Speicherbedarf ausrechnen

  • Hallo
    Ich möchte den speichernedarf an Batterien ausrechnen.
    Wie gehe ich da am besten vor?
    Wir verbrauchen Ca 4000 bis 4500kw im Jahr.
    Haben eine gasterme. Also keine Luft Wärme. Der größte Verbraucher müsste das induktionsfeld sein.
    Mir sind die großen 2V Blei gel Batterien aufgefallen.
    Da stellt mich mir die Frage. Wie viel amper Stunden und 24V oder 48V
    Vielen dann für eure Antworten


    Beste Grüße
    Roberto

    Einmal editiert, zuletzt von Kollektor () aus folgendem Grund: Titel geändert

  • Moin Don Roberto und willkommen im Forum.


    Leider sind deine Angaben so unvollständig, dass man erstmal gar nichts sagen kann. Hast du schon eine Anlage und wenn ja, soll die um-/auf-gerüstet werden? In dem Fall alle Infos in deinen nächsten Post. Falls noch keine Anlage vorhanden, dann mehr Informationen darüber, was du eigentlich willst. Spielen, Geld sparen, lernen? Wieviel Geld willst du investieren?

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • Danke für eure Antwort.


    Ich habe noch gar keine pv Anlage. Hab bis jetzt nur 8kabel auf das Dach gelegt jederzeit erweiterbar.
    Ich will ausrechnen was mich das ganze kosten würde.
    Bei einer roten/schwarzen 0 wer das alles schon interessant für mich.
    Will halt erst mal wissen wie viel Speicher ich brauch um auch autak durch den Winter zu kommen.
    Ich habe 121qm Flachdach die nicht verschattet werden können. Weiter Flächen weren machbar wenn nötig.
    Ich Rechne mit Ca 10.000€ Strom kosten in den nächsten 10jahren für meine 4kopf eventuell 5kopf Familie

  • Zitat von Don Roberto

    Will halt erst mal wissen wie viel Speicher ich brauch um auch autak durch den Winter zu kommen.


    Um mit einem Speicher autark durch den Winter zu kommen, müsste der Speicher ca. den Bedarf von ca. 2 Monate speichern können. Das wäre unrealistisch und wirtschaftlich unsinnig. Auf unsere Homepage unter http://www.perdok.info/doku/Empfehlung.pdf habe ich mal eine Anleitung für eine grobe Abschätzung zusammen gefasst. Für eine Schwarze Null muss man schon den Zeitraum von 20 Jahren in Betracht ziehen, wenn man nur den Eigenbedarf decken will. Mit einer Überschusseinspeisung könnte schon etwas eher klappen, wenn man auch akzeptiert, dass man ggf. im Winter einen Zukauf hat.

    PV, BHKW, Speicher ecoBATT, Bilanzpunktregler ecoBPR, Wallbox ecoLOAD, Renault ZOE
    Rechnen hilft. Bleistift, Papier und Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern
    Oscar Perdok GmbH - Gildeweg 14 - 46562 Voerde PV, Wallboxe und mehr

  • autark durch den Winter kommen wenn ein Stromanschluß vorhanden ist. Welchen Sinn soll das machen?

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!

  • O.k., ihr habt also im Jahresdurchschnitt einen täglichen Verbrauch von 10 kWh. Als Faustformel wird häufig angegeben, man solle eine Batterie haben, die den Verbrauch von zwei Tagen abdecken kann. Das wären 20 kWh. Wenn es eine Bleibatterie ist (PzS oder ähnlich), dann soll man die nicht weiter als auf 70% DoD entladen. Also braucht man 28,6 kWh brutto oder rund 30 kWh Nennkapazität. Bei Bater oder Deubatt zahlt man (ohne Metallzuschlag) rund 150-160 Euro pro kWh Speicherfähigkeit, das wären also rund 4.800 Euro.


    Nachdem du die Statik hast prüfen lassen könntest du mit so etwas http://polysolair.com/wp-conte…OTOVOLTAIKD%C3%84CHER.pdf die Module aufs Dach bringen. Wie viele du brauchen wirst, kannst du dir hier berechnen lassen: http://re.jrc.ec.europa.eu/pvgis/apps4/pvest.php


    Ist eine völlige Abkopplung vom Stromnetz geplant?

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • Hallo Don Roberto,


    deine Berechnung des täglichen Strombedarfs ist recht gut, im Winter ist der Verbrauch evtl. etwas höher als im Sommer. Im Winter sind das eher 13 kWh, macht 180 Tage x 13 kWh = 2340 kWh, im Sommer sind es dann 180 Tage x 10 kWh = 1800 kWh, macht zusammen 4140 kWh.


