Brauche Hilfe bei der Planung einer PV Anlage

  • Hallo an Alle,
    bin neu hier und froh so einen Platz gefunden zu haben.
    Ich brauche Hilfe bei der Planung einer PV Anlage.
    Wir haben neu gebaut allerdings war eine PV Anlage nicht direkt mit geplant.
    Es ist ein Bungalow, die Dachflächen für die PV Anlage sind SO und SW Dachneigung 22°.
    Der Standort ist 41849 Wassenberg.
    Ich habe mir vorgestellt die Flächen jeweils mit einem Sting zu belegen.
    Die Rendite ist mir nicht so wichtig. Das Hauptmerkmal soll auf Eigenverbrauch gesetzt werden.
    Das Haus soll mit einer Wärmepumpe ca. 6kW mit Nachtsabsenkung geheizt werden. Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung ist schon montiert. Ich schätze unseren Stromverbrauch ohne Heizen und Lüften auf ca. 2000-2500kWh/Jahr. Im Sommer wenn der Überschuss am höchsten ist würde ich gerne Klimaanlage betreiben wollen. Ein E-Auto soll jetzt schon berücksichtigt werden.
    Zwei Strings mit jeweils 5kWp sollten von der Fläche passen.
    Auf Stromspeicher wollte ich vorerst verzichten es sei wäre wirklich sinnvoll. Welche Anlagengröße sollte ich wählen, welche Komponente verwenden. Da sind viele Fragen die für mich offen sind, kann mir vielleicht jemand bei der Entscheidung helfen?
    Ich habe bereits über Angebot einholen hier im Forum probiert leider kam nur ein Angebot für Miete einer PV Anlage.
    Das will ich nicht.


    Sonnige Grüße
    Peter

    Dateien

    • Das Dach.pdf

      (102,3 kB, 98 Mal heruntergeladen, zuletzt: )
  • Hallo Peter,


    die Seiten, die mit ca. 70 qm und ca. 42 qm markiert sind sollen belegt werden?
    Dann stellt sich die Frage, ob Du eine Anlage bis 10 kwp bauen möchtest oder eine, die größer ist.


    Bei Anlagen über 10 kwp muss man für den selbst verbrauchten PV-Strom einen Teil der EEG-Umlage zahlen, das macht die Sache unattraktiv, wenn man nur knapp über 10 kwp baut.
    http://www.sfv.de/artikel/zur_…rbrauchten_solarstrom.htm
    Wenn man über 10 kwp geht, dann auch richtig, damit sich das auch lohnt.


    Auf das Dach mit ca. 42 qm passt ein String mit ca. 20 - 22 Modulen (Standardmodule 60 Zellen, 99 x 166 cm).
    4 Reihen quer verlegt, 7 - 6 - 5 - 4 Module, vielleicht nur 7 - 5 - 5 - 3.
    Auf das größere Dach passen mehr Module, vermutlich bis zu 38 Stück, also zwei 19er Strings.
    Du kannst also locker 16,5 kwp auf Deinem Dach unterbringen, mit Hochleistungsmodulen noch mehr.
    Das kommt Dir in der dunklen Jahreszeit entgegen, denn dann ist jedes Modul wichtig, damit überhaupt noch ein nennenswerter Ertrag vom Dach kommt.
    Bei bedecktem Himmel oder in den Wintermonaten macht die Anlage nämlich oft nur 10 - 15% ihrer Nennleistung.


    Nachteil bei einer so großen Anlage ist halt, dass Du im Moment knapp 2 Cent für jede selbst verbrauchte kwh an EEG-Umlage zahlen musst (mit der Option, dass dieser Betrag noch steigt).
    Dafür bist Du länger autark, musst also insgesamt weniger Strom zukaufen.
    Die Überschüsse, die Du einspeisen musst schaden nicht, da die gut 12 Cent, die man derzeit noch für die kwh bekommt zur Amortisation ausreichend beitragen.


    Klar, dass Du für die Leistungsregelung die dynamische 70%-Lösung wählen solltest und keinen Rundsteuerempfänger, dann kannst Du die Klimaanlage und die WP sinnvoll einbinden, ebenso das E-Auto, wenn`s tagsüber zu Hause steht.
    Unter den von Dir genannten Umständen würde ich evtl. trotz EEG-Umlage auf Eigenstrom doch zur größeren Anlage neigen.


