Eigenverbrauch und Abrechnung im 3 Familienhaus

  • Ich überlege gerade zusätzlich zu unserer bereits vorhandenen PV Anlage aus 2008 (logischerweise Volleinspeisung) noch eine zweite Anlage für den Eigenverbrauch zu installieren. Der Zähler der alten PV Anlage hängt auch komplett eigenständig in einem eigenen Zählerkasten direkt hinter dem Hausanschluss, ist also nicht mit dem normalen Zählerkasten verbunden.


    Jetzt ist mir aber das Thema Abrechnung für die neue Anlage in unserem Fall nicht so ganz klar.
    Was wir derzeit haben:
    2 Zähler von den Stadtwerken, der erste für die fremdvermietete Wohnung, der andere für unsere Familie. Das Haus gehört einer WEG (bestehend aus meinem Vater und mir). Mir gehört die Wohnung in der ich selbst lebe und 2 Büroräume, meinem Vater die beiden anderen Wohnungen. Der Strom der fremdvermieteten Wohnung wird wie gesagt über eigenen Zähler direkt beim Energieversorger bezogen und das soll auch so bleiben. Den Strom der neuen PV Anlage wollen wir für uns selbst, die Wohnung der Eltern und für die eigene Firma (das sind die 2 Büroräume) nutzen. Für die interne Abrechnung hinter dem Zähler der Stadtwerke haben wir auch jetzt schon Unterzähler sitzen.


    Zukunft:
    Der Zähler der Stadtwerke müsste gegen einen Zweirichtungszähler getauscht werden und ein zusätzlicher Zähler würde installiert werden, der den erzeugten Strom der neuen PV Anlage erfasst. Über die Differenz zwischen dem "PV Zähler" und der Einspeisemenge am Stadtwerkezähler würde man dann erkennen, wieviel Prozent des PV Stroms zeitgleich zur Erzeugung von uns selbst genutzt werden, aber ich könnte nicht erkennen, wo genau sie genutzt werden. Man würde die hier ermittelten Prozent des zeitgleichen Verbrauchs aber als Basis nehmen und davon ausgehen, dass das einfach für alle Parteien gilt.
    Beispiel:
    Erzeugung durch PV: 5000kWh
    Einspeisung: 2500kWh
    Verbrauch Wohnung 1 3000kWh davon 50% also 1500kWh aus PV (ich)
    Verbrauch Wohnung 2 2000kWh davon 50% also 1000kWh aus PV (Eltern)
    Verbrauch Büro 2000kWh davon 50% also 1000kWh aus PV (eigene Firma)
    Man würde also jetzt davon ausgehen, dass einfach bei allen die Hälfte aus dem zeitgleichen Verbrauch der PV Anlage stammt und die andere Hälfte zugekauft wird, oder?
    So, als Eigenverbrauch gilt jetzt aber nur der Strom, den ich in meiner Wohnung verbrauche. Dafür muss ich 40% der EEG Umlage zahlen. Für den Verbrauch meiner Eltern und im Büro muss ich die volle EEG Umlage ansetzen. Wie berechnet sich nun der Preis, den ich meinen Eltern und der Firma dafür in Rechnung stellen muss?


    Vielen Dank schon mal!

  • Bei dieser Konstellation würde ich das ganze Haus über einen offiziellen Zähler nehmen. Die beiden Wohnungen (mit eigenem Unterzähler) dann zum üblichen kWh-Preis (ohne Grundgebühr als Goody) bei den Mietern mit in die Nebenkosten nehmen. Das Büro dann anteilig pauschal oder über weiteren Unterzähler in die Betriebsausgaben.


    Alex.

    138 KWp als Bürgeranlage (http://laborschule.solardach-dresden.de)
    19,3 KWp privat auf Süd-, Ost-, West- und Flachdach
    SI 6.0 mit PzS - 80KWh nutzbar und Notstrom
    Tesla Model S90D seit 10/2016, Tesla Model 3 AWD LR seit 04/19

  • innerhalb der Familie kann man das ja gerade noch machen, aber wenn eine fremde dritte Partei (Mieter) auch noch beteiligt ist, sehe ich da kein sinnvolles Verhältnis zwischen Chance und Risiko

  • Wir reden hier über ca. 5KWp. EEG-Umlage ist damit doch keine Thema. Solange der TE brav die Einnahmen versteuert ist doch alles i.O. Risko ist maximal, dass der TE für den Strombezug der Mieter gegenüber dem Versorger haftet. Wenn das direkt im NK-Abschlag mit drin ist, ist das m.E. überschaubar. Mir wäre es das definitiv wert, wenn ich dann 22 statt 12 ct für den Strom bekäme.


