Größe definieren Solarthermie

  • Guten Abend,


    ich heize mit Holz zentral 30 kw Holzvergaser. Habe derzeit ein Pufferspeicher mit 800 Liter
    Heizwasser und 200 Liter Brauchwasser.
    Wir sind 4 Personen und haben rund 160 qm Wohnfläche.


    Da das Puffer Volumen zu klein ist plane ich eine Erweiterung um 1000 bis 2000 Liter. In diesem Zuge
    möchte ich auch Solarthermie Anlage zuschalten.


    Ich habe am Balkon geländer Platz für gute 20qm Kollektorfläche. Ich würde günstig an Fachkollegen kommen.
    Ausrichtung wäre Süd Süd West ich würde die Kollektoren sehr steil anbringen. Größer 70 Grad.


    Ich wuerde dann Solarthermie direkt ins Heizwasser lassen und Brauchwasser mit Frischwasserstation
    erzeugen.


    Sind 20 qm Kollektorfläche ideal? Oder zu wenig?


    Besten Dank für Infos.


    Viele Grüße
    Tijo

  • Hallo,


    Habe 130qm Wohnfläche, 14,9kW Holzversager, 2000l Pufferspeicher, davon 300l Brauchwasser.
    Dazu 8m² Solarthermie für Brauchwasser und Heizungsunterstützung. Ich habe im ganzen Haus Fußbodenheizung und eine max. Vorlaufthemperatur von 31-32°C.
    Das passt bei mir ganz gut, mehr Thermie brauche ich nicht, da es in der Übergangszeit knapp reicht und im Sommer schon grenzwertig.
    Der Rest vom Dach ist mit PV bedeckt.


    mfg

    4,44 kWp Mitsubishi PV AD 185 MF5, SMA SB 4000 TL-20, 234°SW WebBox
    4,0 kWp Renesola JC255M-24/Bb, ABB PVI 3.6 OUT, 234°SW WebLog Pro
    1,6 kWp YingLi Panda YL270C-30b, SMA SB 1.5, 54°NO SL300
    3,5 kWp Galaxy Energy GS250M, SMA SB 4000 TL-20, 144° SO SL1000

  • Ja hallo,spare man nicht so mit dem Puffer,5000L sind angebracht,die Bequemlichkeit beim heizen ist ei grosser Puffer,gibt es beim Schrott für ein paar hundert E.Die 20m2 Kollektorfläche ist ok.Ich hab für einen 50kw HV und 50m2Röhren 12TL Puffer tolle Sache,an heizen ist vorerst nicht zu denken.Gruss Bernd

  • Für den Sommer würden dann 10m² Solarthermie ausreichen. Auch bei 3000L Speicher.
    Die Module dürften flacher gestellt werden (auf Sommersonne optimieren). Am Boden aufstellen wäre viel einfacher als am Balkongeländer.


    Für den Winter:
    MMn. funktioniert eine Heizungsunterstützung im Winter nur, wenn man "Kaltspeicher", eine Sole-Wärmepumpe und "Warmspeicher" installiert. Nur in diesem Fall kann man von Solarertrag sprechen. Ansonsten wird die Anlage, gerade in Kombination mit einem Holzvergaser, so gut wie keinen Beitrag leisten.
    Könntest du also auch lassen, wenn du es nicht zu aufwendig treiben willst.


    Damit hättest du im Sommer solare Vollversorgung und im Winter deinen HV.


    Die Alternative für Sommer/Winter und Balkon.
    DC über Regler an Heizstab. Oder über eine Mini-Insel an Heizstab.

  • Zur Heizungsunterstützung schadet viel nicht, aber bei normalen Heizkörpern kommt da eh nciht viel rüber. Im Sommer sind 10m² schon viel, wobei du nciht schreibst wieviele Personen ihr seid oder wie der Warmwasserbedarf aussieht.
    Mach dir auch Gedanken über die Hydraulik, ein paar Hähne damit man die Puffer wahlweise parallel oder seriell betreiben kann, schaden bei der Kombination HV (parallel)/ST (seriell) imo nicht.
    Ich habe mich gegen ST entschieden, das bißchen Holz (nur Weichholzreste, einaml den Ofen voll gemacht reicht trotzdem ca. eine Woche, viel mehr ginge auch nicht in den Puffer), das ich im Sommer brauche, hätte ich vergolden lassen können für das, was die ST gekostet hätte. Bei viel Eigenleistung sieht das aber anders aus, wie bei ST sehr oft.


    OT: 30kW an 800l - wer hat denn das geplant? Legst du da jetzt im Sommer alle 2-3 Tage 10 Scheite rein von denen die 2-3 Kesselverluste werden? Schon die 55l/kW die die BAFA mindestens vorsieht sind wenig, ich habe 77l/kW und etwas mehr würde nicht schaden, ist aber nicht in den Keller gegangen (Kippmaß) ohne noch einen dritten Speicher zu nehmen. Außerdem - viel Speicher(oberfläche) viel Speicherverlust...

  • Hallo,
    die Flachkollektoren sehr steil zu stellen ist schonmal eine gute Idee. Im Sommerhalbjahr hat man sowieso zuviel, weil man ja nur warmes Wasser braucht, im Winterhalbjahr darf es dann ruhig etwas mehr sein. Die steile Aufstellung kommt der Ganzjahresnutzung etwas entgegen. Also ich würde es mal so wie du es dir auch vorgestellt hast, mit ungefähr 20qm und recht steil aufgestellt probieren.


    Viele Grüße:


    Klaus


    editiert: Dies hier ist ja ein PV-Forum, aber dass einige den Blickwinkel immer wieder nur auf PV-Anlagen reduzieren wollen... :?::(

    "Ich hatte nie zuvor ein Produkt um das ich so betteln musste um es zu bekommen um später so kämpfen zu müssen und alles zu versuchen um es nur behalten zu dürfen"
    Peter Horton 2003 über sein GM EV1 in"Who killed the electric car"

  • 20 qm, 50 qm Solarkollektor....
    eine super Sache, wenn man tonnenweise kochendes Wasser brauchen kann


    ein alternativer Ansatz für den TS wäre die Überlegung, ob man nicht anstatt der Solarthermie besser PV aufs Dach legt und das Warmwasser in der "Nicht-Heizzeit" mit PV und Brauchwasserwärmepumpe erwärmt.


    Zum Holzheizkessel natürlich trotzdem den Pufferspeicher auf eine sinnvolle Größe erweitern, und die Wärmepumpe mit zweitem Wärmetauscher damit der Holzkessel, wenn er in Betrieb ist, das Warmwasser auch erhitzen kann.


    Was bei dieser Lösung natürlich wegfallen würde ist die Heizungsunterstützung durch die Solarthermie.
    Das muß man sich halt ausrechnen wie groß dieser Anteil (in der Übergangszeit) denn überhaupt sein könnte.
    Ich vermute, bei Beheizung mit Heizkörper und entsprechend hohen Vorlauftemperaturen, eher sehr gering.

  • Hallo,


    seit 2007 betreibe ich eine thermische Solaranlage mit Heizungsunterstützung auf dem Dach meines Hauses (seit 2009 dann auch PV). Ausrichtung Süd Süd-West, 15m² Fläche, bei 38° Dachneigung, 1000 Liter Speicher. Brauchwasser wird im Durchlauf per Wärmetauscher erwärmt. Beheizt werden 2 Wohnungen für 6 Personen mit insgesamt 210m², im EG mit Fußbodenheizung und im DG mit Heizkörpern. Da die Hauptlast der Heizung von der Fernwärme getragen wird, ist es problemlos möglich, einen Vergleich anzustellen. In der bisherigen Betriebszeit hat die thermische Solaranlage mit knapp 26% (ca. 4500Kwh/Jahr) zur Bereitstellung von Wärme beigetragen. Das ist deutlich mehr als mir ursprünglich versprochen wurde. Dass es im Sommer einen Überschuss an Wärme gibt, verkraftet die Anlage sehr gut. Die Speichertemperatur liegt in dieser Zeit ständig um oder über 90°C. Zum Thema Winterbetrieb kann ich sagen, dass es an sonnigen Tagen selbst bei Dauerfrost möglich ist, das gesamte Haus tagsüber mit Solarthermie zu beheizen (Wohnort am Rand des mittleren Schwarzwaldes 650 m ü. NN).
    Entscheiden muss sich jeder natürlich selbst, wieviel investiert werden soll/kann.


    Gruß
    Dieter

    40 x Sunpower 225, Sunpower SPR-10001F-3, Dach 38°, Süd-Süd-West
    Anlagenleistung 9KWp

  • Zitat

    Zum Thema Winterbetrieb kann ich sagen, dass es an sonnigen Tagen selbst bei Dauerfrost möglich ist, das gesamte Haus tagsüber mit Solarthermie zu beheizen (Wohnort am Rand des mittleren Schwarzwaldes 650 m ü. NN).


    Wie viele sonnige Tage gab es letzten Winter?
    Wann war die Anlage selbst auf Betriebstemperatur? Schätze nicht vor 11:30 Uhr?
    Dann hat sie bis 14Uhr vielleicht ein paar kwh Wärme heruntergeholt.
    Winter -20C Außentemp.
    Zum Heizen benötigt +40C.
    Also ein Delta von 60C.
    Da ist nicht viel zu holen, außer mit viel Technik (Solaranlage holt 8 Grad Sole vom Dach und eine Sole/Wasser Wärmepumpe macht den Rest).


    Natürlich auch etwas Standortabhängig, 650m ü NN. ist schon besonders...

    Gruß
    Lakritzium

  • Zitat von Lakritzium

    Wie viele sonnige Tage gab es letzten Winter?....
    ....Da ist nicht viel zu holen, außer mit viel Technik (Solaranlage holt 8 Grad Sole vom Dach und eine Sole/Wasser Wärmepumpe macht den Rest). ........


    Hallo Lakritzium,
    das war nur als beispielhafter Hinweis gedacht, was möglich ist. Es ging mir einfach darum, aufzuzeigen, was diese Anlage leisten kann. Übrigens ohne WP oder sonstige zusätzliche Technik. Und die Gesamtbetrachtung der bisherigen Betriebsjahre zeigt ja, dass es auch hier bei uns möglich ist, mit Solarthermie einen spürbaren Teil des Heizbedarfs zu decken.


    Gruß
    Dieter

    40 x Sunpower 225, Sunpower SPR-10001F-3, Dach 38°, Süd-Süd-West
    Anlagenleistung 9KWp