70% Regelung der Deutschen vielleicht doch nicht so blöd...

  • Ich habe bis jetzt die 70% Regelung der Deutschen für völligen Bockmist gehalten...bis Heute, als mir der hiesige Elektroinstallateur erklärte, das man in weiten Teilen des Dorfes keine PV-Anlage mehr vom E-Werk bewilligt bekommt, da alle Leitungen ausgelastet sind...


    Ist das in anderen Teilen der Schweiz auch schon so???

  • Zitat von UnwissenderMichel

    Ich habe bis jetzt die 70% Regelung der Deutschen für völligen Bockmist gehalten...bis Heute, als mir der hiesige Elektroinstallateur erklärte, das man in weiten Teilen des Dorfes keine PV-Anlage mehr vom E-Werk bewilligt bekommt, da alle Leitungen ausgelastet sind...


    Ist das in anderen Teilen der Schweiz auch schon so???


    ich kann jz nur von einem kleinen(rd. 600EW) ostösterreichischem dorf reden, also meinem zuhause :idea:


    vor 3 jahren war ich der 1. mit pv anlage.


    jetzt sind es insgesamt 6 und es gibt 3 trafos(schätze mal alle um die 300kva)


    trafo nord ist seit kurzem voll: da hängen von einer firma und einem landwirt je 20kwp dran und das autohaus das jz ebenfalls eine 20kwp anlage bauen wollte hat man nur 14kwp bauen lassen nach netzverträglichkeitsprüfung :idea:


    ich frage mich, bringen mehr als 54kwp an einem ca. 300kva trafo bereits probleme mit sich??

  • Wenn man in der Schweiz Megawattanlagen plant, tut man gut daran, vorher eine Netzverträglichkeitsprüfung zu verlangen.
    Aber die 70% Regel finde ich auch Bockmist, insbesondere für Kleinanlagen < 100kW.
    Doch mit zunehmenden Ladestationen -auch für den Schwerverkehr dürften die Versorger schon noch die Krise kriegen. :mrgreen:
    einstein0

    33 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    2 kW- Hybrid-Insel im Camper, BEV: Hyundai Kona. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
    PV-Notstromversorgung 10 kWh im MFH mit Infini 3 kW Hybrid-WR und 10 kWh Li-Testspeicher.

  • Zitat von einstein0


    Aber die 70% Regel finde ich auch Bockmist, insbesondere für Kleinanlagen < 100kW.


    Kommt drauf an, genauergesagt auf die Anlagenausrichtung und die Dachneigung :idea: .


    Ost/West-Anlagen lassen sich bei entsprechender Dachneigung ohne Verluste mit der 70% Regelung betreiben.
    Wer in DE ein optimal ausgerichtetes Süddach hat kann ja immer noch die 100 %-Lösung mit RSE wählen.
    Da ist dann der Preis des RSE das Rentabilitätszünglein an der Waage. Denn die Preise für den RSE sind von VNB zu VNB sehr unterschiedlich, von unter 100,-€ bis z.T. weit über 1000,-€.
    Über 30 kWp kommst du lt. EEG um den RSE sowieso nicht drumherum.

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

  • Die 70% Regelung bringt erst etwas wenn viel in Betrieb ist, da sind wir noch weit davon entfernt. Probleme gibt es in der Schweiz noch nicht viele, wird aber zunehmen. Wobei die 70% Regelung auch nur noch etwa 20% an mehr Anlagen zulässt.


    Problem sind in den Quartieren eher die langen Leitungen mit bescheidenem Querschnitt, nicht die Trafos.

    Sonnige Grüsse
    Michi
    14 x Schott Poly 235/ Fronius Symo Hybrid 5.0, BYD HVM 11kWh, Ohmpilot, Wallbe stufenlos am Powerdog

  • Kommt drauf an was für Trafos. Bei uns und in der Nähe des Trafos ist an einem Sonntag Morgen wenn nichts los ist und Wolkenspiegelungen da sind, windig ist, die Temperaturen tief sind auf einer Phase schon mal 255 Volt. Bei mir hats auch schon alle WR abgeschaltet. Das EW meint der Nulleiter sei nicht OK. Wenns nur so wäre. Die bringen bei solchen Tagen den Pfupf nicht weg, wäre die richtige Antwort meine ich.
    Bei Normalbetrieb liegt eine Phase quasi immer bei 250Volt. Was ist da los.
    Gruss