    Alex.

    138 KWp als Bürgeranlage (http://laborschule.solardach-dresden.de)
    19,3 KWp privat auf Süd-, Ost-, West- und Flachdach
    SI 6.0 mit PzS - 80KWh nutzbar und Notstrom
    Tesla Model S90D seit 10/2016, Tesla Model 3 AWD LR seit 04/19

  • Also die vermietete Wohnung würde ich da gerne raus lassen, denn da gäbe ich einfach bedenken, dass dann bei mieterwechsel kein Interesse mehr ist, es Stress mit der Abrechnung gibt oder sonstwas. Ich denke wir schaffen es auch so auf nen sehr ordentlichen "eigenverbrauch".
    Was mir jetzt aber immer noch nicht ganz klar ist, ist das Thema EEG. Ich hatte das so verstanden, dass ich diese 4, xx Cent immer abführen muss, wenn ich PV Strom direkt weiter verkaufe, unabhängig von der Anlagengröße. Ich habe ja schon versucht mir die gesetzestexte dazu durchzulesen, aber da verstehe ich ehrlich gesagt nur Bahnhof. ..
    Aber immerhin habe ich verstanden, dass ich den Preis für den Weiterverkauf einfach selbst festlegen kann. Wenn meine Eltern also einverstanden sind beim den selben Preis pro kWh zu zahlen dann ist das rechtlich auch ok. Ich muss halt nur den Gewinn versteuern.

  • Zitat von Heavendenied


    Was mir jetzt aber immer noch nicht ganz klar ist, ist das Thema EEG. Ich hatte das so verstanden, dass ich diese 4, xx Cent immer abführen muss, wenn ich PV Strom direkt weiter verkaufe, unabhängig von der Anlagengröße.


    Wo hast du denn die Zahl her? Die gab es bis 1.8.2014 vielleicht, aber das ist schon ein Jahr her. Seit dem sind es (für 2015) entweder die volle Umlage (6,17ct/kWh) oder 30% davon, beides netto. Sobald der Strom an Dritte liefert (nicht verkauft) wird die volle Umlage, also 6,17ct/kwh, fällig.
    Daher der regelmäßige Rat in der Familie einfach den eigenen Haushalt vergrößern und den Strom dort selbst verbrauchen. Bei deiner Firma geht das nicht so einfach - man könnte aber auch da über "Warmmiete" inklusive Strom nachdenken, da müßte aber jemand, der sich mit den Steuern in dme Bereich besser auskennt auch nochmal mitdenken.


    Zitat


    Erzeugung durch PV: 5000kWh
    Einspeisung: 2500kWh
    Verbrauch Wohnung 1 3000kWh davon 50% also 1500kWh aus PV (ich)
    Verbrauch Wohnung 2 2000kWh davon 50% also 1000kWh aus PV (Eltern)
    Verbrauch Büro 2000kWh davon 50% also 1000kWh aus PV (eigene Firma)


    Die fett markierten Zahlen passen nicht zusammen ;)

  • Zitat von alterego


    Daher der regelmäßige Rat in der Familie einfach den eigenen Haushalt vergrößern und den Strom dort selbst verbrauchen. Bei deiner Firma geht das nicht so einfach - man könnte aber auch da über "Warmmiete" inklusive Strom nachdenken, da müßte aber jemand, der sich mit den Steuern in dme Bereich besser auskennt auch nochmal mitdenken.


    Hallo Alteregeo,


    im deutschen Mietrecht gibt es "Warmmiete" nur für die berühmte einzelne Einliegerwohnung im Einfamilienhaus. Ansonsten, also auch im vorliegenden Fall, muss die Heizung "immer" verbrauchsbezogen berechnet werden!!!


    Man kann aber den Strom in die sogenannte "Kaltmiete" mit hineinnehmen, das ist legal. Also vereinbart man eine Änderung des Mietvertrages, da steht dann z.B. drin, dass ab dem Datum xyyz die Belieferung mit Strom in der Kaltmiete enthalten ist. Gleichzeitig wird eine Mieterhöhung um einen bestimmten Betrag vereinbart. Damit ist das mietrechtlich wasserdicht. Steuerlich hat das Ganze eine gewissen Einfluss, weil der Vermieter höhere Mieteinnahmen bei gleichzeitig geringeren anzurechnenden Ausgaben hat. Das muss man im Einzelfall mit so einem Steuerprogarmm mal austesten, was dabei rauskommt. Viel kann es aber nicht ausmachen.


    Also, aus den vergangenen Jahren weiß man ja in etwa, wieviel Strom jede Wohnung im Jahr verbraucht hat und kann die dem Stromverbrauch entsprechende Mieterhöhung ausrechnen. Evtl. kann man ja für die steuerlichen Verluste noch etwas draufpacken, wenn es dann überhaupt was ausmacht.


    Was das Risko betrifft: Durch den Einbau von Zwischenzählern hat man das ja im Blick, wenn einer das ausnutzt und elektrisch heizt, in dem Fall gibt es eben wieder eine Mieterhöhung im nächsten Jahr.


    mfg


    Solar-User

    3,9 kWp Inselanlage, 15 SI Module a 260W, 2x Victron Laderegler MPPT 150/70,
    WR Victron Multiplus 24/5000VA, Speicher mit 24V/750Ah OPZV Hoppecke-Akkus

  • Ich hatte jetzt nur die Gewerbeeinheit gemeint, da gilt rechtlich ja was ganz anderes und die Anführungszeichen waren schon so gemeint das nicht wörtlich zu sehen. Außerdem in der eigenen Firma ist das relativ egal wohin man den Gewinn schiebt, versteuern muß er es am Ende überall - ist ja nicht wie bei den großen Kapitalgesellschaften, die in bestimmten Ländern erst die Steuer aushandeln und dann drehen wieviel Gewinn die Firma hat.
    Die vermietete Wohnung würde ich lassen, bei den paar kWh, die da nach Firma und "Großfamilie" bleiben, wäre mir die Arbeit da auch zu viel.

  • alterego:
    Ja, hast Recht, die Zahl hatte ich von ner Seite aus 2014, hatte ich nicht drauf geachtet, dass sich das ja geändert hat.
    Was die Rechnung angeht hast du natürlich auch Recht, richtig wäre dann wohl so:
    Erzeugung durch PV: 5000kWh
    Einspeisung: 2500kWh
    Verbrauch Wohnung 1 3000kWh davon 36% also 1080kWh aus PV (ich)
    Verbrauch Wohnung 2 2000kWh davon 36% also 710kWh aus PV (Eltern)
    Verbrauch Büro 2000kWh davon 36% also 710kWh aus PV (eigene Firma)
    (alles gerundet)


    @all:
    Das steuerliche Thema muss ich mir dann nochmal gesondert anschauen, bzw. mit meinem Vater, der die Steuer für uns macht. Ich denke da weiß er dann schon wie man das machen kann. Mir ging es eher um die rechtliche Grundlage, ob ich den Strom quasi zum beliebigen Preis verkaufen kann, oder ob man da nur die eigenen Kosten + EEG weiter berechnen darf. Wäre ja aber auch irgendwie Blödsinn.
    Aber auf jeden Fall muss ich ja auch für den Eigenverbrauch 40% der EEG Umlage abführen und für allen anderen verkauften Strom eben die volle EEG Umlage, auch wenn meine Anlage unter 10kWp groß ist, oder?

  • Ob die Vereinbarung einer Warmmiete hier "unmöglich" ist - vermag ich auf die schnelle nicht zu beantworten.


    ABER: Wenn es so sein sollte, dann dürfen bei den Nebenkosten nur die tatsächlich entstandenen Kosten an den Mieter weiterbelastet werden. Somit hat der Vermieter dann das Betreiberrisiko - und der Mieter den billigen Strom.
    Finde den Fehler!

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung