Berechnung Rentabilität Akku

  • Hallo Community,


    um die Rentabilität einer Akku-Anschaffung einschätzen zu können, führe ich eine Berechnung durch. Diese scheint mir jedoch zu pessemistisch zu sein. Denkt Ihr, dass ich einen Rechenfehler habe?


    Folgende Berechnung habe ich gemacht:
    Netto-Gewinn pro eingespeister kWh Strom [€]: Vergütung netto x (1-Steuersatz)
    Steuer auf Eigenverbrauch pro kWh [€]: Strombezugspreis brutto x Steuersatz


    --> Netto-Gewinn pro selbst verbrauchter kWh Strom aus dem Akku [€] im Vgl. zur Einspeisung:
    Strombezugspreis brutto - (Steuer auf EV + Netto-Gewinn pro eingespeister kWh Strom) / Gesamtwirkungsgrad des AkkuSystems


    Dies ergibt bei meinen Werten:
    Vergütung netto: 0,159€
    Bezugsstrom brutto: 0,25€
    Steuersatz: 35%
    Gesamtwirkungsgrad des Akku-Systems: 85%


    0,25€ - (0,25€ * 0,35% + 0,159€ * (100% - 35%)) / 85% = 0,025€
    --> es steigert sich der Gewinn (nach Steuer) pro kWh Strom selbstverbrauchtem Strom über den Akku im Vergleich zur Einspeisung und Bezug dieser kWh von 2,5Cent.
    --> wenn ich meine Bezugsstrommenge um 1000kWh pro Jahr durch einen Akku reduzieren könnte, dann würde ich 25€ pro Jahr einsparen.


    Kann das sein?


    Viele Grüße
    dodi

  • Hi,
    rechne doch einfach 1000kWh x0,25€ = 250€ gespart.


    Um 1000kWh aus dem Speicher entnehmen zu können must du aber je nach System 10,15 oder 20% mehr in den Akku schieben.
    Die Prozentzahlen sind nur Beispiele, dürften aber in etwa die Richtung treffen....


    Also 1000kWh +20% = 1200kWh x0,159€ = 190,80€ Einspeisevergütung verloren.


    Differenz 59,20€ vor Steuern.


    Ich lass jetzt mal bewusst die Sachentnahme und unentgeltliche Wertabgabe aussen vor....


    Da kannst du mMn besser in A+++ Geräte, LED Birnen, Strommessgeräte (Standbyverbräuche ermitteln) oder vielleicht auch in plugwise Steckdosen investieren. Das dürfte rentabler sein.


    Gruß Red5FS

    Gruß Red5FS
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  • Wenn du alles selbst mit preiswerten Komponenten zusammenstellst und aufbaust, kommst du auch etwa 10ct/kWh für den zwischengespeicherten Strom, mit kommerziellen Systemen meist über 20ct/kWh.
    Bei deinen 5ct/kWh netto Unterschied, brauchst du also wirklich nicht anfangen zu rechnen, da müßten einige Komponenten schon vom LKW fallen.

  • Ich würde, wenn ich eine Batterie einsetze und Steuern und Abgaben auf EV bezahlen muss, den Batteriespeicher parallel zur PV vor dem PV-Erzeugungszähler anschließen. Die Batterie wäre sozusagen technisch gesehen Bestandteil der PV. Damit ist der WG der Batterie erst mal kein EV mehr.

    PV, BHKW, Speicher ecoBATT, Bilanzpunktregler ecoBPR, Wallbox ecoLOAD, Renault ZOE
    Rechnen hilft. Bleistift, Papier und Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern
    Oscar Perdok GmbH - Gildeweg 14 - 46562 Voerde PV, Wallboxe und mehr

  • Was die Herrschaften hier so eloquent zum Ausdruck bringen, du hast keinen GRUNDlegenden Rechenfehler drin, ein Speicher rechnet sich über die Laufzeit nur in den seltensten Fällen. Allerdings hätte ich bei der Steuer auf den Eigenverbrauch den Netto Bezugsstrompreis genommen und nicht den Bruttopreis? Schließlich musst du die Umsatzsteuer ja abführen oder? (Ich bin in Steuersachen echt schlecht ^^)


    Die einfachen Überschlagsrechnungen, welche meine Vorposter gebracht haben zeigen dir allerdings relativ deutlich, dass ein Speicher irgendwo zwischen 20 - 200 € pro Jahr an zusatznutzen bringt, MEHR NICHT. Bei einer Lebenszeit von etwa 10 Jahren darf der Akku also maximal 200 - 2000 € inklusive allem kosten ;-)


    Ergo, lohnt sich von der Stange fast nie.

