Kleine Anlage für Garage, "nur" Licht und Radio

  • Hallo,


    ich habe schon etwas das Forum durchgeforstet aber Beiträge zum Thema "Anlage für Garage" weichen doch etwas von dem
    ab, was ich brauche/möchte. Ich bin absoluter Neuling in dem Bereich und habe vor Allem Probleme mit dem Berechnen und Abschätzen der benötigten Leistung.


    Ich habe eine kleine Garage ohne Stromanschluss und nach längerem Überlegen und Prüfen kann ich dort keinen Netzanschluss
    installieren.
    Ich habe mir aus diesem Grund überlegt, dass ich gerne eine kleine Solaranlage installieren würde. Eine Bohrmaschine oder Flex würde ich (da nicht so oft in Betrieb) eventuell durch einen kleinen Benzingenerator betreiben. Ich denke, dass für solche Geräte eine zu große PV-Anlage nötig wäre. Auch möchte ich keinen Strom einspeisen. Es geht also um den Betrieb von: Licht und Radio.


    Die Garage ist ca. 18 m^2 und soll gut ausgeleuchtet werden. Eventuell für 5 Stunden am Stück, 1 mal die Woche oder 2 bis 3 mal die Woche für 2 Stunden. Ich brauche nicht jeden Tag Strom. Es kann aber auch sein, dass ich mal 4 Wochen überhaupt keinen Strom brauche. In der Garage gibt es auch keine Heizung! Das Solarmodul könnte ich eventuell frei auf einem großen, stabilen Pfahl hinter der Garage aufbauen. Das Dach ist zur Montage nicht geeignet


    Ich habe über folgendes Solarmodul nachgedacht:


    http://www.conrad.de/ce/de/pro…AecUmBRo:20151021105215:s


    Hier würden Wechselrichter und Batterie fehlen.


    Meine Fragen:
    Wie groß sollte das Modul sein?
    Wie viel Leistung brauche ich für Licht und Radio?
    Welche Batterie hält den Betrieb aus und könnten die Temperaturen im Winter ein Problem werden?
    Autobatterien sind für das zyklische Laden und Entladen ja nicht geeignet. Wäre eine LKW Batterie eine Alternative, die dann im 5 h-Betrieb eventuell nur zu 80 % entladen wird?


    Ich bin dankbar für Anregungen und Tipps wo ich nochmal nachlesen könnte.


    Gruß


    Sven

  • Moin Steppenwolf und willkommen im Forum.


    Das Problem ist, dass man im Winter nur 1/7 der Einstrahlung des Sommers hat. Deshalb wäre ein etwas größeres Panel nicht schlecht. 50W-Module bekommt man für 50-60 Euro inklusive Versand in der Bucht. Du musst lediglich darauf achten, dass sie eine Ausgangsspannung von ungefähr 18V haben, denn dann kann man die billigen PWM-Laderegler einsetzen (Preis um 15 Euro). Bei 50 Watt kommst du auf knapp über 4 Ampere und das schaffen fast alle.


    Starterbatterien sind nicht so gut geeignet, es sei denn, du holst dir welche vom Schrott. Sonst nach Traktionsbatterien suchen; das sind solche für elektrische Rollstühle oder Batterierasenmäher. Größere Stückzahl, daher auch relativ preiswert. Wichtig ist, möglichst dicht am Pluspol eine Sicherung zu plazieren und die Pole gegen Berührung zu sichern, damit man nicht aus Versehen mal einen Kurzschluss zwischen den Polen erzeugt. Batterien, auf denen "solar" drauf steht sind meistens 30% teurer, weil der Sticker so viel kostet.


    Ein Radio, das nicht brüllt, braucht um die 5 Watt, Garage mit LEDs ausleuchten (4*3) etwa 12 Watt. Das zusammen 10 Stunden betreiben 170 Wh oder 14,2 Ah. Batterie soll man nur bis zur Hälfte entladen, also brauchst du was in der Größenordnung 25 bis 30 Ah; wenn es mehr ist, dann sollte das auch kein Problem sein. Wegen Frost brauchst du dir keine Sorgen machen, denn eine volle Batterie ist bis -60°C gegen gefrieren geschützt.


