SMA Sunnyboy: Relais 3 defekt, Reparaturbericht

  • Hallo allerseits!


    An meinem SB4200 liegt der berüchtigte "Relais-3-Fehler" vor: das Ding geht nicht (zuverlässig) ans Netz. Noch geht er, aber die Fehlerrate geht durch die Decke (siehe Grafik).


    Da die Ersatzrelais nicht einzeln zu bekommen sind, habe ich mir einen Zehnerpack bestellt. Davon kann ich einzelne abgeben, wer Interesse hat, möge sich bitte per Forumsmail an mich wenden. Ich gebe sie zu meinem Selbstkostenpreis von 9,50 Euro pro Stück zzgl. Versandkosten ab.


    Ich werde nach Eingang der Relais in der kommenden dunklen Jahreszeit ein Wochenende auswählen, wann die Reparatur durchgeführt wird, und dann hier ausführlich berichten, wie's gelaufen ist.

  • So, die Reparatur ist abgeschlossen.


    Ich habe mich entschlossen, die Reparatur NICHT ausführlich zu beschreiben, um Laien nicht zu ermutigen, diese Arbeiten selbst durchzuführen. Das Zerlegen des Gerätes kann, wenn man es unsachgemäß macht, lebensgefährlich sein.


    Für alle ausgebildeten Elektroniker und Elektriker möchte ich sagen: die Leiterbahnen sind so breit, dass man mit einem normalen Lötkolben nicht weit kommt. Auch Heißluft kann man vergessen. Der einzige Weg, die Relais heraus zu bekommen, sind meines Erachtens vier (!) Lötkolben der >120W-Klasse, die gleichzeitig auf die Kontakte der Relais gehalten werden. Das Relais fällt dann nach unten aus der Platine. Das ist eindeutig eine Zwei-Mann-Aktion.

  • Nachtrag: für die, die Wissen, was sie tun, sind die zwei bis vier Stunden Zeitaufwand sehr gut investiert. Ich habe gleich alle vier Relais gewechselt, da ich sowieso nicht klären konnte, welches das Defekte ist. Dafür habe ich jetzt aber für 40 Euro plus gut drei Stunden Arbeitszeit wieder einen funktionierenden Wechselrichter, dessen Austausch mich sonst rund 1200 Euro gekostet hätte.

  • Hmm, solche dicken Komponenten entlöte ich meistens mit Lotsauglitze, notfalls vorher mit Lötlack einsprühen...
    Für einen Printtransformator brauchte ich mal eine ganze Rolle und auch "upside-down"
    war schon notwendig, damit der Zinn durch die Durchkontaktierung herunter läuft...
    einstein0

    33 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    2 kW- Hybrid-Insel im Camper, BEV: Hyundai Kona. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
    PV-Notstromversorgung 10 kWh im MFH mit Infini 3 kW Hybrid-WR und 10 kWh Li-Testspeicher.

  • Lötsauglitze - versucht, gescheitert. Die Wärmeabfuhr war viel zu groß, und konnte das Lötzinn nicht durch die Platine durchsaugen.


    Vakuumpumpe - konnte ich auch vergessen.


    Wir reden von streichholzschachtelgroßen Lötpads, durchkontaktiert auf ein weiteres streichholzschachtelgroßes Lötpad.

  • Danke für den Reparaturbericht.
    Mich würde noch interessieren wie alt dein WR ist?


    wemu

    7,5kWp / 30 x Axitec AC250M 156-60S / 2 x SMA SB4000TL21 / seit 03/2012
    Ausrichtung 10° West, DN 30°
    Solarthermie: 8m² Flachkollektoren + 400l Speicher seit 4/2004

  • Wenn ich schon sicher bin, dass das Bauteil defekt ist, dann brauche ich das Bauteil beim Auslöten nicht mehr schonen.
    Will damit sagen, das Bauteil wird herausgezwickt oder abgefräst. Dann kann man den verbleibenden Pin ohne Probleme herausbekommen. Einen hochpoligen Stecker bekommt man auch nur so heraus.


    Oder man hat eine Mini-Lötwanne zur Hand z.B. so was

  • Zitat von wemu


    Mich würde noch interessieren wie alt dein WR ist?


    Mein WR wurde im Dezember 2007 eingebaut. Damit hat das Relais 8 Jahre durchgehalten.


    8 Jahre x 365 Tage x 3 Schaltversuche (geschätzt) = keine 9000 Schaltzyklen. Schwach. Ganz schwach.