Glasdach mit teiltransparenten Solarzellen

  • Hallo,


    ich würde gerne über einem Wohnraum ein Glasdach aus teiltransparenten Solarzellen haben. Ich habe solche Solarzellen schon mal bei einer Garage gesehen, und sie haben mir optisch sehr zugesagt. Siehe Bild.


    Der Raum ist im ersten Obergeschoss unter einer Dachschräge von ca. 30° in Richtung West-Südwest. Der Grundriss ist ca. 8x3m.


    Die Frage wäre nun ob es mit vertretbarem Aufwand möglich wäre eine solche Verglasung mit für einen Wohnraum angemessener Dämmung (Doppelverglasung?) zu realisieren. Ich nehme an es gibt auch Vorschriften nach ENEV für den u-Wert von Glasdächern die eingehalten werden müssten. Und natürlich sollte das ganze auch langfristig wasserdicht sein...


    Mir ist schon klar dass das ganze deutlich teurer wäre als eine normale Aufdachanlage. Aber das wäre es mir für ein solches architektonisches Schmankerl wert.


    Hat jemand Erfahrungen mit sowas?


    Viele Grüße,


    Rüdiger Klaehn


    http://www.solarwatt.de/filead…_L_glass_XL_glass_DEU.pdf


    [Blockierte Grafik: http://www.energiezukunft.eu/uploads/pics/solar_forschung_projekte_forschungsallianz_photovoltaik_ICEAGE7_pixelio.de.jpg]

  • machbar ist vieles
    in deinem Fall, bestimmt nicht mit Standard-Komponenten
    und, wenn man das richtig machen will, zu einen Preis den du nicht wissen möchtest

  • Hi rklaehn,


    das gibt es durchaus zu vertretbarem wenn auch nicht wirtschaftlichem Preis. Um die ENEV einzuhalten, wirst Du mindestens noch eine zusätzliche Glasscheibe benötigen. Ich habe sowas Ähnliches zwecks PV und Solarwärmenutzung schon durchgerechnet, aber noch nicht realisiert. Für einen Austausch zu diesem exotischen Thema gib bitte Deine PN.


    Freundlichen Gruß
    pvx

  • Hi pvx,


    Das wollte ich hören! Dass das ganze recht teuer wird und sich wohl durch die Stromerzeugung nicht amortisieren wird ist mir schon klar. Aber wenn es nicht absurd teuer wäre wäre es mir das wert.


    Es scheint ja durchaus schon vorgefertigte Produkte in dem Bereich zu geben, z.B.
    http://cdn.photovoltaik-web.de…120-72-GEG-LK-ISO-108.pdf. U-Wert von 1.1, was wohl in Bezug auf ENEV ausreichend wäre. Ich habe gelesen dass der maximale U-Wert für Glasdächer nach ENEV 2014 2 W/(m²K) ist.

  • Wenn darunter ein Wohnraum ist, würde ich eine konventionelle Doppel- oder Dreifachverglasung machen und die PV Anlage darüber installieren. Die müsste dann nicht 100% wasserdicht sein, würde aber trotzdem versuchen, die weitgehend dicht zu bekommen, wegen Dreck zwischen PV und Glasscheiben.


    Gruß
    Jochen

    14,8 kWp Solar Fabrik / Fronius
    23 kWp Bosch / Danfoss
    55 kWp Frankfurt Solar / Danfoss
    30 kWp Yingli / SolarEdge
    15,8 kWp Bosch / SMA
    Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter der Helianthus Solar GmbH

  • Zitat von JayM

    Wenn darunter ein Wohnraum ist, würde ich eine konventionelle Doppel- oder Dreifachverglasung machen .....


    Gibt es schon Dreifachverglasung als Überkopfverglasung?


    Zitat von JayM

    ..... und die PV Anlage darüber installieren. Die müsste dann nicht 100% wasserdicht sein, würde aber trotzdem versuchen, die weitgehend dicht zu bekommen, wegen Dreck zwischen PV und Glasscheiben.


