Verkauf PV-Anlage: UST zurückzahlen?

  • Hallo PV Gemeinde,


    ich habe im Mai 2013 eine PV Anlage für 16400,- brutto (davon UST 2623,-) in Betrieb genommen. Ende 2014 habe ich das Haus mit der PV Anlage im Wert von 13000,- verkauft. Jetzt will das Finanzamt eine UST Nachzahlung für 2014 in Höhe von 2565,- haben. Kann das richtig sein? Ich habe schließlich die Anlage für den Nettowert verkauft (13800,- abzüglich Abschreibung = Buchwert bei Verkauf 12600,-€, daher Verkaufspreis 13000,-€). Was habe ich jetzt für Möglichkeiten? Wo kann ich nachlesen, ob die Forderung richtig ist? Gibt es eine Haltefrist für PV Anlagen? Kann ich jetzt den Verlust irgendwo geltend machen? Fragen über Fragen.....

  • Warum netto verkauft ?


    Auf eine normale gesetzliche Rechnung gehört eine MwSt. ausgewiesen !


    wenn man MwSt. geltend gemacht hat, also Vorsteuer gezogen,
    dann ist bei Veräusserung des Gegenstandes eine Rechnung mit MwSt. auszuweisen
    und diese wird dann als UST. durchgeschleift ans liebe FA.


    Das sollte Dein Steuerberater aber wissen.

    ZOE intens 10/2014, IONIQ Style electric 11/2017, Kona 12/2018
    9,69 kWp = 38 St. WSP-255P6, STP10000-10
    6,7 kWp = 28 St. Risen 240, STP5000-20
    Solar-Lamprecht - 90765 Fürth - mail: info @ solar-lamprecht.de

  • Wenn du auf die Kleinunternehmerregelung verzichtet hast und deshalb die Vorsteuer erstattet bekommen hast, kannst du doch nicht ohne Umsatzsteuer verkaufen. Wechseln kann man nach 5 Jahren zur KUR ohne dass man die Steuer zurückzahlen muss.

  • Zitat von markus1310

    Hallo PV Gemeinde,


    ich habe im Mai 2013 eine PV Anlage für 16400,- brutto (davon UST 2623,-) in Betrieb genommen. Ende 2014 habe ich das Haus mit der PV Anlage im Wert von 13000,- verkauft. Jetzt will das Finanzamt eine UST Nachzahlung für 2014 in Höhe von 2565,- haben. Kann das richtig sein? Ich habe schließlich die Anlage für den Nettowert verkauft (13800,- abzüglich Abschreibung = Buchwert bei Verkauf 12600,-€, daher Verkaufspreis 13000,-€). Was habe ich jetzt für Möglichkeiten? Wo kann ich nachlesen, ob die Forderung richtig ist? Gibt es eine Haltefrist für PV Anlagen? Kann ich jetzt den Verlust irgendwo geltend machen? Fragen über Fragen.....



    Wenn Du nur die Anlage, also sonst kein Geschäft hast und es sich damit um eine Geschäftsveräußerung im Ganzen handelt, war der Vorgang nicht steuerbar nach § 1 Abs. 1 a UStG. Gegen den Bescheid, mit dem das Finanzamt die Umsatzsteuer zurückfordert, müsstest Du Einspruch einlegen.

    <p>Dr. Stefan Rode</p>
    <p>Rechtsanwalt und Steuerberater</p>

  • Zitat von Sonnenstevie

    Wenn Du nur die Anlage, also sonst kein Geschäft hast und es sich damit um eine Geschäftsveräußerung im Ganzen handelt, war der Vorgang nicht steuerbar nach § 1 Abs. 1 a UStG. Gegen den Bescheid, mit dem das Finanzamt die Umsatzsteuer zurückfordert, müsstest Du Einspruch einlegen.


    Hallo zusammen,


    vielen Dank schonmal für die zahlreichen Antworten. Vielleicht nochmal zum Verständnis. Ich habe mein Eigenheim für xxxx€ verkauft. Im Notarvertrag ist folgender Passus enthalten: "Von Herrn xxxx allein mit verkauft und im Kaufpreis mit einem Betrag von 13.000,00€ enthalten ist die Photovoltaikanlage und das zum Betrieb der Anlage gegründete Einzelunternehmen mit allen Aktiva und Passiva. Die Vertragsteile gehen davon aus, dass es sich hierbei um eine Geschäftsveräußerung im Ganzen gem §1 Abs. 1A UStG handelt."


