Photovoltaik Anlage mit Eigenverbrauch (Speicher) PFLICHTEN

  • Guten Morgen,
    ich betreibe in Kürze eine Anlage mit Speicher.
    Welche Pflichten habe ich?


    -monatliche Rechnung für die Einspeisung an meine Stadtwerke?
    (auch bei 0 Einspeisung wg. Speicherfüllung nötig?)


    -die MwSt aus der Rechnung überweise ich an das Finanzamt?
    Was ist bei 0 Rechnung?


    + Steuererklärung Gewinn / Verlust Aufstellung


    Ist das so korrekt?
    Was vergessen?


    Danke

  • 1. Wo ist der "offizielle" Präzedenzfall, dass es irgendwen interessiert? Ich meine damit nicht Herr Mayer von den Stadtwerken Bielefeld hat gesagt: "...
    2. Wie komme ich nur auf die Idee Papier zu erzeugen, das keiner von mir unter Androhung fordert? Anwortest du auch auf SPAM Email "Hochachtungsvoll muss ich ihnen leider mitteilen, dass ich ihnen nicht mein ganzes Geld überweisen kann, um den Gewinn aus der Spanischen Lotterie ausgezahlt zu bekommen"
    3. Warum befasse ich mich eigentlich damit...

  • Mahlzeit,


    also in der Regel wirst du monatliche Abschläge von deinem VNB erhalten. Je nach Standort und Ausrichtung der Anlage hast du ja eine Ertragsprognose. Eben diese Prognose wird für die Abschläge herangezogen. Soviel ich weiß werden/ müssen die Abschläge zum 15. eines Monats gezahlt werden.
    Sofern noch nicht geschehen solltest Du die Anlage bei der Bundesnetzagentur registrieren. Das ist die "Grundlage" für die Einspeisevergütung...
    https://app.bundesnetzagentur.de/pv-meldeportal/


    Ich habe dem FA eine Abbuchungserlaubnis erteilt, somit habe ich lediglich die Voranmeldung gemacht, den Rest hat das FA gemacht.
    Sofern Du keine monatlichen Einnahmen hast wäre die Voranmeldung eine "Null", sofern Du nicht deinen Eigenverbrauch monatliche melden willst. Kannst Du machen, geht aber auch einmalig im Dezember...


    Für die ganze Abwicklung kann ich Dir folgendes Tool empfehlen:
    http://www.pv-steuer.de/pages/…en/dv-ohne-verguetung.php
    Kosten sind Betriebsausgaben....


    Gruß
    Red5FS

    Gruß Red5FS
    ---
    37 Hanwha Q-Cells G2 265W & SMA STP 8000TL-20 & SHM (30.09.13)
    17 Trina TSM DC80.08 215W & SMA SB 3600TL-21 (03.06.14)
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    The Force is with you!
    GroßMeisterLusche L:82 D:5 T:3
    Meine Anlage
    SV@fb

  • Bleibt letztendlich die Frage, was ist, wenn mehr als 90% Eigenverbrauch erreicht wird.
    Darauf freut sich das FA und die Rechnung und Abwicklung sieht ganz anders aus.
    Sonnige Grüße

    28 EGING 190W, WR SMA 5000TL20
    Ausrichtung -36°, DN 42°
    I.B.N. 6/2011

  • Zitat von Anion

    Bleibt letztendlich die Frage, was ist, wenn mehr als 90% Eigenverbrauch erreicht wird.


    dann kannst du die Anlage beim Finanzamt und beim Netzbetreiber abmelden. Bei über 90% Eigenverbrauch brauchst du kein Finanzamt und auch auch keine Einspeisevergütung mehr.... :mrgreen:

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!

  • Bei mehr als 90% Eigenverbrauch.....


    a) Einkommensteuer


    Die Anlage wird zwar notwendiges Privatvermögen (rein formal); aber natürlich müssen die Einkünfte weiter versteuert werden.
    Ich weiss nicht, ob man sich in der Praxis den Murks antun würde, die Abschreibungen nicht mehr Abschreibungen zu nennen, sondern in gleicher Höhe in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen zu mappen.


    Ein evtl. Übergang vom notwendigen oder gewillkürten Betriebsvermögen ins Privatvermögen hätte die Aufdeckung der stillen Reserven zur Folge. (Die Differenz zwischen dem Buchwert und tatsächlichem Marktwert müsste versteuert werden.)


    Dieser Schritt wird dadurch nur vorgezogen. Selbstverständlich gilt für jede Anlage, dass die stillen Reserven bei Ausscheiden aus dem Betriebsvermögen (und sei es bei Einstellung des Unternehmens nach 20 +x Jahren) versteuert werden müssen.



    b) Umsatzsteuer
    Die Anlage kann dem Unternehmen nicht mehr zugeordnet werden.
    An der Unternehmereigenschaft als solches ändert sich nichts. (Wenn alle Werte klein genug werden, ist es DENKBAR dass man sich mit dem FA anderweitig einigen kann. Ein Rechtsanspruch besteht nicht.)


    Es handelt sich um eine Veränderung der für den Vorsteurabzug maßgeblichen Verhältnisse;
    ggf. wird also eine Vorsteuerberichtigung nach §15a UStG ausgelöst.


    Ansonsten ändert sich nichts.



    Ideen wie "dann hast Du mit dem FA nichts mehr zu tun" sind entweder schlicht falsch; oder aber zumindest besteht kein entsprechender Rechtsanspruch.


    (Mich hält im Moment auch eine Dame eines oberbergischen FA auf den Eierschleifstein.... weil sie bei einem BHKW das im Jahr 50 kWh (weniger als 0,01% der Gesamtleistung) in Stromnetz einspeist auf einer getrennten Gewinnermittlung und Abgabe einer GewSt-Erklärung besteht. (Obwohl wir die Einspeisevergütung gar nicht abrechnen / vereinnahmen.)
    Ich fang aber nicht an zu heulen.... sie setzt geltendes Recht um; da kann ich nix dran machen. Sinnvoll ist es freilich nicht.)

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung