beflügeln die BEV den Dreckstrom oder EE?

  • Jetzt ist ja noch alles eitel Wonne und grüner Sonnenschein mit Idealisten, welche den Strom möglichst aus eigener PV Produktion verbrennen, aber wohin geht die Reise, wenn "Battery Electric Vehicles" in Stückzahlen auf der Strasse rollen?


    Vor einigen Jahrzehntechen - als die KKW Befürworter grad erst auf Schiene gebracht wurden - war die Sache eigentlich klar:
    elektrisch Autofahren ist Teil der KKW (und Bandstrom) Promo.


    Heute sind die Randbedingungen allerdings komplizierter.

    LiFePO ist anders.

  • So lang jeder einfach einsteckt und lädt, wann er will, kann das meist nur durch hochfahren konventioneller Kraftwerke erzeugt werden (die Alternative wäre ja in ferner Zukunft, wenn gerade was in der "Nähe" in Abregelung wäre, was man wieder freigeben könnte).
    Mal kurz abgeschätzt - 1Mio EV zu je 10kW Anschlußwert macht 10GW, nichts, was das Netz nicht verkraften würde, aber über die Nahct verteilt wäre es auch im kältesten Winter sicher einfacher auszuregeln. 10Mio EV würde bei der Rechung das Netz zum kollabiren bringen, da muß also zusätzliche "Intelligenz" her, damit nicht alle gleichzeitig laden.

  • Dafür das 1 Mio Autos gleichzeitig 10kw laden mussten fast alle Elektroautos fahren


    Also keine Gefahr


    Außerdem kann man die Internet fähigen Autos der Zukunft sicherlich super aussteuern ich sehe keine Probleme :-)

    11,14 kWp O/W 4x Solarmax WR (2012)
    43,30 kWp Anteil Solarpark Dreieich (2011)
    71,08 kWp Anteil Solarpark Hof (2012)
    70 kWp auf Hühnerställen (2012)
    301 kWp Brandenburg (2018)

  • Nun, da hilft einerseits die Statistik - ein PKW läuft im Mittel 30km je Tag, lädt also je tag nur rund 6kWh. bei 10 KW ist es also eine dreiviertel Stunde am Netz. Zum zweiten hilft der trieb zum Geldsparen - Strom wird billig sein, wenn viel EE-sTrom im Netz ist, und teuer wenn wenig EE-Strom im netz ist und konventionelle angeworfen werden müssten. Das kann leicht so teuer werden, dass es sich lohnt die Batterie statt um 6kWh zu laden mal um 20kWh zu entladen, um 2-5€ verdienst mitzunehmen.

    Ich würde mein Geld auf die Sonne und die Solartechnik setzen. Was für eine Energiequelle! Ich hoffe, wir müssen nicht erst die Erschöpfung von Erdöl und Kohle abwarten, bevor wir das angehen.
    Thomas Alva Edison
    Trockenplatzdach 2,6kW zum Spielen :)

  • Hallo zusammen

    Zitat

    Zum zweiten hilft der trieb zum Geldsparen


    Denke mal, dies wird erst mal gar keinen Einfluss haben.
    BEV wird sich mit großer Wahrscheinlichkeit im urbanen Bereich durchsetzen, die meisten Nutzer werden Pendler sein.
    Die laden dann, wenn sie das Auto nicht brauchen, da wird erst mal wenig Platz sein um sich um günstigere Tagestarife zu kümmern.
    Am Morgen und Abends wird gefahren, laden kann man am Tage oder Nachts.
    Passt, auch wenn so nicht geplant, hervorragend.


    Die erste Million BEV's kann man ganz gut unterbringen, ohne zusätzliche Kraftwerke, danach wäre es sehr wünschenswert, wenn es mit dem Zubau der EE etwas zügiger vorangeht.
    Sind wir allerdings bei 50% EE oder mehr, werden enorme Spitzen in der Stromproduktion auftreten, ob sich das alles in Accus packen lässt ?
    Da wären wir wieder bei meinem bevorzugten Modell, kleine vernetzte BEV für den urbanen Bereich, der individuelle Fernverkehr ist mit E Antrieb und P2G Brennstoffzelle unterwegs.


