Anbindung Vitovalor 300-P (Brennstoffzellen-BHKW) an SHM

  • Hallo zusammen,


    ich betreibe bisher eine PV-Anlage mit EV-Optimierung (SMA-WR), sowie einen Sunny Island mit Pb-Akku. Die Steuerung erfolgt über einen Sunny Home Manager mit SMA Energy Meter und 0-Bezugs-Regelung.


    Mit hoher Wahrscheinlichkeit werde ich im Rahmen eines Feldtest eine "Brennstoffzellen-Heizung" Viessmann Vitovalor 300-P (http://www.vitovalor.de/) bekommen. Die hydraulische Einbindung in unser Heizsystem, sowie die nötige Zählerkaskade für die Abrechnung sind mir soweit klar.


    Unklar ist mir allerdings, wie ich die Brennstoffzelle in die SHM-Steuerung eingebunden bekomme. Ich habe hier schon einiges dazu gelesen, auch dass schon verschiedene User BHKW's auf unterschiedliche Art und Weise eingebunden haben. Mittlerweile habe ich aber irgendwie den Überblick verloren, was es alles für Möglichkeiten gibt und was wirklich funktioniert :oops:


    Rahmenbedingungen


    - die Brennstoffzelle (BZ) liefert bei 1 kW thermisch 0,75 kW elektrisch
    - die BZ startet maximal 1 mal pro Tag
    - nach dem Abschalten benötigt die BZ 4 Stunden Regenerationszeit
    -> optimalerweise läuft die BZ 20h/Tag durch und regeneriert dann die 4 Stunden
    - das Regenerationsfenster wird im Normalfall automatisch gewählt, lässt sich aber wohl auch definieren


    - wie haben eine Grundlast von 4-500W in Haus
    - durch unseren Warmwasserbedarf bekommen wird die max. 20kWh Wärme der BZ auch im Sommer (bis auf den Urlaub) ganz gut unter
    - Solarthermie gibt es nicht
    - WW wird im Moment von einer Gas-Brennwerthterme erzeugt, welche durch die BZ ersetzt wird
    -> ich gehe von durchgängigem Betrieb der BZ aus (20h an 350 Tagen)


    Fragestellung


    Wie kann die BZ jetzt an den SHM angebunden werden, damit sichergestellt ist, dass


    1. zuerst der BZ-Strom verbraucht wird.
    2. BZ-Strom in den Speicher geht, wenn er über den aktuellen Verbrauch hinaus verfügbar ist
    3. BZ-Strom nur in Notfall (Rest verfügbar und Akku voll) eingespeist wird
    4. PV-Strom verbraucht wird, wenn BZ-Strom nicht reicht
    5. nicht verbrauchter PV-Strom gespeichert wird
    6. überschüssiger PV-Strom eingespeist wird (max. 40%, später 70% der PV-Generator-Leistung)
    7. die Abreglung der PV möglichst vermieden wird (vor einer Abreglung sollte gegebenenfalls der BZ-Strom eingespeist werden...)


    8. das Ganze möglichst "prognosebasiert" :-)


    Was für Komponenten benötige ich dafür? Weiß jemand im Detail, wie die Steuerung der Vitovalor angesprochen werden kann?


    Andererseits bin ich zur Ansicht gelangt, dass man wohl am einfachsten die BZ stumpf wärmegeführt durchlaufen lassen und gar nicht regeln sollte. Dann müsste "nur noch" der SHM irgendwie sinnvoll mit dem zusätzlichen Erzeuger klarkommen...


    Worst-Case wäre m.E., wenn ich die BZ in der SHM-Steuerung gar nicht berücksichtige. Dann "vermischt" sich die Grundlast mit den 750W BZ-Erzeugung und es würde unter Umständen die PV 2-300W zu früh abgeregelt. Oder habe ich da einen Denkfehler?


    Ich wäre dankbar für jeden sinnvollen Input!
    Alex.


    PS: Ich möchte bitte in diesem ausdrücklich rein technischen Thread keinen einzigen Preis für irgendwelche kWh und keine Diskussion über Sinn oder Unsinn von PV+Akku+BHKW lesen müssen. DANKE!!!

    138 KWp als Bürgeranlage (http://laborschule.solardach-dresden.de)
    19,3 KWp privat auf Süd-, Ost-, West- und Flachdach
    SI 6.0 mit PzS - 80KWh nutzbar und Notstrom
    Tesla Model S90D seit 10/2016, Tesla Model 3 AWD LR seit 04/19

  • Wenn es nicht zufällig Seitens SMA und Viessmann dazu irgendeine Kooperation gibt, von der ich noch nix gelesen habe, sieht es wohl schlecht aus.
    bei meinem BHKW gibt es auch nix.
    Ich habe eine Funksteckdose zum messen genommen, Sowie einen neuen EM eingebaut, der PV+BHKW erfasst, und diesen dann als PV Zähler eingerichtet.


    Vorrangig wird doch sowieso schon der Strom von der BZ verbraucht, das ergibt sich doch aus der Zählerkaskade.



    Gruß
    Tobl

  • Eine Kooperation SMA - Viessmann gibt es leider nicht.


    Was meinst Du mit "neuem EM"? Ich habe irgendwo (von Dir?) auch schon etwas von einem zweiten EM am SHM gelesen? Ist da etwas an mir vorbei gegangen? Ich dachte bis jetzt immer, der SHM kann genau ein EM und dann ist alles andere blockiert...


    Alex.

