• Hallo Solaranlagenbesitzerin und Solaranlagenbesitzer,


    ich bin gerade an der EÜR für meine Solaranlage. Die Forumssuche habe ich bemüht, bin aber nicht schlauer geworden.Meine Solaranlage ist auf zwei Dächern montiert. Haben aber beide den Vergütungssatz 8,05 Cent für den Eigenverbrauch und 24,43 Cent für die Einspeisung. Die Tabelle stammt so von meinem Finanzamt. Jetzt wollte ich wissen ob die Berechnung so stimmt.
    Vor allem im Bereich der Umsatzsteuer, da ich beim Eigenverbrauch Mehrwertsteuer an die Netzbetreiber zahle und auch in EÜR nochmals diese angebe. In der Umsatzsteuererklärung gebe ich Gesamterzeugung mal 0,2443 Euro als Lieferung und Leistung an abzüglich der 4,53 Euro für die Messung.
    Für den Eigenbedarf wird mir eine Wertentnahme von 20 Cent pro kWh angesetzt. Ist das Vorteilhaft für mich oder wäre die Ermittlung der Herstellkosten möglich und sinnvoll?
    Mache ich das richtig oder mach hier lauter Schmarn?


    Danke für Antworten. :danke:
    Gruß Michael

  • Du sprichst von Wertabgabe, der Begriff Wertabgabe ist ein Begriff aus der Umsatzsteuer.


    Als Umsatzsteuer.


    Du hast keine unentgeltliche Wertabgabe. Du lieferst alles für 24,43 + UST an den VNB und kaufst dann den DV für 16,38 + USt vom VNB zurück. Da bleibt keine einzige kWh für eine unentgeltliche Wertabgabe übrig.


    Jetzt aus das andere, das EÜR-Gehirn umschalten.


    Deine Nettoeinnahmen sind nicht (eingespeister Strom x 24,43) plus (DV x 8,05). Sondern (Erzeugter Strom x 24,43 + USt1) minus (DV x 16,38 + USt2) minus USt1. Was dann als Gesamteinnahmen Nettoeinnehmen + USt1 ergibt. USt1 werden dann wieder zu Ausgaben, wenn du USt1 an das FA zahlst.


    Comprende? :D


  • Hallo hoefler50,
    deine Anlage ist aus 2012??? Vor 31.3.2012?
    Falls ja, dann hat für die die unentgeltliche Sachentnahme keine Bedeutung.
    Dann gilt für die die 100%ige Lieferung an den Netzbetreiber mit fiktiver Rücklieferung, also dein selbstverbrauchter Strom.


    Fall du nach dem 31.3.2012 ans Netz gegangen bist, sieht die Welt etwas anders aus.
    Hierzu wirst du viel zum Lesen mit der Suchfunktion finden oder es erklärt dir jemand der Steuerprofis hier im Netz den Kram.


    lg
    citystromer

    Sanyo 18 X HIt N 235 SE 10, Sunways WR NT 4200, Westausrichtung, Standort: 3045x

  • Hallo, Ich habe die Anlage vor dem 1.4. fertiggestellt aber der Zähler wurde am 12.4.12 installiert. Welche Regelung gilt dann. Die Einspeisevergütung ist nach alten Recht.


    gruß Michael

  • Meines Wissens gilt der Termin der Anmeldung bei der Bundesnetzagentur.
    Inbetriebnahme ist ja eigentlich der Termin, an dem die Anlage bereit war, Strom zu erzeugen.
    Ich hatte seinerzeit am gleichen Tag der IBN sie bei der BNA gemeldet. Du auch?


    lg
    citystromer

    Sanyo 18 X HIt N 235 SE 10, Sunways WR NT 4200, Westausrichtung, Standort: 3045x

  • Hallo hoefler50,


    die Eigenverbrauchsvergütung gab es nur bis zum 31.03.2012. Da du sie noch bekommst (IBN vor 01.04.2012), fällst du unter die alte Regelung mit der "fiktiven Rücklieferung".
    Wie das funktioniert, hat donnermeister1 ja bereits erklärt.


    Ich frage mich allerdings, wie du die Steuererklärungen für die Jahre 2012 und 2013 gemacht hast, wenn du erst jetzt danach fragst, wie es geht?

