Nettozubau nach der 52GWp-Vergütung

  • ... da für Photovoltaik der Begriff Bruttozubau ab 2030 wohl erst größere Bedeutung haben wird, stellt die Frage nach dem Nettozubau nach der 52GWp-Vergütung den geeigneteren Kontext her, um damit die gegenwärtigen Anforderungen zur Förderung der Photovoltaikbranche neu zu überdenken?


    Volker Quaschning "Zielkorridor ohne Ziel"
    http://www.volker-quaschning.d…el/index.php?action=print
    erklärt die Problematik sehr passend, ... nur was sind dazu die heutigen und näheren Konsequenzen, damit sich auch die Photovoltaik am Markt verstärken kann?

  • Es ist das Papier nicht wert, heute irgendwelche Ziele beim Zubau der EE nach 2030 festlegen und das über irgendwelche Vergütungen steuern zu wollen.


    Erde an Politik!:


    nach 2030 sind neue Anlagen (außer vielleicht Biomasse ) der EE Minimum 30% günstiger, als jegliche denkbarer Neubau sämtlicher Fossilien, selbst beim geschenkten Brennstoff (Braunkohle)


    Und das sich Konstrukte herausbilden, die den Überschuss von Betreibern vermarkten werden, ist auch sonnenklar. Denn um das dauerhaft zu unterbinden, müsste man sich gegen die Interessen von Banken, Versicherungen und den operativ handelnden Unternehmen stellen.


    warum sollte man z.B. ein 500 (Betrieb) bzw. 1 MWp (Nominal) Misch-(Gülle & Abfall) Biogaskraftwerk nach den 20 Jahren abbauen? Dann doch lieber eine Kompressor-Station kaufen und das Gas entweder verkaufen oder selbst nutzen (siehe auch BSR).


    Eine 150 KWp PV Anlage aus 2007 (Süd-10° mit 15° Neigung) macht im Jahr 2028 immer noch locker mehr als 900 kWh je kWp und der Strom verlässt nicht mal am WE das Werkgelände.

  • ... in D. warten wir dann also bis die teurer werdenden, fossilen Brennstoffe für konventionelle Kraftwerke gegen die künftig stagnierenden Investitionskosten für Photovoltaik konkurrenzschwächer werden?


    ... damit wird die Phase länger, in welcher die nicht-privilegierten Stromkunden über die EEg-Umlage den Rückgang des Börsenstrompreises und die Industrieprivilegien mittragen, ohne dafür im Sinne der Energiewende eine emissionsverminderte und nachhaltigere Stromversorgungstruktur zu verstärken?


    Damit 50GWp Photovoltaik erhalten bleiben, müssen nach Erreichen dieser Fördergrenze dann auch weiterhin jährlich mind. ca. 2 - 2.5GWp wiederhergestellt werden _ so langfristig, bis sich eine alternative Technologie dazu marktreif zeigt?
    Was dabei an Photovoltaik verloren geht, wäre den weiteren EE-Branchen zusätzliche Anforderung ...
    Dann wird die Frage nach Windkraftstandorten drängender? Wurde diese Entwicklung im NEP in einem Szenario (A/C ~55GW, B 61GW für PV 2023, A/B/C ~10/14/17GW für Wind_offshore) dargestellt?


    Im Niederspannungsbereich wird sich zudem die Tendenz zu Eigenversorgung verstärken?


    [ ... damit denken Wir bis 2050 bisher nur für den Stromsektor? ... und nur im synergetischen Zusammenhang auch den Primärenergieersatz für Wärme und Transport/Antrieb mit? ]

  • Habe ich anderswo schon geschrieben, ich rechne mit eienr Art Schweinezyklus. Es wird Zeiten geben, da rechnet es sich udn da wird auch gebaut und es wird Zeiten geben, da bauen nur ein paar die vorrangig auf Eigenversorgung aus sind. Wichtig sind halt die Rahmenbedingungen - siehe Entwurf zur EEG-Umlage für Eigenversorger - damit kann man viel kaputt machen, weil der gute Wille auch seien Grenzen hat.
    Ich bin mir noch nicht sicher, hoffe aber, daß die intelligenten Meßsysteme (zusammen mit passenden WR) alles mitbringen um auch direktvermaktungsfähig zu sein. Da kann dann jeder selbst entscheiden unter welchen Bedingungen er verkaufen oder abregeln will.


    Im schlimmsten Fall haben wir in 30 Jahren kaum noch PV, weil es keine Ersatzinvestitionen gab (erinnert mich an dei G4), weil etwas anders billiger war.

  • Zitat von Henning_PV

    + Eigenverbrauchsanlagen (aldi + Industriedächer)
    + Kleinanlagen auf Privathäusern


    Man braucht auch bei auf Eigenverbrauch optimierten Anlagen eine vernünftige Einspeiseregelung, sonst bleiben die vorhandenen Dachflächen un- bzw. untergenutzt. Wenn die Einspeisung pönalisiert wird, indem man nichts dafür erhält, gibt's nur noch 500-1000 W pro Nase, weil das dann einen optimierten, einzelwirtschaftlichen Ertrag liefert. Bei 40-80 GW wäre dann Schluss.


