10 - 13 kW-Anlage mit Speicher. Soll man das tun?

  • Hallo, ein Bekannter interessiert sich für eine PV-Anlage mit Speicher. Bisher war ich der Meinung, dass sich das nicht lohnt. Da aber inzwischen Zeit vergangen ist und dieser Sektor oft dramatischem Wandel unterliegt, möchte ich doch mal die Spezialisten um Rat fragen.
    Das Dach misst 6,5m Länge des Ortgangs x 14,50m Firstlänge. Südliche Ausrichtung im Bayern. 3-Köpfige Familie mit Durchschnittshaus ohne Besonderheiten wie Pool oder dergleichen.
    Was würdet ihr empfehlen?

  • Die 10KWp bauen würde ich empfehlen, aber nicht drüber wegen Sonnensteuer.
    Speicher weg lassen, rentiert sich zur Zeit nicht ansatzweise.
    5 Reihen mit je 8 Modulen mit 250Wp ist die günstigste Lösung.

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Mit einem 250W-Modul käme ich genau auf 10,0kWp. Passt das oder muss man knapp darunter sein?
    Dazu eine WR mit "harter" 70%-Grenze, gehe ich mal stark davon aus. Wie funktioniert eine "weiche" und macht das Sinn?
    Ich hab mir meine Anlagen damals mit günstigen Chinesenmodulen gebaut. Jetzt müssen sie aber alle gleich teuer sein, soweit ich weiß. Was soll man denn jetzt nehmen? Gibt's empfehlenswerte WR mit gutem Kosten-Nutzen-Faktor?


    WOTZEFAK IST SONNENSTEUER?!? :shock:

  • Zitat von Sed

    Mit einem 250W-Modul käme ich genau auf 10,0kWp. Passt das oder muss man knapp darunter sein?
    Dazu eine WR mit "harter" 70%-Grenze, gehe ich mal stark davon aus. Wie funktioniert eine "weiche" und macht das Sinn?
    Ich hab mir meine Anlagen damals mit günstigen Chinesenmodulen gebaut. Jetzt müssen sie aber alle gleich teuer sein, soweit ich weiß. Was soll man denn jetzt nehmen? Gibt's empfehlenswerte WR mit gutem Kosten-Nutzen-Faktor?


    WOTZEFAK IST SONNENSTEUER?!? :shock:


    Genau 10KWp passt.
    Über 10KWp muss auf den gesamten Direktverbrauch EEG Umlage aka Sonnensteuer entrichtet werden, das sollte man sich sparen, wenn man keinen hohen Verbrauch hat, was bei euch nicht der Fall zu sein scheint.


    Wie hoch ist der Jahresstromverbrauch?
    Welche Ausrichtung hat das Dach? Süden ist 0 Grad ... nach Osten negative Abweichung ... nach Westen positive Abweichung ... voll Osten ist -90 Grad ... entsprechend voll Westen 90 Grad.


    Tendenziell würde ich das bei südlicher Ausrichtung und schattenfrei eher in 70-weich an einen Fronius Symo mit 8,2KVA klemmen. Bilder vom Dach wären hilfreich ... und ggfs. von Schattenspendern. Beim Fronius WR braucht man zusätzlich nur einen günstigen S0-Zähler für ca. 150,- inkl. Montage und 70-weich ist fertig.


    Module würde ich mal von Heckert, Solarworld, Winaico usw. anbieten lassen ... richtig schlechte scheint es heute wohl nicht mehr zu geben.


    70-hart und 70-weich wird hier gut erklärt.

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Foto vom Dach mit der genauen Ausrichtung kann ich vermutlich erst morgen bringen. Aber schon mal vielen Dank für die ausführlichen Antworten!!!


    Wenn auch die Speichersysteme momentan noch unrentabel zu sein scheinen, kann man aber doch nicht ausschließen, dass sich das in absehbarer Zukunft noch ändert, oder doch? Von einer Messe hab ich für ein Speichersystem mit ca. 4 kW und 2kWh Nutzkapazität den Preis von knapp 4.000,- € im Kopf. Wo müsste der Preis denn liegen damit es finanziell interessant wird? Und könnte man sowas nachträglich ohne viel Mehraufwand noch nachrüsten? Passt das auch auf eine 10-kW-Anlage?

