Verspätete Auslösung der Hauptsicherung

  • Hallo allerseits,


    In einer UV sind mittels 10² Reihenklemmen (Phönix UK10) die 3 Phasen aufgeteilt. Es sind pro Phase jeweils 2 Klemmen mit der entsprechenden Brücke verbunden. Leider sind keine Trennstege zwischen den einzelnen Phasen angebracht worden.
    zur Kontrolle wurden die Klemmen heute (unter Spannung mit isoliertem Schraubendreher) nachgezogen. Dabei bin ich anscheinend mit dem Schraubendreher abgerutscht und habe zwischen 2 Phasen einen Kurzschluß verursacht.
    Die 32A Vorsicherung der UV hat ausgelöst, leider auch eine Phase der Hauptsicherung (63A NH00).
    die 63er wurde ersetzt, alle Phasen wieder OK.
    Ca. eine Stunde später hat eine weitere 63er Hauptsicherung ohne erkennbaren Grund ausgelöst.


    Frage an die Fachleute: Ist es denkbar das bei dem verursachten Kurzschluß auch die 63er Sicherung der 2.Phase etwas abbekommen hat, jedoch nicht sofort ausgelöst hat sondern erst bei relativ geringer Belastung eine Stunde später??


    Hatte in meiner bisherigen beruflichen Tätigkeit als Elektriker keinen vergleichbaren Fall!


    Danke für Eure Infos


    wemu

    7,5kWp / 30 x Axitec AC250M 156-60S / 2 x SMA SB4000TL21 / seit 03/2012
    Ausrichtung 10° West, DN 30°
    Solarthermie: 8m² Flachkollektoren + 400l Speicher seit 4/2004

  • Hallo wemu,


    ich kann mir schon vorstellen, dass der Schmelzleiter oder eine Lötstelle im inneren der "guten" NH-Sicherung durch den Kurzschluss geschädigt wurde.


    In der Regel werden mehrere parallele Schmelzleiter eingesetzt. Und wenn einer davon durch den Kurzschluss abgebrannt wurde, löst die Sicherung halt nicht mehr beim Nennstrom sondern entsprechend früher aus. Das wird bei Dir der Fall gewesen sein..


    Viele Grüße


    Markus.

    08/2007 8,4 kWp: 42 Kyocera KC200GHT-2 an Sunways NT5000(850 V) und NT4200
    12/2011 9,31 kWp: 38 Solon Black 230/02 245Wp an SMA SB 4000TL-21 und SB 5000TL-20
    12/2014 24V-Insel: 10xIsofoton I-159, LR Steca 4545, WR Steca PI 1100 und 1600 Ah OCSM

  • Hi, würde ich auch sagen und hatte ich selber schon. Nach 10 min löste die zweite aus.
    Einer von mehreren Schmelzleitern war wahrscheinlich durch Kurzen schon durch.
    lg,
    Philip

    Bilder

    • 5c5f7174344.png
  • Danke für eure Erfahrungen. Habe nun insgesamt alle 3 Sicherungen erneuert.
    Aber schon ein blödes Gefühl wenn (ohne eigentlichen Grund) plötzlich eine Phase raus fliegt, da kommt man erstmal ins grübeln.


    Werde auf jeden Fall diese betroffenen Klemmen austauschen, diesesmal aber mit Trennstegen versehen, das soll mir nicht nochmal passieren.


    Die Hauptsicherungen sind auch zu groß, eigentlich sollten da 50A rein, was auch vollkommen ausreichen müßte. Die Hauptleitung zum Zählerplatz sieht nach 16² aus. Dann noch eine neue Plombe dran und der Fall sollte erledigt sein und unter der Rubrik "Lehrgeld" abgelegt werden. :(


    aus dem Nordschwarzwald


    wemu

    7,5kWp / 30 x Axitec AC250M 156-60S / 2 x SMA SB4000TL21 / seit 03/2012
    Ausrichtung 10° West, DN 30°
    Solarthermie: 8m² Flachkollektoren + 400l Speicher seit 4/2004

  • Nein, die Sicherung bleibt wie sie ist. Da gehört nach Stand der Technik ein selektiver Leitungsschutzschalter (kurz SLS oder SH) zwischen Zähler und Hausanschluss gesetzt.



    mg JAU

    No Shift - No Service

  • Das ist Unsinn.
    Solange die Zähleranlage am betreffenden Zähler nicht umgebaut wird, muß auch keine Zählervorsicherung nachgerüstet werden, wenn es vorher keine gab.
    Auch ist ein SLS nicht vorgeschrieben. Auch NH-Sicherungen sind als Zählervorsicherungen zulässig.
    Nur sollte dann zusätzlich eine laienbedienbare Abschaltvorrichtung existieren. Also z.B. ein Hauptschalter nach dem Zähler.
    Natürlich wird man heutzutage vorzugsweise SLS verwenden, sofern es der Zählerschrank zuläßt.
    Auch sind Hauptsicherungen nach dem Zähler im Bestand noch zulässig.


    Eine kleine Aufstellung, wann die Zähleranlage erneuert werden muß, findet man z.B. in diesem Dokument auf Seite 49f:
    https://www.bayernwerk.de/cps/…El_Inst_Informationen.pdf

    Inselnetz mit 3x Victron MultiPlus5000, 49kWh-Akku, Insel-BHKW 16kVA, PV 9,3kWp
    1,1kWp über MPP-Laderegler SIC40
    540Wp über MPT600-24
    2,7kWp über SB3000, 2,9kWp über SB3300, 2,0kWp über SB1700 jeweils AC-gekoppelt an einem Victron

  • Ich habe ja auch nicht geschrieben das es Pflicht ist, wenn man aber was verbessern möchte (so interpretiere ich den Post vom TE) dann sollte man zum SLS greifen.


    Wie der Zählerschrank auszusehen hat ist Bestandteil der technischen Anschlussbestimmungen des Netzbetreibers und kann sich daher im Detail unterscheiden.



    mfg JAU

    No Shift - No Service