10kwp vs 20kwp: Besteuerung? EV?

  • Hallo,
    Ich bin immer noch neu in dem Themengebiet und habe einige Verständnisfragen, ob ich bestimmte Gebiete richtig verstanden habe :)


    Ich bin am überlegen mir entweder eine 10kwp oder 20kwp Anlage aufs Dach zu machen.


    1: ist es generell richtig dass ich bis 10kwp keinen EV versteuern muss?
    Wenn ich die KUR ablehne muss ich auf die Anlage keine UST zahlen und gelte als Unternehmer sodass mir die Gewinne aus der EEG als Gewinn angerechnet werden und versteuert werden!


    Hab gelesen dass es dann am günstigsten ist nach 5 Jahren zur KUR zu wechseln! Was ändert sich dann mit diesem Wechsel?
    Keine Besteuerung des Gewinns mehr?


    2: bei der 20kwp Anlage wird der EV Besteuert.
    Kann man auch hier zur Kur zurückkehren?



    3. kann man es ungefähr sagen bei welcher Analge die Rendite nach 20 Jahren höher ist?
    Soll heißen... Frisst die Besteuerung des EV und EEG die Rendite auf sodass eine 10kwp Analge im Endeffekt besser wäre?


    Danke für die Hilfe schonmal :Danke:

  • Zitat von Geginator

    Ich bin am überlegen mir entweder eine 10kwp oder 20kwp Anlage aufs Dach zu machen.


    Welcher Jahresstromverbrauch steht dem gegenüber?


    Zitat

    1: ist es generell richtig dass ich bis 10kwp keinen EV versteuern muss?
    Wenn ich die KUR ablehne muss ich auf die Anlage keine UST zahlen und gelte als Unternehmer sodass mir die Gewinne aus der EEG als Gewinn angerechnet werden und versteuert werden!


    USt auf die unentgeltiche Wertabgabe und ESt auf die Entnahme fällt immer an, wenn Du nicht zum Kleinunternehmer wirst, sondern Regelbesteuerung wählst. Letzteres ist aufgrund der Vorsteuererstattung immer von Vorteil und sollte gewählt werden.


    Wenn Du nach 5 Jahren zur KUR wechselst entfällt die Abführung der USt. ESt bleibt.
    Du kannst aber keine VSt z.B. aus Reparaturrechnungen, neuer WR usw. mehr ziehen ... dafür müsstest Du wieder die Regelbesteuerung wählen. Ein Wechsel ist meines Wissens nach auch unterjährig 1 Mal möglich


    Zitat

    2: bei der 20kwp Anlage wird der EV Besteuert.
    Kann man auch hier zur Kur zurückkehren?


    s.o.
    Wechsel ist auch hier möglich ... ob es Sinn macht muss man durch rechnen.


    Zitat

    3. kann man es ungefähr sagen bei welcher Analge die Rendite nach 20 Jahren höher ist?
    Soll heißen... Frisst die Besteuerung des EV und EEG die Rendite auf sodass eine 10kwp Analge im Endeffekt besser wäre?


    In erster Linie hängt eine zu erwartende Rendite vom Kaufpreis ab ... bis jetzt hast Du da in Deinem anderem Thema noch kein gutes Angebot einstellen können. Bei Ziel Rendite sollte man den Wunsch nach einem Speicher, wie im anderen Thema geäußert, sofort streichen. Ein Speicher rentiert sich nicht.

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Die Antwort auf die erste Frage verstehe ich nicht ganz.


    Wenn ich bei einer 10kwp Anlage die kur ablehne muss ich den EV auch versteuern oder wie?


    Welcher Vorteil besteht dann eigtl bei einer Analge bis 10kwp???

  • Jahresstromverbrauch dürfte so bei 5000kwh liegen.


    Bei der 20kwp Anlage und kur muss aber der EV trotzdem versteuert werden, richtig?

  • Zitat von Geginator

    Die Antwort auf die erste Frage verstehe ich nicht ganz.
    Wenn ich bei einer 10kwp Anlage die kur ablehne muss ich den EV auch versteuern oder wie?
    Welcher Vorteil besteht dann eigtl bei einer Analge bis 10kwp???


    Bei Regelbesteuerung gilt immer USt und ESt.
    Vorteil bei <= 10KWp ist, dass keine EEG Umlage auf den EV gezahlt werden muss.


    Zitat von Geginator

    Jahresstromverbrauch dürfte so bei 5000kwh liegen.
    Bei der 20kwp Anlage und kur muss aber der EV trotzdem versteuert werden, richtig?


    Bei 5000KWh würde ich unter 10KWp bleiben, evtl. sogar unter 7KWp.


    Wenn Du nach 5 Jahren bei der 20KWp Anlage zur KUR wechselst hättest Du immer noch ESt und die EEG Umlage an der Backe.

