Neuling startet PV-Überlegungen

  • Ein herzliches Hallo zusammen, :D


    ich bin gerade dabei mich etwas in die Materie der Photovoltaik einzulesen und bin dabei auch auf dieses sehr interessante Forum gestoßen. Ich bin also ganz neu hier. Hier schon mal vielen Dank an alle aktiven Forenmitglieder für die vielen Beiträge - zur Zeit machen sie mich noch ein wenig schwindelig, weil es so viele sind. :wink:


    Da ich seit 3 Monaten ein E-Auto habe, möchte ich baldmöglich den nächsten Schritt machen und auf unserem EFH eine PV-Anlage installieren lassen. Mir ist klar, dass ich zu den besten Sonnenstunden nicht zuhause bin. Meine ideelen Gedanken gehen eher in die Richtung, möglichst die Menge an Strom selbst zu produzieren, die ich verbrauche. Das heißt ich werde meinen Strom billiger einspeisen und ihn am abend teuerer wieder kaufen. Das ist mir schon klar. Selbstverbrauch soll natürlich so hoch wie möglich (Große Elektrogeräte mit Zeitschaltuhr, E-Auto am Wochenende zur Mittagszeit laden etc.).
    An Bedarf schätze ich mal für unseren 2-Personenhaushalt inkl. dem E-Auto so um die 6.000 kwh pro Jahr. In zwei, drei Jahren käme dann evtl. noch ein weiteres E-Auto dazu. Dann würde sich der Jahresverbrauch auf etwa 8.000 kwh erhöhen.


    Wenn der 24 kwh-Akku von meinem Nissan Leaf fürs Fahren irgendwann nicht mehr ausreicht, könnte ich ihn vielleicht als Speicher weiterbenutzen (dann hat er sicher noch so um die 15 kwh). Also insofern sollte eine Akku-Nachrüstung der PV-Anlage möglich sein.


    Ich möchte nun unser Haus von einigen regionalen Solateuren inspizieren lassen und mir Angebote einholen. Die Angebote würde ich dann auch gerne von euch Profis checken lassen.


    Nun meine 1. Frage an euch: Gibt es Komponenten (Module, WR ...) , die ich den Solateuren vorschlagen soll oder sollen die mal anbieten, was die so üblicherweise verbauen? Die Vergleichbarkeit der Angebote würde bei Vorgaben natürlich einfacher sein.


    Die Ausrichtung meines Hauses ist Süd-West. Leider ist das Dach durch einen Zwerggiebel etwas ungünstig. Es sind auch bereits zwei Solarwasser-Module drauf. Zur Zeit sind auf der betreffenden Dachseite auch noch eine Schornsteinfegerleiter installiert - diese könnte ich aber auf die andere Dachseite versetzen. Weiterhin nutzbar wäre am Haus angebautes Carport und Garage. Machen Module auf dem Zwerggiebel Sinn (Ost- und West-Richtung). Aber wahrscheinlich passt da grad jeweils eines drauf.


    Könnt ihr mal so grob abschätzen, mit welcher kwp-Größe ich hier rechnen kann?


    Noch ein paar Daten:
    Dachneigung 45°
    Hauslänge: 10,80 m
    Länge Carport und Garage: 6 m


    Würde mich echt freuen, wenn ihr mir bei meinem Projekt helfen würdet. :danke:


    Viele Grüße, Stefan alias perpetuum :D

  • Hallo,


    Zitat von Perpetuum

    Ich möchte nun unser Haus von einigen regionalen Solateuren inspizieren lassen und mir Angebote einholen. Die Angebote würde ich dann auch gerne von euch Profis checken lassen.


    Nun meine 1. Frage an euch: Gibt es Komponenten (Module, WR ...) , die ich den Solateuren vorschlagen soll oder sollen die mal anbieten, was die so üblicherweise verbauen? Die Vergleichbarkeit der Angebote würde bei Vorgaben natürlich einfacher sein.


    ist richtig, die Solarteure sollten einige Vorgaben bekommen, damit`s eine optimale Auslegung der Anlage gibt und die Angebote vergleichbar sind.
    Aber ich würde keine speziellen Komponenten vorgeben, sondern eine optimierte Dachbelegung und den dazu passenden WR, also die Planung hier schon im Forum machen und als Basis für die Angebote nehmen.


    Zitat von Perpetuum

    Die Ausrichtung meines Hauses ist Süd-West. Leider ist das Dach durch einen Zwerggiebel etwas ungünstig. Es sind auch bereits zwei Solarwasser-Module drauf. Zur Zeit sind auf der betreffenden Dachseite auch noch eine Schornsteinfegerleiter installiert - diese könnte ich aber auf die andere Dachseite versetzen. Weiterhin nutzbar wäre am Haus angebautes Carport und Garage. Machen Module auf dem Zwerggiebel Sinn (Ost- und West-Richtung). Aber wahrscheinlich passt da grad jeweils eines drauf.


    Ich würde das Hauptdach leermachen (Leiter, Schornsteinfegertritt und Solarthermie weg) und sowohl das Hauptdach wie auch den Teil des Garagendaches belegen, der wenig Schatten vom Hauptdach bekommt.
    Die Solarthermie würde ich auf die südöstliche Seite des Zwerggiebels versetzen, da bringt sie genug und die Fläche ist so auch besser genutzt wie mit PV-Modulen. Schornsteinfegertritt auf die andere Seite des Schornsteins umsetzen.


    Zitat von Perpetuum

    Könnt ihr mal so grob abschätzen, mit welcher kwp-Größe ich hier rechnen kann?


    Noch ein paar Daten:
    Dachneigung 45°
    Hauslänge: 10,80 m
    Länge Carport und Garage: 6 m


    Die Dachneigung ist mit 45° jedenfalls schonmal recht gut.
    Wir brauchen dazu noch die genauen Abmessungen des Daches.


    Ich schätze mal, dass Dein Hauptach von Traufe bis First ein Maß von etwa 6 Metern hat, Garage wohl 5 Meter.
    Dann passen von den Standardmodulen (60-Zeller, 99 x 1,66 m mit etwa 275 Watt) drei übereinander und oben am First 4 nebeneinander, auf der Seite mit dem Schornstein wohl nur 3.
    Die mittlere Reihe nimmt auf jeder Seite 3 Module und die untere Reihe je 2 Module.
    Das sind dann 17x 60-Zeller auf dem Hauptdach, 23 Stück davon passen max. in einen String.
    Ich würde einen String vollmachen, dann müssten auf das Garagendach folglich noch weitere 6 Module, 2 übereinander und jeweils 3 nebeneinander.
    Ob das so passt oder mehr bzw. weniger auf`s Dach passt (und damit evtl. andere Module mit anderen Abmessungen besser sind), können wir sagen, wenn Du die genauen Bemaßungen beider Dächer nachreichst.


    23x 285 Watt = 6,555 kwp x 0,7 (70% Regel hart) = 4,59 kw / 0,95 (Blindleistungsfaktor) = 4,83 kva.
    In diesem Fall ist ein WR mit 1000 Volt max. Spannung und knapp 5 kva das Mittel der Wahl: StecaGrid 4803.


    Die Module sind nicht so wichtig, die nehmen sich heute nicht mehr viel.
    Wirklich schlechte werden hier eigentlich nicht mehr angeboten.
    Bei mehreren preisgleichen Angeboten kann man da dann noch das mit den etwas besseren Modulen aussuchen.

  • Zitat von Ralf Hofmann

    Ich würde das Hauptdach leermachen (Leiter, Schornsteinfegertritt und Solarthermie weg) und sowohl das Hauptdach wie auch den Teil des Garagendaches belegen, der wenig Schatten vom Hauptdach bekommt.
    Die Solarthermie würde ich auf die südöstliche Seite des Zwerggiebels versetzen, da bringt sie genug und die Fläche ist so auch besser genutzt wie mit PV-Modulen. Schornsteinfegertritt auf die andere Seite des Schornsteins umsetzen.


    1+ genau so wuerde ich es auch machen... :wink:


    Zitat von Ralf Hofmann


    Die Module sind nicht so wichtig, die nehmen sich heute nicht mehr viel.


    im hinblick auf die zukunft, wo speichernachruestung und zweites e-auto geplant sind,
    wuerde ich leistungsfaehige module nehmen, um moeglicht viel power aufs dach zu bekommen.
    also hochleistungsmodule, aber nicht die neuesten, weil sehr teuer, sondern die mit dem besten preis-leistungs-verhaeltnis.


    als wechselrichter vielleicht diesen hier:
    http://www.photovoltaikforum.c…-technologie-t109096.html

    sonnige gruesse aus THAILAND,
    towa


    1. Off-Grid SMA SMC6000TL + SMA Island 6.0 - Lifepo4 48V, 320Ah - 6.5 kWp (NOTC)
    2. Off-Grid PIP2424MSX - 2.0 kWp (NOTC) - Lifepo4 25V, 400Ah

  • Erst mal Dankeschön für die ersten Tipps. Die Option, die Solarthermie-Module auf den Zwerggiebel umzubauen hatte ich überhaupt nicht auf dem Schirm. Muss ich allerdings auch erst mal überprüfen lassen, ob das geht und was das kosten würde.


    Zitat von Ralf Hofmann

    Ich schätze mal, dass Dein Hauptach von Traufe bis First ein Maß von etwa 6 Metern hat, Garage wohl 5 Meter.


    So, bin gerade mal aufs Dach gestiegen und hab mal das Maßband hingehalten. Am Haus habe ich eine Dachhöhe (First bis Traufe) von 6,90 m, auf der Garage nur 4,90 m.



    Dann würde der Vorschlag von Ralf in etwa so aussehen (mittleres Bild).


    Das mit dem String vollmachen habe ich nicht so ganz verstanden. Ab wann ist denn ein String voll? Sind das immer 23 Module oder kommt das auf die Module an. So wie ich dich verstanden habe, sind die Größen der Module unterschiedlich, je nach Hersteller. Das heißt ich müsste schauen, dass ich möglichst ein Modul finden, welches optimal zu meinen Dachmaßen passt? Dann würde ich z.B auch 4 untereinander aufs Hausdach und 3 untereinander auf die Garage bringen.


    VG Stefan

  • ein standardmodul hat 1.65m x 1.0m
    du musst nicht hochkant, kannst auch quer verlegen.
    nur so als planungsvorlage... :juggle:
    oder hochkant (20) auf den hautdach und quer (3x4=12) auf der garage... :juggle:
    und mit 300wp lg haettest du dann 9.6kwp.

    sonnige gruesse aus THAILAND,
    towa


    1. Off-Grid SMA SMC6000TL + SMA Island 6.0 - Lifepo4 48V, 320Ah - 6.5 kWp (NOTC)
    2. Off-Grid PIP2424MSX - 2.0 kWp (NOTC) - Lifepo4 25V, 400Ah

  • Zitat von Perpetuum

    Das mit dem String vollmachen habe ich nicht so ganz verstanden. Ab wann ist denn ein String voll? Sind das immer 23 Module oder kommt das auf die Module an. So wie ich dich verstanden habe, sind die Größen der Module unterschiedlich, je nach Hersteller.


    Die Standardmaße sind wie bereits von towa-thailand gepostet 1.65m x 1.0m. Dort findet man z.Zt. das beste Preis/Leistungsverhältniss bei 60-Zeller-Modulen mit 260 bis 290 Wp und später sicher auch Ersatz wenn irgendwann mal eins z.B. durch Hagelschaden kaputtgehen sollte.


    Ob ein String "voll" ist hängt von der Leerlaufspannung des Moduls bei -10 Grad und dem verwendeten Wechselrichter ab, Ralf Hofmann ist dabei von einem 1 kV-Wechselrichter und den o.a. Standardmodulen (60-Zeller) ausgegangen was in den meissten Fällen auch passt. Es gibt natürlich auch Ausnahmen, da muss man dann anders rechnen.


    Die Spannung wird wg. des negativen Temperaturkoeffizienten mit abnehmender Temperatur höher, daher muss man die vom Hersteller des WR max. zulässige Stringspannung im Auge behalten. Bei Überschreiten der max. zulässigen Werte kann es im Fehlerfall zu Problemen bei Gewährleistungsansprüchen kommen.

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

  • Danke, smoker59 ohweh, das hört sich ja alles ziemlich kompliziert an.


    Aber ich werde diese Fragestellung mal mit meinem Solateur besprechen und schauen, ob er sich damit auskennt. Ich hoffe mal nicht, dass ich erst Elektrotechnik studieren muss, wenn ich eine PV-Anlage erwerben will. ;-)


    Habe heute mal die ersten beiden Solateure vor Ort angerufen und werde demnächst einen Termin bei mir bekommen. Mal schauen, was bei den ersten Gesprächen so raus kommt. Ich halte euch auf dem Laufenden.


    Vielen Dank und Gruß aus Unterfranken


    Stefan alias perpetuum

  • Hallo,


    wenn ein zweites e-Auto geplant ist dann ist das ja eventuell schon Mittags zu Hause somit würde ich je nach Ausrichtung des Hauses auf 70% weich gehen.


    Ich habe z.B. am 19.0915 bei reiner Südausrichtung bei Wolkenlosem Himmel 90% der Anlagenleistung am WR gesehen. Als es so heiss war kam weniger vom Dach.


    Django

  • Das zweite E-Auto wäre dann gegen 14 Uhr zuhause, das erste gegen 17 Uhr. Am Wochenende sind natürlich dann beide da und würden sich über den Strom aus der eigenen PV-Anlage freuen. :D


    Es ist jetzt schon ein echt gutes Gefühl mit 100% Ökostrom mit dem E-Auto zu fahren. Ich habe in meinem bisherigen Leben mehr als genug Abgase in die Atmosphäre gepustet. :oops:


    Gruß Stefan