Eigenverbrauch bei mehreren PV Anlagen

  • Ich betreibe seit Mitte 2013 eine PV Anlage auf einer Industriehalle. Die Anlage ist zum Eigenverbrauch installiert worden und speist den Überschuss über eine Trafostation ins Netz (2-Richtungszähler). Eine zweite PV Anlage soll noch in diesem Jahr auf eine benachbarte Halle installiert werden. Beide Hallen, sowie zwei weitere Gebäude werden parallel von der Trafostation gespeist. Bei der Netzanmeldung der neuen Anlage ist nun folgendes Problem aufgetreten: Da die Anlagen beide zum Eigenverbauch genutzt werden sollen, kann nur durch einen kostspieligen Umbau der internen Netzstruktur ermittelt werden, wieviel Strom von der jeweiligen Anlage verbaucht wurde. Als Grund wurden die unterschiedlichen Einspeisevergütungen ins Netz genannt.


    Nach Aussage meines Solarteurs war dieses Problem vor dem Kauf nicht absehbar. Was ist in solch einer Situation seitens des Netzbetreibers Standard? Gibt es normalerweise eine Art Mittelwertbildung?

  • Hallo,


    So ähnlich habe ich es auch, habe es dann nach EnBW Messkonzept 7.1 gebaut und gut.
    Damit läßt sich errechnen wieviel Leistung wohin ging.


    mfg

    4,44 kWp Mitsubishi PV AD 185 MF5, SMA SB 4000 TL-20, 234°SW WebBox
    4,0 kWp Renesola JC255M-24/Bb, ABB PVI 3.6 OUT, 234°SW WebLog Pro
    1,6 kWp YingLi Panda YL270C-30b, SMA SB 1.5, 54°NO SL300
    3,5 kWp Galaxy Energy GS250M, SMA SB 4000 TL-20, 144° SO SL1000

  • Hallo Hellraiser,


    Danke für deine schnelle Rückmeldung. Da die Verbraucher alle parallel an der Trafostation angebunden sind kann das Messkonzept. 7.1 leider nicht angewendet werden. Genau hier liegt mein Problem :). Ein Umbau ist nur sehr schwer möglich, da die Trafostation alleinstehend installiert ist und auch die Kabelquerschnitte zur ersten Halle nicht groß genug sind, um die gesamte Leistung dahinter abzunehmen.

  • Wenn jede Anlage einen eigenen Lastgangzähler bekommt und auch der Übergabezähler an die Station....
    dann sollte das gehen.
    Nur kost der Lastgangzähler halt wirklich auch rund 1€ /Tag (zumindest beim bayernwerk)
    Stell doch mal eine Skizze ein.

  • EDIT: da war ich wohl zu langsam :roll:


    Zitat

    Nach Aussage meines Solarteurs war dieses Problem vor dem Kauf nicht absehbar.


    Kommt drauf an, welche Informationen der Solarteur hatte als er sein Angebot unterbreitet hat.


    Wenn du die Bestandsanlage und die Verhältnisse vor Ort (Trafostation, mehrere Gebäude/Hallen)nicht verschwiegen hast und der Solateur sich die Verhältnisse vor Ort angeschaut hat sollte ihm klar gewesen sein was da auf ihn zukommt.

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

  • Versteh die ganze Argumentation nicht. Wenn alle Verbraucher über einen Zähler an der Trafostation gemessen werden, kann überhaupt das Problem auftreten. Die Aufteilung einfach nach der Leistung der PV vornehmen.

    PV, BHKW, Speicher ecoBATT, Bilanzpunktregler ecoBPR, Wallbox ecoLOAD, Renault ZOE
    Rechnen hilft. Bleistift, Papier und Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern
    Oscar Perdok GmbH - Gildeweg 14 - 46562 Voerde PV, Wallboxe und mehr

  • Für 2013 galt noch das Marktintegrationsmodell.

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Gemäß Messkonzept 7.1 muss eine Reihenschaltung mit Zwischenzählung nach der ersten PV-Anlage erfolgen. In meinem Fall heisst dies, dass die für alle Gebäude benötigte Leistung zur ersten Halle transferiert werden müsste. Von Dort muss ein Kabel zurück zur Trafostation um die restlichen 3 Gebäude zu speisen. Da zwischen Trafostation und der ersten Halle ein Parkplatz ist, müsste der Teer geöffnet und neue Leitungen gelegt werden. Dazu kommen Kosten für den Umbau der Trafostation und des neuen Messschrankes (hinter PV Anlage). Nicht eingerechnet sind Verzögerungen beim Bezug der zweiten Halle (Neubau). Somit kommt bei insgesamt 180KWp schon eine gute Summe zusammen.


    Es gab mehrere Besichtigungen vor Ort. Die Trafostation wurde auch geöffnet und begutachtet. Um Schuldzuweisungen soll es hier aber nicht gehen. Ich suche eher eine Lösung für das Problem. Am einfachsten wäre es die erste Anlage auf Kompletteinspeisung umzustellen. Dies würde für mich aber einen permanenten Verlust bedeuten, da ich mit einer O/W Anlage aus dem Eigenverbrauch rutschen würde.


    Bento: Gilt dieses Modell nicht mehr?

  • Zitat von Dongull

    Bento: Gilt dieses Modell nicht mehr?


    Für deine erste Anlage schon noch, aber für die neue Anlage nicht mehr (wurde mit Einführung des EEG 2014 am 01.08.2014 abgeschafft).


    Ob das allerdings der Grund für deine Probleme ist, kann ich dir auch nicht sagen. Macht die Sache zumindest nicht einfacher!

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Vermutlich willst du noch 2015 ans Netz um die verpflichtende Direktvermarktung ab 2016 zu sparen?
    Mit RLM würde das zügig realisierbar sein, denke ich auch. Wenn der VNB das nicht kann, müßte man die Zähler halt selbst saldieren und die Abrechnung machen. Die Frage ist aber auch, ob man das noch darf sobald die intelligenten Meßssysteme kommen...