HGÜ Erdverkablung mit Trafo-ölisoliertem Röhren?

  • In diesem Forum gibt es einige Experten die sich recht gut auskennen mit Hochspannungstechnik.
    Bitte erklärt mir mal warum folgendes NICHT funktioniert:


    Ich nehme eine Röhre wie z.B für große Wasserleitungen verwendet mit z.B. Radius 30cm. In die Mitte lege ich ein Aluprofil (z:b. Strangguß Radius 5-10cm) die mit Isolatoren in der Mitte gehalten werden.
    Das ganze fülle ich nach dem Zusammenbau mit modernem Transformatoröl als Isolator (12MV/m Isolationsfähigkeit).
    Schon klar dass das als AC Kabel komplett ungeeignet wäre (wg Kapazität und dieelektrischen Effekten).
    Auch klar dass es total sinnlos wäre ein HVDV Seekabel so zu bauen.


    Aber wäre das als HVDC Erdkabel möglich?

    Sollte sehr preiswert sein (sehr simple Standardbauteile, Rohre, Alustrangguß, Trafoöl, supereinfacher Transport und Zusammenbau)
    Sollte robust sein (Bei Alterung des Öls könnte man es austauschen)
    Thermisch müßte es gut funktionieren (Kühlung durchs Öl)
    Man hat nicht mehr das Problem wie bei jetzigen Erdkabeln, dass das ganze flexibel sein muß oder am Stück transportiert werden müßte, man kann ja immer z.B. 20m Teile aneinandersetzen genauso wie im üblichen Leitungsbau.
    Es gibt sehr umweltfreundliches Trafoöl und wenn man wirklich paranoid ist macht man doppelte Verrohrung mit Leckerkennung.


    Wahrscheinlich gibt es einen technischen Grund warum man es nicht macht, denn ich habe mich noch nie mit mehr als 1000V DC beschäftigt?

  • was glaubst du was passiert, wenn das Öl ins Erdreich versickern sollte...

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!

  • Zitat von machtnix

    was glaubst du was passiert, wenn das Öl ins Erdreich versickern sollte...


    unabhängig davon was von der Idee des TS zu halten ist - da passiert genau das Gleiche wie wenn das Öl aus einer Ölpipeline ins Erdreich versickert.
    Trotzdem gibt es solche Pipelines, und es werden sogar ab und zu welche neu gebaut

  • Gute Frage. Problem dürte sein, dass das Alu-profil innen sauber alle 20m geschweisst werden muss, da Schraubkontakte bei wiklich grossen Strömen abfackeln düften. Dafür kann man ein Hohlprofil verwendein und in den Durchmessern grösser werden, wass die lokalen Feldstärken günstiger werden lässt. D.h. man wird einen Schweissautomaten als Abwandlung eines Schweissautomaten aus dem Pipelinebau brauchen, der erst das innenteil, dann das Aussenrohr und dann das Leckschutzrohr automatisch drumrumschweisst. Beim Neubau sollte das gehen. Aber wie bekommt man das bei Reparaturen wieder sauber zu? Da wird man einen Automaten bracuhen, der Halbschalen auch längs verschweisst, was kein grundlegendes Problem ist, Rollnahtschweissgeräte als Automaten gibt es schon länger.
    Den Innenleitern mit Kunststoffscheiben im Rohr schwebend zu halten macht man bei analogen Koakleitungen niedriger Dämpfung schon seit harzehnten so- bzw. wegen Glasfasern seit 25 Jahren nicht mehr, aber die Technik ist bekannt.
    Die Frage wird sein: ist Traofäl je kg billiger als hochspannungstaugliches PE? Und ist man bereit, statt 3000 mm² 20.000mm² Alu zu verlegen um in einer Trassse mehr Leistung zu transportieren? Dann würde ds mit dem Trafoöl interessanter, weil man da mit nach oben offenem Leiterquerschnitt arbeiten kann - in Bereichen für die bisher kein Markt bestand.
    Also technscih sehe ich keine sofortigen Problempunkte, Wirtschaftlich müsste man das prüfen. Wenn man damit bei 10GW/System mit 500kV mit einem Kabelgraben auskäme, und 2m Trassenbreite, könnte sich das vielleicht lohnen.

    Ich würde mein Geld auf die Sonne und die Solartechnik setzen. Was für eine Energiequelle! Ich hoffe, wir müssen nicht erst die Erschöpfung von Erdöl und Kohle abwarten, bevor wir das angehen.
    Thomas Alva Edison
    Trockenplatzdach 2,6kW zum Spielen :)

  • Zitat von hfrik

    Also technscih sehe ich keine sofortigen Problempunkte, Wirtschaftlich müsste man das prüfen. Wenn man damit bei 10GW/System mit 500kV mit einem Kabelgraben auskäme, und 2m Trassenbreite, könnte sich das vielleicht lohnen.


    zum bauen wird eine Trassenbreite von 25 m benötigt
    laufender Betrieb eine Schneisse von 12 m die dann nicht mehr bebaut werden darf.


    Also nix mit 2 m 8)


    Wir ziehen halt dann noch mehr Schneissen durch Deutschland :D

    ZOE intens 10/2014, IONIQ Style electric 11/2017, Kona 12/2018
    9,69 kWp = 38 St. WSP-255P6, STP10000-10
    6,7 kWp = 28 St. Risen 240, STP5000-20
    Solar-Lamprecht - 90765 Fürth - mail: info @ solar-lamprecht.de

  • Höchstspanungsleitungen in der Erde zu verlegen ist schon auf Grund der höheren Kosten nur auf kurzen Strecken sinvoll.

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!