Was passiert, wenn der Zähler nicht mehr geeicht ist?

  • Hallo,


    so allmählich kommen die ersten PV-Anlagen in die Jahre und damit auch die Einspeisezähler. In irgendeiner Norm (nicht im EEG) steht, dass Strom, der verkauft wird, über geeichte Zähler erfasst werden muss. Daher wohl auch die Forderung nach geeichten Zählern, sowohl für den Bezug als auch für die Einspeisung.


    Nach meinem Kenntnisstand (https://de.wikipedia.org/wiki/Stromz%C3%A4hler) beträgt die Eichgültigkeitsdauer:
    - 8 Jahre bei elektronischen Zählern
    - 12 Jahre für mechanische Messwandlerzähler mit Induktionswerk [mit Läuferscheibe]
    - 16 Jahre für mechanische Zähler mit Induktionswerk


    Wenn der Zähler vom VNB kommt, wird vermutlich niemand die Frage nach der Eichgültigkeit stellen, aber was geschieht, wenn der VNB mal nach der Eichgültigkeit von betreibereigenen Zählern fragt und dann feststellt, dass diese u.U. seit mehreren Jahren abgelaufen ist? Muss man dann damit rechnen, dass evtl. sogar die EEG-Vergütung rückwirkend zurückgefordert wird? (Dann müsste man ja umgekehrt bei Bezugszählern auch einen Eichgültigkeitsnachweis verlangen können und die Zahlungen der letzten Jahre zurückfordern können. :wink: )
    Immerhin scheint die Zahlung der EEG-Vergütung nicht direkt von geeichten Zählern abhängig zu sein.
    Oder begeht man dann "nur" eine Ordnungswidrigkeit, die ggfls. mit einer kleinen Ordnungsstrafe belegt wird?


    Ich frage das deshalb, weil ich glaube, dass nicht jeder Betreiber mit eigenem Zähler auf dem Schirm hat, wann sein Zähler getauscht werden muss.


    Unabhängig davon scheint mir der Einsatz von eigenen elektronischen Zählern bei netzparallelen PV-Anlagen schon deshalb nicht angeraten, weil man diese noch zweimal während der EEG-Laufzeit austauschen muss.

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Zitat von Bento

    Unabhängig davon scheint mir der Einsatz von eigenen elektronischen Zählern bei netzparallelen PV-Anlagen schon deshalb nicht angeraten, weil man diese noch zweimal während der EEG-Laufzeit austauschen muss.


    Das ist so nicht richtig. Man kann den Zähler bei einer Eichstelle ggf. überprüfen lassen und sich einen Eichschein ausstellen lassen. Die Prüfgebühr beträgt nach meinem Kenntnisstand ca. 35 €. Erst mal aber bleiben geeichte Zähler geeichte Zähler. Erst wenn jemand die Genauigkeit anzweifelt muss man den Nachweis der notwendigen Genauigkeit erbringen. Innerhalb einer Eichfrist genügt der Eichschein oder ein gleichwertiges Dokument. Danach erst muss man den Zähler zu einer Eichstelle bringen und überprüfen lassen. Hat der Zähler dann die notwendige Genauigkeit ist alles i.O. Der VBN macht das durch einer Stichprobenkontrolle von Zähler aus einer Charge. Erreicht die Stichprobe die vorgeschriebene Genauigkeit kann der Rest drin bleiben. Daher können Zähler bis zu mehr als 40 Jahren in Betrieb sein, ohne dass die jemals nach geeicht wurden.

    PV, BHKW, Speicher ecoBATT, Bilanzpunktregler ecoBPR, Wallbox ecoLOAD, Renault ZOE
    Rechnen hilft. Bleistift, Papier und Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern
    Oscar Perdok GmbH - Gildeweg 14 - 46562 Voerde PV, Wallboxe und mehr

  • Zitat von ecopowerprofi


    Das ist so nicht richtig. Man kann den Zähler bei einer Eichstelle ggf. überprüfen lassen und sich einen Eichschein ausstellen lassen. Die Prüfgebühr beträgt nach meinem Kenntnisstand ca. 35 €.


    Das ist wohl richtig, aber ich frage mich, welcher Aufwand höher ist: "Ausbauen, Hinfahren, Überprüfen lassen, Abholen, Einbauen (inkl. des zugehörigen Ertragsausfalls)" oder "Ausbauen, neuen Zähler, Einbauen"? Wird da bei der Überprüfung nicht auch der Zählerstand verändert?

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Zitat von donnermeister1

    Wenn die Gültigkeit der Eichung abgelaufen ist, dann kannst du es wie die VNB machen und lässt eine Stichprobenprüfung => https://de.wikipedia.org/wiki/…Verbrauchsmessger%C3%A4te bei deinen Zählern machen. :D


    Wir können ja mal eine Forumsstichprobe machen lassen, nachdem wir eine bestimmte Anzahl gleicher Zähler zusammenbekommen haben. :mrgreen:

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Hallo,
    eine entsprechende Frage hatte ich auch vor einiger Zeit eingestellt, die leider ohne Ergebnis verlief.
    Konkret, ich habe auch einen eigenen, mechanischen Erzeugungs-Zähler aus 2011, der also 2027 neu geeicht werden müsste.
    35 € Gebühr wäre ja nicht das Problem, aber erfolgt die Eichung im eingebauten Zustand ?
    Ansonsten würden weitere Kosten und Ausfall der Erzeugung hinzukommen.
    Mit dem Gedanken, das Teil einfach so weiterlaufen zu lassen, wie o. erwähnt, kann ich mich auch nicht so wirklich anfreunden.
    Auch wenn es noch in der Zukunft liegt, gibt es dazu irrgenwelche weitere Infos?
    Sonnige Grüße

    28 EGING 190W, WR SMA 5000TL20
    Ausrichtung -36°, DN 42°
    I.B.N. 6/2011

  • Zitat von Anion

    35 € Gebühr wäre ja nicht das Problem, aber erfolgt die Eichung im eingebauten Zustand ?


    Antwort: Nein. Wie beschrieben in einer zugelassener Prüfstelle.

    PV, BHKW, Speicher ecoBATT, Bilanzpunktregler ecoBPR, Wallbox ecoLOAD, Renault ZOE
    Rechnen hilft. Bleistift, Papier und Taschenrechner und man wird sich über einige Ergebnisse wundern
    Oscar Perdok GmbH - Gildeweg 14 - 46562 Voerde PV, Wallboxe und mehr

  • Meine Meinung: ohne geeichten Zähler geht der Anlagenbetreiber das Risiko ein, keine Einspeisevergütung zu bekommen.
    Ein regenerierter Zähler kostet mit Aus- und Einbau vielleicht 100 Euro.
    Meldung an den Netzbetreiber ist 1 Seite DIN A 4
    Soll sich jeder selbst überlegen ob er sich das dann sparen will, wenn es so weit ist

  • Die Vergütung sehe ich nicht gefährdet, die Erzeugung muß (wo steht das gleich, könnte im EnWG im Zusammenhang mit den Bilanzkreisen sein) schlimmstenfalls geschätzt werden, WR und Zähler weichen ja normal nicht zu weit voneinander ab und dürften eien gute Basis sein.
    Das http://www.gesetze-im-internet.de/messeg/index.html sieht Bußgelder bis zu 50000€ vor :shock: sollte man also vermeiden. Praktisch hört man immer wieder von nicht geeichten Waagen im Einzelhandel, bei "Ersttätern" ist das meist mit um die 100€ getan.
    Die Meßwertverwender (also beim Strom meist die VNB) müssen sich aj neuerdings auch absichern udn verlangen von den Betreibern entsprechende Erklärungen. Das dürfte für viele eine gute Erinnerung sein da nochmal nachzusehen.

  • Tja, Eigentum verpflichtet :wink:
    Für achteurofuchtzig jählich sich soetwas antun,. Niemals
    *(Gebühren können unterschiedlich sein)

    9,1kwp - Süd (2009)

    2,5kwp - Nord (2019)

    Das beste Schnäppchen ist, wenn man das, was man nicht braucht, nicht kauft