Anlage ohne Einspeisung 3 bis 4 kWp

  • Hiermit bitte ich um Kommentare und Angebote zu einer Anlagenplanung nur für den Eigenverbrauch.


    Dieses Thema hat mir hierzu den Anstoss gegeben:
    http://www.photovoltaikforum.c…ichersysteme-t104397.html


    Ich habe ein Elektroauto das ich als Überlaufpuffer verwenden könnte.
    Das Dach meiner Doppelhaushälfte ist auf der SW Seite durch einen Zwerggiebel unterbrochen.
    Auf die SüdOst-Seite des Zwerggiebels passen 4 bis 5 Module und auf den unverschatteten Bereich des Südwest-Dachs 6 bis 8.
    Dachneigung ist 26Grad, Ausrichtung SW ca. 240 Grad
    Neigung des Giebels ist 18Grad, Ausrichtung SO ca. 150 Grad.
    Je nach Modulwahl wären also knapp 3 bis über 4kWp möglich.


    Die NO Seite des Dachs ist unverschattet aber aufgrund der Ausrichtung von 60Grad NO lohnt es sich vermutlich nicht diese zu belegen und ohne Einspeisung ist jedes zusätzliche kWp weniger wirtschaftlich.


    Hausstromverbrauch aktuell ca. 4500kWh/a plus 3000kWh/a Wärmepumpe.
    Die Wärmepumpe hat einen eigenen HT/NT Zähler.
    Den günstigeren Wärmestrom-Tarif für die Wärmepumpe will ich nicht verlieren. Dazu muss der eigene Zähler bestehen bleiben. Kann die Wärmepumpe trotzdem als Verbraucher für den PV-Strom eingebunden werden ?


    Mein Haus steht ca. 20 km südlich von München.

  • Zitat von deras

    Hiermit bitte ich um Kommentare und Angebote zu einer Anlagenplanung nur für den Eigenverbrauch.
    Dieses Thema hat mir hierzu den Anstoss gegeben:
    http://www.photovoltaikforum.c…ichersysteme-t104397.html


    Um das Steuerthema zu vermeiden willst Du auf EUR 1400,- Vorsteuer, ggfs. EEG Vergütung für Einspeisung und ggfs. eine zum Verbrauch passende größere Anlage verzichten?


    Zitat

    Ich habe ein Elektroauto das ich als Überlaufpuffer verwenden könnte.


    Ist das eAuto denn auch von März bis Otkober jeweils Mittags von 11-15 Uhr zu Hause?


    Zitat

    Das Dach meiner Doppelhaushälfte ist auf der SW Seite durch einen Zwerggiebel unterbrochen.
    Auf die SüdOst-Seite des Zwerggiebels passen 4 bis 5 Module und auf den unverschatteten Bereich des Südwest-Dachs 6 bis 8. Dachneigung ist 26Grad, Ausrichtung SW ca. 240 Grad


    Das ist ein +60 Grad Dach (60 Grad aus Süden nach Westen).
    Auf dem SW Dach mit +60 Grad ist doch die SO Seite eher schattenfrei mit ihren 4-5 Modulen; die 6-8 Module westlich des Zwerggiebels könnten reichlich Schatten ab bekommen. Ein Foto vom Dach würde hier Klarheit bringen.


    Nach meinem Stand kann man z.B. einen SMA SB2.5 mittels SMA EnergyMeter auf "Nulleinspeisung" bringen. Am SB2.5 könnte man 3,5KWp in 70-hart betreiben, was z.B. 14*255Wp entsprechen würde. Das sollte auch spannungstechnisch sehr gut passen.


    Die Frage, die vorher geklärt werden muss ist aber, ob Deine Überschussvernichtung mit dem eAuto funktioniert. Das bezweifle ich mal stark, denn irgendwann muss die gespeicherte Energie ja auch "sinnvoll" verfahren werden und dann ist kein Speicher da.
    Du brauchst also evtl. einen oder zwei weitere Überschussvernicht ... Heizstab im Warmwasser, Batterie-Speicher mit entsprechender Steuerung bei Überschuss.


    Ob die Einnahmenseite damit dann stark genug ist, um die mit Speicher stark ansteigenden Kosten der Anlage jemals wieder einzuspielen :?::juggle:


    Zitat

    Die NO Seite des Dachs ist unverschattet aber aufgrund der Ausrichtung von 60Grad NO lohnt es sich vermutlich nicht diese zu belegen und ohne Einspeisung ist jedes zusätzliche kWp weniger wirtschaftlich.


    Bei nur DN26 kann man mMn durchaus darüber nachdenken das -120 Grad Dach auf NO auch zu belegen.