    Da würde ich allerdings das Problem sehen, dass man "nie" wieder an den Zwischenraum kommt, also auch die Doppelverglasung von "außen" nie reinigen kann. Und was kann da nicht alles reinkommen: Kondenswasser, Insekten, Feuchtigkeit,...
    Richtig dicht bekommt man den Zwischenraum vermutlich nicht, da die DC-Kabel auch irgendwo hinmüssen.
    Zudem gibt es Null Modulhinterlüftung und eine Zwischenraumtemperatur im Sommer von geschätzt 80° C.


    Ich habe einen Wintergarten und auch schon mal darüber nachgedacht, dort PV aufzubringen. Letztendlich scheitert es an der dann nicht mehr vernünftig zu reinigenden Wintergartenverglasung.

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Ich denke, das müsste auch hinterlüftet ausgeführt werden, damit Kondensat aus dem Zwischenraum raus kann.


    Und das Reinigen des Glaszwischenraumes sollte auch möglich sein. Zumindestens so, daß man von unten per Revisionsklappe oder Öffnung mit langer Stange und Feudel dazwischen kommt.


    Seitenkontaktierte Module, damit die Anschlüsse dann über den Sparren liegen und beim Reinigen nicht stören. Hab ich für Balkon Füllungen schon gesehen.
    Ohne Rahmen, damit man die horizontalen Stöße überlappen kann.
    3 Fach überkopf gibt es bestimmt, muss man mal anfragen, aber I Isolierglas kann man ja aus beliebigen Scheiben mit Randverbund verkleben.


    Ist nicht trivial, aber bestimmt lösbar. Ich würde da mal Richtung Wintergarten Spezies fragen, die haben immerhin spezifische Profile zum Klemmen/Abdichten zur Verfügung.


    Grüße
    Jan


    Mit freundlicher Unterstützung der Autokorrektur meines schnurlosen Telephons zur automatisch initiierten Verwirrung durch Wortverwurstung.

  • Moin rklaehn und um die Etikette ein wenig einzuhalten, herzlich willkommen im Forum.


    Ich habe mir das Foto mehrfach angesehen und kann nur sagen: GEIL :!:


    Dass die Idee teuer wird weißt du, also keine Warnungen. Du kannst die PV entweder über das Glasdach bringen; dann hast du normalen Ertrag, aber das Problem, wie du den Dreck vom Glasdach bekommst (Panele klappbar? Panerle abbauen? Wie oft im Jahr?). Oder das Glasdach kommt über die Panele (welch ein Frevel !); dann hast du wahrscheinlich eine Leistungseinbuße von mindestens 30%, aber die Optik stimmt und es gibt kein Problem beim Putzen. Wenn die Panele so eingebaut sind, dass man eine 'Überlüftung' im Sommer sicher stellen kann, dann bewirkt die Temperatur keine zusätzlichen Leistungseinbußen. Im Winter wird diese Überlüftung einfach verschlossen und man hat (wenn das Glasdach eine Doppelverglasung hat) im Winter eine Dreifachverglasung.

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • Hallo,


    je nachdem in welcher Größe und mit welchen Abständen man die Module anordnet, bleibt auch bei einer Aufdach-Montage auf einem Standard-Wintergarten die Zugänglichkeit für eine Reinigung der Gläser und Module durchaus möglich. Auch eine ordentliche und ansehnliche Kabelführung auf der Rückseite der Module ist in der Regel kein Hexenwerk.
    Ist eben immer auch eine Geschmacks-Frage und/oder Budget-Frage. Die Bandbreite der Möglichkeiten ist entsprechend groß.


    Ansonsten könnten neben Solarwatt vielleicht noch die folgenden Adressen interessant sein, um sich inspirieren zu lassen bzw. um sich zu informieren:


    http://www.ertex-solar.at
    http://www.asola-tech.de
    http://www.onyxsolar.com
    http://www.si-module.com
    http://www.solarnova.de
    http://www.hoermann-novo.de
    http://www.megasol.ch


    (und alle anderen die ich jetzt auf die Schnelle vergessen habe...)


    Vielleicht ist ja einer der genannten auch räumlich in Deiner Nähe.


    Gruß

  • Hallo, ich habe die Solarwatt schon mehrfach eingesetzt, ausschließlich auf Nicht -Wohnräumen.
    Kann mir nicht vorstellen ,das dieses System dort OHNE Zusatzmaßnahme dauerhaft funktionieren würde.
    Ansonsten ein sehr tolles Produkt, mit gewissem Mehrwert.
    LG