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  • Ach ja, die liebe Steuer Geschichte ^^


    Also, wenn du dir eine EEG Anlage aufs Dach schraubst, bist du UNTERNEHMER. Das muss man erstmal WIRKLICH bedenken, dann ergibt sich vieles von selbst:


    1. Ein Unternehmer muss eine Umsatzsteuererklärung machen (regelbesteuerung). Das bedeutet, dass für dich die USt ein durchlaufender Posten ist. Wenn du eine Anlage (oder ein Ersatzteil) kaufst, dann gibst du dem Verkäufer zwar die USt, kriegst die aber vom FA zurück. Andererseites erhälst du vom EVU USt auf deine Einspeisung, die musst du ans Finanzamt abführen. Daher rechnet man bei PV Anlagen alles Netto.
    Wenn du die KUR in Anspruch nimmst, dann gilt für dich wieder alles Brutto, da du keine USt ans FA abführen musst, allerdings auch keine Mehr vom FA erhälst.
    Alles, was du in den letzten 5 Jahren vor Anwendung der KUR vom FA an USt zurückerhalten hast, muss zu 1/60 pro Monat zurückgezahlt werden. Daher zieht man meistens die Vorsteuer aus der Anlage (die eine große investition die man hat) und wartet dann mindestens 60 Monate (5 Jahre) bis zum Wechsel in die KUR.


    2. Ein Unternehmer muss (wie jeder) eine ESt machen, also sein zu versteuerndes Einkommen ermitteln. PV entspricht hierbei "Einkommen aus Selbstständiger Tätigkeit" (soweit ich weiß) und wird daher versteuert. In den ersten Jahren schreibt man die Anlage allerdings auch ab, was "Verluste" bedeutet, so dass die ESt meist erst in späteren Jahren zum tragen kommt.



    Bis jetzt alles klar? Dies musst du bereits alles wissen um "normal" einzuspeisen.


    Bei einem Eigenverbrauch handelt es sich nun "neuerdings" um eine unentgeldliche Wertabgabe. Das heißt, dass du als Privatmensch einen "Wert" (Strom) aus dem Unternehmen entnimmst. Dafür fallen natrülich dieselbsten USt an, welche du als Privatmann JEDEM Unternehmer zahlst, wenn du was kaufst (die MWSt). D.h. die MWSt auf deinen Strom musst du ans FA überweisen, wenn du deinen eigens produzierten Strom verbrauchst. Die einzige Ausnahme ist, wenn du die KUR gewählt hast. daher ist es ja aktuell so, dass man so schnell wie möglich zur KUR wechselt. (Die Höhe der zu entrichtenden MWSt richtet sich im übrigen nach deinem eigenen Strompreis, und NICHT nach der Einspeisevergütung)


    Die oben genannten Dinge gelten bei PV Anlagen ALLER Größen, welche nach EEG abgerechnet werden.


    Der Unterschied zwischen einer anlage BIS 10 kWp und einer GRÖ?ER als 10 kWp ist nun, dass du bei einer kleineren Anlage davon befreit bist, auch noch die EEG Umlage zahlen zu müssen. Dies müsstest du nämlich bei Eigenverbrauch NORMALERWEISE sowieso (aktuell 40% der EEG Umlage, also ca. 2-3 Ct), aber bei Anlagen kleiner 10 kWp verzichtet der Staat darauf. D.h. der EV bei einer kleienren Anlage "lohnt" sich aktuell um exakt diesen Betrag mehr, als bei einer größeren Anlage.



    Im übrigen bin ich persönlich ABSOLUTER Laie auf diesem Gebiet. Das oben geschriebe fasst nur das zusammen, was ich aus dem Forum hier bis dato entnommen habe. Falls ich also etwas grundlegendes falsch verstanden habe, bitte korrigieren.
    (Das ich "laienhaft" Begriffe vielleicht nicht ganz korrekt benutzt habe, weiß ich ;-) )

  • Zitat von Geginator


    3. kann man es ungefähr sagen bei welcher Analge die Rendite nach 20 Jahren höher ist?
    Soll heißen... Frisst die Besteuerung des EV und EEG die Rendite auf sodass eine 10kwp Analge im Endeffekt besser wäre?


    Steuerlich ist es recht egal, die größere Anlage sollte :!: etwas billiger pro kWp sein und daher mehr Gewinn pro kWp machen und genau da muß man ansetzen - der Gewinn liegt im Einkauf, noch dazu, weil der Verkaufspreis durch das EEG gedeckelt ist und der Direktverbrauch sich bei den Verhältnissen nicht mehr groß ändert (daher ist es auch interessant den Verbrauch zu kennen).


    Bei dir ist aber alles etwas anders. Die ersten 10kWp werden irgendwas (Standort hast du noch nicht angegeben, das respektiere ich und habe irgendwo in Bayern genommen) 900-950kWh/kWp bringen, die zweiten auf der andern Dachhälfte aber nur um 700-800kWh/kWp.


