EDV Photovoltaik Steuer

  • Hallöchen,


    ich betreibe seit 3 Jahren eine 22 kwp PV Anlage. Alles schriftliche, wie Kommunikation und Steuer mit dem FA, Abrechnung, Versicherungen usw., habe ich mit meinen alten Windows Rechner getätigt. Den habe ich auch für meine Mitewohnung und privat genutzt.
    Nun hat der sich komplett verabschiedet und ich möchte mir Ersatz zulegen. Da wir allerdings bis auf meinen Windiws Recher auf die Apfel Produkte umgestiegen sind, soll nun natürlich auch ein Imac her.


    Ich denke, die Maschine wird so um die 2500 Euro kosten. Wie seht Ihr das, wäre das möglich, den komplett auf die PV Anlage zu schreiben? Oder soll ich da mit prozentualer Aufteilung anfangen?
    Ich habe ein Tablet zur Anlagenüberwachung allerdings schon drin. War seiner Zeit zwar kein Apfel, aber im Betriebsvermögen ist es auf jeden Fall schon aufgegangen.


    Ich bin mir nicht sicher, ob das FA dies so ohne weiteres mitmacht. Die stellen sich schon immer ein wenig an.


    Danke im voraus für Eure Ratschläge.


    Grüße

  • Die stellen sich nicht an - sondern ermitteln im Rahmen Ihres Ermittlungsauftrages den steuerlichen Sachverhalt.
    Es gibt hier keine eineindeutige Wahrheit.


    Jedes beliebige Wirtschaftsgut ist ohne Wenn und Aber als Betriebsausgabe zu berücksichtigen, wenn die Anschaffung betrieblich veranlasst ist / die Nutzung betrieblich erfolgt.
    "Veranlassung" heisst nicht, dass die Anschaffung "sinnvoll" sein muss; oder wirtschaftlich. Wenn es so wäre, hätte der Gesetzgeber das so geschrieben. Hat er aber nicht. Er hat "veranlasst" geschrieben.


    ABER:
    Der Unternehmer handelt nach der Lebenserfahrung sinnvoll, vernünftig und wirtschaftlich. Zumindest darf ein so handelnder Unternehmer als Rechtsmaßstab herhalten. Bedeutet im Umkehrschluss: Ist eine Anschaffung völlig unwirtschaftlich...ist dies zwar kein Beweis, aber ein erstes Indiz, dass hier was im Busch sein könnte.


    Nicht bei allen, aber bei vielen Gegenständen ist die Möglichkeit einer nicht unerheblichen privaten Nutzung wahrscheinlich oder sicher. Auf den ersten Plätzen turnen da sicherlich Autos, Mobiltelefone und PC's umher.


    Ob sich das FA mit diesen Dingen im Einzelfall beschäftigt oder nicht... lässt sich nicht vorhersagen.
    Kann sein, dass der Amtsvorsteher für sein Haus oder der Sachgebietsleiter für seinen Zuständigkeitsbereich eine Anordnung getroffen hat, wie die Sachbearbeiter zu verfahren haben. Kann genau so gut sein, dass keine Anordnung getroffen ist, und die Anordnung den Mitarbeitern viel Spielraum lässt.
    kann genau so gut sein, dass eine Anordnung exisitert - und sich ein alter Hase nicht dran stört.
    Eher wahrscheinlich ist allerdings, dass man an einen jungen Hüpfer gerät... die die Dinge etwas verbissener sehen.
    Letztlich spielen die Führungsinstrumente auch eine Rolle. Bei Mitarbeitern in Ausbildung ist dies sicherlich eher die fachliche Qualität der Arbeit; jenseits der Ausbidlung jedoch die Geschwindigkeit.
    Branchenunkenntnis... oder aber die Überzeugung, das zufällige persönliche Branchenkenntnisse keine Auswirkung auf die dienstlichen Entscheidungen haben dürfen... selbst dass spielt hinein.


    Völlig aussichtslos hier etwas zu prognostizieren - wenn man keine langjährigen Erfahrungen mit dem jeweiligen Haus hat.



