Gerüst gebraucht für bestehende Anlagen abschreibbar?

  • Guten Tag Forum,


    ich habe habe nichts passendes gefunden deshalb einmal eine Frage an die Steuerspezialisten.


    Ich möchte für meine PV-Anlagen (3 St.) ein gebrauchtes Gerüst kaufen.
    (Brutto 2925,xx EUR; Netto 2458,xx EUR).
    Zweckangabe für das Finanzamt (wenn gefragt wird): Für Reinigungs-; Kontroll- und Wartungsarbeiten der (3) PV-Anlagen.


    Als „Unternehmer“ könnte ich die Vorsteuer vom Finanzamt erhalten.


    Nun ist die Frage ob das Finanzamt mir diese Anschaffung in Abrede stellen kann bzw. das Gerüst nur teilweise als Abschreibung anerkennt da dieses ja auch für andere Bereiche als die PV- Anlage verwendet werden kann.


    Auf welchen Zeitraum kann ich solch einen Betrag abschreiben?
    Die Abschreibung auf 5 Jahre (mit 1/5 pro Jahr) ist nach meiner akt. Meinung nicht möglich da > 1000 EUR.


    Gibt es von Eurer Seite zu diesem Thema Erfahrung?


    Gruß CES

  • Sollte auf 7 Jahre gehen.
    Kann dir aber Schwierigkeiten machen, da du nicht sicherstellen kannst, dass das Gerüst auch zu anderen Sachen verwendet wird und nicht explizit zur Solaranlage gehört. Umgekehrt solltest du belegen können, dass dich der Kauf billiger kommt als das Ausleihen - das wäre dann schon mal ein Argument.....

    Zu wissen, was man weiß, und zu wissen, was man tut, das ist Wissen.
    Wer mehr zum DC Speicher wissen will erreicht mich per PN !

  • Dafür gibt's die AfA-Tabellen.
    (Neue) Gerüste aus Stahl werden i.d.R. über 8 Jahre, aus Alu(Leichtmetall) über 5 Jahre abgeschrieben.

    Inselnetz mit 3x Victron MultiPlus5000, 49kWh-Akku, Insel-BHKW 16kVA, PV 9,3kWp
    1,1kWp über MPP-Laderegler SIC40
    540Wp über MPT600-24
    2,7kWp über SB3000, 2,9kWp über SB3300, 2,0kWp über SB1700 jeweils AC-gekoppelt an einem Victron

  • Guten Abend,


    nun ich habe noch mit meinem Hagelschaden zu kämpfen.
    Die sichtbar defekten Module sind getauscht (Versicherung)
    Die unsichtbaren Schäden möchte ich per Elektroluminizenz-Testung prüfen lassen und die Versicherung überzeugen.
    Dazu benötigt die zu testende Firma ein Gerüst.
    Bei den drei Anlagen wären die Gerüstkosten im Angebot mit 750 +750 + 900 EUR = 2400 EUR. Somit wäre das o.g. Argument wohl durch Angebote "nachweisbar".


    Nur möchte ich eben vorher die steuerliche Lage ausgelotet haben. (nach Möglichkeit ein "ja geht" oder "nein geht nicht")


    Vieleicht findet sich noch ein Finanzbeamter :lol: der mir helfen kann.


    Gruß CES

  • Die Formulierung "Zweckangabe für das Finanzamt....." sagt eigentlich schon alles.
    Das ist so, wie wenn ich von "externer Planung" oder "externer BWA" rede ;-)


    Einzig entscheidend für die Anerkennung als Betriebsausgabe ist die betriebliche Veranlassung.
    Mangelnde Wirtschaftlichkeit ist kein Grund, die betriebliche Veranlassung zu versagen.
    Der Fiskus ist nicht der Super-Unternehmer.
    Offensichtliche Unwirtschaftlichkeit ist jedoch ein Anhaltspunkt um Zweifel an der betrieblichen Veranlassung und / oder dem Vortrag des Steuerpflichtigen zu hegen.
    Ist nach der Lebenserfahrung ein nicht-betrieblicher Vorteil mit den angeblichen betrieblich veranlassten Aufwendungen verbunden (Computer, Handy, alles für den Heimwerker), dann ist das zumindest mal ein handfestes Indiz.


    Der Vergleich mit einem wirtschaftlich sinnvolleren Leihgerüst geht allerdings völlig ins Leere.
    Man darf eben nicht "naiv", "stumpf" den Nutzen eines eigenen und eines Leihgerüstes gleichsetzen.


    "Nur" der Hagelschaden wäre mir ein wenig dünn. Aber es wird ja noch andere Gründe geben.


    Am langen Ende gibt es keine "rechtssichere" Beurteilung, wie die Nummer ausgeht.
    Der eine Sachbearbeiter hebt deswegen nicht die Augenbraue - sein Nachbar würde hektisch den Bleistift spitzen.
    Du kannst auch an einen 'wilden Affen" geraten. Der hat gar keine Ahnung; entscheidet sich aus völlig falschen Gründen dazu, die Anerkennung zu versagen. Und nu? Mach was dran. Du kannst klagen. Ja klar. Aber wegen den paar Kröten ein Prozessrisiko? wohl kaum. Wo ist da der Unterschied zu demjenigen, der Dir nach 4-stündiger Literaturrecherche wohlbegründet den Abzug versagt?



    Wenn Du ein verbindliches "Ja" oder "Nein" haben willst, bleibt Dir nur ein Weg: Kostenpflichtiges Ersuchen um verbindliche Auskunft bei der zuständigen Oberfinanzdirektion. (Diese Anfrage sollte aber von einem Profi formuliert werden).

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung