EEG oder nur Eigenverbrauch bei 4,4kWp mit WP?

  • Hallo liebe PV-Experten,


    nach etwas hin- und herrechnen in der groben Planungsphase für unser EFH vor ein paar Jahren wird jetzt der Bereich PV konkret - leider sind aber die Bedingungen heute deutlich andere als damals, daher möchte ich hier jemanden bitten, die heutige Sachlage mal mit klaren Worten einzuschätzen. Auch wenn ich trotzdem den Hinweis auf Forenrecherche bekommen werde, möchte ich dennoch versichern, dass ich das zumindest schon versucht habe... :)


    Fakten:
    - EFH mit 48 Grad Dachneigung
    - Satteldach mit Nord-/Südausrichtung
    - Dachausbau auf der Südseite und WAF begrenzen die Anzahl der Module auf 16
    - geplante Module: SolarWorld Sunmodule Plus mono black im SolarWorld Sundeck (dachintegriert)
    - 52.04 Nord; 6.84 Ost
    - Stiebel WPF07cool Wärmepumpe mit einer Leistungsaufnahme von 1,55kw bei B0/W35
    - 5-6 Personen-Haushalt
    - Fehlt etwas wichtiges? Dann bitte fragen!


    Meine Fragen:
    Die Leistung wird ja nicht so hoch - lohnt es sich bei den Vorgaben, auf die Einspeisevergütung zu verzichten, um der (interessanterweise bei vielen Internetseiten nicht angegebenen) Umsatzsteuer für den Eigenverbrauch zu entgehen und den "Papierkram" klein zu halten - oder ist das Nonsens? Ändert ein Akku die Betrachtung?
    Oder speist man immer als Unternehmer ein, wenn irgendwie möglich (in einem anderen Thread gelesen), auch wenn (durch die WP) der Eigenverbrauch hoffentlich hoch wird?


    Was ist alternativ im Falle der Einspeisung mit der "Kleinunternehmer-Regelung"? Auf dieser Seite hört es sich so an, dass die Nachteile überwiegen: https://www.solaranlagen-porta…nfoseiten/hilfeseite.html
    Wenn ich den wiki-Eintrag zur Kleinunternehmerregelung richtig interpretiere, dann müsste ich aber ggf. doch auch keine Umsatzsteuer auf den selbst verbrauchten Strom bezahlen, also wäre diese Lösung doch aufgrund der Einspeisevergütung zumindest der reinen Eigenverbrauch-Anlage vorzuziehen, oder?


    Und die letzte Frage: Gegen den Widerstand meiner Frau und mit optischen Nachteilen könnte ich noch bis zu acht Module zusätzlich "anstückeln", so dass man insgesamt auf 6,6kWp käme - muss das sein, wäre also die (wirtschaftliche) Situation damit deutlich besser? Es scheint ja auch den Standpunkt zu geben: "Je kleiner, desto schneller bezahlt"...


    Vielen Dank für Eure Antworten!


    Frank

  • Hallo und Willkommen im Forum.
    Bei 4,4kWp die Überschüsse zu verschenken ist nonsens, auch bei 5-6 Personen (ihr braucht aber wenig Platz, wenn das Dach so klein ist ;) ) wirst du im Sommer nicht so viel Warmwasser brauchen, daß man da auf einen grünen Zweig kommt.
    Machbar wäre eine Halbinsel, ich persönlich rate da aber nur dazu, wenn jemand wirklich ernsthaft bereit ist sich mit der Materie, insbesondere der Batterie, zu beschäftigen und idealerweise auch einiges an Eigenleistung möglich ist. Außerdem braucht die offene Bleibatterie eigentlich einen (eigenen), gut belüftbaren Raum, gibt zwar auch andere Batterieen, insbesondere LiFePo4, aber ob sich die jemals rechnen, da wäre ich mir noch nciht ganz sicher.


    Vom Geld steht in der Frage zwar nicht wirklich was, aber das kostengünstigste in der Anschaffung ist eine EEG-Anlage ohne Speicher und die wird sich normalerweise auch am schnellsten rentieren. Eine kleine Anlage (Daumen mal Pi um 1Wp pro kWh Stromverbrauch) rentiert sich meist schneller, weil der Eigenverbrauch höher ist, ist aber auch teurer pro kWp.


    KUR von Anfang an ist immer ungeschickt (wenn man nicht aus anderen Gründen dazu "gezwungen" ist, oft, weil man schon selbstständig ist), nach 5 Jahren dahin zu wechseln, wird sich durchsetzen, dann hat man fast die Vorteile beider Welten. Zuerst bekommt man die Vorsteuer aus der Investition erstattet, bezahlt in 5 Jahren eigentlich nie (Ausnahmen kann man konstruieren, aber praktisch kommt das nicht vor) so viel zurück, so daß einige Zehner pro kWp übrig bleiben sollten. Dann sollte man aber nicht in ein paar Jahren nachrüsten, sonst fangen die 5 Jahre wieder an oder man muß einen Teil der erstatteten Vorsteuer zurückzahlen.


    Stell mal ein Bild vom Dach mit deiner angedachten Belegung ein, vielleicht finden die Experten noch was. Wenn du schon Angebote hast, gehören die in den Angebotsbereich.

  • Hallo und erst einmal vielen Dank für die Antwort!


    OK, Verzicht auf Einspeisung ist also nonsens - haben wir das schon mal geklärt. :)
    Dass man nach 5 Jahren auf die KUR wechseln kann, wusste ich gar nicht - Danke für die Information!


