Plane Hauskauf Baujahr 1993, was empfehlt ihr

  • Hallo!


    Nachdem ich hier beim lesen schon einige sinnvolle Kommentare zu allen möglichen Themen gefunden habe, dachte ich, ich versuch mein Glück mal beim Thema Hauskauf und Energetische Sanierung.


    Vorhaben:


    Ich habe mir ein Einfamilienhaus mit Baujahr 1993 angeschaut, dieses überlege ich zu kaufen.


    Was ist bei solch einem Baujahr zu beachten bzw. welche Sanierungen macht man am besten bzw. als erstes.


    Das Haus steht in Niedersachsen PLZ 48527 hat den hier typischen Klinker mit Satteldach (dachschrägen und oberste Geschossdecke ist gedämmt, mit Glaswolle). Die Ausrichtung ist folgendermassen: Die Giebel zeigen nach Norden bzw. Süden (fast genau, ganz kleine Ausrichtung Südwest). Die Gartenseite nach Osten, dort sind Dachfenster und da soll auch nix drauf. Die Strassenseite zeigt fast genau nach Westen, keine Dachfenster, darf gerne verplant werden.


    Die Wohnfläche beträgt 144 qm, wobei der Ausbau über der Garage offiziell nicht dazugehört (dann ca. 175qm), der Energieausweis zeigt rd. 22 Tod KWH Gasverbrauch an.


    Derzeit ist eine 22 Jahre alte Gasheizung vorhanden. Fußbodenheizung im Bad und der Küche, ansonsten Heizkörper. Im Wohnzimmer ist ein Ofen vorhanden. Ansonsten ist technisch alles Baujahr 1993.


    Was schlagt ihr vor, was soll man machen, Heizung raus, oder noch warten??


    Bin für alle Vorschläge dankbar.


    Gruß


    Rondode


    Wenn noch was an Angaben fehlt, einfach melden.

  • Hi "Nachbar",
    Tja, was soll ich Dir schreiben? Abwarten bis sie ganz kaputt ist!?! Die Kiste könnte noch 5-8Jahre halten. Sie kann aber auch schon nächstes Jahr kaputt sein....Welcher Hersteller ist es denn und was für eine Art von Heizung?
    Atmosphärischer Gasbrenner
    Gasgebläseheizung
    Gastherme oder
    eins der ersten Brennwertgeräte?
    Ich würde mal den Verkäufer fragen, ob er Dir die letzten 5-7 Messbescheinigungen seines Schornsteinfegers zur Verfügung stellen kann, oder ob Du den zuständigen Bezirksschornsteinfeger mal kontaktieren kann. Der kann Dir evtl. etwas über den Lebensweg der Heizung mitteilen.


    Sofern Du dich für eine neue Heizung entscheiden solltest, würde ich persönlich auf eine Gasbrennwerttherme gehen.
    Trotzdem würde ich grundsätzlich für eine neue Heizungsanlage eine Heizlastberechnung DIN EN 12831 des Wohnhauses machen lassen. Dann weist du genau wie groß in kW deine neue Heizung sein muss.
    Weiterhin würde ich dann einen hydraulischen Abgleich der Heizungsanlage durchführen lassen.
    Das spart nachhaltig Energie. Allerdings muss ich erwähnen, dass sofern irgendwann und irgendwo ein neuer Heizkörper nach Durchführung des hydraulischen Abgleiches installiert wird, der Abgleich erneut durchgeführt werden muss.


    Willst du den Holzofen weiterbetreiben? Falls nein, könnte es sein, das Du mehr Gasverbrauch haben wirst, wie auf dem Energieausweis angezeigt wird. Holzöfen finden dort keine Berücksichtigung.
    Aber das liegt na klar auch an der Personenanzahl, Raumtemperaturen, Duschverhalten etc....


    Sofern ein Keller vorhanden ist und du Bock auf Stückholz hast, kannst du auch einen wassergeführten Holzofen installieren und mit an der Heizungsanlage anbinden (Leitungen und Puffer in den Keller und zur Heizung laufen lassen).
    Möglichkeiten gibt es viele, sicherlich immer eine Frage der Kohle oder auch der Lust auf Arbeit.


    Das Dach hört sich nach einem "guten" Ost-West Dach an. In meiner Signatur Links zu meiner Ost-West Anlage. Ich hab's nicht bereut, würde es immer wieder machen.


    Sofern PV, dann mach bitte beide Dächer voll, alles andere bringt mMn reichlich wenig bei O/W, da du ansonsten erst nur spät eigenen Strom bekommst.


    In diesem Sinne


    Gruß Red5FS



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    Gruß Red5FS
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  • BJ 1993 ist schon mal gut, denn ab 1992 war das Warmglas (Fenster Thermophen) vorgeschrieben.
    Wie gut sind denn die Fenster beinander ?


    Blatt Papier zwischen Fenster-Rahmen&Flügel einklemmen und von innen langsam rausziehen.
    Geht es unvermutet leicht, sind die Dichtungen nicht mehr so gut. Zwickt das Papier ist´s OK.
    Was für Fenster ? Holz / Kunststoff / Alu / ...


    Blowerdoor Test evtl. von Energieberater durchführen lassen. wäre sehr gut einen Bausachverständigen
    mit zu Rate zu ziehen, da das Objekt vermutlich das teuerste ist, was Du bist jetzt gekauft hast.
    Bei mir ging´s so aus, das die Beratungskosten kpl. bezahlt wurden und ich nicht´s zuschießen musste.
    Ob man dann auch noch den Energieausweis mit raushandelt, ist dem eigenen Geschick geschuldet.
    Für den Energieberater ist´s jedenfalls kein Problem mehr.
    Ein Fehlkauf wäre ja fatal und wenn mann´s richtig einfädelt, zahlt der Staat auch was dazu bis ganz.
    https://www.kfw.de/inlandsfoer…sonen/Bestandsimmobilien/
    http://www.bafa.de/bafa/de/energie/energiesparberatung/
    Und bei mir in Bayern gab´s auch noch ein Landsförderprogramm da mehr als 3 Wohneinheiten.


    Bei mir BJ1963/1964.
    Habe Fenster und Außentüren erneuert, Außendämmung WLG028 in 20cm, Aufsparrenisolierung WLG024 16cm, Dachdeckung neu mit Thermischer 21,6kW Solaranlage, die 3Jahre später um 21,6kWp Phtovoltaik ergänzt wurde.
    Zwischensparrendämmung WLG035 in 14cm wird mit Dachbodenausbau erledigt und dann sind´s 6WE.


    Kellerdeckendämmung 6cm folgt auch noch. Kellerfenster natürlich auch erneuert.

  • Sowas muss man sehen; das ist im Forum immer schwierig und subjeltiv eingefärbt.
    Hast Du einen Bauing., Architekten oder gute Handwerker im Freundes-/Familienkreis?
    Nimm die mit und schau Dir Fenster, Türen, Dach, Dachboden, Keller, Kellerwände(!!!) und Therme noch mal genau an.


    Alles was enorm viel Dreck macht und später daher das Haus erneut zum Rohbau machen würde, jetzt machen, vor dem Einzug. Also ggfs. Fenster/Türen tauschen, Dachboden dicker dämmen, dabei die Dampfsperre erneuern und ggfs. neue (große) Niedrigenergieheizkörper hängen. Die Fassade kann später gedämmt werden.


    Den Tausch der Therme würde ich jetzt und ohne eigene Erfahrungswerte sicher nicht machen.
    Das geht auch im bewohnten Zustand einfach und idealerweise macht man erst möglichst viel von oben genannten Punkten, dann 1-2 Winter die Entwicklung Heizlast aufzeichnen und dann ggfs. eine neue Therme oder was ganz anderes als Heizung nehmen. Gut möglich, dass die Heizung dann 2-3 Nummern kleiner wird.


    Zitat von rondode

    Die Ausrichtung ist folgendermassen: Die Giebel zeigen nach Norden bzw. Süden (fast genau, ganz kleine Ausrichtung Südwest). Die Gartenseite nach Osten, dort sind Dachfenster und da soll auch nix drauf. Die Strassenseite zeigt fast genau nach Westen, keine Dachfenster, darf gerne verplant werden.


    Den Heizkamin würde ich behalten ... Bestandsschutz dürfte den ggfs. auch vor der Nachrüstung mit feinstaubfiltern bewahren ... später mit kleinerer Therme oder WP ein Backup ... und sooo romantisch. :lol:


    Wenn Du auch PV planst sollte man da schon Ost und West belegen!
    Das gibt sonst eine sehr unrunde Erzeugung, der WR ist unnötig groß, der Ertrag tendiert bis 13 Uhr gen Null.

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Zitat von hofeBY

    Ob man dann auch noch den Energieausweis mit raushandelt, ist dem eigenen Geschick geschuldet.
    Für den Energieberater ist´s jedenfalls kein Problem mehr.


    Inzwischen muss es doch Pflicht sein, dass beim Verkauf vom Haus ein Energieausweis vorliegt. Und da sollten auch grundlegende Empfehlungen bzgl. Energieoptimierung enthalten sein....


    Stefan


  • Wahnsinn, keine drei Stunden und schon so viele Meldungen


    Da muß ich leider gestehen, das ich keine Ahnung habe was für eine Gasheizung eingebaut ist, dachte die Angabe Gas reicht aus :D


    Den Holzofen werden wir zukünftig sicherlich weiternutzen.


