Vorsteuerabzug reduziert um Eigenverbrauchsanteil ?

  • Wenn man sich die komplette Vorsteuer erstatten lässt, dann ist im Gegenzug auf den Eigenverbrauch Umsatzsteuer fällig. Diese nennt sich unentgeltliche Wertabgabe.
    Es macht also Sinn, sich nicht die ganze Vorsteuer erstatten zu lassen, sonern nur zBsp. 60 % für die unternehmerische Nutzung. Die anderen 40% bleiben dann im Privatvergnügen.
    Somit erspart man sich den Steuerkram auf den Eigenverbrauch. Für den verkauften Strom werden dann ebenfalls immer nur 60% der Aufwendungen abgesetzt und fertig. Liegt dann der tatsächliche Eigenverbrauch nicht exakt bei 40% ist das auch nicht so schlimm.

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!

  • a) ES ist kein Schreiben des bayrischen Finanzamtes (by the way: die haben mehrere) , sondern ein BMF-Schreiben
    b) es ist nicht neu - sondern vom 14.9.2014.
    c) in dem Zitat ist alles unwichtige enthalten.... dafür fehlt das entscheidende Wort: "Grundsätzlich"
    "Grundsätzlich" bedeutet in der Fachliteratur, dass in dem Acker, wo gerade geackert wird, es nämlich anders ist oder zumindest sein kann.


    Da hast Du eine hübsche Nebelkerze gezündet. Das Thema ist längst durch.


    a) Wann immer ein Gegenstand zu mehr als 10% unternehmerisch genutzt wird, hat der Unternehmer ein Zuordnungswahlrecht. Es ist Sache des Unternehmers, ob er das Ding zu 10%, 20%, 55,64789% oder gleich zu 100% zuordnet.


    b) In dem Zusammenhang geht der BMF hochsystematisch auf alle denkbaren Fälle ein (was sich auch so gehört!);
    leider Gottes tut sich der Laie dann damit schwer, dass ganze Seiten sich mit Fallgestaltungen beschäftigen, die allenfalls mal im Einzelfall vorkommen. Ein BMF-Schreiben ist auch kein "first steps... how to do" für Laien, sondern eine Arbeitsanweisung des BMF an seine Mitarbeiter. Und sowas geschieht nunmal fachsprachlich.


    c) Wenn nur teilweise zugeordnet wird, bleibt ein anderer Teil übrig, der nicht zugeordnet wird. (Logisch).
    Bleibt der tatsächliche private Nutzungsanteil unter diesem nicht zugeordneten Anteil, brauch tman nichts versteuern
    Übersteigt der tatsächliche private Nutzungsanteil den nicht zugeordneten Anteil, muss nur der übersteigende Anteil versteuert werden.
    Das machts alles nur kompliziert; außerdem ist man auf die Gnade des BMF angewiesen, dass man in bestimmten Fällen nicht sogar in den Dunstkreis des (tatsächlich komplizierten) §15a UStG gezogen wird (Vorsteuerkorrektur).
    Das sollte man sich schenken - und mit 100% zuordnen.


    machtnix sieht in seiner Betrachtung die Welt nur von der sunny side of life. "Ist das auch nicht so schlimm" stimmt gerade nicht. Sondern man betreibt wegen ein paar Cent einen noch viel größeren Rechenaufwand; oder man probiert es mal auf gut Glück.... und wenn man dann an den falschen gerät, dreht man wegen noch viel weniger Cents die ganze Sache auf Anfang. Dann doch lieber gleich richtig.


    d) Bei 100% Zuordnung greift für Anlagen die nach dem 31.3.12 ans Netz gegangen sind die Besteuerung des Direktverbrauchs als unentgeltliche Wertabgabe.
    Bemessungsgrundlage ist der Einkaufspreis (netto) incl. aller Nebenkosten.
    Zur Vermeidung unbilliger Härten hat der BMF in nachfolgenden Schreiben klargestellt, dass dabei mit den tatsächlichen Konditionen derjenige Einkaufspreis pro kWh errechnet werden darf, der sich ergeben hätte, wenn man den gesamten Strombedarf durch Zukauf beim EVU gedeckt hätte).

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Zitat von kpr

    machtnix sieht in seiner Betrachtung die Welt nur von der sunny side of life. "Ist das auch nicht so schlimm" stimmt gerade nicht. Sondern man betreibt wegen ein paar Cent einen noch viel größeren Rechenaufwand; oder man probiert es mal auf gut Glück....


    es ist wirklich nicht schlimm..., dafür giebs § 44 Abs. 1 UStDV Vereinfachungen bei der Berichtigung des Vorsteuerabzugs:

    (1) Eine Berichtigung des Vorsteuerabzugs nach § 15a des Gesetzes entfällt, wenn die auf die Anschaffungs- oder Herstellungskosten eines Wirtschaftsguts entfallende Vorsteuer 1 000 Euro nicht übersteigt.
    (2) Haben sich bei einem Wirtschaftsgut in einem Kalenderjahr die für den ursprünglichen Vorsteuerabzug maßgebenden Verhältnisse um weniger als zehn Prozentpunkte geändert, entfällt bei diesem Wirtschaftsgut für dieses Kalenderjahr die Berichtigung des Vorsteuerabzugs. Das gilt nicht, wenn der Betrag, um den der Vorsteuerabzug für dieses Kalenderjahr zu berichtigen ist, 1 000 Euro übersteigt.


    also warum kompliziert machen, wenn es einfach auch geht???
    In der Praxis heißt das zBsp. Anlage 60% unternehmerisch und 40% privat.
    Damit hat man die Vorsteuer für den unternehmerischen Teil zurück,
    und die private Nutzung bleibt steuerfrei...

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!

  • Ist aber nur die sunny-side of life.
    Wir haben es hier rund um PV mit "Einfach- Tarirgruppe 4" (die Putzfrau bekommt schon 4 + Zulage) zu tun; und so mancher PV-BEtreiber scheitert erst an sich - und dam am Mitarbeiter vom FA.
    (Da haben wir gerade einen hübschen thread zu).


    Warum also nicht so- wie es jeder Profi machen würde - die teilweise Zuordnung weiträumig umschiffen, um da, wo es dann wirklich kompliziert wird, niemals an einen Idioten geraten zu können.


    Ich verstehs nicht.
    Aber da machen wir Profis das sicherlich alle falsch. Wir haben den Job ja nur gelernt - und müssen auch noch die Familien damit ernähren.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Danke für eure Kommentare.


    und ja,


    Zitat von kpr

    a) ES ist kein Schreiben des bayrischen Finanzamtes (by the way: die haben mehrere) , sondern ein BMF-Schreiben


    Aber so sollte es passen:
    In einem Schreiben das aktuell auf den Seiten des Bayrischen Finanzamts verlinkt ist ...

  • Wie mand em Impressum entnehmen kann, wird die Seite vom

    Zitat

    Bayerischen Landesamt für Steuern


    betrieben ;)
    Auf de Seite, auf der du das verlinkte Dokument gefunden hast, gibt es auch die aktuelleren Hinweise (1/15) des Landesamts http://www.finanzamt.bayern.de…tovoltaikanlagen_2015.pdf