    Wechselrichter gibt`s viele gute in dieser Leistungsklasse, bei den Modulen kann man heute auch nicht mehr viel verkehrt machen. Wenn Du 2-3 Angebote hast, kannst Du die ja mal in der Angebotsrubrik zum Vergleich einstellen: http://www.photovoltaikforum.com/angebote-f41/


    Dazu würde ich einige Solarteure aus dem Forum direkt anfragen.
    Clen-Solar montiert z.B. bundesweit und hat auch gute Kritiken hier im Forum.
    Hast Du die Solarteure in Deiner Nähe aus dem Firmenverzeichnis des Forums schon angerufen?
    http://www.photovoltaikforum.com/firmenverzeichnis/

  • Kann man sicher so machen. Die große Anlage wird sich rechnen.
    Alternative wäre jetzt 10KWp zu bauen und nach einem Jahr nochmal 6-8KWp dazu bauen.
    Das wäre dann EEG Umlagen frei.
    Bereits heute den zur großen Anlage passenden WR kaufen.


    Gesendet mit Tapatalk

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Vielen Dank für die Antworten,
    an Ralf: ja um die Flächen geht es.
    Genauso hatte ich mir das mit der Belegung vorgestellt.
    die Überlegung die Anlage grösser als 10kWp zu bauen hatte ich noch nicht.
    Ich muss dazu sagen, dass die SW Seite von unten im Spätherbst und Winter von der Nachbarbebauung verschattet wird. Ich werde das in diesem Herbst und Winter beobachten.
    Aus diesem Grund würde ich vorerst bei 10kWp bleiben wollen ohne das Risiko verschattete Module betreiben zu müssen.
    Ich muss mich da noch schlau machen mit der 70% Regelung (Weich, Flexibel, Fest) da kenne ich mich überhaupt nicht aus.
    Mit der Erweiterung zu warten wäre sehr gute Idee um die EEG umzugehen.


    Ich habe noch keinen Solateur in der Nähe angerufen.
    Da die Angebote weggeblieben sind habe ich mich selber bisschen umgesehen nach den Komponenten.
    Ich würde mir zutrauen die Anlage zusammen mit meinem Freund (Elektriker) selber zu bauen.
    Ohne Rücksprache zu halten frage ich mal. Braucht man da als Elektromeister spezielle Befugnisse um die Anlage anzumelden oder reichen die gleichen die man bei normalem Hausanschluss braucht?


    Ich würde die Kollektoren pro Seite so installieren, dass ich insgesamt knapp unter 10kWp bleibe. Wechselrichter wollte ich den Fronius Symo 10.0-3-M nehmen. Ein größere für die eventuelle Erweiterung wäre zu überlegen.
    Ist das Managen der Priorität (Verbraucher dann Speicher und zuletzt Netzeinspeisung) mit dem Wechselrichter möglich?


    Wie verhält sich das mit dem Versicherungsschutz wenn ich die Komponenten selber montiere?
    Ich habe mich bei der Secondsol Boerse umgesehen und fand da ein paar gute Angebote. Ich bin mir noch nicht schlüssig welche Module ich da wählen soll? Bei der Vielfalt wird sicherlich jedem schwer fallen eine Empfehlung auszusprechen. Es soll nicht das Beste und teuerste sein aber genauso wenig das billigste. Habt ihr eine Empfehlung der Mittelklasse für mich?
    Wäre eine refurbished Traktionsbatterie von Bluebatt was für den Anfänger wie mich? Oder sollte ich beim Speicher direkt eine fertige Lösung nehmen zB. Tesla Powerwall.
    Was wäre noch zu beachten für mich bei dem Vorhaben?


    Gruß
    Peter

  • Hi Peter,


    Zitat von peterpan01

    Ich würde mir zutrauen die Anlage zusammen mit meinem Freund (Elektriker) selber zu bauen.


    grundsätzlich kein Problem, mache ich auch so.
    Die erste Herausforderung ist es, die Dachhaken richtig einzuplanen und zu setzen, ohne das Dach zu beschädigen.


    Zitat von peterpan01

    Braucht man da als Elektromeister spezielle Befugnisse um die Anlage anzumelden oder reichen die gleichen die man bei normalem Hausanschluss braucht?


    Nein, keine speziellen Befugnisse notwendig.