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  • Bei mir ist es aktuell wie folgt konfiguriert:




    Wo hängt Dein zweites EM denn genau? Was wird da erfasst?
    Könnte mit der Konfig sichergestellt werden, dass auf 70(40)% der PV abgeregelt wird, wenn nötig? Oder wird das durch das BHKW verfälscht.


    Alex.

  • Zitat von AlexDD

    Wo hängt Dein zweites EM denn genau? Was wird da erfasst?


    Meine einpolige Darstellung findest du in dem Thread Infos SMA Energy Meter fast ganz unten. Ist zwar noch eine alte Version mit paar Fehler, aber das wichtigste passt erst mal. eine Phase für BHKW, 2 Phasen für WR.


    Zitat von AlexDD

    Könnte mit der Konfig sichergestellt werden, dass auf 70(40)% der PV abgeregelt wird, wenn nötig? Oder wird das durch das BHKW verfälscht.


    Ich vermute mal das wird nicht funktionieren. ich habe 70% hart, deswegen war das bei mir egal.


    Gruß
    Tobl

  • Nun ja, im Umlabeln war Viessmann schon immer gut. Mein Nachbar arbeitet für Viessmann. Lt. seiner Aussage gibt es hinsichtlich BHKW und Anbindung an SHM nix Fertiges.


    Tobias
    Wenn ich deine Installation richtig deute, jubelst Du dem SHM PV+BHKW als PV-Ertrag unter und holst Dir zusätzlich die BHKW-Erzeugung als "Verbrauch" über die Funkdose. Wie hast Du das mit der Funkdose genau gemacht? Das verfälscht dann aber die Energiebilanz erheblich....


    Problem ist dann m.E. auch tatsächlich, dass der SHM nicht den richtigen PV-Ertrag hat, um die PV korrekt weich abzuregeln. Hart ist bei mir, zumindest solange ich auf 40% muss, keine Option :(


    Was wird denn passieren, wenn der SHM mit Überschuss konfrontiert wird, wenn die BZ-Erzeugung nachts größer als die Grundlast ist? Geht das dann in den Akku und wird eingespeist, wenn der Akku voll ist? Damit wäre das ja im Prinzip ok und es bliebe "nur noch" das Problem mit der korrekten Abreglung. Vielleicht kann man ja einfach in "guter" Näherung die Abregelgrenze 750W hochsetzen?


    Alex.

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  • Schau dir mal den Thread von mir zu der Steckdose an: BT-Steckdose für Logger Erzeugung BHKW möglich?
    Die Steckdose hat keinen Einfluss auf die Energiebilanz. nur auf die Verbraucherbilanz und -steuerung, und da ignoriere ich einfach die Grundlast :)


    Zitat von AlexDD

    Problem ist dann m.E. auch tatsächlich, dass der SHM nicht den richtigen PV-Ertrag hat, um die PV korrekt weich abzuregeln. Hart ist bei mir, zumindest solange ich auf 40% muss, keine Option


    Was wird denn passieren, wenn der SHM mit Überschuss konfrontiert wird, wenn die BZ-Erzeugung nachts größer als die Grundlast ist? Geht das dann in den Akku und wird eingespeist, wenn der Akku voll ist? Damit wäre das ja im Prinzip ok und es bliebe "nur noch" das Problem mit der korrekten Abreglung. Vielleicht kann man ja einfach in "guter" Näherung die Abregelgrenze 750W hochsetzen?


    Zu der Leistungsbegrenzung würde ich bei SMA mal nachfragen (natürlich nicht BZ sagen, sondern allgemein ein zusätzlicher Erzeuger).


    Ganz einfach: wenn noch im Akku platz ist, geht das da rein, ansonsten ins Netz. Die Erfassung wird doch über den EM gemacht den du hast.
    Der zweite EM wäre ja eigentlich nur dafür um deinen aktuellen Verbrauch richtig ermitteln zu können. Ich denke mal das kannst du bei meiner Anlage recht gut sehen.


    Gruß
    Tobl

  • Zitat von Tobl2002

    Schau dir mal den Thread von mir zu der Steckdose an: BT-Steckdose für Logger Erzeugung BHKW möglich?


    Sowas hatte ich mir schon gedacht. Danke, dass Du das dort so toll beschrieben hast.


    Zitat von Tobl2002

    Die Steckdose hat keinen Einfluss auf die Energiebilanz. nur auf die Verbraucherbilanz und -steuerung, und da ignoriere ich einfach die Grundlast :)


    Die Darstellung im Portal ist ja durchaus brauchbar, wenn man sich das Vorzeichen entsprechend denkt. Die Grundlast wird ja sowieso nirgends saldiert. Daher könnte ich gut damit leben.


    Zitat von AlexDD

    Problem ist dann m.E. auch tatsächlich, dass der SHM nicht den richtigen PV-Ertrag hat, um die PV korrekt weich abzuregeln. Hart ist bei mir, zumindest solange ich auf 40% muss, keine Option


    Warum nicht BZ?


    Je länger ich drüber nachdenke, desto besser gefällt mir die Variante, einfach nichts (bis auf die Funkdose für die BZ) zu tun. Wenn ich das BZ-Abschaltfenster auf einen Bereich lege, wo niemals abgeregelt werden kann, weil keine bis wenig PV-Erzeugung stattfindet, wäre ich ja sogar 100% sauber hinsichtlich 40%-Abreglung....


    Alex.
    Edit: Gerade gesehen, mein 1000er Beitrag :-)

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