weil man dafür kein C02 braucht, aber auch das werden wir sicher nicht kommerziell in den nächsten 20 Jahren erleben.

  • Mal völlig unabhängig davon, dass eine garantierte Rendite von 9% für Netzbetreiber unverschämt ist (Euribor plus 3% wäre mehr als hinreichend), sollte man vielleicht mal mehr in Richtung Marktwirtschaft gehen. Wenn ich mir ein Taxi bestelle, damit es mich zum Bahnhof bringt, es aber einen riesigen Umweg fahren muss, weil ein paar Straßen gesperrt sind, dann zahle ich als Kunde den Mehrpreis und nicht die Kommune, die die Baustellen in Auftrag gegeben hat.


    Was bitte spricht dagegen, die Preiselastizität (Theorie, dass weniger Leute etwas kaufen, wenn es teurer ist) zu nutzen? Wenn Bayern viel Strom haben möchte, aber nicht so viel geliefert werden kann, dann geht der Preis solange hoch, bis Angebot und Nachfrage wieder im Gleichgewicht sind. Wenn dann Firmen abwandern, weil der Energiepreis zu hoch ist, dann sinkt er wieder. Wo ist das Problem?


    Das Problem ist, dass Forderungen aufgestellt werden, für deren Konsequenzen man nicht selber bezahlen will. Braunkohlekraftwerke werden dort gebaut, wo es in der Nähe Braunkohle gibt. Wenn Windstrom günstiger wird als Kohlestrom, warum sollen dann nicht energieintensive und energieflexible Betriebe nach Ostfriesland oder SH gehen? Kurze Entfernungen und geringe Verluste, also günstige Preise.


    Ich lasse mich ja gerne überzeugen, aber warum soll man Strom über rund 1.000 Kilometer transportieren (man frage nicht nach den Verlusten), wenn man ihn deutlich günstiger woanders bekommen kann? Der Strom muss nicht nach Süden, sondern die Firmen müssen nach Norden, wenn denn der Strompreis so entscheident ist! Oder ist auch das eine Lüge?

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • Zitat von jdhenning

    Wenn Windstrom günstiger wird als Kohlestrom, warum sollen dann nicht energieintensive und energieflexible Betriebe nach Ostfriesland oder SH gehen? Kurze Entfernungen und geringe Verluste, also günstige Preise.


    Ich lasse mich ja gerne überzeugen, aber warum soll man Strom über rund 1.000 Kilometer transportieren (man frage nicht nach den Verlusten), wenn man ihn deutlich günstiger woanders bekommen kann? Der Strom muss nicht nach Süden, sondern die Firmen müssen nach Norden, wenn denn der Strompreis so entscheident ist! Oder ist auch das eine Lüge?


    das ist theoretisch richtig, aber die kwh in bayern ist ja nicht teurer als in sh.
    warum sollte also der betrieb nach sh gehen?
    da wird dann der strom fuer die betriebe billiger gemacht, damit die im sueden bleiben.
    die stromleitungen werden ja von den privaten verbrauchen bezahlt und nicht vom gewerbe!
    ... alles politik...

    sonnige gruesse aus THAILAND,
    towa


    1. Off-Grid SMA SMC6000TL + SMA Island 6.0 - Lifepo4 48V, 320Ah - 6.5 kWp (NOTC)
    2. Off-Grid PIP2424MSX - 2.0 kWp (NOTC) - Lifepo4 25V, 400Ah


  • 9% auf was ?


    Beta

  • Zitat von jdhenning

    ... Der Strom muss nicht nach Süden, sondern die Firmen müssen nach Norden, wenn denn der Strompreis so entscheident ist! Oder ist auch das eine Lüge?


    Klingt an sich nicht schlecht. Nur ist Windstrom auch mit OffShore natürlich fluktuierend und auch die notwendigen Arbeitskräfte reisen der Fabrik nicht unbedingt hinterher. Klappt also nur bedingt.


    Fakt ist, dass bisher weder die flexiblen Stromtarife in Angriff genommen wurden (die ja genau die Verbrauchssteuerung nach Angebot /Preis forcieren) und erst recht nicht eine entfernungsabhängige Kostenkomponente beim Stromtransport umgesetzt wurden (gibts was Neues von der Finanztransaktionssteuer?!?).


