Einspeisevergütung bleibt stabil !!!

  • Der Zubau in Deutschland ist zur Zeit so mickrig dass zum ersten mal seit der Einführung des Würgedeckels nun die Degression ausfällt. Dazu schreibt die Bundesnetzagentur heute auf ihrer Website:


    "Der Zubau im Bemessungszeitraum der Degressionsberechnung liegt unter dem Zubaukorridor. Die monatliche Absenkung nach § 31 Abs. 4 Nr. 1 EEG beträgt daher 0 Prozent jeweils zum 1. Oktober 2015, 1. November 2015 und 1. Dezember 2015."


    Da ausserdem ab September der Zubau an Frefläche vermutlich grösstenteils wegfällt (Vergütung nunmehr über Ausschreibung) und die Aufdachvolumina grob bei 50-75MWp/monat vor sich hindümpeln, werden wir vermutlich gegen mitte 2016 den Punkt erreichen an dem die Einspeisevergütungen wieder angehoben werden.


    Der schlaue Kunde denkt sich jetzt: "Hmmm... Lass mal sehen... Wenn die Vergütung jetzt stabil ist und vermutlich im nächsten Jahr steigt dann wäre ich ja blöd wenn ich jetzt voreilig investiere. Ich warte lieber genüsslich ab bis die Vergütungen im nächsten Jahr gestiegen und die Anlagenpreise noch einen Tick gefallen sind. Springt eine viel schönere Rendite dabei heraus für mich :D "


    Wie begegnet der schlaue Solarteuer dieser Denke? Mit welchen Argumenten bewegt er die Kunden dazu trotz stabil / steigender Vergütung dennoch zu unterschreiben?


    Was meinen die Experten?


    Der Spekulatius :mrgreen:

  • Zitat von Spekulatius

    Da ausserdem ab September der Zubau an Frefläche vermutlich grösstenteils wegfällt (Vergütung nunmehr über Ausschreibung) und die Aufdachvolumina grob bei 50-75MWp/monat vor sich hindümpeln, werden wir vermutlich gegen mitte 2016 den Punkt erreichen an dem die Einspeisevergütungen wieder angehoben werden.


    "(4) Die monatliche Absenkung der anzulegenden Werte nach Absatz 2 Satz 2 verringert sich, wenn der nach § 26 Absatz 2 Nummer 3 veröffentlichte Brutto-Zubau von Anlagen zur Erzeugung von Strom aus solarer Strahlungsenergie in dem gesamten Bezugszeitraum nach Absatz 5 den Zielkorridor nach Absatz 1
    1. um bis zu 900 Megawatt unterschreitet, auf 0,25 Prozent,
    2. um mehr als 900 Megawatt unterschreitet, auf null oder
    3. um mehr als 1 400 Megawatt unterschreitet, auf null; die anzulegenden Werte nach § 51 erhöhen sich zum ersten Kalendertag des jeweiligen Quartals einmalig um 1,50 Prozent."
    Quelle: http://www.gesetze-im-internet.de/eeg_2014/__31.html


    Demnach würden aus Cent 12,310852 einmalig per 01.01.2016 dann Cent 12,49551478 für 1. Januar, 1. Februar und 1. März stehen. Eine zweite Erhöhung als Folge der Winterflaute und auch bedingt durch die abwartende Haltung der potentiellen Kunden, könnte für April bis Juni zu Cent 12,6829475 führen. In Q4 2016 könnten sich dann mit Cent 13,06628959 wieder mehr als 13 Cent EEG Vergütung ergeben.


    Der Druck jetzt zu investieren ist geringer, wobei man mit 1,5% mehr an EEG Vergütung noch nicht automatisch zum Dagobert Duck der PV wird.


    Zitat

    Der schlaue Kunde denkt sich jetzt: "Hmmm... Lass mal sehen... Wenn die Vergütung jetzt stabil ist und vermutlich im nächsten Jahr steigt dann wäre ich ja blöd wenn ich jetzt voreilig investiere. Ich warte lieber genüsslich ab bis die Vergütungen im nächsten Jahr gestiegen und die Anlagenpreise noch einen Tick gefallen sind. Springt eine viel schönere Rendite dabei heraus für mich :D "


    Das sind fast Voraussetzungen aus denen eine Depressionen in Kombination mit einer Deflation entstehen könnte.
    Gibt es im Gesetz Regelungen die eine Anhebung über einen bestimmten Level ausschließen oder sind z.B. maximal 4 Anhebungen in Folge möglich?


    Oder bedeutet "erhöhen sich zum ersten Kalendertag des jeweiligen Quartals einmalig" dass diese Anhebung ein einmaliger Vorgang ist und danach eine Degression oder Nullrunde folgen muss?

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Hallo,


    Zitat

    Demnach würden aus Cent 12,310852 einmalig per 01.01.2016 dann Cent 12,49551478 für 1. Januar, 1. Februar und 1. März stehen.


    Das kann so nicht passieren.
    Für die Vergütungen ab dem 01.01.16, 01.02.16 und 01.03.16 ist die Installierte Leistung von Dez.2014 bis Nov. 2015 ausschlaggebend.
    Eine Erhöhung um 1,5% ist erst bei unter 1000MW vorgesehen
    Hier: http://www.bundesnetzagentur.d…_EEG-VergSaetze_node.html
    kann man jedoch nachsehen das von Dez.14 bis Aug.15 schon 1145MW gemeldet wurden.