    Nen Keller hat das Haus nicht.


    So, das war jetzt erst mal ne kurze Zwischenmeldung, jetzt wird Fussi geschaut :mrgreen:


    :danke:

  • Investier 600 bis 800 Euro in einen Gutachter. Wenn Du nichts schriftlich haben willst, sondern nur seine mündl. Expertise kostet es ggf. weniger.


    Ich kann nur sagen, dass ein Kumpel drauf verzichtet hat und Mängel an HEizung und Fenstern übersehen hat. Kosten: 10.000 Euro.
    Ein Arbeitskollege hat sich 'nen Gutachter für 500 Euro (nur mündl. Expertise) geschnappt. Der hat diverse Mängel gefunden die man als Laie nicht sieht und hat den Preis um mehere tausend Euro gedrückt.

    9,6 kWp Talesun TP660P-240, SMA STP 8000TL-20; Ausr.: 70° (West); DN: 33°; seit 10/2012
    10,56 kWp Yingli YL240P-29b, SMA STP 10000TL-10; Ausr.: -110° (Ost); DN 33°; seit 01/2013


    „Wenn Weitblick ortsgebunden ist, kann es mit den Visionen auch nicht so weit her sein.“


  • Zitat von seppelpeter


    Den Heizkamin würde ich behalten ... Bestandsschutz dürfte den ggfs. auch vor der Nachrüstung mit feinstaubfiltern bewahren ... später mit kleinerer Therme oder WP ein Backup ... und sooo romantisch. :lol:
    .


    Der Empfehlung von seppelpeter kann ich zustimmen!
    Der Bestandsschutz ist allerdings zeitlich begrenzt:
    Beratung durch den Schornsteinfeger:
    Für alle Betreiber gilt, dass bis zum 31.12.2014 eine Beratung durch den Schornsteinfeger zu folgenden
    Punkten stattfinden muss:
    - die richtige Bedienung der Feuerstätte
    - die ordnungsgemäße Lagerung des Brennstoffes
    - die Besonderheiten beim Umgang mit festen Brennstoffen
    Der Schornsteinfeger prüft anhand der Prüfstandsmessbescheinigung des Herstellers die
    Einhaltung der Emissionsgrenzwerte.
    Kann der geforderte Nachweis über die Emissionsgrenzwerte nicht bis zum 31.12.2013 erbracht
    werden, bestehen folgende Optionen:
    1. Nachrüstung des Kaminofens mit einer Einrichtung zur Staubreduzierung
    2. Austausch des Kaminofens durch einen neuen emissionsarmen Kaminofen
    3. Befristeter Weiterbetrieb (Übergangsregelung) in Abhängigkeit des jeweiligen Jahres der
    Typenprüfung des Kaminofens
    Übergangsregelung:
    Datum der Typenprüfung
    Zeitpunkt der Außerbetriebnahme oder
    Nachrüstung
    Bis 31.12.1974 oder Datum nicht
    feststellbar
    31.12.2014
    1975 bis 1984 31.12.2017
    1985 bis 1994 31.12.2020
    1995 bis Inkrafttreten der Verordnung 31.12.2024


    Soweit zum Bestandsschutz von Kaminöfen. Da der Schamotteinsatz meines Kachelofens vor etwas mehr als 2 Jahren erneuerungsbedürftig war habe ich es vorgezogen einen neuen Brennereinsatz montieren zu lassen und nicht die mögliche Frist bis 12/2017 auszuschöpfen. Neben den geringeren Feinstaubwerten hat er einen besseren Wirkungsgrad, weniger Ascheanfall.


    wemu

    7,5kWp / 30 x Axitec AC250M 156-60S / 2 x SMA SB4000TL21 / seit 03/2012
    Ausrichtung 10° West, DN 30°
    Solarthermie: 8m² Flachkollektoren + 400l Speicher seit 4/2004


  • Guter Mann :!:
    das hätte ich nicht besser formulieren und schreiben können.....
    Mit meiner Glaskugel würde ich sagen Frist bis 31.12.2024....
    Je nachdem wann der Ofen eingebaut wurde, täte der alte Eigentümer gut daran, den Ofen dort stehen zu lassen. Es dürfen mittlerweile (seid 2015) nur noch Öfen mit der Feinstaub Stufe 2 eingebaut werden....
    Den alten Ofen mitnehmen und wieder aufbauen kann durch den Schornsteinfeger abgelehnt werden, sofern der Ofen nicht zufällig Stufe 2 einhält....


    Gruß Red5FS

    Gruß Red5FS
    ---
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