    Alles andere findest du im Kfz-Zubehörhandel, also Kabel, Schalter und LEDs. Eine gute Investition wäre ein kleines Voltmeter (um die 6 Euro aus Hong Kong inkl. Porto); entweder mit LCD-Anzeige sonst einen Taster ins Kabel zum Einschalten. Batterie nie unter 12 Volt entladen, sonst geht sie zu schnell kaputt.

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • Willkommen im forum


    Zitat von Steppenwolf

    Die Garage ist ca. 18 m^2 und soll gut ausgeleuchtet werden. Eventuell für 5 Stunden am Stück, 1 mal die Woche oder 2 bis 3 mal die Woche für 2 Stunden. Ich brauche nicht jeden Tag Strom


    Nicht jeden aber so wie du schreibst schon fast jeden 2ten. Das ist vorallem im Winter ein Problem
    Um Welches Licht geht das da.. Wieviel lampen, wieviel Leistung.. 12V DC? für ein 30Wp Modul wenn man sich den preis eines 100wp Moduls ansieht gibt es eigentlich nicht viele Gründe. Es gibt nicht zuviel Leistung nur, meist immer zu wenig, welche dann meist sehr schnell kaputte Batterien zur Folge hat


    http://wiki.polz.info/doku.php…_einer_kleine_inselanlage


    Wieso kannst du ein so kleines Module nicht aufs Dach montieren. Mach mal ein Bild deines Daches

    Wohnhaus 100% OFFGRIDInsel: 13,47kwp,5xMppt,BMV700,CCGX,2xMultiplus 5000, OPzS/PzS => 4150Ah/c100/48V
    TeichInsel: 930wp, 2xVictron Mppt 100/15, BMV600, SolarixPI 1100, 400Ah/OPzS 24V

    100% PVInsel Liveview | SDM630 Logger | INSEL WIKI

    "Denn auch eine Beziehung muss wie eine Insel sein. Man muss sie nehmen, wie sie ist, in ihrer Begrenzung - eine Insel, umgeben von der wechselvollen Unbeständigkeit des Meeres, immer während vom Steigen und Fallen der Gezeiten berührt." Anne Lindbergh

  • Steppenwolf,


    du hast sicher gemerkt, wo dein Problem liegt - gute Ausleuchtung und ein mini Modul.
    Oder anders gesagt - möglicherweise mehr Verbrauch als PV Produktion, ganz bestimmt im Winter.
    Investiere ein paar Euro mehr, in ein 130 Wp, 36 Zeller Modul und in eine Batterie, die auch 3 Tage Verbrauch am Stück aushält.
    Der Laderegler sollte gleich für ein zweites Modul mit ausgelegt werden - Isc des Moduls x 2 = Amp LR.

  • Erstmal Danke für die Antworten und den Link:


    Hier jetzt meine Berechnungen:
    ich Rechne mit 5 Stunden Betrieb.


    für das Licht:
    http://www.eg-sat.de/led-beleu…Kfghcjx08gCFYYewwodBbAAPg
    mit wie viel Volt die läuft weiß ich nicht.


    eventuell 2 Lampen = 9W x 2 = 18W; 18 x 5h = 90 Wh



    Radio:
    ich habe etwas nachgeschaut und die kleinen Radios haben alle 10 Watt


    10W x 5h = 50 W


    = 140 Wh (obwohl das jetzt schon sehr großzügig gerechnet ist und doch wohl mit dem Faktor 1 (für Winter) reichen sollte)


    Dafür habe ich mir jetzt als Beispiel dieses Modul ausgesucht:
    https://prevent-germany.com/so…sm-536-150-monokristallin


    Dieses hat eine Maximalspannung von 18,6V. Ist das die Ausgangsspannung? Somit könnte ich den PWM Laderegler einsetzen.


    Als Batterie:
    http://basba.de/intact-motorra…Oujw9n408gCFQQTwwod4KcGWw



    Meine Fragen:
    Wozu die Sicherung vor dem Pluspol? Wie viel A sollte diese haben?
    Ein Voltmeter habe ich. Das war doch nur zum Überprüfen der Batteriespannung oder?
    "Der Laderegler sollte gleich für ein zweites Modul mit ausgelegt werden - Isc des Moduls x 2 = Amp LR." --> das versteh ich nicht. Leider steht dazu nichts in dem Link. Also weiß ich nicht welche Spezifikationen der Regler haben müsste?!
    Was muss ich beim Wechselrichter beachten? Die scheinen ja sehr teuer zu sein. Die Kosten belaufen sich mit den oben genannten Geräten schon auf ca. 200 Euro.


    Gruß

  • Zitat von Steppenwolf


    Radio:
    ich habe etwas nachgeschaut und die kleinen Radios haben alle 10 Watt


    Aber nur, wenn sie auf Brüllstärke sind. Wenn es Hintergrund Lala ist, dann liegen die eher bei 2-3 Watt.


    Zitat von Steppenwolf


    Wenn du eine Starterbatterie geschenkt bekommst oder eine halbwegs vernünftige vom Schrott holst, dann ja. Sonst nimm eine Traktionsbatterie; das ist auf Dauer billiger :!:



    Meine Fragen:
    > Wozu die Sicherung vor dem Pluspol? Wie viel A sollte diese haben?
    Normalerweise würde man sagen, dass man die nach dem maximalen Verbrauch bemessen sollte. Diese Sicherung dient lediglich der Absicherung gegen Kurzschluss, also kannst du nehmen, was du möchtest. Mit 20A dürftest du ungefähr richtig liegen.


    > Ein Voltmeter habe ich. Das war doch nur zum Überprüfen der Batteriespannung oder?
    Indirekt ja. Von der Spannung kann man angenähert auf den Füllstand der Batterie rückschließen. Ab und zu ein Blick auf die Batteriespannung verhindert die Kreuzigung der Batterie, denn der Laderegler schaltet erst ab, wenn die Batterie bei weiterer Entladung heftig geschädigt würde. Einfach zu merken: Unter 12 Volt geht, sollte man aber gar nicht machen!


    > "Der Laderegler sollte gleich für ein zweites Modul mit ausgelegt werden - Isc des Moduls x 2 = Amp LR."
    > --> das versteh ich nicht.
    Bei den Kenndaten der Module gibt es den Kurzschlussstrom (Isc = short cut current); das ist der höchste Strom, den das Modul überhaupt liefern kann. Wenn man später ein weiteres (identisches) Modul nachrüstet und parallel schaltet, dann verdoppelt sich natürlich der mögliche Strom. In den technischen Daten von jedem Laderegler steht, welcher Strom maximal fließen darf.


    > Was muss ich beim Wechselrichter beachten? Die scheinen ja sehr teuer zu sein. Die Kosten
    > belaufen sich mit den oben genannten Geräten schon auf ca. 200 Euro.
    Einen Wechselrichter brauchst du nicht, wenn du alles auf 12 V DC betreibst; also wird das preiswerter. Wenn du die Flex brauchst, dann schmeiß dafür den Notstromer an; so wird das billiger.

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • Dieses hat eine Maximalspannung von 18,6V. Ist das die Ausgangsspannung? Somit könnte ich den PWM Laderegler einsetzen?


    Wenn ich beabsichtige ein weiteres 150 Wh-Modul nachzurüsten bräuchte ich also ein 40 A Laderegler (da Isc x 2)?


    Könnte ich auch eine LKW-Batterie nehmen? Hätte das einen Vorteil, wenn ich wirklich nur jede Woche einmal in die Garage gehe? da höhere Kapazität...

  • Zitat von Steppenwolf

    Eine Bohrmaschine oder Flex würde ich (da nicht so oft in Betrieb) eventuell durch einen kleinen Benzingenerator betreiben. Ich denke, dass für solche Geräte eine zu große PV-Anlage nötig wäre.


    Selbst ne kleine Flex gibts mittlerweile als Akkugerät, Bohrmaschine sowieso. Wenn du einmal nen Akku-Schlagschrauber benutzt hast, wirst du nie wieder ein Radkreuz anfassen.Die entsprechenden Ladegeräte kann man ganz locker an PV betreiben.