    Was aber passieren wird, ist das von heute an bis 31.Dez kaum noch Zubau stattfindet und alle Anlagen die noch bis Jahresende auf die Dächer gebaut werden, erst Anfang Januar angemeldet werden. Wegen dem zusätzlichen 21. Vergütungsjahr.


    Gruß Pierre

  • Zitat von herzchen

    Das kann so nicht passieren.
    Für die Vergütungen ab dem 01.01.16, 01.02.16 und 01.03.16 ist die Installierte Leistung von Dez.2014 bis Nov. 2015 ausschlaggebend. Eine Erhöhung um 1,5% ist erst bei unter 1000MW vorgesehen.


    Was aber passieren wird, ist das von heute an bis 31.Dez kaum noch Zubau stattfindet und alle Anlagen die noch bis Jahresende auf die Dächer gebaut werden, erst Anfang Januar angemeldet werden. Wegen dem zusätzlichen 21. Vergütungsjahr.


    Hast leider Recht und alle Anlagen, die im Januar 2016 dann gemeldet werden, werden den 12 Monatsschnitt so hoch halten, dass auch für das 2. und 3. Quartal keine Erhöhung zu erwarten ist. Läuft auf eine konstante bis leicht sinkende Vergütung hinaus.

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    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Sagt mal, baut man in Deutschland eigentlich nur der Rendite wegen PV-Anlagen?


    Oder gibt es da auch welche im Forum die 'bloss' Freude daran haben, möglichst viel Energie selber zu erzeugen um die Umwelt zugunsten der nächsten Generationen zu schonen und um weniger Geld für Gas und Öl ins Ausland zu verschieben, mit welchem uns dann die verbliebenen Sahnestücke der Industrie unter dem Hintern weggekauft werden? Bin ich wirklich der Einzige?


    Bloss so ne kritische Frage :wink:

    10.35 kWp / Süd / 18° Dachneigung / Fronius Symo 7.0-3-M / Kostal Piko 5.5
    PowerDog als Energie-Manager u.a. für EV-Optimierung der Erdsonden-Wärmepumpe.
    Liebäugle seit längerem mit einem Speicher, habe aber noch immer nichts wirklich gescheites gefunden.

  • Da kann man mal sehen, was innerhalb kürzester Zeit aus einem gut funktionierenden Solarmarkt gemacht wird...


    Zur Thematik "alle Anlagen, die im Januar 2016 gemeldet werden, werden den 12-Monatsschnitt hoch halten..."
    Ist es nicht so, dass Neuanlagen ab einer Größe von 100 kWp gar nicht mehr über die normale EEG-Einspeisetarife vergütet werden, sondern zur Direktvermarktung verpflichtet werden?
    Diese Anlagen dürften dann doch gar nicht mehr für die Berechnungen zu Rate gezogen werden...


    Gruß,
    MG.

    -----
    Keep It Clean, Stay Green!
    Milk the Sun

  • Mege66 - es gibt sogar Leute, die sich einfach so einen Speicher einbauen, der den Überschuß nicht einspeist.


    Also solche gibts auch noch - und die sind sogar nett..... :lol:


    Besser als die, die nach drei Minuten Wechselrichterausfall am Telefon hängen und Schadensersatzforderungen stellen... :mrgreen:

    Zu wissen, was man weiß, und zu wissen, was man tut, das ist Wissen.
    Wer mehr zum DC Speicher wissen will erreicht mich per PN !

  • Zitat von Mege66

    Sagt mal, baut man in Deutschland eigentlich nur der Rendite wegen PV-Anlagen?


    Oder gibt es da auch welche im Forum die 'bloss' Freude daran haben, möglichst viel Energie selber zu erzeugen um die Umwelt zugunsten der nächsten Generationen zu schonen und um weniger Geld für Gas und Öl ins Ausland zu verschieben, mit welchem uns dann die verbliebenen Sahnestücke der Industrie unter dem Hintern weggekauft werden? Bin ich wirklich der Einzige?


    Bloss so ne kritische Frage :wink:


    Ich denke das die Art von Leuten (mich eingeschlossen) sich eh schon eine angeschafft haben, wenn es das Dach zulässt. Bleiben also nur noch Neubauten.

    OST / WEST Anlage
    8,48 / 7,5 kwp

    Insel:
    4xSharp 250W
    48V Lifeypo4 4,6kwh
    PIP-MS 4kVA WR/Laderegler

  • Zitat von akls


    Ich denke das die Art von Leuten (mich eingeschlossen) sich eh schon eine angeschafft haben, wenn es das Dach zulässt. Bleiben also nur noch Neubauten.


    Glaub' ich nicht. Bei uns in der Straße haben nur 3 von 20 Häusern eine PV-Anlage. Bei den restlichen 17 Häusern gehe ich bei max. 7 Stück von einem allg. Desinteresse aus, während bei vielen der restlichen 10 Häuser gesagt wurde, dass es sich schlicht aufgrund des Alters nicht mehr lohnt.
    Viele der Bewohner haben zwar Kinder, die sind aber ausgezogen und das Haus wird irgendwann verkauft werden. Und in schon jetzt verkaufte Häuser sind primär jüngere Familien eingezogen.
    Ich denke, dass diese Häusermenge nicht zu unterschätzen ist.

    9,6 kWp Talesun TP660P-240, SMA STP 8000TL-20; Ausr.: 70° (West); DN: 33°; seit 10/2012
    10,56 kWp Yingli YL240P-29b, SMA STP 10000TL-10; Ausr.: -110° (Ost); DN 33°; seit 01/2013


    „Wenn Weitblick ortsgebunden ist, kann es mit den Visionen auch nicht so weit her sein.“