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Hallo,


    Danke Bento du hast recht. Kann es sein das Donnermeister das anders erklärt als das bayerische Finanzamt in seiner Broschüre damals erklärt hat. Ich werde aus der ganzen Rechnung nicht wirklich schlau


    Laut meiner aussage


    Eingespeist(netto) + Eigenverbrauchprämie + Umsatzsteuer (Erzeugten) + 20 Cent für Wertentnahme

    Laut Donnermeister1


    Sondern (Erzeugter Strom x 24,43 + USt1) minus (DV x 16,38 + USt2) minus USt1. Was dann als Gesamteinnahmen Nettoeinnehmen + USt1 ergibt. USt1 werden dann wieder zu Ausgaben, wenn du USt1 an das FA zahlst.


    Laut dem Beispiel auf Seite 24 werden 20 Cent hinzugerechnet. Wo hänge ich? Irgend einen Knoten habe ich gerade im Hirn.
    Könnte sich meiner Dummheit noch einer Erbarmen.


    Gruß Michael

  • Wo von du eigentlich die ganze Zeit sprichst, aber es nicht korrekt benennst, ist die Sachentnahme. Die einfachste Möglichkeit die Sachentnahme zu bewerten, sind die Opportunitätskosten. Das ist bei uns PVlern die entgangene Vergütung für den DV. Bei dir sind das die 16,38 Cent. Damit bewertest du den DV so, als ob er nicht stattgefunden hätte. Als ob du alles eingespeist hättest.

  • Dein erster Fehler: Die nichtamtliche Veröffentlichung der bayrischen Finanzverwaltung war sowohl fachlich-inhaltlich, aber auch literarisch auf dem Niveau der St.Pauli-Nachrichten oder der Bravo.
    Das wenige brauchbare was da drinstand (Deckelung bei 20 Cent für die Bewertung der Sachentnahme; sinnvoll wenn im Jahr der Inbetriebnahme die (glasklar) definierten Herstellungskosten durch die Decke schießen) war so schlecht formuliert, dass es keiner verstanden hat. Alles andere war eh bullshit.


    Der zweite Fehler: Du jonglierst mit den Steuerarten - statt diese strikt zu trennen.
    Der dritte Fehler: Du hat scheinbar den Knall am 1.4.12 nicht gehört. Wobei im Zweifel gar nicht der 1.4.12 maßgeblich ist, sondern der Umstand, ob der DV bei Dir noch vergütet wird - oder nicht.
    So wie ich es jetzt rauslese,


    Alles kein Beinbruch:


    I. Umsatzsteuer:
    Altes Recht. Es gibt keine unentgeltiche Wertabgabe; es gibt keine Entnahmehandlung.
    Fiktiv wird der gesamte Strom von Dir an den VNB geliefert;
    und ebenso fiktiv wird der von Dir selbst verbrauchte Strom von VNB wieder an Dich geliefert.
    ==> Zwei gegenläufige Lieferungen; statt einer Lieferung und einer Entnahmehandlung.
    Das macht es sehr einfach. Du hast keinerlei Bewertungsprobleme; die stellen sich gar nicht.
    Den Rest hat Donnermeister ja schon erklärt.


    II. Einkommensteuer (durchaus richtig: vielleicht mal einen Tag oder drei STunden oder zwei Kaffeetassen Pause machen, bevor Du in die neue Steuerart wechselst. Das umschalten zwischen verschiedenen Fachtermini; oder ähnlichen Fachtermini mit unterschiedlicher Bedeutung ist halt die Herausforderung.)


    Der Direktverbrauch ist eine Sachentnahme.
    Sachentnahmen sind mit dem Teilwert zu bewerten.
    Der Teilwertbegriff ist ein objektiv definierter Wertbegriff; aber kein eindeutig definierter Wertbegriff.
    Ist so. Muss so sein. Nur so kann er seine Funktion erfüllen.


    Der Ansatz der Herstellungskosten ist landläufig der günstigste - aber sehr leicht zu widerlegen.
    Der Ansatz des Unterschiedsbetrages aus Einspeise- und Dirketverbrauchsvergütung ist immer noch ein Schnäppchen - und bisher habe ich es nicht erlebt, dass er widerlegt wurde.

    16,92 kWp / 72 x Sharp NU-235 / Aurora Power One 12,5 + 3,0/ 0° Südabweichung / 8° Dachneigung

  • Hallo,


    ich hab mir jetzt die ganze Woche Zeit genommen die Antwort zu verstehen. Bin leider nicht viel weitergekommen. Hätte wer ein Beispiel? Könntet Ihr vielleicht kurz Rückmeldung geben wie es bei euch das Finanzamt anerkennt. Das Bundesland des Finanzamt wäre auch interessant. Bei mir ist es das Finanzamt Hilpoltstein in Bayern.


    Danke


    Gruß Michael