    Gruß,
    Gunnar

  • Hat man schon versucht einzuschätzen, wieviele der heutigen 1,3 Millionen Photovoltaikanlagen nach deren Gebrauchsdauer wieder (mindestens leistungsgleich) ersetzt werden? ... Umfragen, Studien, ...?


    ... ein weiterer Einflußfaktor für ~2030 wäre eine Kostenannäherung für solare Stromerzeugung und Speicherung ( ohne Synergieeffekte durch E-Mobilität ), welche die Anlagengröße ebenfalls stärker auf vergleichsweise kleinere GesamtLeistungen senken könnte?
    ... sind 400€/kWp für Photovoltaik ~2030 realistisch? ( auch für Kleinanlagen? ... 2013, durchschnittliche Kosten über alle Anlagengrößen ~1500€/kWp? )

  • Da bedarf es doch keiner Umfragen oder Studien: Ohne Nachfolge-Förderung wird nach Ablauf der EEG-Förderung keine PV-Anlage ersetzt werden! Bestenfalls laufen alle bestehenden weiter, aber selbst da wäre ich mir nicht sicher, weil nur Eigenverbrauch wirklich wirtschaftlich sein wird.


    Ebenso sind 400€/kWp für 2030 vollkommen unrealistisch. Wo sollen denn noch große Preissenkungspotentiale herkommen? Und wir sind ja heute schon deutlich unter 1.000 €/kWp, wenn man Mindestpreise und Einfuhrzölle(USA) außer Acht lässt.


    Zudem fallen heute für die Investition in PV kaum Zinsen an. Sollten die Zinsen wieder auf ein normales Mass ansteigen, sieht es mit der Wirtschaftlichkeitsberechnung einer neuen PV-Anlage plötzlich ganz schlecht ist.


    So traurig es sein mag und so wenig man dies in diesem Forum hören mag, ich fürchte, dass PV in D im Jahre 2030 ziemlich tot sein wird ... und an eine weitere Förderung dann niemand mehr denken wird, weil man dann erkannt haben wird, dass PV in D ein Irrweg war. Oder anders ausgedrückt: wer würde sich denn, selbst bei den extrem gesunkenen Preisen, ohne Förderung eine PV-Anlage aufs Dach schrauben. Dabei bitte berücksichtigen, dass auch der Eigenverbrauch, der halt nicht mit den Netzkosten und der vollen EEG-Umlage belastet wird, bereits extrem gefördert ist, zu Lasten der übrigen Stromverbraucher, die die Kosten für die jederzeitige Verfügbarkeit und Stromverteilung und EEG-Förderung tragen!

  • Zitat von wschmeiser

    ...So traurig es sein mag und so wenig man dies in diesem Forum hören mag,...

    Bitte den Computer noch mal hochfahren und erneut versuchen ... :juggle:

    Zitat von wschmeiser

    ....Dabei bitte berücksichtigen,...


    ...das der Inhalt auch Sinn ergibt.

    • 31x Sovello SV-T-190 fa1B (Low-Voltage; Qualität: B-Module); SMA SB5000TL-20
    • Ausrichtung -85°, bei 0° Süd, also "fast" ein Ostdach; Inbetriebnahme 09/2010
  • Zitat von gunnar_kaestle


    Man braucht auch bei auf Eigenverbrauch optimierten Anlagen eine vernünftige Einspeiseregelung, sonst bleiben die vorhandenen Dachflächen un- bzw. untergenutzt. Wenn die Einspeisung pönalisiert wird, indem man nichts dafür erhält, gibt's nur noch 500-1000 W pro Nase, weil das dann einen optimierten, einzelwirtschaftlichen Ertrag liefert. Bei 40-80 GW wäre dann Schluss.


    Grundsätzlich gebe ich Dir Recht, allerdings glaube ich, dass der Wert in den nächsten 10 bis 15 Jahre wieder ansteigen wird: Einerseits werden Speicher erschwinglicher, andererseits wird vermehrt auf Wärmepumpen umgestellt und ab 2020 bzw. spätestens 2025 (je nachdem wie opmistisch man ist) kommen dann in größerem Maße Bedarfe für eMobile hinzu.


    Aber nun kommt wieder der Part den ich nicht verstehe: Selbst wenn Zubau von privaten PV-Anlagen soweit kastriert wird, dass Privathaushalte nur 4 oder 5 kWp zubauen, dann gehen den Versorgern dennoch reihenweise 30 bis 50% Umsatz bei den Privathaushalten flöten. Die Kastration hat also (vettern-)wirtschaftlich nichts gebravht aber volkswirtschaftlich ein Deaster angerichtet.


    Bei halbwegs professionell geführten Unternehmen aber spätestens bei den Ketten wie ALDI & Co. glaube ich, dass diese Unternehmen Mittel und Wege finden die Politik und ihre Absichten mal wieder konsequent auszutricksen. Diesmal aber zurecht und mit meinem Wohlwollen.

    9,6 kWp Talesun TP660P-240, SMA STP 8000TL-20; Ausr.: 70° (West); DN: 33°; seit 10/2012
    10,56 kWp Yingli YL240P-29b, SMA STP 10000TL-10; Ausr.: -110° (Ost); DN 33°; seit 01/2013


    „Wenn Weitblick ortsgebunden ist, kann es mit den Visionen auch nicht so weit her sein.“