Leitung zu Wechselrichter: Querschnitt, Anzahl Adern

  • Hallo,
    ich bin gerade mit den Fassadenarbeiten (Holzschalung) bei meinem Neubau beschäftigt.
    Ich würde gerne für eine etwaige spätere PV-Anlage in dem Zug gleich die Verkabelung von den Modulen zu den Wechselrichten einlegen.


    Welches Kabel (Querschnitt, Anzahl der Adern) muss ich verlegen?


    Dachfläche:
    gesamt ca. 126 m² (eine Dachfläche: 63 m² = 13,4 m x 4,7 m)
    Dachneigung 22°
    First in Nord-Süd-Richtung



    Vielen Dank für Eure Hilfe.


    Viele Grüße aus dem Allgäu
    McMadigan

  • Das sieht nach 10 kWp Ost-West Belegung aus, also 2 Stränge. Dafür solltest Du also 4 Solarkabel zu je 6 mm2 (4 mm2 geht auch, ich nehme als Standard 6 mm2) plus einen Erdleiter für die Gestellerdung legen (6 mm2 oder 16 mm2 starr oder grob verseilt, sollte bis an die Potentialausgleichschiene reichen). Wenn ein äußerer Blitzschutz vorgesehen ist muss der Erdleiter 16 mm2 haben.


    Gruß
    Jochen

    14,8 kWp Solar Fabrik / Fronius
    23 kWp Bosch / Danfoss
    55 kWp Frankfurt Solar / Danfoss
    30 kWp Yingli / SolarEdge
    15,8 kWp Bosch / SMA
    Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter der Helianthus Solar GmbH

  • Hallo Jochen,
    vielen Dank für Deine rasche Antwort.


    Um ein mögliches Missverständnis auszuschließen:
    Ich lege also insgesamt 4 Adern mit 6 mm² (als Einzeladern oder 2 Kabel mit 2 x 6 mm²) auf´s Dach?


    Die Kabel lege ich dann unter der Dacheindeckung ( Betondachsteine) gleich bis hoch zum First oder?


    Einen äußeren Blitzschutz werde ich ausführen. Kann dann der zusätzliche Erdleiter zur Potentialausgleichsschiene entfallen?
    Technisch ist über den äußeren Blitzschutz die Erdung ja gewährleistet, aber ist das auch so zulässig?


    McMadigan

  • Zitat von McMadigan


    Um ein mögliches Missverständnis auszuschließen:
    Ich lege also insgesamt 4 Adern mit 6 mm² (als Einzeladern oder 2 Kabel mit 2 x 6 mm²) auf´s Dach?


    Die Kabel lege ich dann unter der Dacheindeckung ( Betondachsteine) gleich bis hoch zum First oder?


    nimm bitte solarkabel...
    1. bis 1000v zugelassen
    2. uv-bestaendig


    wenn dir 10m mehr nicht weh tun, kannst du das kabel ja laenger lassen, bis dacheindeckung ist etwas kurz...

    sonnige gruesse aus THAILAND,
    towa


    1. Off-Grid SMA SMC6000TL + SMA Island 6.0 - Lifepo4 48V, 320Ah - 6.5 kWp (NOTC)
    2. Off-Grid PIP2424MSX - 2.0 kWp (NOTC) - Lifepo4 25V, 400Ah

  • Zieh lieber ein dickes Leerrohr DN 50 rein.
    Dafür bist Du für alles vorbereitet, weil was ist wenn Du für Inselanlage interessiert.
    Dann mußt Du 14 x 6 qmm Solarkabel oder 2 x 35 bzw 50 qmm durch Leerrohr ziehen.

    16, 53 kWp Frankfurt Solar, Sunny Boys 04.2012
    3, 75 kWp Yingli, 6, 00 kWp Bosch, 04.2014
    10,00 kWp Bosch, STP 17000TL 05.2015
    6,00 kWp Bosch, ca.40 kWp Bisol (8 € Modul), 1 VT-80, 48 V 620 Ah Staplerbatterie , 5000 VA Victron Multiplus II

    SB 4000TL und Huawei 33KTL-A 05.2019

  • Absolut nur doppelt isoliertes Solarkabel!


    Bei PV geht es um Gleichspannung mit bis zu 1000 V. Bei Trennung unter Last entstehen stabile Lichtbögen. Die DC Leitungen lassen sich nicht absichern. Das ist anders als normale Hauselektrik!


    Vielleicht solltest Du da doch einen PV Fachmann dazuziehen.


    Mit äußerem Blitzschutz kann der Erdleiter je nach Ausführung eventuell wegfallen. Bitte auch die Typ I Ableiter nicht vergessen. Auch hier rate ich einen Fachmann dazuzuziehen.


    Gruß
    Jochen

    14,8 kWp Solar Fabrik / Fronius
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    55 kWp Frankfurt Solar / Danfoss
    30 kWp Yingli / SolarEdge
    15,8 kWp Bosch / SMA
    Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter der Helianthus Solar GmbH

  • Für die Kabelführung auf dem Dach gibt es zwei Möglichkeiten :
    - entweder zu einem Punkt irgendwo auf dem Dach führen und dort später mit Steckverbindungen weitermachen
    - jetzt schon die PV Auslegung machen und die Kabel gleich auf die entsprechende Länge bringen (eins bis zum jeweils ersten Modul der Stränge , das andere für induktionsarme Kabelverlegung bis dorthin und dann parallel zu den Modulkabeln bis ans Ende der Stränge).


    Gruß
    Jochen

    14,8 kWp Solar Fabrik / Fronius
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    Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter der Helianthus Solar GmbH

  • Leerrohr ist auch eine gute Lösung!


    Am besten einen Zugdraht mit einlegen und scharfe Biegungen vermeiden.


    Gruß
    Jochen

    14,8 kWp Solar Fabrik / Fronius
    23 kWp Bosch / Danfoss
    55 kWp Frankfurt Solar / Danfoss
    30 kWp Yingli / SolarEdge
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    Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter der Helianthus Solar GmbH

  • Zugegeben, ich habe mich mit PV-Anlagen noch nicht wirklich beschäftigt, aber unter welchen Vorausssetzungen wäre eine Inselanlage denn sinnvoll?


    Ich denke, es müsste doch immer sinnvoll sein, nicht selbst verbrauchte Erträge in´s Netz einzuspeisen.


    Leerrohrverlegung halte ich für schwierig, weil zum einen relativ viele Krümmungen und Leerohre im Holzbau nur puntkuell mit Schellen befestigt werden. Das mach ein nachträgliches Leitungen einziehen äußerst schwierig bis nahzu unmöglich.
    Lerrrohre machen m.E. nur im Massivbau Sinn, wo sie komplett eingeputzt werden.


    McMadigan