    Gruß
    Manfred

  • Nun, der Trieb zum Geldsparen wird nicht reichen, um die Fahrt zu verschieben,aber dazu dem Auto zu sagen dass es z.B. immer 250km Reichweite vorhalten soll, bei unter 10ct/kWh auf 400km Reichweite hochladen, und bei über 50ct/kWh bis auf 100km einspeisen, so man nichts anderes eingibt für eine längere fahrt. Und vor dem Einspeisen per App abfrägt, ob es das auch wirklich darf. Dann kann das Auto während der 23h Stehzeit entscheiden wann es lädt - wenn es billig ist - oder wann es rückspeist - wenn es sehr teuer ist. Der Nutzer kümmert sich einmal um die Eingabe, und danach höchstens um die Rückspeisefreigabe. Dass jeman nachts um Drei in die Garage schlappt um das Auo wegen 1ct/kWh weniger einzustecken wird nicht passiern, aber das Auto kann das übernehmen, und das nehmen die Leute dann mit, jeder nach seinen Vorstellungen.

    Ich würde mein Geld auf die Sonne und die Solartechnik setzen. Was für eine Energiequelle! Ich hoffe, wir müssen nicht erst die Erschöpfung von Erdöl und Kohle abwarten, bevor wir das angehen.
    Thomas Alva Edison
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  • Zitat von photoenchen4me

    Jetzt ist ja noch alles eitel Wonne und grüner Sonnenschein mit Idealisten, welche den Strom möglichst aus eigener PV Produktion verbrennen, aber wohin geht die Reise, wenn "Battery Electric Vehicles" in Stückzahlen auf der Strasse rollen?


    Vor einigen Jahrzehntechen - als die KKW Befürworter grad erst auf Schiene gebracht wurden - war die Sache eigentlich klar:
    elektrisch Autofahren ist Teil der KKW (und Bandstrom) Promo.


    Heute sind die Randbedingungen allerdings komplizierter.


    (Dazu brauchen wir doch nur noch etwas mehr PV und Windstrom)


    Fahre seit 4 Monaten ein Elektroauto,habe eine 44,5kwp PV-Anlage und kann zu 99% mit eigenerzeugten Strom fahren.
    Habe natürlich den Vorteil,dass ich zu Hause arbeiten kann (Landwirtschaft)


    Ich lade mein E-Auto einfach nach Leistung der PV-Anlage mit 12A 230 Volt einphasig,was ja ziemlich langsam ist,hat aber den Vorteil,dass die PV-Anlage diese ca. 3kwh Leistung auch bei schlechtem Wetter bringt.


    Fahre bisher im Schnitt ca 60km pro Tag,und muss dafür ca 4 Stunden laden,entweder schon am Vormittag,oder dann nachmittags,ja nach Benutzung des Fahrzeugs.
    Im Winter wirtd es wohl knapper werden,aber ich glaube ich werde auch dann fast zu 100% mit eigenem Strom fahren können?


    Bin ja bisher begeistert vom Elektroauto,einzige Unbekannte ist halt die Lebensdauer der Batterie,ich hoffe aber,dass die Batterietechnik so weit fortgeschritten ist um die Elektromobilität auf Dauer durchsetzen zu können :wink:


    Viele Grüsse

  • Zitat von hfrik

    Dass jeman nachts um Drei in die Garage schlappt um das Auo wegen 1ct/kWh weniger einzustecken wird nicht passiern, aber das Auto kann das übernehmen, ...


    Meine rede, aber geben tut es das imo noch nicht, jedenfalls nicht serienmäßig in D. Derzeit ist es doch so, daß die laden, sobald man einsteckt, wobei ich mich da gerne belehren lasse, daß es auch schon was anderes gibt.


    solerling: nicht jeder hat eien so große PV und, wenn man die Leute so hört 8) , fahren die morgens um 6 daheim weg und kommen abend um 8 heim, das 6 Tage die Woche und 50 Wochen im Jahr, also direkt mit PV laden ginge höchstens in der Arbeit (wie bei dir ja im Prinzip auch) und da braucht es noch viel Infrastruktur. Die Firmen mit EV-lader am Mitarbeiter- (Chef ausgenommen) Parkplatz, sind noch gezählt.

  • Zitat von alterego

    So lang jeder einfach einsteckt und lädt, wann er will, kann das meist nur durch hochfahren konventioneller Kraftwerke erzeugt werden (die Alternative wäre ja in ferner Zukunft, wenn gerade was in der "Nähe" in Abregelung wäre, was man wieder freigeben könnte).


    Genauso ist es: der zusätzliche BEV-Bedarf kommt durch das Hochfahren disponibler Kraftwerke, egal ob jetzt fast kein FEE-Ertrag vorhanden ist, oder ob viel Wind + PV zur Verfügung steht (aber immer noch nicht abgeregelt werden muss). Erst im Fall des Abregelns helfen zusätzliche Verbraucher, die optimalerweise in der Nähe des Erzeugers sitzen sollten.


    Zitat

    10Mio EV würde bei der Rechung das Netz zum kollabiren bringen, da muß also zusätzliche "Intelligenz" her, damit nicht alle gleichzeitig laden.


    Solch eine Intelligenz kann recht teinfach und robust gestaltet werden: reagieren auf lokal am Stecker zu messende Signale von Frequenz und Spannung. Bei hoher Frequenz darf man etwas mehr laden, bei niedriger Frequezn etwas weniger. Und im Verteilnetz haben wir ein hohes R/X-Verhältnis, d.h. bei wenig Induktivität relativ viel ohmschen Widerstand. Eine hohe Spannung zeigt also an dass man etwas mehr Laden kann, und eine niedrige Spannung ist ein Zeichen für weniger Ladeleistung.


    Gruß,
    Gunnar

  • @ Gunnar - nö, mit der Frequenz funktioniert das nicht. Die zeigt nur die Gesamtlast im Europäischen/Eurasischen Verbund an, nicht aber lokale Überschüsse oder Engpässe. Ergo braucht es explizite Informationen - und das können sinnvoll nur Preisinformationen sein - die es aktuell noch nicht gibt, die aber notwendig sind, da es mit expliziten Befehlen nicht funktionieren kann. Der der dringend laden muss muss dies acuh sofort tun können (dann eben teurer), wer viel Zeit hat muss sich die günstigsten PReise suchen können (Wetterprognose -> Preisprognose).
    Das mit dem Abregeln stimmt höchstens in der Sekundenbetrachtung, nicht aber in den Zeiträumen in denen das Auto ab Kauf noch existieren wird.
    Da aktuell bereits >50GW an diversen tagen an EE-Strom erzeugt wird, und dieses wächst ist abzusehen dass in einem 15 jahre Autoleben die Zeitpunkte in denen überreichlich EE-strom zur Verfügung steht häufiger werden. Zudem kann man die Produktion von E-Autos nicht über Nacht von 0 auf 5 millionen je Jahr bringen, das brauch 10-15 Jahre Anlauf bis die Lieferkettens tehen. d.h. wer in 2045 E-Autos als EE-Stromverbraucher und hochvariable LAst haben will in relevanten Stückzahlen, muss heute damit anfangen.
    Europaweit gesehen (EEX, Verbund) dürfte das Grenzkraftwerk von dem Du redest meist ein Gaskraftwerk sein. Oder ein Speicherkraftwerk - in dem Alpen oft ohne "Pump".

    Ich würde mein Geld auf die Sonne und die Solartechnik setzen. Was für eine Energiequelle! Ich hoffe, wir müssen nicht erst die Erschöpfung von Erdöl und Kohle abwarten, bevor wir das angehen.
    Thomas Alva Edison
    Trockenplatzdach 2,6kW zum Spielen :)