    Sonnenstevie
    Das deckt sich doch mit Deinen Angaben und der Bescheid ist rechtswidrig. Sehe ich das richtig und ich hab noch Hoffnung? Ich bin einganz normaler Arbeitnehmer, der sich eine PV Anlage auf das Dach montiert hat, das Haus dann verkauft hat und nochmal neu gebaut hat. Auch hier habe ich wieder eine neue PV Anlage auf das Dach gebaut. Aber die Neue hat Nichts mit der alten zu tun, oder? Hier habe ich mir die UST vom Finanzamt erstatten lassen.

  • Hallo,
    an einige Vorschreiber hier ( nicht an Sonnenstevie denn der ist hier ausgewiesener Maßen der Profi),zuerst mal informieren, dann posten. Ist einfach besser !
    Wir sind in einer ähnlichen Situation nur dass es noch eine zweite PV-Anlage gibt. Gespannt was bei der Steuererklärung für 2015 seitens des FA rauskommen wird.
    Wir haben eine Formulierung im Vertrag dass , falls das Finanzamt zur Auffassung gelangen sollte, es wäre keine "Geschäftsveräußerung im Ganzen" gewesen, dass dann dem Käufer noch die Umsatzsteuer in Rechnung gestellt wird und er kann sie sich dann wieder vom FA erstatten lassen.
    Ich weiss nicht warum aber manche Finanzbeamten ziehen gerne solche Nummern ab. :lol:
    Wenn es deine einzige Anlage war ist der Fall klar, dann handelt es sich um eine Geschäftsveräußerung im Ganzen und der Verkauf musste zum Nettopreis erfolgen.
    Da gibts aber noch eine Sache bei, nämlich dass der neue Eigentümer dann auf die Idee kam zur Kleinunternehmeregelung zu wechseln, dann will das Finanzamt erstattete Umsatzsteuer von dir zurück, das solltest du mal klären was der neue Eigentümer gemacht hat.
    Eigentlich gehört in einen notariellen Kaufvertrag nach meinem heutigen Wissenstand auch noch eine Klausel hinein sinngemäß: Falls der neue PV-Anlageneigentümer dann zur Kleinunternehmerregelung vor Ablauf von 5 Jahren optiert, schuldet er dem Verkäufer noch die Umsatzsteuer die das Finanzamt deswegen bei ihm einfordert.


    Viele Grüße:


    Klaus

    "Ich hatte nie zuvor ein Produkt um das ich so betteln musste um es zu bekommen um später so kämpfen zu müssen und alles zu versuchen um es nur behalten zu dürfen"
    Peter Horton 2003 über sein GM EV1 in"Who killed the electric car"

  • Zitat von Boelckmoeller3

    Da gibts aber noch eine Sache bei, nämlich dass der neue Eigentümer dann auf die Idee kam zur Kleinunternehmeregelung zu wechseln, dann will das Finanzamt erstattete Umsatzsteuer von dir zurück, ......


    Bist du dir da sicher?

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Dann will das Finanzamt die Steuer anteilig (i. S. §15a UStG) vom Erwerber zurück.


    Wechselt der Erwerber zur KUR - so liegt beim Erwerber eine Änderung der für den Vorsteuerabzug maßgeblichen Voraussetzungen vor - die die Vorsteuerkorrektur auslöst.


    Um Rückfragen vorzubeugen: ich bin mir so sicher, dass ich edelste Körperteile darauf verwette.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Ich habe dieses Jahr eine gebrauchte PV Anlage gekauft. Größe der gekauften Anlage 434 kwp.
    Der Verkäufer hatte und hat noch andere PV-Anlagen.


    Dennoch hat sein FA auf Anfrage gesagt, dass es eine Geschäftsveräußering im Ganzen sei und der Verkauf ohne MwSt. zu erfolgen habe.


    Mir kam das seltsam vor, da das Gesetz ja von der "letzten" Anlage beim Verkauf ausgeht und ich habe deswegen Kontakt zu meinem FA aufgenommen. Dieses hat mir bestätigt, dass, wenn das FA des Verkäufers es als Betriebsveräußerung im Ganzen sieht, sie das so akzeptieren. Wörtlich: "Wir wären ja blöd das anzuzweifeln".


    Ich vermute daher auch eher, dass der Erwerber etwas am umsatzsteuerlichen Status der Anlage verändert hat.