Module tauschen

  • Moin,


    Ich hab da mal eine Frage, da ich dieses Thema mit meinem Onkel beim Bierchen aufgeschnappt habe.
    Er besitz eine ältere Anlage (10 Jahre alt), 6KW mit Hitachi Amorphen Modulen an 3 Sunny Boys (Typ jetzt nicht zur Hand, geht mehr um die generelle Sache).
    Uns stellte sich die Frage, ob es erlaubt ist, die Module gegen andere zu tauschen (Kompletttausch), ohne Einbußen bei der Vergütung zu haben. Sein Ertrag ist die letzten Jahre doch gewaltig zurück gegangen (keine 5000 kwh im Jahr).
    Dadurch, das er Volleinspeiser ist, und die WR ja nicht mehr als 6KW zusammen einspeisen, ist es doch eigentlich wumpe, welche Module ich davor hänge oder?
    Unsere Idee ist nun, die 6 KW mit neueren Polys zu realisieren und die amorphen evtl. für eine Insel zu nutzen...


    Ist die Idee Nonsens, oder gar nicht so übel? Wenn das möglich ist, besteht irgendwo die Möglichkeit, abzusetzen, oder andere "Vorteile" zu nutzen (Onkelchen hat einen Gas-Wasser-Scheisse-Betrieb)?


    Anlage (soweit bekannt):
    6KW (60 X 100W Hitachi amorph)
    3 X Sunnyboy (denke mal 2KW WR)
    DN: ca 25 Grad
    PLZ 48429

    Bilder

    1,76KW Insel mit 8XConergy 220 an PiP 4048 + Bleigel 20kw/h brutto
    9,945 KW (24X IBC 255VL auf -70, 15X IBC 255VL auf +110) an SMA STP8000TL
    seit 02.02.2016: Sunny Island 4.4M plus LG Resu 6.4 +1 erw. Modul..gesamt 8,6 KWh netto

  • Moin fighterkalle und Grüße aus der Nachbarschaft,


    wenn ich das richtig sehe, haben die Module noch einen spezifischen Ertrag von 833 kWh/kWp. Für eine Südanlage wäre das in der Tat sehr wenig. Von der Ausrichtung vergleichbare Anlagen werden in diesem Jahr in unserer Gegend um die 1.000 kWh/kWp erreichen.


    Zunächst würde sich mir die Frage stellen, ob dies an einer allgemeinen Degradation der Module liegt oder ob es Fehler in einzelnen Strings gibt. Ist das mal überprüft worden?


    Falls es sich tatsächlich um Degradation handeln sollte, sollte der Grad zumindest an einigen Modulen exemplarisch festgestellt werden. Dazu müssten diese geflasht werden. Sollte sich der Verdacht bewahrheiten, würde ich einen Reklamationsversuch beim Hersteller (gibt es den noch?) wagen. Ob der Erfolg haben könnte, hängt davon ab, wie bereitwillig der Hersteller ist, wie hoch die Degradation tatsächlich ist und ob überhaupt Flashlisten vorhanden sind. Unter Umständen wird der Hersteller nur die Module ersetzten, die nachweislich über die Toleranzgrenze degradiert sind. Dann kannst du gleich zu Plan B übergehen.


    Plan B: Schauen, ob die Versicherung evtl. einen derartigen Schaden trägt.


    Wenn alles nichts hilft, wirst dein Onkel die Module wohl auf eigene Kosten austauschen dürfen, denn die Degradation wird vermutlich weiter voranschreiten und bei 10 Jahren Restlaufzeit, sollte sich ein Austausch der Module lohnen.
    Vergütungsmäßig ändert sich dann nichts, wenn die alten Module als "defekt" gelten. Dazu reicht es m.W., wenn sie die gängigen Degradationsgrenzen erreicht haben. Der Austausch der Module muss beim zuständigen VNB angezeigt werden; ich würde das im Vorfeld schon mit dem VNB kommunizieren.


    Weiter Informationen zum Modultausch findest du hier:

    Dateien

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


    Einmal editiert, zuletzt von Bento ()

  • Moin,


    Danke dir für die schnelle Antwort. Er hat scheinbar in einem String irgendwo Probleme, da er in diesem schon 2 mal den WR tauschen musste. Wir haben den "scheinbar defekten" String jetzt an einem der anderen WR gehangen, um zu schauen, wie es sich verhällt.



    Ob der Hersteller noch existiert, kann ich gerade nicht sagen. Wie gesagt, es ging um die generelle Sache.Da bei 10 Jahren Restlaufzeit der Vergütung und Erneuerung der Module (auf eigene Kosten, sofern es keine anderen Schlupflöcher gibt)
    immer noch eine Wirtschaftlichkeit gegeben ist ;-)
    Ich werde mal schauen, ob und in wiefern mein Onkelchen gewillt ist, das mal "flashen" zu lassen.


    Er ist ja eher so der " Lass doch laufen, ist bezahlt die Anlage"-Typ....Das kann und will ich so nicht akzeptieren :-)


    Dank dir für die Info und die Tips

    1,76KW Insel mit 8XConergy 220 an PiP 4048 + Bleigel 20kw/h brutto
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  • Spar dir das flashen - ist zu teuer und du weisst danach, dass du nix weisst.


    Nimm die Jahreserträge und setz die ins Verhältnis oder schau in einer Ertragsdatenbank.

    Zu wissen, was man weiß, und zu wissen, was man tut, das ist Wissen.
    Wer mehr zum DC Speicher wissen will erreicht mich per PN !

  • Im EEG steht nirgends, daß man das dem VNB melden muß.
    Im EEG steht aber, da man nur bis zur Leistung der defekten Module installieren darf (und streng genommen kein einziges WP mehr). Verringert sich die Leistung, muß man die Änderung neuerdings bei der Budnesnetzagentur melden.
    http://www.photovoltaikforum.c…t-tarifuebertragung-3583/


    Mal ehrlich - da ist noch so viel Dachfläche frei. Wenn das Geld für einen Austausch da ist (von Seiten des EEG gibt es da nirgends einen Cent dafür, Hersteller/Versicherung wurde ja schon erwähnt), würde ich es eher in eine neue Anlage mit Eigenverbrauch stecken und die alte laufen lassen. Zumindest würde ich gegenrechnen, ob das nicht insgesamt besser rentiert.

  • Zitat von alterego

    Im EEG steht nirgends, daß man das dem VNB melden muß.


    Ja o.k., ich reduziere das auf diese Aussage:

    Zitat

    Schließlich sollte der Austausch von Modulen bereits frühzeitig dem zuständigen Netzbetreiber kommuniziert und das Prozedere abgestimmt werden, um etwaigen vergütungsrechtlichen Überraschungen vorzubeugen.


    (http://www.pv-magazine.de/mein…vergtungsrecht_100017834/)

    Viele Grüße

    Bento


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    (Arnaud Desjardins)