    Zitat von peterpan01

    Mit der Erweiterung zu warten wäre sehr gute Idee um die EEG umzugehen.


    Ich würde mich nicht drauf verlassen, dass das funktioniert.
    Imho ist die entsprechende Stelle im EEG 2014 (§ 61.2.4) so formuliert, dass man davon ausgehen kann, dass die gesamte Größe mehrerer Anlagen gemeint ist. Also dass alle Anlagen nach August 2014 zusammengerechnet werden.
    Dann kann man so nix mehr umgehen.


    Zitat von peterpan01

    Wechselrichter wollte ich den Fronius Symo 10.0-3-M nehmen.


    Der ist o.k. und besonders für die dynamische 70% Lösung zu empfehlen.


    Zitat von peterpan01

    Ist das Managen der Priorität (Verbraucher dann Speicher und zuletzt Netzeinspeisung) mit dem Wechselrichter möglich?


    Nein, das macht man durch den Anschluss im Zählerschrank bzw. durch Programmierung des Batteriewechselrichters.


    Zitat von peterpan01

    Wie verhält sich das mit dem Versicherungsschutz wenn ich die Komponenten selber montiere?


    Du musst nachweisen, dass Du alles regelkonform gebaut hast und notfalls auch einen Standsicherheitsnachweis führen.
    Und die Versicherung muss Selbstmontage akzeptieren. Also vorher fragen.

  • Vielen Dank für die schnelle Antwort,
    ich werde mit Sicherheit erst mal paar Angebote einholen und selber Kosten aufstellen bevor ich da Hand anlege.
    Bin gerade über die 70% Regelung am Lesen. Ich muss zugestehen, dass ich mir das anders vorgestellt hatte mit der Einspeisung. Muss ich das so verstehen, dass wenn zB. eine 10kWp Anlage die 7kWp Leistung erreicht wird die Einspeisung ab geregelt? Wenn ja wie funktioniert das dann mit der dynamischen Regelung?


    Gruß
    Peter

  • Hi Peter,


    Zitat von peterpan01

    Bin gerade über die 70% Regelung am Lesen. Ich muss zugestehen, dass ich mir das anders vorgestellt hatte mit der Einspeisung.


    ja, die Lobbyisten der G4 haben ganze Arbeit geleistet, um uns das Leben schwer zu machen.
    Wobei die 70% Regel nicht wirklich schlimm ist, da gibt`s noch ganz andere Sachen . . .
    Die 70% Regel ist insofern sinnvoll, weil damit Spitzenbelastungen vom Stromnetz ferngehalten werden, die nur sehr selten auftreten, deren Handling aber unverhältnismäßig viel Geld im Netzausbau kosten würde.


    Zitat von peterpan01

    Muss ich das so verstehen, dass wenn zB. eine 10kWp Anlage die 7kWp Leistung erreicht wird die Einspeisung ab geregelt? Wenn ja wie funktioniert das dann mit der dynamischen Regelung?


    Korrekt, eine so limitierte Anlage kann max. 70% ihrer Modulnennleistung einspeisen.
    Dabei muss man ehrlicherweise sagen, dass PV-Anlagen in Deutschland sowieso nur recht selten und nur unter optimalen Bedingungen mehr wie 70% ihrer Nennleistung einspeisen.
    Bei der harten 70% Lösung gehen auch unter optimalen Bedingungen nur etwa 5% des Jahresertrages verloren.
    Um das zu vermeiden, ermöglicht die dynamische (oder auch "weiche") 70% Lösung die Nutzung der Stromproduktion, die über diese 70% hinausgeht.


    Dabei wird mit einem Stromflusssensor (oder Zähler mit S0-Schnittstelle) festgestellt, wieviel Strom gerade im Haus verbraucht wird und diese Menge kann dann zusätzlich produziert und im Haus verbraucht werden, damit am Hausanschluss max. 70% eingespeist werden. Das lohnt i.d.R. bei größeren Anlagen, Dächern mit sehr guter Ausrichtung und nennenswertem Stromverbrauch zwischen 10:00 und 14:00 Uhr.
    Bei Ost-/Westdächern dagegen lohnt diese Zusatzinvestition nur selten, weil die meistens nur kurzzeitig bis 80% kommen und auch nur dann, wenn die Dachneigung unter 35° liegt.