    Warum nicht?
    Weil (obwohl eindeutig "zum Wohle des Volkes") eben nicht dessen Interessen, sondern die der großen EVU und ÜNB (bzw. eben die der Banken bei der Finanztransaktionssteuer) von der Politik berücksichtigt wurden. Da zählt der größtmögliche Umsatz und den gibt es vor allem mit leistungsstarken Übertragungsleitungen ...

    EEG-PVA: 7,65kWp, Kostal Pico 8.3 seit 11/2009
    Insel-PVA: 4,7kWp, 2xTriStar MPPT60 +PIP2424MSX+Staplerakku
    Hotzenblitz, Stromos, ...(Überschussverwerter)
    Datensammler bei "Jäger im Detail"
    Kaiserlicher Jäger-König:89(D:13,T:3,Q:1)

  • Zitat

    Fakt ist, dass bisher weder die flexiblen Stromtarife in Angriff genommen wurden (die ja genau die Verbrauchssteuerung nach Angebot /Preis forcieren) und erst recht nicht eine entfernungsabhängige Kostenkomponente beim Stromtransport umgesetzt wurden (gibts was Neues von der Finanztransaktionssteuer?!?).


    Warum nicht?
    Weil (obwohl eindeutig "zum Wohle des Volkes") eben nicht dessen Interessen, sondern die der großen EVU und ÜNB (bzw. eben die der Banken bei der Finanztransaktionssteuer) von der Politik berücksichtigt wurden. Da zählt der größtmögliche Umsatz und den gibt es vor allem mit leistungsstarken Übertragungsleitungen ...


    Vieleicht ist die Einführung inteligenter Meßsysteme bereits der Auftakt für die flexiblen Stromtarife.
    Allerdings eher ein instrument (trojanisches Pferd)dem Bürger mehr Geld aus dem Kreutz zu leiern und die G4 zu sanieren.

    PIP 2424HS an 750Wp 3xShinsung Black Mono250 +1,5Kwp (6xShinsung Black Mono250)
    an FPS 100/50 an Bluebatt 24v 465Ah

    EA Sun ISolar SMV III 3K

    EA Sun SP 3K-24
    Siliken 3,3i 3,25Kwp 13xShinsung Black Mono 250
    VW T4 mit Evective 2000w + Varta 110Ah +0Wp

  • @ jdhenning- vielleicht weil in einem gut ausgebauten Strombnetz die Verlsute kaum ins Gewicht fallen? Die Verluste sinkein im quadrat zur übertragenen Leistung, und die absoluten verluste sind ein Designparameter für den entwerfenden Ingenieur, nicht ein gottgegebener Wert. Je mehr die Stromnetze also für extreme Szenarien bei der EE-erzeugung ausgelegt werden, und darauf dann noch akzeptable Verluste 8und damit akzeptable thermische Bedingungen füdr die Leitungen) zu haben, desto weiter sinken die durchschnittlichen Übertragungsverluste im Netz.
    Soweit ich das mitbekommen habe sinken die verluste im deutschen Stromnetz, trotz steigender durchschnittlicher Transportentfernung. Und liegen über alle Ebenen hinweg unter 6%, das meiste davon im Mittel und Niederspannungsnetz. Die Verluste in deiner AHusverkabelung dürften Prozentual ähnlich hoch liegen wie die im gesamten Höchstspannungsnetz.

    Ich würde mein Geld auf die Sonne und die Solartechnik setzen. Was für eine Energiequelle! Ich hoffe, wir müssen nicht erst die Erschöpfung von Erdöl und Kohle abwarten, bevor wir das angehen.
    Thomas Alva Edison
    Trockenplatzdach 2,6kW zum Spielen :)

  • Zitat von Betatester

    9% auf was ?


    Eigenkapitalrendite, s. z.B. http://www.bundesnetzagentur.d…InvestitionsStromGas.html
    Da die Haupteigentümer der ÜNB sehr Kapitalstark sind, werden die, anders als sonst in der Wirtschaft oft üblich, viel Eigenkapital einbringen, weil das bekommen sie bei dem Risiko sonst nirgends ;)