    Zitat

    Hausstromverbrauch aktuell ca. 4500kWh/a plus 3000kWh/a Wärmepumpe.
    Die Wärmepumpe hat einen eigenen HT/NT Zähler.
    Den günstigeren Wärmestrom-Tarif für die Wärmepumpe will ich nicht verlieren. Dazu muss der eigene Zähler bestehen bleiben. Kann die Wärmepumpe trotzdem als Verbraucher für den PV-Strom eingebunden werden ?
    Mein Haus steht ca. 20 km südlich von München.


    Mein Ansatz wäre bei den bis jetzt bekannten Dachflächen und dem Verbrauch eher eine größere zum Verbrauch passende Anlage, mit Einspeisung und EEG Vergütung. Auf kostspielige Speicherlösungen wird verzichtet und zunächst Erfahrung mit der Anlage in Sachen Verbrauch, Direktverbrauch und Einspeisung gesammelt. in 2, 5 oder 10 Jahren kann man dann evtl. einen passenden Speicher für die Nacht dazu stellen.
    BTW: Bei dem relativ niedrigen WP Stromverbrauch sollte man sich auch durch rechnen, ob es nicht sogar wirtschaftlich ist, auf den WP Zähler mit extra GG zu verzichten und alles über einen Zähler laufen zu lassen mit ggfs. dann besserem Tarif, weil sich neue Wechselmöglichkeiten beim Bezugsstrom ergeben. Was kostet WP Strom HT/NT und was zahlst Du für HH Strom?

    18x Heckert NeMo 60P, SMA SB4000TL-21, SunnyHomeManager, mit Metalldachpfannen, Ausrichtung +30° Dachneigung 35° in Betrieb seit 17.04.2014
    Seit 23.04.2016 Ausrichtung -150 Dachneigung 13° mit 6x 315Wp Astroenergy (große 72-Zeller) am SMA SB1.5

  • Folgendes passt auch gut zum Thema:
    http://www.cleanenergy-project…steuernachteile-vermeiden


    Danke für deinen ausführlichen Kommentar.
    Dein empfohlener Ansatz ist wirtschaftlich gesehen sicher der sinnvollste. Nur wenn man den monatlich und jährlichen Steuererklärungsaufwand scheut, dann ist die Rendite eigentlich zu gering.


    Und wie sieht es in vielleicht 10 Jahren aus ? Ab welchem Strompreis und unter welchem Speicherpreis lohnt sich Einspeisung definitiv nicht mehr ?
    Was würde es kosten eine Neuanlage so auszulegen, dass diese jederzeit vom Netz abgekoppelt und um einen Speicher erweitert werden könnte ?


    Meine Frau und ich fahren bei gutem Wetter SPedelec und der i3 kann laden.
    Aber mir ist klar, dass ohne zusätzlichen Speicher viel Strom verpuffen würde. Allerdings ist der Verlust aufgrund der schwachen Einspeiserendite gering und dem Eigenverbrauch kann die Abgabenlast genommen werden.


    Wärmestrom kostet mich HT/NT 22/18ct und Hausstrom 28 inkl U-Steuer.
    Ich denke 90% oder mehr wird verbraucht wenn keine oder wenig Sonne scheint.


    Zu meinem Dach: Ja, westlich des Zwerggiebels ist es schattig, die Module sind deshalb nur südöstlich und oberhalb des Zwerggiebels vorgesehen.
    Und ja, die NO Seite und auch die NW Seite des Zwerggiebels wären noch relativ ertragsstark aber dann muss SolarEdge oder ähnlich verwendet werden.


    Solange ich nicht weiss, was eine "3-phasig netzparallel unsymmetrisch nichteinspeisenden Anlage" kosten würde werde ich mich nicht zu dem steuerlichen Aufwand durchringen können der mit einer Einspeisung verbunden ist.

  • Zitat von deras

    werde ich mich nicht zu dem steuerlichen Aufwand durchringen können der mit einer Einspeisung verbunden ist.


    Hallo erstmal,
    der steuerliche Aufwand muss nicht groß sein. Mit der Kleinunternehmerregelung bist du von der Zahlung der Umsatzsteuer und der unentgeltlichen Wertabgabe auf den Eigenverbrauch befreit.
    Die Einnahmen aus dem Stromverkauf müssen auch nicht versteuert werden, sondern nur die Gewinne. Dafür machst du 1x im Jahr eine EÜR ( Einnahme Überschuss Rechnung).
    Wie du siehst kann man den steuerlichen Aufwand sehr gering halten, wenn man will.....

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!

  • Zitat von cleanenergy

    Die These lautet wie folgt: Neue PV-Anlagen mit Stromspeicher sind häufig wirtschaftlicher, wenn keine Überschüsse mehr per EEG in das Netz eingespeist werden und damit ein rein privater Anlagenbetrieb gewählt wird.


    Du hast die Antwort doch schon selber gebracht. Bau dir eine Halbinsel! Keine Anmeldung, keine Steuer, keine Abgaben und Strom für weniger als 20 Cent pro kWh. Voraussetzung: Etwas Eigenleistung.

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • Ist SolarEdge für eine Halbinsel geeignet oder muss es ein Wechselrichter von zB Steca, Mpp Solar, Effekta sein?
    Speicher sind mir noch zu teuer und tesla für SolarEdge gibt's noch nicht.

  • Es gibt keine Halbinsel ohne Speicher und PV ohne Einspeisung und Batterie gibt auch keinen Sinn, da Du keinen Netzwechselrichter ohne Netz betreiben kannst. Ausserdem könntest Du dann nur verbrauchen, was aktuell die Sonne liefert, bei einer Wolke würde dann alles stehenbleiben...
    Aber Speicher muss nicht unbedingt teuer sein, viele arbeiten mit gemeinen Industriebatterien, im Volksmund auch GAbelstaplerbatterie genannt. In der vermuteten Größenklasse bist Du neu ab 2.500-3000 mit dabei, wenns günstig sein, soll, aber mit gewissem Risiko gebraucht für fast nix, bis etwa zur Hälfte des genannten Preises je nach Zustand. Es gibt auch gebrauchte mit Garantie...
    Für das was Du willst würde ich einen Effekta, PIP oder wenns was gediegeneres sein soll einen Victron oder Studer Inselwechselrichter empfehlen wollen.

    Hybridinsel, 3 phasig, 3 XTM 4.000, 2 Variotrack, BSP, Staplerbatterie 775 AH 48V, eff. ca. 8 kwp (4,75 auf SO und 5,25 auf NO), 250er Yingli
    PoorMan'sTesla=PMT=Renault Fluence und 120l Elektroboiler als Überschußverwerter...

  • Guten Abend zusammen ;-)


    Wenn ich den TS richtig verstanden habe, möchte er gerne wissen, was explizit der Unterschied zwischen "privat" pv und einer EEG Anlage mit "Steuerkram" ist, bevor er sich entscheiden möchte oder? ^^


    Gehen wir einmal von einer ca. 4 kWp großen Anlage aus und vergleichen die beiden Möglichkeiten, welche dem TS so vorschweben.



    Investitionskosten:
    Bei einer derartigen Anlagengröße gehe ich einmal von ca. 1400 €/kWp aus (bitte jetzt nicht um 100 €/kWp streiten, es geht nur um eine Größenordnung). Eine EEG Anlge würde dich also ca. 5.600 € als Inverstition kosten.
    Eine Privatanlage wäre ersteimal die 19% USt (MwSt) teurer. Hierdurch würdest du also gut 1.000 € extra ausgeben müssen.


    Einkünfte/vermiedener Verbrauch (GROB geschätzt)
    Wenn du deine Wärmepumpe auch weiterhin auf einem eigenen Zähler haben möchtest, so kannst du die PV nur auf dem Haushaltsstromkreis laufen lassen. Es gibt hier zwar einige "Spezialanwendungen" aber das würde (vermute ich) unverhältnismäßig mehr kosten. Ohne zu wissen, wo genau du wohnst würde ich jettz auf ca. 800-850 kWh/kWp im Jahr schätzen. Du würdest also ca. 3.400 kWh an Strom erzeugen. Wieviel du hiervon selbst verbrauchen kannst, hängt natürlich von deinem Lastgang, deinem Elektroauto etc. ab aber ich würde jetzt mal auf 40% schätzen (was schon relativ hoch ist).


    1. EEG Anlage: Einkünfte von ca. 0,12 €/kWh Verkauf + 0,23 €/kWh Eigenverbrauch = 550 €/Jahr
    Hiervon wirst du nach Rücklagen/Reparaturen/Abschreibungen Pi mal dem großen Daumen 200 € versteuern müssen. Also zihe ich einfach mal 80€ ab.
    Macht also Einnahmen von etwa 470 €/a
    (Wie gesagt, ich rechne hier ganz grob und auch ohne mögliche große Reparaturen etc. weil die bei beiden Anlagentypen gleichsam auftreten können)


    2. Privatanlage: Einkünfte von ca. 0,28 €/kWh Eigenverbrauch = 380 €/Jahr
    Auch hier muss man Rücklagen etc. wie oben abziehen. (Bei REparaturen muss man auch 19% tiefer in die Tasche greifen) also ziehe ich hier auch mal 80 € ab. Bleiben also 300 €/Jahr an Einnahmen.


    Bei den (zugegebener Maßen alle mit dem dicken Daumen geschätzten) Randbedingungen liegt die (billigere) EEG Anlage um etwa 50% höher mit den Einnahmen und gesparten Kosten als die Privatanlage. Dies liegt natürlich an den 60% Verlusten, die du ohne einen stationären Speicher hast (du hast zwar ein EV, aber dies wilst du ja auch benutzen, also sollte die BAtterie besser voll sein, wenn du es brauchst, du kannst also nicht dem Lastgang folgen wenn die BAtterie nicht ziemlich groß ist, sonst hättest du jeden morgen eine leere Batterie im Auto)


    Ein Batteriespeicher, welcher deinen EV weiter erhöht, auf vielleicht 70 oder gar 80% (was SEHR viel ist), verbessert natürlich die Einnahmen deiner Anlage (z.b. der Privatanlage auf etwa 680 €/Jahr), ist allerdings wahrscheinlich teurer als deine Anlage selbst.



    So, das war GANZ GROB der prinzipielle Vergleich zwischen Privat und EEG Anlage. Man kann also sagen, bei der Größenordnung die dir vorschwebt, dass der Unterschied zwischen beiden Anlagentypen sich im bereich von einigen hundert Euro pro Jahr bewegt zugunsten der EEG Anlage. Ob dir das den "Steuerkram" wert ist, musst du allerdings selbst wissen :-)
    (Da man sich eine PV normalerweise holt, um möglichst viel finanzielle Entlastung zu haben, lohnt es sich für die meisten)

  • Leider wird immer wieder behauptet, dass die Batterien ja so teuer seien. Das stimmt zwar absolut, nur wird dabei ausgelassen, dass eine Batterie in einer PVA keine Wertanlage ist sondern schlicht und einfach ein Verschleißteil, das Geld zu verdienen hat. Wenn man also viel Geld ausgeben muss, um noch mehr zu sparen, dann macht das schon Sinn.


    Wenn man die Anlage selber bestellt und weitgehend selber aufbaut, dann kommt man auf ungefähr 8 Cent pro kWh bei Direktverbrauch und wenn eine kWh den Umweg über die Batterie machen muss, kommen da rund 11 Cent dazu wegen Batterieabnutzung (alles inkl. MWSt und übers Jahr gemittelt). Ein Drittel des Verbrauches findet statt, wenn die Panele Ertrag bringen (daher auch die 30% EV, die bei Einspeiseanlagen ohne Batterie möglich sind) und der Rest wird während der solaren Nacht verbraucht.


    Wenn man die Panelfläche jetzt so auslegt, dass man im ertragsstärksten Monat Vollversorgung hat, dann hat man schon mal im Sommer eine Eigenverbrauchsquote von 100%. Der Preis pro kWh ergibt sich dann zu (8 + 19 + 19) / 3 = 15,3 Cent pro kWh. Vom Elektrizitätsversorger kostet die kWh 28 Cent, also spart man an jeder kWh 12,7 Cent. Da gespart den gleichen Effekt für das Protemonnaie hat wie steuerfrei verdient, dann kann doch jeder Einspeiser nur neidisch werden. Meine Meinung, die man aber nachrechnen kann.

    Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann (Francis Picabia)

  • Danke, für den Renditenvergleich. Die 23ct Eigenverbrauch berücksichtigen ja auch schon die USt-Pflicht die oft vergessen wird. Andererseits denke ich, dass Rücklagenbildung und Abschreibung mit der AFA(20Jahre) abgegolten ist.
    Bei Reparaturen sehe ich den Wechselrichter der nach 10 Jahren nicht mehr unter Garantie fällt.


    Bei 1 fehlt der "Reparaturabzug". Du hast ihn nur für die Berechnung der 80€ Steuer eingebunden, bei 2 aber auch vom Gewinn abgezogen.


    Es sind also 180 Euro im Jahr die ohne Einspeisung "verloren" gehen, neben der Mehrwertsteuer die nicht erstattet wird.


    Meine Frage ging auch Richtung Technik und soweit ich verstanden habe ist ein zweiter Wechselrichter notwendig der wohl auch wieder 1000 Euro oder mehr kostet.


    Oder kann man einfach einen Zähler einbauen lassen der keine Einspeisung durchlässt ?
    In einem Forumskommentar wurde das erwähnt (den ich grad nicht mehr finde).