Frage zur Dachverpachtung mit Eigenverbrauch

  • Hallo,


    wir haben mal wieder ein Angebot von einer Firma bekommen, diesmal hört es sich aber verlockend an, daher bitte ich um Eure Einschätzung.


    Es sollen unsere Firmendächer mit ca. 160KWp belegt werden für 30 Jahre soll ein Pachtvertrag abgeschlossen werden und wir bekommen weder eine Pacht noch sonstige Vergütung, können aber den selbst genutzten Strom immer mit weniger als 8 cent zu unseren Stromanbieter bezahlen (aktuell 19 Cent netto demnach 11 Cent). Unser jährlicher Stromverbrauch liegt bei ca. 300.000 - 350.000 KW im Einschichtbetrieb.
    Der Betreiber kümmert sich um alle erforderlichen Unterlagen, Genehmigungen etc auch schliesst er eine erhöhte Versicherung ab.


    Was haltet ihr davon? Brauche nur zwei Unterschriften geben .

  • Bei Einschichtbetrieb gehe ich von normalen Arbeitszeiten aus, oder?
    160kWp könnten so um die 160.000kWh im Jahr erzeugen. Bei Deinem Verbrauch würde ich von ca. 80.000 kWh ausgehen die davon von Dir verbraucht werden. Bei 8ct Ersparnis macht das für Dich pro Jahr in etwa 6.400€ Kostenersparnis. Inwiefern sich das dann steuerlich verschiebt, kann ich Dir nicht sagen. Ich würde allerdings sagen, da bleibt dann etwas weniger von übrig.


    Ob Dir das Geld als "Entschädigung" für Dein Dach reicht, musst Du wissen....


    Stefan

  • ja das klingt schon verlockend. der Anlagenbetreiber spekuliert hier auf steigende Energiepreise und damit auch auf steigende Erlöse durch den Direktverbrauch. Nun dir Frage wäre, ob die EEG Umlage in den 8 cent schon enthalten ist??

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!

  • Danke für die schnelle Antwort!


    Unsere Produktion können wir zeitlich anpassen . Momentan leider nur 6h - 8h Auslastung.


    Ob mir ca 500 € Einsparung im Monat reichen hmmm könnte natürlich mehr sein aber ich habe ja eigentlich kein Risiko und ich glaube ich würde keine Pacht in dieser Höhe erzielen.

  • machtnix


    das hab ich mich auch gefragt so steht es im Vertrag....
    Der Grundeigentümer erhält das Recht zum Eigenverbrauch des mit der Photovol- taikanlage erzeugten Stroms für sich und seine Mieter. Der Strom ist an den Betrei- ber im Jahr 2015 mit 11 Cent pro kWh zuzüglich EEG-Umlage und Mehrwertsteuer zu vergüten.
    Der Vergütungssatz wird jährlich zum 1. Januar für das gesamte Kalenderjahr festge- legt und gegenüber dem Vorjahr so erhöht oder verringert, dass der Eigenstrom oh- ne EEG-Umlage und MwSt am 1.Januar einen Abstand von 8 Cent zum aktuellen Netzbezugspreis (netto, ohne MwSt) von derzeit 19 Cent hat. Der Grundeigentümer erhält somit für die Laufzeit der Anlage seinen Strom um 8 Cent unter dem Preis, den er für seinen Netzstrom bezahlt. Die gesetzlichen Regelungen zur EEG-Umlage ge- hen, sofern sie jeweils zutreffen, zu Lasten des Eigenstromnutzers (Grundbesitzers).

  • Da bleibt euch ja kaum was, wenn ihr die Umlage auch noch zahlen müßt. Was, wenn die Umlage über 8ct steigt, weil da noch mehr Befreiungen reingerechnet werden :?:
    Ihr habt einen eigenen Trafo? Den wollen sie auch kostenlos mitnutzen?
    Wenn schon, dann sollen sie euch die 11ct auf 20 Jahre plus 2015 garantieren, mehr bekommen sie vom EEG auch nicht, wenn ihr euch entscheidet den Strom nur noch durchzuleiten.

  • alterego


    ich dachte dies wäre so.....


    ja wir haben einen eigenen Trafo.


    So richtig verstehen kann ich es leider nicht, weil ich nicht weiß was ich weiterhin bezahlen muss pro kw.


    per mail habe ich diese Antwort erhalten.
    Ihr aktueller Strompreis errechnet sich in etwa so:

    Arbeitspreis 4,95
    Netznutzung 5,02
    EEG-Umlage 6,24
    Stromsteuer 2,05
    Konzessionsabgabe 1,52
    KWKG-Umlage 0,13
    Abrechnung 0,34
    Messung 0,10
    Messstellenbetrieb 0,35
    Summe 20,70 Cent

    Zuzüglich Mehrwertsteuer. Von uns erhalten Sie den Strom netto inkl. EEG-Umlage für 13 Cent, also ein Abstand von 8 Cent, garantiert auf 20 Jahre.

  • Ist der Stromanbieter = der jenige der die PV installieren will?


    Zitat von alterego

    Wenn schon, dann sollen sie euch die 11ct auf 20 Jahre plus 2015 garantieren, mehr bekommen sie vom EEG auch nicht, wenn ihr euch entscheidet den Strom nur noch durchzuleiten.


    11 Cent/kWh sind ja aber immer noch viel mehr, als wenn er die PV-Anlage selbst installieren lässt und betreibt.
    Warum nicht selbst die PV-Anlage installieren und betreiben?
    Das wäre doch die beste Lösung.

  • Zitat von mastereckert

    ... Die gesetzlichen Regelungen zur EEG-Umlage ge- hen, sofern sie jeweils zutreffen, zu Lasten des Eigenstromnutzers (Grundbesitzers).


    Zitat

    Von uns erhalten Sie den Strom netto inkl. EEG-Umlage für 13 Cent,


    STOPP, die Umlage beträgt in der Konstellation (für 2015) nicht 1,851ct (=30% von 6,17) sondern 6,17ct, da ist der Haken, den ich schon seit deinem ersten Posting suche.
    edit: siehe auch http://www.photovoltaikforum.c…taerker-ueberwachen-3610/


    Zitat

    EEG-Umlage 6,24


    *räusper* das ist die Umlage von 2014


    J4nnik: klar, aber das war nicht gefragt ;)

  • Zitat von alterego


    STOPP, die Umlage beträgt in der Konstellation (für 2015) nicht 1,851ct (=30% von 6,17) sondern 6,17ct, da ist der Haken, den ich schon seit deinem ersten Posting suche.


    Ich bin verwirrt! Wie kommst du darauf, dass nur 1,85 Cent/kWh berücksichtigt werden?


    Die beiden von dir zitierten Textstellen sind mir auch sofort aufgefallen. Für meine Begriffe stehen sie in direktem Widerspruch zueinander. Lt. Vertrag soll die EEG-Umlage vom TO getragen werden und würde damit die 8 Cent Ersparnis fast auffressen. Lt. Email wird die EEG-Umlage vom Betreiber gezahlt und dem TO bleiben die ca. 8 Cent Ersparnis. Was ist jetzt richtig?


    mastereckert:
    Ich weiß jetzt nicht, was z.Zt. ein Gewerbebetrieb mit ca. 325.000 kWh Jahresverbrauch im Regelfall netto pro kWh zahlen würde, aber die von dir angegebenen 19 Cent bzw. die vom Anbieter vorgerechneten 20,7 Cent halte ich für kein Schnäppchen. Ich habe gerade einen Liefervertrag für netto 18,3 Cent/kWh abgeschlossen, bei einem Jahresverbrauch von 4.250 kWh.


    Es würde sich ohnehin die Frage stellen, ob du dann den Bemessungsstrompreis durch Wahl eines günstigen Anbieters bestimmen könntest?
    Das Angebot hört sich ansonsten gut an, wenn die 8 Cent Differenz gelten, die EEG-Umlage dich nicht trifft, du den Anbieter frei wählen kannst und letztendlich nicht selbst in eine PV-Anlage investieren willst. Natürlich darfst du auch keine Probleme damit haben, andere Personen in dein Grundbuch zu lassen. :wink:

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)