  • Sed,


    die Frage musst du dir stellen - welchen Verbrauch pro Tag (kWh) möchtest du denn mit der Batterie abdecken?
    Würden zB 2 kWh pro Tag/Abend/Nacht ausreichen? Wenn die Batteriekapazität höher ist, bitte immer daran denken, dass die Batterie nicht nur entladen, sondern am nächsten Tag auch wieder von der PV geladen werden soll. Da sollte das Verhältnis PV / Batteriekapazität stimmen.

  • AC-gekoppelte Systeme kann man immer nachrüsten, wenn man noch etwas Platz hat, bei DC-gekoppelten Systemen ist oft ein neuer WR nötig.
    2kWh nutzbar ist schon recht klein (mir würde es gut über die Nacht reichen, hängt halt vom Verbrauch ab). Mit Speicherförderung und damit nötiger Abregelung auf 60 statt 70% bei 10kWp vermutlich zu klein, wenn der Verbrauch tagsüber bei Sonnenschein nicht schon hoch ist.
    Ich rechne als Anhaltswerte 200-250 Vollzyklen des Speichers im Jahr, Lebensdauer kann man dem Hersteller glauben oder einfahc mal z.B. 10 Jahre annehmen, macht allenfalls 2500 Zyklen (falls der Hersteller nicht weniger angibt) oder in deinem Beispiel 5000kWh. Bei 4000€ macht das 80ct/kWh :shock: nur fürs speichern. Da braucht man nicht weiterrechnen, selbst wenn er 20 Jahre hält. Dazu kommen ja noch die entgangene Vergütung, Speicherverluste, Steuern, ...
    Oder anders gerechnet, derzeit bekommt man die selbst erzeugte kWh etwa 10ct (das ist eher hoch, da sind schon leichte Preissteigerungen drin, rechnet sich halt einfach im Kopf) billiger als beim EVU, bei 5000kWh dürfte der Speicher 500€ kosten, dann hat man aber noch nichts gespart oder für Wartung zurückgelegt.


    Die EEG-Umlage auf Eigenverbrauch wird zwar überbewertet, aber knapp über 10kWp sollte man nicht mit Eigenverbruach bauen. Irgendwo bei 13-15 wird es dann wieder interessant, wiel die Anlage pro kWp dann (hoffentlich) entsprechend günstiger ist.

  • Zitat von Sed

    Von einer Messe hab ich für ein Speichersystem mit ca. 4 kW und 2kWh Nutzkapazität den Preis von knapp 4.000,- € im Kopf.


    Der Preis ist derartig hoch, dass ich alterego völlig recht gebe. Wenn man nicht prinzipiell was gegen eine Flüssigsäure-Batterie hat und sich in der Lage sieht etwa bei Bater (Polen; liefert aber auch direkt nach Deutschland) oder Deubatt eine Staplerbatterie zu bestellen, dann sinkt der Preis auf rund 200 Euro brutto pro kWh nutzbar.


    Wenn man das dann auf die Laufzeit umlegt, kommt man zu einem Preis von knapp über 10 Cent pro kWh, die man durch die Batterie schickt. Der Strom aus den Panelen wird 8-10 Cent kosten. Wenn man dann einen Hybridwechselrichter einsetzt (der kann einspeisen, Inselbetrieb machen oder Netzstrom beimischen, wenn die eigene Erzeugung nicht reicht.


    Mal stark vereinfacht angenommen, dass man übers Jahr gerechnet während 8 Stunden Direktverbrauch haben kann, dann kann das Milchmädchen ausrechnen: (9 + 19 + 19) / 3 = 15,6 Cent pro kWh selbst hergestellter Elektrizität. Die 8 Stunden stimmen dann mit den oft genannten 30% Autonomiegrad überein. Die andere Zahl mit 70% bei Einsatz einer Batterie kommen dadurch zustande, dass man zu viele Panele installiert hat.


    Wenn man die Anlage so auslegt, als wolle man eine Insel betreiben, dann kommt man auch auf Autonomiegrade deutlich über 90% und nimmt das Netz als Notstromer oder für die Überschussverwertung im Sommer (Heisswasser machen könnte wirtschaftlich interessanter sein), aber darüber wird hier im Forum noch gestritten.

