PV-Generator 100% überdimensionieren

  • Der mittlerweile geringe Anteil der Modulkosten am Gesamtpreis einer PVA, der deutlich höhere Wirkungsgrad eines Wechselrichters ab ca. 10% Leistung (siehe Grafik, Quelle: Fronius) verbunden mit der grossen Häufigkeit von Leistungen <10% bei "richtig" ausgelegten Anlagen in unseren Breitengraden (siehe Grafik, Quelle: SMA) und das Ziel aus einer 10 kVA Anlage möglichst viel Ertrag herauszuholen, verleitet zu folgendem Gedankenexperiment (Voralpen, Südausrichtung, 30° Dachneigung):


    PV-Generator 50-100% grösser auslegen (15-20 kWp) als den Wechselrichter (10 kVA), damit am Eingang des Wechselrichters auch bei bewölktem und regnerischem Wetter und möglichst lang in der Dämmerung mehr als 10% Leistung anliegen, für einen höheren Jahreswirkungsgrad des Wechselrichters => analog JAZ bei der Wärmepumpe.
    Zudem würde bei dieser Konfiguration auch an einem heissen Sommertag, wenn die Module bis zu 25% Leistung einbüssen, die Maximalleistung am Wechselrichter anliegen.


    Die relativ selten anliegende überschüssige Leistung (Häufigkeit je nach Überdimensionierung: 5-20%) wird in Warmwasser "verheizt".


    Herzlichen Dank für kritisch-konstruktive Rückmeldungen :wink:
    Max

  • Der begrenzende Faktor in der Praxis ist die zur Verfügung stehende Dach- / Generatorfläche und nicht die Leistungsgröße des WR oder die Anzahl dieser.


    Zitat von mgmuer

    Die relativ selten anliegende überschüssige Leistung (Häufigkeit je nach Überdimensionierung: 5-20%) wird in Warmwasser "verheizt".


    Das würde bedeuten, dass hier die überschüssige Leistung schon von der DC-Seite zum Heizstab abgezweigt werden muss.

    WSW Dach 70°: Gauben 20x HIT-N240SE10 DN 25°, String auf A1+A2 STP8000TL-10; First 10x HIT-N240SE10 DN 45° auf SB3000TL-21
    ONO Dach -110°: First 10 x HIT-N240SE10 DN 45° teilverschattete Strings auf B STP8000TL-10
    Solar-Log 300, 70% Begrenzung fest

  • Zitat von qualiman

    Der begrenzende Faktor in der Praxis ist die zur Verfügung stehende Dach- / Generatorfläche und nicht die Leistungsgröße des WR oder die Anzahl dieser. .


    Es steht genug Dachfläche zur Verfügung (Scheunendach).


    Zitat von mgmuer

    Die relativ selten anliegende überschüssige Leistung (Häufigkeit je nach Überdimensionierung: 5-20%) wird in Warmwasser "verheizt".


    Zitat von qualiman

    Das würde bedeuten, dass hier die überschüssige Leistung schon von der DC-Seite zum Heizstab abgezweigt werden muss.


    Ja.

  • ab welcher Mindestleistung speist denn der Fronius IGP-120 ins Netz?
    Dann müsste man mal prüfen ob bei geringer Einstrahlung die Modulspannung zum Starten des Wechselrichter noch ausreicht.
    Ungünstig finde ich den hohen stand by Verbrauch des Wechselrichters von 20Watt in der Nacht.
    Interessant die auf 20 Jahre verlängerbare Produktgarantie


    http://www.ebitsch-solartechni…%20120%20V,%20150%20V.pdf

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!

  • Zitat von mgmuer

    Ja.


    Das würde aber auch bedeuten, daß du ggf. einen oder mehrere Strings "unter Last" umschalten müsstest :idea:


    Das wird nicht so einfach, das "Feuerwerksrisiko" (Lichtbogen) bei DC ist nicht zu unterschätzen. Es müsste also auf jeden Fall ein geeigneter DC-Umschalter verwendet werden.

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

  • Aus Interesse - wie ist ein Jahreswirkungsgrad des WR überhaupt definiert?
    Ist es nicht wichtiger, einen möglichst hohen spezifischen Ertrag (kWh/kWp/a) zu erzielen?
    Der obige Begriff ist mir jedenfalls in diesem Zusammenhang nicht geläufig.


    Ob du EEG Umlage zahlst, wird doch nach der Größe des PV Generators gemessen.
    Mit "50% größer" kannst du davon ausgehen, dass du dabei bist.

  • Zitat von kalle bond

    Aus Interesse - wie ist ein Jahreswirkungsgrad des WR überhaupt definiert?
    Ist es nicht wichtiger, einen möglichst hohen spezifischen Ertrag (kWh/kWp/a) zu erzielen?
    Der obige Begriff ist mir jedenfalls in diesem Zusammenhang nicht geläufig.


    Ist meine "Erfindung".


    Zitat von kalle bond


    Ob du EEG Umlage zahlst, wird doch nach der Größe des PV Generators gemessen.
    Mit "50% größer" kannst du davon ausgehen, dass du dabei bist.


    In CH zahlen wir (noch) keine EEG Umlage*. In D ab 10 kWp? In dem Fall müsste man das Gedankenexperiment anpassen: PV-Generator: max. 10 kWp, Wechselrichter: 4.6 kVA (einphasiger Wechselrichter).


    *Die Fördergelder werden nach der DC Leistung bemessen (aktuell: 1'400 Fr Grundbeitrag plus 500 Fr/kWp).

  • wichtig wäre auch das die Wärmepumpe in der Leistung regelbar ist ( modulierend)
    und sich der Erzeugung der Solaranlage anpassen kann.

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!

  • Wenn man sich Gedanken über 100% Überdimensionierung, also sozusagen 50% Regelung statt 70% Regelung, macht, fallen die paar Prozentchen WR Wirkungsgrad hin oder her wirklich nicht ins Gewicht. Auch von den Kosten her eher uninteressant, da ein zusätzliches kW WR Leistung nicht viel kostet.


    Es stellt sich also die Frage: warum?


    Geld sparen - nur sehr eingeschränkt
    Wirkungsgrad - 2. oder 3.-rangig im Vergleich mit der im Sommer abgeregelten Leistung


    Bleiben externe Faktoren, wie z.B. eine Beschränkung der Netzaufnahmefähigkeit oder des Hausanschlusses. Dann würde mMn immer noch ein größer ausgelegter WR Sinn machen, mit AC Heizstab. Der ist viel einfacher zu regeln als ein DC Element. Wenn der Warmwasserspeicher voll ist, kann man den Überschuss notfalls umsonst ins Netz geben (bis zur Höhe des Netzengpasses, jedenfalls..


    Gruß
    Jochen

    14,8 kWp Solar Fabrik / Fronius
    23 kWp Bosch / Danfoss
    55 kWp Frankfurt Solar / Danfoss
    30 kWp Yingli / SolarEdge
    15,8 kWp Bosch / SMA
    Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter der Helianthus Solar GmbH