    Es kann also sein, dass einfach abgenickt wird.
    Genau so gut kann es sein, dass intensiv recherchiert wird.
    Die Mitte dürfte unbesetzt sein.


    Zwei Dinge werden dann gerne vermischt - die eigentlich nichts miteinander zu tun haben:
    a) Die anteilige betriebliche Veranlassung (Ein Haus; zwei Etagen; eine Etage betrieblich; eine privat)
    b) Die gemischte Nutzung
    Nur im Fall a) ist ein nur anteiliger Abzug wirklich korrekt.
    Im Fall b) wendet man ihn trotzdem häufig an, weil man meint, es gäbe am Ende keinen Unterschied.


    Vereinfachen ist o.k. - aber man muss schon noch wissen was man tut.


    Einen PC von vornherein anteilig ansetzen..... nimmt zunächst mal die Chance, auch mehr durchzubekommen.
    Ist der andere kein Depp.. hinterfragt er den Ansatz. Und wenn da rauskommt, "das haben wir nach Gefühl geschätzt"... dann ist schon klar, dass auch der Sachbearbeiter "mal nach Gefühl schätzt".


    Dein "Edelteil" geht bei demjenigen, der nach dem Prüfschema "hoch lebe der Vorgang" arbeitet, genau so gut durch, wie ein Billigprodukt. Bei allen anderen könnte es provozierend wirken. Dessen muss man sich bewusst sein.
    Wenn Branchenkenntnisse vorhanden sind (und da reichen ja nun ganz allgemeine Kenntnisse) - dann wird man wissen, dass im kaufmännischen Büroalltag jeder überzeugt ist, einen Apple könnte man essen. Umgekehrt... dass gerade Apfel-Produkte ihre Rechtfertigung in Bereichen haben, die man als "privat" einstufen könnte.


    Mir persönlich wäre mit dem Teil unwohl.
    Ich würde mir wohl bei einem Versandhändler irgendwas angemessenes kaufen; bezahlen. Und zurückschicken.
    Kommt jetzt irgendwas in Richtung "private Nutzung"... würde ich kontern... "nee nee... privat ist es mir mit so ner Gurke nicht getan. Schaut her... ich habe noch einen Apfel".


    Unwohl.,.,. vor allem weil ich wüsste, wie man den Stab über Dir bricht:
    Ich würde mal kackfrech behaupten, dass es keinen objektiven Aufteilungsmaßstab der betrieblichen und privaten Nutzung gibt. Und dann..... ja dann könnte auch das Aufteilungsverbot zum Tragen kommen. Und Du gehst komplett leer aus.


    Ich weiß - das waren mal wieder mehr als 50 Worte.
    Und dann noch nicht mal ein Patentlösung. Aber das war ja in der zweiten Zeile angekündigt.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Danke für die Ausführungen. Die Idee mit dem zurück schicken hatte ich auch schon. Nur welch ein System wäre da als angemessen zu bezeichnen?
    Ich bekomme bestimmt etwas für 400 Euro, was irgendwie für mein WISO und PV Steuer Programm ausreicht. Mit Monitor und Drucker würde ich im Office Bereich durchaus 1200 Euro ausgeben.
    Ich würde dann bei Dell bestellen.



    Hmm. Schwierig.

  • ja. wenn so ein Ding 8 Stunden am Tag und länger genutzt wird - von Leuten, die mich viel mehr kosten, wenn sie keine guten Arbeitsbedingungen haben.
    Notebook der günstigsten Kategorie..... das wäre wohl ein Weg, der am wenigsten dazu geeignet ist, unnötiges Aufsehen zu erregen.


    Wie schon gesagt... der preis kann - muss aber keine Relevanz haben.
    Ich... bei dem FA "meines Vertrauens" (wo man mit den heutigen Führungskräften die Schulbank gedrückt hat; und einfach nach mehreren Jahrzehnten weiß, wie der Laden tickt: Einfach rein in die BA. Der Innendienst macht dort keinen Finger krumm für Dinge, die Sache des Außendienstes wären.
    (Im Nachbarbezirk würde ich es nicht einmal versuchen - weil ich weiß, dass da nur Halbhaarspalter an EEG-Anlagen rangelassen werden).

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