    Ich fasse also zusammen, dass im Moment eine Anmeldung als Unternehmer die beste Lösung ist, da man die Steuer der Anlage zurückbekommt, und dann nach fünf Jahren auf KUR wechseln sollte, um die Umsatzsteuer auf den Eigenverbrauch zu vermeiden.
    :danke:


    Das Dach ist nicht wirklich klein - bis gestern Abend bin ich auch davon ausgegangen, dass 24 Module in rechteckigen Feldern aufs Dach passen...geht aber leider nicht, da ich für das Sundeck links und rechts ca. 25cm aufrechnen muss. Damit würde außen nur der Ortgang übrig bleiben und innen läge das Feld direkt an der Dachrinne des Ausbaus - also Mist.


    Hier das Dach in der Südansicht:
    [Blockierte Grafik: http://abload.de/img/sd-ansichtqvsqf.jpg]


    ...die von mir aktuell angedachte skizzierte Belegung - der rote Bereich ist der "Rahmen" vom Sundeck:
    [Blockierte Grafik: http://abload.de/img/belegunglks8j.jpg]


    ...und der aktuelle Stand:
    [Blockierte Grafik: http://abload.de/img/aktuell25us4a.jpg]


    Nochmals vielen Dank für die Hilfe!

    Einmal editiert, zuletzt von FranksBude ()

  • Zitat von FranksBude

    Umsatzsteuer auf die Einspeisung zu vermeiden.


    Einspeisung ist nicht das Problem, das bekommst du ja vom VNB und reichst es nur 1:1 ans FA weiter, der Eigenverrbauch macht den Unterschied.


    Auf dem Foto sieht die Gaube nicht so aus als wäre sie genau in der Mitte wie auf der Skizze - täuscht das oder wurde das (minimal) geändert?


    Indach macht man eigentlich nur, wenn die Regierung absolut nicht mit sich reden läßt ;)

  • Begraben diese Idee mit dem Sundeck ganz schnell wieder.
    Du hast nur Nachteile.
    Indochina ist teurer, kleine Anlage, schlechte Hinterlüftung, Brandschutz, Dichtigkeit usw.
    Normale Aufdach Anlage bauen und auch den schattenfreien Bereich über der Glaube nutzen.


    6-8KWp bauen vorzugsweise in 70-weich. Kosten um 1300,- pro KWp oder weniger da Neubaufall.


    PS.: Bei ausreichend großer Gaube Ost/West per Tigo String dazu nehmen.


    PPS.: Was ist das links für ein Dach im Plan? Gleiche DN? Schatten vom Haus zu erwarten? Ggfs. mit belegen. Ziel dann 10KWp.


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    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

    Einmal editiert, zuletzt von seppelpeter ()

  • Ich mach morgen mal ein Bild aus mehr Entfernung...und genau aus Süden. Die Gaube sollte eigentlich in der Mitte sein...


    Im Zitat dachte ich eigentlich auch an den Eigenverbrauch...das Alter scheint langsam zu wirken. Ich ändere es oben.

  • Peter: Vielen Dank für den Beitrag.
    Die dachintegrierte Anlage ist wegen der Frau gesetzt.
    Zum zweiten Dach: Ist unsere Garage. Ist DN=Dachneigung? Dann nein, deutlich flacher - ca. 28°.

  • Tja, manchmal gewinnt man und manchmal hat die Frau Wie Hosen an.


    Die Lösung ist sehr bescheiden und obendrein teuer. Bin auf die ersten Angebote gespannt.


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    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Gleich schlägst du die Hände über dem Kopf zusammen:
    Wir wollen die Anlage bei unserem Elektriker kaufen, um keinen weiteren Vertragspartner bzw. Gewährleistungsträger zu haben. Das Angebot lag für 24 Module bei 1641€/kWp brutto mit Wechselrichter, Anschluss etc., allerdings bei 250W-Modulen und mit Kostal Pico 5.5 (hört sich nach "zu klein" an - er meinte aber, dass es sinnvoll wäre, etwas unterzudimensionieren).
    Jetzt bei 16 Modulen 275W...mal schauen. Ich werde euch berichten.


    Ich war gerade nochmal am Bau - die Garage wird teilweise vom Dachüberstand des Hauses verdeckt, man könnte vielleicht zwei Module sinnvoll unterbringen. Ob das den Mehraufwand rechtfertigt?
    Bei der Gelegenheit habe ich unsere Hütte nochmal etwas mittiger fotografiert - mein Telefon scheint etwas zu verzeichnen...:
    [Blockierte Grafik: http://abload.de/img/2015090911161083sy4.jpg]

  • Zitat von FranksBude


    Wir wollen die Anlage bei unserem Elektriker kaufen, um keinen weiteren Vertragspartner bzw. Gewährleistungsträger zu haben. Das Angebot lag für 24 Module bei 1641€/kWp brutto mit Wechselrichter, Anschluss etc., allerdings bei 250W-Modulen und mit Kostal Pico 5.5 (hört sich nach "zu klein" an - er meinte aber, dass es sinnvoll wäre, etwas unterzudimensionieren).
    Jetzt bei 16 Modulen 275W...mal schauen. Ich werde euch berichten.
    [/img]


    ... sag aber nie, man hätte dich nicht gewarnt, eine Indachanlage zu bauen. :juggle:
    Die Auslegung der Anlage mit einem Kostal WR wird man hier sicherlich noch zerreißen. Bei dem Preis kommst du nie auf einen grünen Zweig.


    Vergiss nicht, dir eine getrennte Rechnung ausstellen zu lassen, sonst bekommst du ein Problem mit dem FA.


    lg
    citystromer

    Sanyo 18 X HIt N 235 SE 10, Sunways WR NT 4200, Westausrichtung, Standort: 3045x