Neuester Stand stat.Regelung älterer WR kleine Anlage?

  • Hallo zusammen,
    ich bin neu hier im Forum und habe auch zu meinem Thema schon Beiträge gefunden, die aber z.T. schon "älter" sind.


    Meine Anlage mit 4,95kWh ging 08/2014 ans Netz und mir wurde der Piko 4.2 Wechselrichter von Kostal empfohlen.
    Leider war und ist dieser nur statisch und kann auch nicht nachgerüstet werden.


    Um die 70% Regelung zu umgehen, dachte ich, bringt man die Module auf zwei Seiten des Hauses, um ggf. den Lichteinfall über mehrere Stunden zu erreichen/verteilen (das Haus steht mit 24° Neigung ziemlich genau zum Süden hin ausgerichtet) und zur Hauptzeit weniger Energie kappen zu müssen. Aber das die ganze Anlage zu jeder Zeit nur noch maximal 70% abzüglich des Eigenbedarfs bringen darf, wurde mir vorenthalten. Hier fühlte ich mich vom Unternehmer nicht korrekt informiert, insbesondere, da ich dazu noch einen statischen WR bekam und es angeblich wenige Monate drauf ein neueres Gerät mit dynamischer Regelung gegeben hat.


    Wie also kann man nun mit günstigen Mitteln aus einer statischen eine dynamische Regelung machen und was braucht man alles dazu?


    Im Netz wird oft von Solarlog 200, 250, 300, 500,1000 usw. berichtet. Ist das der einzige Hersteller oder gibt es da noch andere?
    Benötigt man zwingend pm+ ?
    Ist es möglich, die S0 Schnittstelle direkt an meinen digitalen Zweirichtungszähler anzuschließen?
    Muss man diese Arbeiten von einem Fachpersonal nachweisen lassen oder kann man das selber installieren?


    mfg Ralf

  • Fang mal vorne an ... was wurde denn verbaut ... 22*225Wp (54-Zeller) oder 18*275Wp (60-Zeller)?


    Liegen alle Module auf einem Dach oder hast Du Ost/West mit DN24 gebaut?
    Wenn Ost/West welche Verteilung der Module?
    Ist das Dach / die Dächer voll?
    Stell doch mal ein Bild der Einlage ein.


    Kostal WR (gerne auch die alten) wurden und werden für mein Empfinden (leider zu) oft empfohlen.
    Bei 70-hart hätte nach 4950*0,7=3465VA ein WR mit 3,6KVA gereicht, wie z.B. der SMA SB3600TL-21 oder ein ABB PVI 3.6OUTD. Für 70-weich hätte man besser einen Fronius Symo mit 4,5KVA genommen.


    Wenn Du Ost/West hast macht ein Umbau auf 70-weich mMn keinen Sinn.
    Wenn noch Platz auf dem Dach ist könntest Du noch 3 Module dazu legen ... dann muss aber der Solarteur wieder ran ... bei 21*275Wp ist die Stringspannung besser und nach 21*275*0,7/0,95=4255VA passt der Piko4.2 dann gut für 70-hart.
    Bei 54-Zellern ergibt sich bei 3 Modulen mehr 25*225*0,7/0,95=4145VA für 70-hart, die auf einem Süddach auch noch in einen String passen würden, wenn es diese Module sind.


    Ich bezweifle, dass Du das selbst installieren kannst.


    Wirtschaftlich wird es vermutlich sein, alles so zu lassen wie es ist und auf viel Sonne zu hoffen.

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

    2 Mal editiert, zuletzt von seppelpeter ()

  • Zitat von turboralf

    ... zu jeder Zeit nur noch maximal 70% abzüglich des Eigenbedarfs bringen darf, ...


    Das ist ja auch falsch. Du darfst max. 70% der Nennleistung, also 3465W einspeisen. Was drüber erzeugt wird, darfst du aber selbst verbrauchen. Alternativ kannst du einen RSE einbauen lassen.
    Das sind in D aber allenfalls um 5% der Jahreserzeugung http://www.photovoltaikforum.c…ste-bei-70-ka-t79307.html , dafür lohnt es sich oft nicht Geld in die Hand zu nehmen um das nutzen zu können.

  • Ich habe Heckert Solar NeMo P_225_7 (54 St.) montiert. 14 Stück auf die Süddachseite (maximum) und 8 Stück nach Osten, je 24° Dachneigung.


    Mein Solateur hat mir den Kostal wegen der 3 MPP´s empfohlen. Ich wusste nur noch nicht, dass ich dennoch auf 70% gedrosselt werde und finde das ohnehin eine Frechheit. Ich meine, wir reden wir von knapp 5 kWPeak.


    Dass es einen 3.6er von Kostal gibt, weiß ich nicht. Wenn ich aber die dynamische Regelung in Anspruch nehmen und meinen Eigenstrom "oben draufpacken" möchte, dann macht es Sinn, den 4.2er gewählt zu haben. Mich ärgert nur, dass mir das Drosseln vorenthalten wurde, denn ich rechnete mit 100% verteilt auf 2 Flächen, so wie ich es zumindest verstanden hatte.
    So möchte ich, auch wenn es sich nicht ganz rechnet, die Anlage umbauen (lassen). Aber nur mit geringstmöglichen Aufwand.
    Ich glaube, dass ich durch den Eigenanteil, auf ca. 70-100 kWh Mehranteil im Jahr bei meiner Größe kommen werde. Da verdiene ich ja nicht mehr, sondern nutze ihn nur für mich selbst.


    Ich habe gelesen, dass manche Zweirichtungszähler für den S0 Ausgang verwendet werden können. Ich habe einen Pafal 20EC3gr verbaut von EON.


    Ich denke, dass es vielen Kleinanlagenbesitzern so geht wie mir, und möglicherweise nicht wissen, dass sie noch Potential haben oder ebenfalls statische WR verbaut wurden.

  • Zitat von turboralf

    Ich habe Heckert Solar NeMo P_225_7 (54 St.) montiert. 14 Stück auf die Süddachseite (maximum) und 8 Stück nach Osten, je 24° Dachneigung.


    Mein Solateur hat mir den Kostal wegen der 3 MPP´s empfohlen. Ich wusste nur noch nicht, dass ich dennoch auf 70% gedrosselt werde und finde das ohnehin eine Frechheit. Ich meine, wir reden wir von knapp 5 kWPeak.


    Wenn ich Geld investiere, informiere ich mich vorher gründlich, und als "Unternehmer" erst recht. Da finde ich die obenstehende Aussage schon etwas dreist.

    Gruß
    Dietmar
    6.562788746032766 50.11369735926596
    4,7 KWp mit Eigenverbrauch 2,35 KWp mit Eigenverbrauch
    "Mein grosses Kind" Solarpark 9000KWp
    http://www.langner.team

  • Bevor die Empörung hier zu hohe Wellen schlägt, mit 5 KWp produziert du sowieso praktisch nie mehr als 85% der Modulnennleistung also 4,25 kW. Bei zwei verschiedenen Dachausrichtungen eher noch etwas weniger. Den Unterschied zwischen 85% möglicher Leistung und 70% Abregelung liegt mittags mal für 2 Stunden an. Der Verlust übers Jahr liegt bei 3-5%, bei Dir eher bei 3%. Dafür lohnt sich keine Nachrüstung.


    Blöd, wenn der Solateur das nicht oder schlecht erklärt hat*, aber so dramatisch ist es auch nicht.


    * oder Du es (nach meiner Erfahrung auch nicht unwahrscheinlich) in der Fülle der auf den Kunden einstürzenden Information überhört oder vergessen hast.


    Gruß
    Jochen


    Gesendet von meinem D5803 mit Tapatalk

    14,8 kWp Solar Fabrik / Fronius
    23 kWp Bosch / Danfoss
    55 kWp Frankfurt Solar / Danfoss
    30 kWp Yingli / SolarEdge
    15,8 kWp Bosch / SMA
    Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter der Helianthus Solar GmbH

  • Hallo Turboralf,
    Du hast knapp 5 kwp und eine 70% Regelung, was glaubst Du wie oft denn tatsächlich Deine Leistung durch den WR begrenzt ist?
    Die paar kwh im Jahr die Du tatsächlich zusetzt zu einem Satz von 12,35 Cent ! reichen nicht mal für ein Bier.
    Außerdem laufen WR effektiever je näher sie an ihre Lastgrenze kommen (ich weiß es gibt welche mit Stufe - Fronius ...).
    Gruß
    Frank

  • Zitat von turboralf

    Ich habe Heckert Solar NeMo P_225_7 (54 St.) montiert. 14 Stück auf die Süddachseite (maximum) und 8 Stück nach Osten, je 24° Dachneigung.
    Mein Solateur hat mir den Kostal wegen der 3 MPP´s empfohlen. Ich wusste nur noch nicht, dass ich dennoch auf 70% gedrosselt werde und finde das ohnehin eine Frechheit. Ich meine, wir reden wir von knapp 5 kWPeak.


    Das ist ja nix neues ... Unwissenheit war noch nie eine Ausrede ... hinterher ist man immer schlauer.


    Zitat

    Dass es einen 3.6er von Kostal gibt, weiß ich nicht. Wenn ich aber die dynamische Regelung in Anspruch nehmen und meinen Eigenstrom "oben draufpacken" möchte, dann macht es Sinn, den 4.2er gewählt zu haben. Mich ärgert nur, dass mir das Drosseln vorenthalten wurde, denn ich rechnete mit 100% verteilt auf 2 Flächen, so wie ich es zumindest verstanden hatte.


    Du scheinst insgesamt nicht besonders gut Informiert zu sein über die Technik und die Regelungen nach EEG. Du wurdest schlecht beraten und Deine Anlage ist sehr schlecht ausgelegt.
    Du wirst den alten Piko 4.2 haben ... der hat 2 Mpp Eingänge (die neue Generation hätte nur einen Eingang, das geht bei 2 Ausrichtungen nicht) und keine 3 Mpp.
    Die Min Mpp Spannung liegt bei 360V ... die wirst Du mit dem 8er String ganz sicher nicht erreichen und mit dem 14er String recht sicher auch nicht.


    Bei Deiner Anlage ist alles andere als 70-hart nicht mehr wirtschaftlich erklärbar. Du hast 2 Ausrichtungen und es gibt nur eine Sonne. Du wirst nie 100% der Generatorleistung am WR sehen.


    Zitat

    Ich glaube, dass ich durch den Eigenanteil, auf ca. 70-100 kWh Mehranteil im Jahr bei meiner Größe kommen werde. Da verdiene ich ja nicht mehr, sondern nutze ihn nur für mich selbst.


    Das bringt doch selbst in 20 Jahren absolut nix! Vergiss den Wunsch ... das ist Käse im Quadrat.


    Zitat

    Ich denke, dass es vielen Kleinanlagenbesitzern so geht wie mir, und möglicherweise nicht wissen, dass sie noch Potential haben oder ebenfalls statische WR verbaut wurden.


    Du hast kein nennenswertes Potential, für das es sich lohnt Geld in die Hand zu nehmen.
    Die Anlage an sich ist Mist.


    Ich empfehle Dir den WR gegen ein passendes Gerät von ABB oder SMA aus zu tauschen :!:
    SMA SB3600TL-21 oder ABB PVI 3.6OUTD würde ich nehmen ... letzterer ist günstig und gut.

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Zitat

    Wenn ich Geld investiere, informiere ich mich vorher gründlich, und als "Unternehmer" erst recht. Da finde ich die obenstehende Aussage schon etwas dreist.


    Mit einer jungen Familie, Baustelle 80Km entfernt vom Wohnort, Häuslebauer nahezu in Eigenleistung, Arbeitszeit ca.50-60h pro Woche.....da ist es nicht immer leicht, alles genau zu planen oder sich eingehend zu informieren vorab. Zum anderen sollte für einen Unternehmer, in diesem Falle der Solateur, immer der zufriedene Kunde im Vordergrund stehen, wenn auch die Anlage mit einem anderen Produkt oder einer anderen Lösung teurer gekommen wäre und man versuchen, das Optimum herauszuholen. Ich vertraute daher auf die Firma, die abgesehen vom statischen Wechselrichter gute Arbeit verrichtet hatte.


    Es gab auch andere Angebote, die meiner Meinung nach schlechter von der Auslegung waren. Eine Firma hätte die Westseite als Zweitseite verwendet ( Waldrandgebiet mit sehr schlechter Ausnutzung dieser Seite). Eine weitere Firma hätte die Garage nebendran, die nach hinten versetzt ist und wesentlich tiefer ist, mit Modulen zugepflastert, aber diese wären dann viele Stunden verschattet gewesen. Erwähnenswert ist auch, dass nur eine Firma persönlich vorort war und sich die Lage angesehen hat, welche dann auch den Auftrag bekam.

    2 Mal editiert, zuletzt von turboralf ()

  • Vielen Dank erst mal für die Antworten. Fühle mich grad richtig schlecht, wenn ich mir eure Beiträge durchlese. Aber woher soll man im Vorfeld wissen, was richtig ist. Ich hatte nicht wirklich viel Zeit und verließ mich auf die ortsansässigen Solateure.


    Da ich jetzt den Kostal Piko 4.2 drinhabe, kann ich bei besten Bedingungen etwas mehr herausholen noch, wenn ich mich dennoch entschließe, eine manuelle dynamische Regelung nachzubauen. Darum ging es mir ja hier im Thread.
    Mit welchen Mitteln und Produkten kann ich denn meine Anlage ergänzen?


    Wenn ich die Sperre herausnehmen würde, könnte ich ja sehen, wie weit der Momentanwert raufgeht. Das Problem dabei ist nur, dass das Gerät jeden Schritt speichert.