GAS oder LWP mit PV Vorgehensweis/Denkweise richtig

  • Hallo liebes Forum,


    das Thema Heizung bringt mich noch um den Verstand und ich hoffe ihr könnt helfen. Hier mal die Eckdaten:
    ENEV 2014 (nicht die verschärften Vorgaben ab 2016)
    EFH freistehend 2 Vollgeschosse mit Keller
    Beheizte Fläche 140qm + Keller teilweise ca 25qm beheizt
    FBH komplett Wohnung und beheizter Kellerbereich
    Dezentrale Lüftung


    Über
    http://grabenkollektor.waermep…ank.de/enev-heizlast.html
    habe ich mal die Heizlast überschlagen, da die Heizlastberechnung nicht vorliegt:
    Heizlast 7500 wobei ich mir nicht sicher bin ob das rein für die Heizung ist oder schon inkl. Warmwasser. Ich denke ohne Warmwasser, denn auf den folgenden Seiten wird der komplett Wärmebedarf für ein vergleichbares Gebäude mit ca. 12.000 angegeben
    http://www.klima-innovativ.de/pages/kosten.html
    http://www.heizungsvergleich.de


    GU bietet Gas mit Solar an
    Meine alternativen Überlegungen


    1) Sole mit Grabenkollektor:
    Fällt leider weg, es müssen zwangszweise Grenzabstände eingehalten werden und somit stehen nur ca. 100 qm zur Verfügung somit zu wenig Fläche


    2) Sole mit Bohrung
    Laut GU mit Risiko verbunden – es können auf dem Grundstück maximal zwei Bohrungen durchgeführt werden (auch hier wieder Platzbedarf wegen Grenzabständen) – Risiko dies könnte ggf. wegen dem Boden (Kies/Schluf wenig Grundwasser) eventuell nicht reichen und dann bleibt kein Platz für die dritte Bohrung
    Problem ist auch, der Vertrag mit GU schon gemacht zwar mit GAS uns nicht Wärmempumpe – die BAFA Förderung sollte somit aber nicht mehr möglich sein.


    Es bleiben also nur noch LWP und Gas


    LWP
    Normtemperatur – 10 also ich denke wenn LWP dann da
    Ich habe mal gerechnet damit sich der Mehrpreis lohnt bräuchte ich eine JAZ von 3,75 besser 4. Laut Datenbank liegt die JAZ bei LWP aber eher bei 3,25 – max 3,5. Jetzt habe ich gesehen das Junkers eine neue LWP „SAO 80-2“ bietet die 10% höhere Leistung haben soll – in einem Test in Dänemark wurde eine sensationelle JAZ von 4,5 erreicht – was auch dem JAZ Rechner des Wärmepumpenverbandes verspricht. Ich bin hier eher vorsichtig und würde einen Abschlag vornehmen aber mit dieser LWP scheint eine JAZ von 3,75 bis 4 möglich. So wie ich es verstanden wird dies durch die modulierende Außeneinheit erreicht dies ist wohl der Unterschied zu bisherigen LWPs. Auf einen Pufferspeicher würde ich verzichten.
    Die Lebensdauer von GAS oder LWP würde ich gleich ansetzen so ca. 15-20 Jahre
    So also heisst die Gretchenfrage GAS oder LWP.


    Meint Ihr die o.g. JAZ ist erreichbar?


    Falls ja würde ich wohl LWP nehmen sonst halt bei GAS bleiben (Erweiterung der Solarthermie auf Heizung mach keinen Sinn oder)?


    Vielen Dank für Eure Unterstützung


    P.S. Wenn wieder Geld da ist, würde ich eine PV-Anlage nachrüsten und an diese soll noch eine Klimaanlage zum Kühlen (Kühlung mit LWP ist ja wohl nicht so sinnvol). Die PV mach mit LWP mehr Sinn als Gas oder?

  • Ach ja - eine weitere Alternative wäre die Mehrkosten für die LWP in Höhe von ca. EUR 5.000 - 6.500 gleich in PV zu investieren

  • [quote='psion1977']Hallo liebes Forum,
    das Thema Heizung bringt mich noch um den Verstand und ich hoffe ihr könnt helfen. Hier mal die Eckdaten:
    ENEV 2014 (nicht die verschärften Vorgaben ab 2016)
    EFH freistehend 2 Vollgeschosse mit Keller
    Beheizte Fläche 140qm + Keller teilweise ca 25qm beheizt
    FBH komplett Wohnung und beheizter Kellerbereich
    Dezentrale Lüftung


    Wenn man bei den Vorgaben und einem angenommenen Heizwärmebedarf von nur 7500KWh noch über eine Gastherme nachdenkt, will man als Kunde wohl den Heizungsbauer glücklich machen. Schließlich muss der ja auch von irgendwas leben. Wirtschaftlich oder sonst wie nachvollziehbar ist die Lösung aber nicht.


    Lies mal hier mit:
    http://www.photovoltaikforum.c…-aquarea-lwp-t109581.html


    Mein Ansatz wäre LWP nehmen, keinen Gasanschluss legen lassen, keine Thermie, mehr PV drauf ... und im Rest des Kellers würde ich zumindest einen "großen" Niedrigtemperaturheizkörper an die Wand hängen. Unbeheizte Keller neigen in der Übergangszeit und im Winter zum Feuchtbiotop ... müffeln ... über kurz oder lang droht Schimmel. Heizung regelt das!

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • JAZ 4,5 in Dänemark ...
    Wer auf einer Halbinsel in einem nicht zufrierenden Meer wohnt (Dänemark) der sieht, das Jahrestiefsttemperaturen von +5°C Grad nicht die Ausnahme sind.
    Der COP einer LWP hängt nur von der Aussentemperatur ab.
    Auch Junkers wird auf der Zugspitze keine JAZ von 4,5 mit einer LWP erreichen... Ein Tipp an die Werbestrategen von Junkers in Timbuktu ist noch mehr zu holen.
    Die Kombination PV/LWP ist in meinen Augen als Pelletkesselbesitzer, 8 m2 Solarthermienutzer und PV Anlagenbetreiber (9.36 KWp 9 KWh LiFePO4 Bat.) deshalb suboptimal, weil der Wegfall der PV Leistung sehr unschön mit dem Heizbedarf korreliert. In den Monaten September bis Februar kaufe ich Strom zu - und muss heizen. Für mich wäre eine Ökoofen Pellet/KWK-Kombi eine (abschreibungstechnisch leider ferne..) Alternative.
    Auch Solarthermie korreliert azyklisch mit dem Heizbedarf.
    Wasser-WP hat ein nicht unerhebliches Bohrungsrisiko und hohe Kosten.
    Wenn viel Geld zum verbuddeln da ist könnte ggf. eine große Eiswassertank-WP und Solarthermie was reissen.
    Aus dem Bauch raus würde ich tippen:

    PV und Nano-KWK auf Gas-Basis könnten was für dich sein.


    Ohne belastbaren Warmwasserverbauch und Heizungsaufwand ist die Planung schwierig.


    9,36 kWp, 05/2014, 39 x Panasonic VBHN-240SE10, WR Sunny Boy 5000TL-21
    5,0 kWp, 05/2014, WR Sunny Boy 3000TL Single Tracker 5,0 kWp, 05/2014, Home Manager 245 , Sunny Island 6.0H 05/2014, 9 KWh Sony LiFePO4 05/2014 , 60% hart

  • Zitat von psion1977

    LWP
    Normtemperatur – 10 also ich denke wenn LWP dann da
    Ich habe mal gerechnet damit sich der Mehrpreis lohnt bräuchte ich eine JAZ von 3,75 besser 4.


    Schau Dir mal den oben verlinkten Thread an, da gehts um ähnliches.


    Was mich aber interessiert ist deine Rechung. Für Gas brauchst Du einen teueren Gasanschluss und einen Schornstein, bzw. einen "Auspuff". Und desöfteren einen Schornsteinfeger und natürlich die Grundgebühr für Gas.


    Bei LWP brauchst Du nur noch den Strom (dessen Grundgebühr Du sowieso zahlst) und hast Deinen COP. Schau Dir mal die Panasonic Aquarea mit 5kw Monobloc, auch Geisha genannt an. Die hat bei +7 einen COP von über 5 und bei -7 noch ca. von 3. Damit sollte bei Normtemperatur -10 eine JAZ von 4 erreichbar sein. Damit kostet Dich das Gas/kwh ziemlich exakt genausoviel wie Gas/kwh und die Kosten oben fallen weg. Dazu ist die Installation einfachst. Die Geisha gibt innerhalb der EU schon für ca. 3.000€....
    Dazu noch maximale PV und das Thema ist erledigt. Gegen ein BHKW sprechen die geringe Einspeisevergütung für nicht sebstgenutzen Strom und die deutlich höheren Investitionskosten, es sei denn Du planst eine Strominsel

    Hybridinsel, 3 phasig, 3 XTM 4.000, 2 Variotrack, BSP, Staplerbatterie 775 AH 48V, eff. ca. 8 kwp (4,75 auf SO und 5,25 auf NO), 250er Yingli
    PoorMan'sTesla=PMT=Renault Fluence und 120l Elektroboiler als Überschußverwerter...

  • Zitat von Zellenschaden

    Dazu noch maximale PV und das Thema ist erledigt. Gegen ein BHKW sprechen die geringe Einspeisevergütung für nicht sebstgenutzen Strom und die deutlich höheren Investitionskosten, es sei denn Du planst eine Strominsel


    Ein BHKW macht im Neubau absolut keinen Sinn.
    Kostet das 7-10 Fache der LWP, man hat enorme Wärmeüberschüsse oder nicht genügend Laufzeit ... hohe Wartungskosten von 500,- bis 1000,- pro Jahr kommen in der Regel dazu ... das macht den Heizi glücklich, sonst niemanden.

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Wir haben eine ähnliche Hütte, etwas mehr beheizte Quadratmeter, Ziegelhaus aus 2008 (Deines dürfte dämmungsmäßig also besser werden) und auch nicht gerade reichlich Garten. Wir landeten bei einer Firma mit über 25 Jahren Wärmepumpenerfahrung und hervorragenden Referenzen in unserer Gegend.
    Nach Abwägen und Berechnen wurde uns eine Erdwärmepumpe mit doppeltem Flächenkollektor empfohlen und wir haben es umgesetzt. Das heißt, die Schlangen im Garten liegen in 1,5 m Tiefe und nochmals in 1 m Tiefe. Ich hatte die Befürchtung, dass die Regeneration wegen der doppelten Verlegung leiden könnte. Aber nach mittlerweile über 6 Jahren Erfahrung muss ich sagen, dass ich recht zufrieden bin. Unsere JAZ liegt incl. WW etwa bei 4. Jährlich sind es ca. 2700 kWh Strom.
    Wie viel Fläche der Kollektor beansprucht, kann ich nicht ganz genau sagen, es dürften etwa 120 qm (mal 2) sein.
    Eine Luftwärmepumpe wurde nicht empfohlen (obwohl sie die auch im Programm haben), weil es in unseren Breiten (Alpenland) schon mal über längere Zeit recht kalt werden kann.
    Weitere Infos findest Du bei Interesse auf meiner Webseite.

    9,24 kw/p Kyocera - SMA (2009)
    3,00 kw/p Kyocera - SMA (2014)

  • Naja, Normtemperatur -10 spricht für eine Gegend, die auch im Winter warm ist. Und mit PV lässt man dann die LWP eher tagsüber laufen, wenn die Luft wärmer ist. Dazu keine ERR, keine Nachtabsenkung (sonst muss die LWP volle Leistung bringen wenns draussen am kältesten ist) Warmwasserbereitung in der Mittagszeit, und schon steigt der COP um einiges an.
    Zu den Kosten hat Zellenschaden schon einiges geschrieben - Kamin Gasleitung etc. wird bei der Gastherme an Kosten oft unterschlagen. Die Wärmepumpe braucht das alles nicht. Was kontinuierlich die Betriebskosten des Hauses senkt - was nicht da ist kann nicht kaputtgehen - z.B. die Dachdurchführung des Kamins, die beim Dachdecker auch nochmal kostet.

    Ich würde mein Geld auf die Sonne und die Solartechnik setzen. Was für eine Energiequelle! Ich hoffe, wir müssen nicht erst die Erschöpfung von Erdöl und Kohle abwarten, bevor wir das angehen.
    Thomas Alva Edison
    Trockenplatzdach 2,6kW zum Spielen :)