  • Ich bin schon ziemlich überrascht, dass man im Zusammenhang mit Akkus über einen Gewinn nachdenken kann.
    Auch ohne zu rechnen ergibt für mich jede Einbindung eines Akkus zwangsläufig einen Verlust, auch ohne Steuern. :oops:
    Ein Akku muss also schon zumindest einen anderen Vorteil bieten, als zu rentieren. :wink:
    Zum Beispiel als Antrieb im Elektroauto bei kostenlosen Ladestationen. :idea:
    einstein0

    30 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    1 kW- Insel im Camper ohne PV! EV; Mitsubishi Imiev. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
    PV-Notstromversorgung im MFH mit Infini 3 kW Hybrid-WR und 1,2 kW Bi-WR als Testspeicher.

  • Bei den aktuellen Bruttostrompreisen und der Einspeisevergütungs in D kann man zumindest auf den GEdanken kommen, dass es sich lohnen könnte ;-)


    Leider tut es das aber noch nicht :-P


    Falls der Strompreis allerdings in Zukunft noch einiges klettert, die Einspeisevergütung sinkt und die Batterien günstiger werden, kann könnte das irgendwann was werden. WENN bis dahin nicht was ganz anderes gemacht wird ;-)

  • Meines Erachtens lohnt sich ein Akku nur in einem Selbstversorgungssystem ohne Einspeisung unter Beachtung der Kosten und Einsparungen des Gesamtsystemes, nicht des Akkus alleine. Dieses "lohnen" heisst auch nicht, dass eine Einspeisung unwirtschaftlicher wäre. Um sich "zu lohnen" brauch es dann aber auch einige Vorraussetzungen, in erster Linie hohe Verbräuche und damit hohe Bezugskosten, die dann eingespart werden können. Da ich von Eigenverbrauchssystemen ohne Einspeisung rede, fallen die ganzen Steuern und Abgaben (natürlich auch die Einspeiseerträge) weg, die langfristig den Akku unrentabel machen würden, da in einem eigenständigen Eigenversorgungssystem kein Eigenverbrauch angerechnet wird.


    Als Beispiel führe ich meine (Halb-) Insel an, die bis jetzt mehr oder weniger wie geplant funktioniert. Das Gesamtsystem sollte durch Bezugskosteneinspaungen in ca. 12-15 Jahren, Tendenz zu 15, amortisiert sein, womit es final wirtschaftlich sein wird. Hätte ich diesselbe Zeit eingespeist, wäre dies womöglich wirtschaftlicher gewesen, aber spätestens mit Akku und gesteigertem Eigenverbrauch hätten langfristig die Steuern die Wirtschaftlichkeit vermiesst. Bei einer Lebensdauer der Module von bis zu 25 Jahren, wäre da am Ende wohl eine Null rausgekommen, so hoffe ich für die Zeit nach T +15Jahren auf erhöhte Gewinne, wobei die unweigerlich kommenden Ersatzinvestitionen in Batterie und Wechselrichter noch mit wahrscheinlich steigenden Bezugskostenpreisen in der zukunftsannahme sich ausgleichen...

    Hybridinsel, 3 phasig, 3 XTM 4.000, 2 Variotrack, BSP, Staplerbatterie 775 AH 48V, eff. ca. 8 kwp (4,75 auf SO und 5,25 auf NO), 250er Yingli
    PoorMan'sTesla=PMT=Renault Fluence und 120l Elektroboiler als Überschußverwerter...