  • Zitat von Marcolino

    Kommt drauf an was für Trafos. Bei uns und in der Nähe des Trafos ist an einem Sonntag Morgen wenn nichts los ist und Wolkenspiegelungen da sind, windig ist, die Temperaturen tief sind auf einer Phase schon mal 255 Volt. Bei mir hats auch schon alle WR abgeschaltet. Das EW meint der Nulleiter sei nicht OK. Wenns nur so wäre. Die bringen bei solchen Tagen den Pfupf nicht weg, wäre die richtige Antwort meine ich.
    Bei Normalbetrieb liegt eine Phase quasi immer bei 250Volt. Was ist da los.
    Gruss


    Und Du kannst mir sagen wieviel die Spannung am Trafo raufgeht, wieviel auf der Leitung?? Dann bitte um Info;-)


    Trafos sind sehr Spannungsstabil, wenn Du den mit Rückspeisen 10% in der Spannung anheben willst, dann läuft er, denke ich, mit 2-3 x Nennlast und wird abrauchen.


    Das Netz und Trafo zusammen hingegen bringst Du schon mal 10% zu hoch hin. Geh die Spannung mal an einem schlechten Wintersonntag messen, wenn Du da schon viel Spannung hast, dann ist der Trafo eventuell hoch eingestellt, weil eben beim Bezug vom Strom die Leitungen lang und schwach sind....

    Sonnige Grüsse
    Michi
    14 x Schott Poly 235/ Fronius Symo Hybrid 5.0, BYD HVM 11kWh, Ohmpilot, Wallbe stufenlos am Powerdog

  • Zitat von smoker59


    Kommt drauf an, genauergesagt auf die Anlagenausrichtung und die Dachneigung :idea: .


    Ost/West-Anlagen lassen sich bei entsprechender Dachneigung ohne Verluste mit der 70% Regelung betreiben.
    Wer in DE ein optimal ausgerichtetes Süddach hat kann ja immer noch die 100 %-Lösung mit RSE wählen.
    Da ist dann der Preis des RSE das Rentabilitätszünglein an der Waage. Denn die Preise für den RSE sind von VNB zu VNB sehr unterschiedlich, von unter 100,-€ bis z.T. weit über 1000,-€.
    Über 30 kWp kommst du lt. EEG um den RSE sowieso nicht drumherum.


    Das kann ich so nicht stehen lassen. Meine 30 kW Ost/West-Anlage generiert zwischen März und Sept. regelmässig >70% auch während Stunden. Obschon die Neigung bloss 15° beträgt, würde ich WR einer O/W-Anlage nicht unterdimensionieren und auch nicht separat verarbeiten lassen.
    einstein0

    33 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    2 kW- Hybrid-Insel im Camper, BEV: Hyundai Kona. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
    PV-Notstromversorgung 10 kWh im MFH mit Infini 3 kW Hybrid-WR und 10 kWh Li-Testspeicher.

    2 Mal editiert, zuletzt von einstein0 ()

  • Ich halte die 70% Regelung für eine der besten Ideen überhaupt. Selbst 60 oder sogar 50% wären ja ohne große Einbuße mit einem kleinen netzdienlich Akku machbar. Dann könnte man direkt 200% PV ohne einen zusätzlichen Euro für Netzausbau installieren. Tendenziell würde ich eher bei Parks >100KWp eine Ausnahme machen, weil dort der EV üblicherweise nicht so gut dargestellt werden kann und der Netzausbau/KWp ja auch nicht so ins Gewicht fällt.


    Alex.

    138 KWp als Bürgeranlage (http://laborschule.solardach-dresden.de)
    19,3 KWp privat auf Süd-, Ost-, West- und Flachdach
    SI 6.0 mit PzS - 80KWh nutzbar und Notstrom
    Tesla Model S90D seit 10/2016, Tesla Model 3 AWD LR seit 04/19

  • Zitat von michi_k

    Bei Normalbetrieb liegt eine Phase quasi immer bei 250Volt. Was ist da los.


    wenn eine Phase zu hoch ist, könnte eine Schieflast vorliegen. Deshalb sollte man immer auf der Phase mit der geringeren Spannung einspeisen. Sind alle drei Phasen auf 250V, dann ist der maximale Spannungsdruck erreicht.
    Zu hohe Spannungen lassen sich durch Erhöhung des Eigenverbrauches vermeiden.

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!