Speicherverluste Lithium vs Blei bei dc System?

  • Hallo
    Mich würde mal die reinen speicherverluste interessieren bei Blei und Lithium.
    Das Lithium weniger Verluste hat weiß ich aber in welcher Größenordnung bewegt man sich zwischen beiden Systemen.


    Da ich momentan an einer Anlage interessiert bin würde ich als Randbedingung angeben nutz speicherinhalt jeweils 4kw/h und ein dc System.
    Ob 4 oder 8kw/h Speicher nutzinhalt spielt wahrscheinlich eh keine Rolle.


    Grüße Sonnenfan

  • Hallo sonnenfan,


    mein Blei-System ein Senec Home G2+ mit angegebenen 8kwh Nutzinhalt gibt tatsächlich 10.7kwh ab.
    2014 Akku-Beladung bis soeben: 1804.33kwh
    Akku-Entnahme : 1695,97 kwh.
    Im Akku sind noch 4kwh entnehmbare Kapazität gespeichert.


    Gruß Dietmar

    Anlage 1 : 7.85 kwp SW 55° DN45°

    Anlage 2 : 4.4kwp SW 55° DN45° und 5.4kwp NO -125° DN45° (gesamt 9.76 kwp)

    Senec-G2+ 8kwh netto (Blei) 6 J alt + 2kwh "Grundlastakku" 3Stck. Qbatteries 8DC-170 >2.5J alt

    12V 55Ah AGM "Inselchen" für Gartenhaus, Victron 350W WR, 2x50W Panel poly

    12V 28Ah Panasonic AGM für Sabo Rasenmäher

    12V 7Ah Panasonic AGM für Bilgepumpe

  • Hi Didi,



    da hast du aber schon ein super system wenn da tatsächlich nur 7% Verluste drin sind :-)


    Wohlgemerkt, dein 8 kWh Nutzspeicher wird in etwa 16 kWh "realem" speicher entsprechen. Daher könnte ich mir vorstellen, dass du evtl. mehr als 50% DoD entnimmst?


    @Threadersteller:
    Was ich hier so im Forum "gefunden" habe, soll bei einem Lithium Akku der Verlust grob geschätzt etwa halb so groß sein wie bei einem Blei akku. Also "üblicherweise" etwa 20% bei Blei und 10% bei Lithium (bitte korrigiert mich, wenn ich komplett falsch liege).
    Wenns dann weniger wird, wie das offensichtlich bei Didi der Fall sein sollte, umso besser ^^

  • Das hängt völlig davon ab, wie die Batteriebank ausgelegt ist. Bei Pb-Batterien (insbesondere PzS oder ähnlich) gibt es seit Jahrzehnten einschlägige Erfahrungen aus der Industrie und man kann sich ziemlich sicher sein, dass dort die preisgünstigste 'Overall'-Lösung bevorzugt wird (es gibt, so weit ich weiß, keine Gabelstapler, die mit Li betrieben werden).


    Wenn man ein Pb-Batterie in einer PVA so auslegt, dass sie schon mittags voll ist und danach nur noch gast, dann kann man froh sein, wenn man überhaupt auf 70% Wirkungsgrad kommt. Wenn man eine Pb-Batterie meistens zwischen 40% und 90% SOC betreibt (und sie alle zwei Wochen einmal auf über 99% SOC auflädt, um eine Sulfatierung der Batterie zu vermeiden), dann kann der WG auch deutlich über 90% liegen.


    Um mal wieder einen Kleinkrieg vom Zaun zu brechen: Der oft beschworene Vorteil von Li gegenüber Pb beruht darauf, dass man unterstellt, dass man bei Pb alles falsch und bei Li alles richtig macht. Das müssen die Li-Besitzer machen (Hallo Photönchen!), damit ihre Entscheidung nicht so dümmlich aussieht.


    Bei Pb liegt der Preis pro durch die Batterie geleiteter kWh bei rund 10 Cent (schlicht Verschleiß). Bei Li liegt er bisher, trotz höherer Zyklenzahl, wahrscheinlich 50% höher (oder mehr). Es ist also nicht nur die Frage der Speicherverluste wichtig, sondern auch, wie teuer diese Speicherluste bezahlt werden müssen.


    Ich nehme an, dass sich das Ganze innerhalb der nächsten Jahre zugunsten der Li-Batterie verschieben wird, aber jetzt ist es noch nicht soweit.

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • Ich hab beides in Betrieb.
    Erst Blei dann Li.
    In der gleichen Umgebung mit den gleichen Komponenten.
    Unterschied ca. 10% besser für Li.
    Und keine Voll- und Ausgleichs Ladungen in Zeiten die Netzbezug bedeuten.

    Luschengeselle L11

  • Zitat von jdhenning

    Bei Pb liegt der Preis pro durch die Batterie geleiteter kWh bei rund 10 Cent (schlicht Verschleiß). Bei Li liegt er bisher, trotz höherer Zyklenzahl, wahrscheinlich 50% höher (oder mehr). Es ist also nicht nur die Frage der Speicherverluste wichtig, sondern auch, wie teuer diese Speicherluste bezahlt werden müssen.


    :danke: Andersrum erklärt, spare ich mit jeder nicht aus dem Speicher verbrauchten kWh 10 Cent. Deshalb sieht meine geschätzte Rechnung auch vor, dass sich ein Speicher erst rechnet, wenn die Tarifdifferenz zwischen Import und Export mindestens 300% beträgt.
    einstein0

    33 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    2 kW- Hybrid-Insel im Camper, BEV: Hyundai Kona. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
    PV-Notstromversorgung 10 kWh im MFH mit Infini 3 kW Hybrid-WR und 10 kWh Li-Testspeicher.