  • Zitat von Ralf Hofmann

    Ich würde mich nicht drauf verlassen, dass das funktioniert.
    Imho ist die entsprechende Stelle im EEG 2014 (§ 61.2.4) so formuliert, dass man davon ausgehen kann, dass die gesamte Größe mehrerer Anlagen gemeint ist. Also dass alle Anlagen nach August 2014 zusammengerechnet werden.
    Dann kann man so nix mehr umgehen.


    Auch das EEG 2014 beinhaltet §32 (1) Nr. 4.
    "(1) Mehrere Anlagen gelten unabhängig von den Eigentumsverhältnissen und ausschließlich zum Zweck der Ermittlung des Anspruchs nach § 19 für den jeweils zuletzt in Betrieb gesetzten Generator als eine Anlage, wenn .... 4. sie innerhalb von zwölf aufeinanderfolgenden Kalendermonaten in Betrieb genommen worden sind."


    Nr.: 4 ist hier Teil einer "und Bedingung" ... alle 4 Nummern müssen erfüllt sein.
    Der § 19 regelt den Förderanspruch für Strom.
    In diesem Zusammenhang stellt § 61 (2) Nr. 4 dann ebenfalls auf die 10 KW Grenze ab.


    Zwölf Monate bedeutete in diesem Zusammenhang bisher, dass bereits der IBN Monat der 1. Anlage als ein Monat zählt.
    Wenn ich also in September 2015 die 1. Anlage mit 10KWp aufs Dach setze kann ich bereits im September 2016 erneut 10KWp als neue Anlage und EEG Umlagen frei auf das gleiche Dach setzen.


    Am besten selber lesen und im Zweifel bei VNB, Bundesnetzagentur oder Clearingstelle vor dem Projektstart eindeutig klären. In der Vergangenheit gab es hier aber mehrere Fälle, die genau so abgelaufen sind.
    Teilweise musste dazu aber der VNB erst noch aufgeschlaut werden. :wink:

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

    Einmal editiert, zuletzt von seppelpeter ()

  • Zitat von Ralf Hofmann

    Der ist o.k. und besonders für die dynamische 70% Lösung zu empfehlen.


    Der WR ist sicher ok, aber hier mMn nicht die richtige Wahl.


    Bei 2 Ausrichtungen und 10KWp als geplanter Endausbau (kein Nachlegen nach 12 Monaten) ist er tendenziell zu groß, da würde auch der etwas günstigere Fronius mit 8,2KVA reichen und bei Ziel 16,x KWp ist der 10KVA WR sicher zu klein, da sollte es mindesten der 12,5KVA (für 70-hart) besser der 15KVA WR sein für 70-weich.

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Hi,


    Zitat von seppelpeter

    Auch das EEG 2014 beinhaltet §32 (1) Nr. 4.
    "(1) Mehrere Anlagen gelten unabhängig von den Eigentumsverhältnissen und ausschließlich zum Zweck der Ermittlung des Anspruchs nach § 19 für den jeweils zuletzt in Betrieb gesetzten Generator als eine Anlage, wenn .... 4. sie innerhalb von zwölf aufeinanderfolgenden Kalendermonaten in Betrieb genommen worden sind."


    ich hab` mal hervorgehoben, wofür der § 32 gilt. . . . ausschließlich zum Zweck der Ermittlung des Anspruchs . . .
    Leider hat das mit dem § 61 nix zu tun.
    Mir wär`s auch lieber, man könnte das so umgehen, ich sehe aber nicht, das das EEG diesen Weg hergibt.
    Insbesondere weil die Wortwahl im § 61 von Anlagen, also Anlage in der Mehrzahl spricht, wird wohl alles was nach 8/2014 gebaut wird oder erstmalig in den EV geht zusammengerechnet.


    Was den WR betrifft, da hast Du Recht, einer mit 9 kva wäre für 2 Strings imho optimal.
    Da gibt`s neben dem SMA STP 9000 TL-20 nicht viel Auswahl.
    Es gehen ja noch knapp 500 Watt für die Blindleistung ab, dann wäre mit der Fronius 8.2 aber zu knapp.
    Das Dach ist ja kein richtiges Ost-/Westdach, bei der flachen Neigung und der Ausrichtung SSO/SSW wir das Dach eine recht langgezogene, aber ausgeprägte Mittagsspitze mit deutlich über 8,5 kw bringen.
    Für 3 Strings ist der 10er Fronius natürlich wieder zu klein.