    Steuerlich gibt es noch den Punkt, ob man die USt aus der EEG-Umlage der großen Anlage erstattet bekommt oder nicht. Dazu wage ich aber keine Vorhersage und warte, wie die Steuerbescheide der Betroffenen nächstes Jahr aussehen werden. Grob überschlagen würde ich meinen das macht das Kraut auch nicht fett, KUR anch 5 Jahren dürfte sich trotzdem lohnen. Bis dahin hat man aber genug Zeit sich anzusehen, wieviel Vorsteuer man so erstattet bekommt.

  • "D.h. die MWSt auf deinen Strom musst du ans FA überweisen, wenn du deinen eigens produzierten Strom verbrauchst. Die einzige Ausnahme ist, wenn du die KUR gewählt hast. daher ist es ja aktuell so, dass man so schnell wie möglich zur KUR wechselt"


    Letzte Frage:


    10kwp: Steuer auf EV
    20kwp: Steuer auf EV und EEG Umlage


    Soll das Zitat oben heißen, dass man egal welche Anlagengröße man hat zunächst den EV versteuern muss, aber nach 5 Jahren in die KUR wechseln kann und dies dann nicht mehr nötig ist??? Sprich nach 5 Jahren kann man den Strom selbst nutzen und müsste bei der kleineren Anlage nichts mehr dafür bezahlen? bei der größeren die Paar Cent Umlage?


    Super Erklärungen! danke dafür :danke::danke:

  • Nein, du musst trennen zwischen Eigenverbrauch und Ertragssteuern und Umsatzsteuer (auch auf Eigenverbrauch)


    Mit einer PV Anlage die einspeist, bist Du im Normalfall immer Unternehmer und Unternehmer müssen den Privatverbrauch aus IHrem Unternehmen ertragssteuerlich versteuern. Kurzum alles was Du deinem Unternehmen entnimmst, hier Strom bei Eigenverbrauch unterliegt der Steuer. Angesetzt wird dieser Wert mit den verbrauchten Kilowattstunden multipliziert mit einem bestimmten Wert, wobei hier das FA meist den Bezugsstromstrompreis ansetzt (Was aber durchaus in der Diskussion steht, Stichwort Teilwert)). Ist Dein Steuersatz also 30% zahlst Du ca. 30% auf 25C Bezugskostenpreis, also ca. 8C für jede privat entnommene KWH. Egal wie groß die Anlage ist! Hier darfst Du aber Abschreibungen als Aufwand gegenrechnen. Ist die Anlage aber nach 20 Jahren abgeschrieben, musst Du auf alle Erträge, also auch die Privatentnahme sicher Steuern zahlen.
    Ist Deine Anlage größer wie 10kwp zahlst Du nochmals ca. 2-3 C EEG Umlage auf jede KHW entnommenen Strom...
    Bist du umsatzsteuerpflichtig, was jeder ist, der regelmäßig Erträge erzielt, musst du auch auf Deinen entnommenen Strom Umsatzsteuer abführen, also nochmal 19% auf 25C (oder Teilwertdiskussion siehe oben). Genauso wie Du die Umsatzsteuer, die Du auf die Einspeisevergütng erhälst ebenso wieder abführen musst. IM Gegenzug kannst du aber gezahlte Vorsteuer abziehen. Die fällt in der Regel beim Kauf an, da erhälst Du zu Anfang unter Umständen mehrere Tausend € zurück. Bleiben Deine Erträge jährlich unter einer Grenze, aktuell dürften es 15.000€ sein) kannst Du auch zur Kleinunternehmerregelung wechseln, dann kriegst Du keine gezahlte Umsatzsteuer mehr, musst aber auch keine Abführen. Um den vorsteuerabzug der Erstinvestititon nicht zu gefährden, sollte man nicht sofort, sondern erst nach 5 Jahren zur KUR wechseln.


    Zusammengefasst:
    Ertragssteuern fallen immer an, sofern ein Gewinn erzielt wird, beim Gewinn wird immer die Privatentnahme mitberücksichtigt, aber auch die KOsten.
    EEG Umlage fällt für jede entnommene kwh bei Anlagen über 10 kwh an
    Umsatzsteuer auf Eigenverbrauch ist zu zahlen, solange man umsatzsteuerpflichtig ist, eventuell kann man nach 5 Jahren zur KUR wechseln, solange die Erträge unter 15.000€/A liegen. Vorsteuer wird normaler mit Umsatzssteuer verrechnet.


    Ich hoffe, ich habe dies korrekt zusammengefasst...

    Hybridinsel, 3 phasig, 3 XTM 4.000, 2 Variotrack, BSP, Staplerbatterie 775 AH 48V, eff. ca. 8 kwp (4,75 auf SO und 5,25 auf NO), 250er Yingli
    PoorMan'sTesla=PMT=Renault Fluence und 120l Elektroboiler als Überschußverwerter...

  • Also muss ich beim EV zb 30% auf 25 Cent bezahlen plus die verbrauchten Kwh nochmal mal 19%.
    Und dann die ersten 5 Jahre noch die EEG Umlage :(