  • Zitat von Sonnenfan

    Hallo
    Mich würde mal die reinen speicherverluste interessieren bei Blei und Lithium.
    Das Lithium weniger Verluste hat weiß ich aber in welcher Größenordnung bewegt man sich zwischen beiden Systemen.


    Eine nach wie vor sehr spannende Frage. Ich habe mittlerweile Zugriff auf die Datensätze einiger Speicher bin aber leider trotz allem noch immer nicht in der Lage, eine belastbare quantitative Aussage treffen zu können.
    Viele Datenerfassungssysteme der Hersteller liefern mMn teilweise unplausible Werte. (vermutlich erkennen die den Prüfstand *g*)


    Ich vermute(!), dass bei den Systemverlusten neben dem reinen Akku auch die Leistungselektronik eine wichtige Rolle spielt. Wenn ich einen 5kW Wechselrichter habe, aber nachts über Stunden hinweg typischerweise nur 50-100W aus dem Akku entnehme, dann betreibe ich diesen WR mit 1-2% seiner Nennleistung, was meiner Vermutung nach auch nicht ideal ist...

    24x Sanyo 205 HIP = 4,92kWp

  • Meiner Erfahrung nach, liegt der Speicherwirkungsgrad übers Jahr bei mir bei ca. 80%. Im Sommer deutlich niedriger, im Winter höher, da dann die Batterie nur noch geladen wird (allerdings mit wenig Strom. Im Sommer entlade ich auch auf bis zu 40% SOC.


    Was neben dem Wirkungsgrad oft noch vergessen wird, ist, dass auch bei Lthium die Kapazität nicht 100% ist. Alles was ich bisher darüber gelesen habe, sagt letztlich, dass ein Lithium Batterie zur Langzeiterhaltung um den MIttelpunkt Ihrer Kapazität fefahren werden sollte und zwar nach oben und unten in etwas gleichem Maß. Ideal sei wohl 50% +/- 30-40%, was im maximal Fall demnach von 10%SOC bis 90% SOC bedeutet, oder im Minimalfall +20SOC bis +80% SOC bedeutet. Im Maximalfall habe ich damit 20% nicht genutzte Kapazität und im Minimalfall 40% nicht genutzte KApazität. Bei Blei gilt der Benutzungskorridor wohl von 100% bis ca. 50%; was 50 % im NOrmalfall nicht genutzte Kapazität beduetet, mit dem Vorteil weiterer 40% für den Notfall.


    Fur mich gilt daher: Lithium Wirkungsgrad ca. 90%; nutzbare Kapazität ca. 70% des Nennwertes'; angeblich deutlich mehr als 3000 Zyklen, wenn so betrieben, worüber es aber in der Praxis keine Langzeit-Erfahrungen gibt; Blei wirkungsgrad 80%; Nutzbare Kapa ca. 50% des Nennwertes; ca. 1500-2500 Zyklen, wenn in diesem Bereich betreiben, in Praxis gibt es für Solarbetrieb einige, aber auch nur wenige Erfahrungen.
    Ist das System gut eingestellt ist Li ziemlich wartungsfrei, bei PzS ist genauere Beobachtung und Wartung hilfreich.

    Hybridinsel, 3 phasig, 3 XTM 4.000, 2 Variotrack, BSP, Staplerbatterie 775 AH 48V, eff. ca. 8 kwp (4,75 auf SO und 5,25 auf NO), 250er Yingli
    PoorMan'sTesla=PMT=Renault Fluence und 120l Elektroboiler als Überschußverwerter...

  • Hallo
    Danke für die Antworten, bisher.


    Also kann man sagen das Blei circa 10% mehr Verluste hat eventuell etwas weniger.
    Angenommen mit gleich großem nutzinhalt.


    Das gute Lithium Speicher mehr Zyklen machen das glaube ich schon.


    Nichtsdestotrotz hat Blei auch seine Berechtigung als günstiger guter Speicher.


    Mich interessiert der Unterschied ja weil ich zwei dc Systeme mit circa 4kw/h nutzkapazität gerne vergleichen möchte.
    Vor allem vom Preis.


    Wenn ein System 5-10% effizienter ist dann ist das ne Nummer mit der gerechnet werden muß.


    Das ein Speicher sehr wahrscheinlich nie wirtschaftlich ist, ok.


    Muß ich noch etwas überlegen :?
    Grüße Sonnenfan

  • Ob die Lithium-Speicher mehr Zyklen machen ist meiner Meinung nach auch noch nicht bewiesen.
    Bei Lithium-Speicher schlägt die kalendarische Alterung zu.
    Möglicherweise erreicht der Akku dann gar nicht die theoretisch mögliche Zyklenzahl.


    Mein e-Auto der Nissan Leaf hat einen Akku-Wirkungsgrad von 90-95% liegt also ähnlich dem
    Blei-Akku. Dann kommen noch die Verluste des WR und LR hinzu.
    Einen stationären Li-Akku konnte ich noch nicht testen. Die Datenblätter der WInston-Akkus lassen
    auch nicht auf besseren Wirkungsgrad hoffen.


    Bei Blei kommt es darauf an, wie er beladen wird. Senec weiß da anscheinend was sie machen.


    Gruß Dietmar

    Anlage 1 : 7.85 kwp SW 55° DN45°

    Anlage 2 : 4.4kwp SW 55° DN45° und 5.4kwp NO -125° DN45° (gesamt 9.76 kwp)

    Senec-G2+ 8kwh netto (Blei) 6 J alt + 2kwh "Grundlastakku" 3Stck. Qbatteries 8DC-170 >2.5J alt

    12V 55Ah AGM "Inselchen" für Gartenhaus, Victron 350W WR, 2x50W Panel poly

    12V 28Ah Panasonic AGM für Sabo Rasenmäher

    12V 7Ah Panasonic AGM für Bilgepumpe