    Nun zur Batterie (Blei):
    Im Sommer ist der Tag lang und die Nacht kurz, also brauchst du nur sowas um die 4-5 kWh, bis am nächsten Morgen die Sonne wieder scheint. Im Winter ist es umgekehrt, da benötigst Du ca. 6-7 kWh, bis die Sonne wieder kommt.


    Wenn Du deine Akkus so dimensionierst, dass Du im Winter bei voll geladenem Akku eine ganze Nacht überstehen kannst, brauchst Du also einen Akku von 7 kWh brutto. Bei einer Entladetiefe von ca. 1/3 der Nennkapazität wären das also 21 kWh brutto. Mehr ist nicht nötig. Denn auch wenn Du Dir einen riesigen Akku für 3 Tage hinstellst, kannst Du ihn im Winter ja niemals mit der PV volladen, also ist das rausgeschmissenes Geld. Es sei denn, du hast eine extrem überdimensionierte PV-Anlage auf dem Dach, die im Sommer jeden Tag und im Winter, immer wenn die Sonne scheint dann riesige Strommengen ins Netz einspeist. Aber auch dann geht es nicht wirklich, PV-Leistung und Kapazität müssen zueinander passen, du kannst ja nicht beliebig hohe Ladeströme fahren.


    Bei einem Li-Akku kann das anders aussehen, da benötigst Du nur 10 kWh brutto, den kannst Du auch mit höheren Ladeströmen beaufschlagen der ist aber von vornherein viel teurer


    Bei Optimierung zur Eigenversorgung gilt: So wenig wie möglich, und nur soviel wie unbedingt nötig installieren. Mit 4-5 kW peak und einem Akku von 20 kWh brutto erzielst Du locker 75% Autarkie. Für jedes weitere Prozent Autarkie steigt der Invest überproportional an.


    Bei 24 V wären das 830 Ah, bei 48V 415 Ah. Ich habe 12 x 2V mit je 810 Ah OPZV in Reihe zu 24 Volt verschaltet, die schaffen Dein Szenario locker. Wenn Du viele Wärmeerzeuger dran hast, also Spülmaschine, Herdplatten usw. dann geh auf 48V, da bricht die Spannung unter Last nicht so stark ein. Die Variante ist aber teurer. 12 x 810 Ah sind billiger als 24 x 400 Ah.


    Viel Erfolg


    Solar-User

    3,9 kWp Inselanlage, 15 SI Module a 260W, 2x Victron Laderegler MPPT 150/70,
    WR Victron Multiplus 24/5000VA, Speicher mit 24V/750Ah OPZV Hoppecke-Akkus

  • O.k., jetzt wissen wir mehr über deine Bedürfnisse. Es gibt ein angenähertes finanzielles Optimum, wenn du die Anlage nach folgender Idee realisierst: Die kleinste Anlage, die maximalen Sinn macht, sorgt im Sommer für Vollversorgung und ist eine Halbinsel!


    Hintergrund ist, dass eine kWh, die man selber solar erzeugt, rund 10 Cent kostet; das ist viel billiger als der normale Stromtarif. Eine kWh, die man durch eine selbst gekaufte und aufgestellte Pb-Batterie schickt, kostet zusätzlich 10 Cent (bei beiden Preisen ist die MWSt schon drin und der Preis ist übers Jahr gemittelt).Die kWh kostet tagsüber 10 Cent und nachts 20 Cent. Durchschnittspreis im Sommer 14-15 Cent pro kWh. Zum Winter hin liefert die Anlage weniger, aber immer noch wird jede einzelne selbst erzeugte kWh auch selber verbraucht. Da selbst erzeugter Strom eigentlich immer billiger ist, als der vom VNB, rechnet sich die Anlage sehr schnell.


    Normalerweise müsste man die Batterie so auslegen, dass man im Sommer gerade über die Nacht kommt. Wenn man die Lebensdauer der Batterie so auslegt, dass sie 10-14 Jahre hält, dann verschleißt sie direkt proportional zur Nutzung (stimmt nicht ganz exakt); eine größere Batterie ist also letztlich nicht teurer. Auch die Panelfläche sollte man minimal größer machen, um in den Übergangszeiten noch Netzstrom zu verdrängen.


    Bei so einem Konzept speist man nichts ein, denn man hat überhaupt nichts, das man einspeisen könnte! Keine Bürokratie und maximaler Gewinn bei minimalen Ausgaben. Wirklich rechnen wird sich so eine Anlage allerdings nur, wenn man einen nicht unerheblichen Eigenanteil beim Aufbau übernehmen kann (oder geeignete Freunde zwangsverpflichten kann).

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)