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • Ob sich ein Speicher lohnt oder nicht musst Du Dir selber ausrechnen ( nicht alles was auf einem Bierdeckel hier so vorgerechnet wird, ist richtig)


    Aber wenn Speicher dann gleich mit der Photovoltaik


    1. Im Falle einer Finanzierung gibt es dazu von der KFW ein sehr gutes Darlehnsangebot ( das ist besser wie Bargeld), geht aber nur in Verbindung mit einem Speicher.
    2. Der Speicher wird Z Zt. von der KFW nochmal extra gefördert
    3. Wenn der Speicher mit der Photovoltaik angeschafft wird gibt es die MWST zurück.- kommt der Speicher später dazu, bleibst Du auf der MWST sitzen.


    Wird der Speicher später angeschafft ist Pkt.2 fragwürdig und Pkt 2 erledigt, und damit mal aufgrund von Untätigkeit mindestens 2000 Euro vernichtet. :oops:


    Das gilt halt auch für die ganzen Bestandsanlagen hier, die warten meist noch drauf das die Speicher billiger werden. Klar, ist auch eine andere Ausgangssituation.


    In Bayern gibt es dazu nochmal ein XXXX Dächerprogramm.


    Gruß


    Buchonia
    der einen Speicher hat :D:D
    und es immer wieder macht. :lol::lol:

  • Zitat von buchonia

    Aber wenn Speicher dann gleich mit der Photovoltaik
    1. Im Falle einer Finanzierung gibt es dazu von der KFW ein sehr gutes Darlehnsangebot ( das ist besser wie Bargeld), geht aber nur in Verbindung mit einem Speicher.
    2. Der Speicher wird Z Zt. von der KFW nochmal extra gefördert
    3. Wenn der Speicher mit der Photovoltaik angeschafft wird gibt es die MWST zurück.- kommt der Speicher später dazu, bleibst Du auf der MWST sitzen.


    Ich stimme mit buchonia überein, dass man das durchrechnen muss, so man denn eine wirtschaftlich sinnvolle Anlage haben möchte. Da die Kosten für die Durchleitung durch die Batterie pro kWh 10 Cent oder mehr betragen, ist zumindest aktuell die Aussage, dass ein Speicher nur zusammen mit PV Sinn macht, auch korrekt. Beim Rest bin ich nicht einverstanden!


    1. Dem TS war ein Angebot im Kopf mit 2kWh nutzbar für 4.000 Euronen. Jetzt rechnen wir doch mal. PzS von Bater oder Deubatt (fabrikneu und mit allem drum und dran) rund 200 Euro inkl. MWSt pro kWh nutzbar, also 400 Euro (da kommen allerdings noch die Transportkosten hinzu, weil mit Taschenlampenbatterien geben die sich nicht ab; bei größeren Batterien ist der Transport gratis). Also kommen nur die rund 30% Abzahlungszuschuß der KfW zur Verrechnung, womit wir bei 520 Euronen wären. Auf die Garantie, dass eine PzS mehrere Jahre durchhält, kann man getrost verzichten, denn das hat die Industrie seit Jahrzehnten ausgetestet. Folglich will da jemand 3.480 Euro einsacken, weil ein Kunde sich nicht richtig informiert hat.


    2. Bei 3.480 Euro Vorteil würde ich auch auf eine mögliche Extra-Förderung mit Kusshand verzichten.


    3. Die Mehrwertsteuer war bei meiner Kalkulation schon mit drin. Die braucht der TS also gar nicht zurück haben wollen.


    So, jetzt sei mal so nett genauer zu erklären, wo man einen Vorteil hat, wenn man eine durch die KfW geförderte Batterie kauft! Falls ich das System auch nur halbwegs richtig verstanden habe, dann hat alleine der Verkäufer einen Vorteil.


    Jetzt bin ich an einem Punkt, wo ich zugegebenermaßen keine Ahnung habe. Wenn die KfW rund 30% an Zuschuß verteilt, wer zahlt das Geld letztlich? Ich nehme mal an, dass dies wieder mal der ganz normale Steuerzahler ist (das nennt sich, glaube ich: Umverteilung des Vermögens von Mietern zu Dachbesitzern).

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)