PV-Anlage am Neubau noch dieses Jahr in Betrieb nehmen ??

  • Hallo,


    macht es steuertechnisch Sinn, eine neu errichtete PV-Anlage noch dieses Jahr inbetrieb zu nehmen ?


    Kurze Daten:
    - Neubau, Fertigstellung und Einzug im Dezember 2015
    - PV-Anlage (9,4 kWp) DC-seitig bereits fertigmontiert, AC geplant für ca. Oktober / November 2015
    - Rechnungsstellung und -begleichung für die Anlage erfolgt ebenso noch in 2015


    Wenn ich die Anlage noch dieses Jahr inbetrieb nehme, dann habe ich für 2015 massive Einnahmen (USt-Erstattung der Anlage da Verzicht auf die KUR), aber kaum Ausgaben...


    In meinen Augen macht es hier doch mehr Sinn, die Anlage erst im Januar 2016 in Betrieb zu nehmen (Steuererstattung der Anlage dann in 2016), dann 5 Jahre so laufen lassen und jährlich 5% afa (Sonderabschreibung ausnutzen 19,9%), danach wechsel zur KUR.
    Zumal ich dann faktisch auch 21 Jahre lang die Einspeisevergütung kassiere anstelle 20 Jahre und einem Monat...


    Oder habe ich einen Denkfehler ? Dann bitte um Korrektur...


    Grüße
    Bernhard

    Hausdach:

    9,36 kWp, 70% dynamisch; 36x Heckert NeMo 260W
    Fronius Symo 8.2
    180° Süden, 40° Dachneigung, teilweise Verschattung vorhanden (ca. 10% Verlust)
    Inbetriebnahme am 20.01.2016


    Terassenüberdachung:

    7,455 kWp, 70% dynamisch; 27x SI-Saphir 165W und 10x Heckert NeMo 300W

    Fronius Symo 6.0 light

    180° Süden, 5° Dachneigung, teilweise Verschattung vorhanden (ca. 10% Verlust)

    Inbetriebnahme am 29.03.2019


    JK: 23 (D2, T1)

  • Grundsätzlich richtig, nur was passiert, wenn die Regierung beschließt ab Jahreswende die EEG Vergütung zu streichen ?

  • Zitat von hofeBY

    Grundsätzlich richtig, nur was passiert, wenn die Regierung beschließt ab Jahreswende die EEG Vergütung zu streichen ?


    Naja, so schnell geht das auch wieder nicht.

    ZOE intens 10/2014, IONIQ Style electric 11/2017, Kona 12/2018
    9,69 kWp = 38 St. WSP-255P6, STP10000-10
    6,7 kWp = 28 St. Risen 240, STP5000-20
    Solar-Lamprecht - 90765 Fürth - mail: info @ solar-lamprecht.de

  • Wäre eine Alternative, die Vergütung oder Laufzeit mal außen vor.
    Aber Rechnung in 2015 beglichen und FA-Anmeldung in 2016 könnte ein Problem werden.
    Problem Jahreswechsel, wurde schon mehrfach im Forum angesprochen, also richtig informieren.
    Sonnige Grüße

    28 EGING 190W, WR SMA 5000TL20
    Ausrichtung -36°, DN 42°
    I.B.N. 6/2011

  • Wann ist denn die Rechnungsstellung? Wenn November - Voranmeldung mit Dauerfristverlängerung am 11.1.2016 abgeben, Zahlung in 2016 erhalten, fertich!
    (Wenn Rechnung früher kommt, hat man die Rechnung eben erst in der November in der Voranmeldung, oder bei der Jahreserklärung fällt einem vielleicht erst im April auf, dass man sie vergessen hat, oder, oder, oder)

    55x Heckert Solar NeMo 60P 260 Wp mit 1 SMA Tripower6000 TL und 1 SMA Tripower7000 TL

  • Hallo,


    das Problem treibt mich auch gerade um.
    Unternehmensgründung 2-3 Monate vor Inbetriebnahme.
    AFA läuft ja ab Unternehmensgründung?


    Das ganze noch dazu spät im Jahr - wenig Einspeisevergütung.
    Läuft am Jahresende auf einen kleinen Verlust hinaus, den man aber bei der Einkommsterklärung geltend machen kann?


    Umsatzsteuer auf die Anlage ist doch ein reiner Durchlaufposten.
    Die zahlst du an den Solarteuer, bekommst sie dann vom FA zurück. Wenn das im selben Jahr passiert ist es ein Nullsummenspiel.


    Michael

    38 x Winaico WST-P6 Poly, 9,88 kwp Ost-West, Fronius Symo 8.2-3-m

  • Wenns im selben Jahr passiert, hast Du ja recht. Aber ich spare lieber im alten Jahr Steuern (Zahlung der USt), und verschiebe die Einnahmen (Rückzahlung vom Finanzamt) aufs nächste Jahr. Hab ich ein Jahr länger Freude an meinem Geld :-)

    55x Heckert Solar NeMo 60P 260 Wp mit 1 SMA Tripower6000 TL und 1 SMA Tripower7000 TL

  • Umsatzsteuer wäre ein Nullsummenspiel, wenn die Abwicklung im selben Jahr stattfindet.


    In meinem Fall ist das leider nicht so. Die Inbetriebnahme schieben wir auf Januar 2016, da ich voraussichtlich erst im Dezember ins neue Haus einziehen werde. Wäre doch quatsch, die Anlage schon ab Dezember laufen zu lassen...


    Somit erfolgt auch erst im Januar bei der BNA die Anmeldung...
    Somit sollte auch erst Anfang Februar die erste Voranmeldung beim FA erfolgen.


    Blos was sagen die beim FA, wenn die Rechnung der PV-Anlage schon in 2015 ausgestellt worden ist ?


    Rein theoretisch wäre ich ja dann schon in 2015 Unternehmer, hab keine Einnahmen, sondern nur Ausgaben (Ust der Anlage).
    Also richtig Verlust (gut für die getrennt zu betrachtende Einkommensteuererklärung).
    Dann habe ich aber nächstes Jahr einen dicken Gewinn, da die Erstattung der Ust als Einnahme in der EÜR zählt, ich aber kaum Ausgaben dagegen rechnen kann... Folglich dicker Gewinn...


    Denke ich richtig ?? :roll:

    Hausdach:

    9,36 kWp, 70% dynamisch; 36x Heckert NeMo 260W
    Fronius Symo 8.2
    180° Süden, 40° Dachneigung, teilweise Verschattung vorhanden (ca. 10% Verlust)
    Inbetriebnahme am 20.01.2016


    Terassenüberdachung:

    7,455 kWp, 70% dynamisch; 27x SI-Saphir 165W und 10x Heckert NeMo 300W

    Fronius Symo 6.0 light

    180° Süden, 5° Dachneigung, teilweise Verschattung vorhanden (ca. 10% Verlust)

    Inbetriebnahme am 29.03.2019


    JK: 23 (D2, T1)

  • Man kann dem Laien nur raten: Mach es einfach richtig. Auch wenn es dadurch scheinbar mehr wird; alles sehr formal anmutet... und man das für viel Bürokratie hält. Zauberkunststückchen - das merkst Du gerade selbst - führen Dich nur zu Fragen auf die Du fachlich keine eigenen Antworten findest; und Profis keine geben, weil sie selbst so agieren, dass sie sie nicht brauchen (und somit auch nicht haben). (Sorry.. aber wir denken in Mustern und Schemata... und spulen die Lösung immer nur ab. Das macht gelegentlich Arbeit... ist aber E-wie Einfach.)



    Erste Voranmeldung:
    Der Unternehmer hat für JEDEN Voranmeldungszeitraum eine Voranmeldung abzugeben.
    Somit ab Beginn der Unternehmereigenschaft.
    Somit mit Aufnahme der ersten konkreten Vorbereitungshandlungen.
    Ich weiss nun nicht ab wann UStVA'en abzugeben gewesen wären - aber die Unternehmereigenschaft besteht schon längst (wenn Teile der Anlage schon ausgeführt sind / die Anlage in Ausführung befindlich ist).


    Wenn da dann immer nur Null auftaucht... dann ist das eben so. Da passiert nix.
    Wenn da fortwährend Vorsteuerbeträge auftauchen (ohne Umsätze)... dann ist das eben so. Das FA wird nachfragen; man erklärt den Sachverhalt. Das FA wird ausnahmsweise Belegeinsicht verlangen - und den bekommen sie. So what?.


    (Das man.. wenn das Kind im Brunnen liegt.... eher Vorsteuer aus 2015 in 2016 geltend machen kann, als Betriebsausgaben aus 2015 ind 2016... den Hinweis würde ich mir am liebsten sparen. Denn Du solltest es so machen, dass erst gar keine Kinder in den Brunnen fallen können, weil Du gar keinen Brunnen baust.)



    Ertragsteuerlich:
    Sag niemals "Nie".... aber wirklich vorstellen kann ich mir nicht, dass Du eine Anlage planst und baust, und es dabei nicht zu ein paar Euro Ausgaben kommt, die sofort abzugsfähige Betriebsausgabe und keine aktivierungspflichtigen AHK darstellen.
    Insofern ist für 2015 schon deshalb eine EÜR erforderlich.


    Der AfA-Beginn hängt - je nach Fallgestaltung - von ganz vielem ab.
    Möglicherweise sogar vom Inbetriebnahmedatum in 2016. (Das müsste dann aber schon eine sehr ungewöhnliche Vertragsklausel sein; aber auszuschließen ist das nicht. Die Vermutung liegt nahe, dass - gäbe es eine solche Klausel - Du dann auch was davon wüsstest und gar keine Fragen zu dem Thema hättest. Der Umkehrschluss legt nahe, dass es eine solche Vereinbarung nicht gibt).


    Im Standard sind zwei Fälle zu unterscheiden:
    a) angeschaffte
    b) selbst hergestellte Anlagen
    Bei Dir glaube ich herauszulesen, dass es eine angeschaffte Anlage ist.
    Die AfA beginnt somit im Zeitpunkt des Eigentumsübergangs bzw. im Zeitpunkt des Gefahrenübergangs.
    Der Gefahrenübergang ist im Vertrag geregelt. Normalerweise.
    Wenn es keinen Vertrag gibt, oder der dazu nichts sagt.... dann ist dies der Zeitpunkt der Abnahme.
    Der Abnahemzeitpunkt ist überlicherweise im Vertrag geregelt.
    Wenn es keinen Vertrag gibt, oder dazu nichts gesagt ist, dann mit Fertigstellung des Werks.
    Du siehst: Hast Du einen Vertrag.. mit dem Inhalt "Es erfolgt eine förmliche Abnahme. Alle anderen Formen der Abnahme sind ausgeschlossen". Dann hättest Du klare Verhältnisse.
    Ohne entsprechende Klausel geht der Eiertanz los.
    (Man redet sich dann mit der Behauptung raus, dass man zur Wahrung impliziter Gestaltungsspielräume bewusst auf eine Klarstellung verzichtet hat. Das klingt wenigstens gut.)


    Was Du so vorhersiehst.... spricht dann jedoch aus heutiger Sicht einiges dafür, dass die Abschreibung schon in 2015 beginnt.
    Wenn dadurch ein Anfangsverlust entsteht: Das ist dann halt so.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung