Elekroautos schaden der deutschen Industrie

  • Ein Autoforscher Willi Diez behauptet, Elektromobilität schadet der deutschen Industrie. Ja, der deutschen Automobilindustrie vielleicht, falls sich da bald nicht was tut.
    Die Aussage, das weniger Komponenten gebraucht werden ist vollkommen richtig. Die Aussage kommt wohl wegen ihrer Brisanz auch sehr spät, die aufgeführte Liste ist sehr kurz. Die Chancen hätten auch erwähnt werden sollen. Eine Elekroauto eröffnet noch ganz andere Möglichkeiten hinsichtlich Fahrwerk, Antrieb, Komfort dies wurde alles nicht erwähnt und welche Chancen hier bestehen.
    http://www.golem.de/news/techn…-schaden-1508-115851.html

  • Ja das ist natürlich ein Argument, Wegfall von Arbeitsplätzen aufgrund technischer Weiterentwicklung.


    Dann bin ich doch gleich mal für die Wiedereinführung der Dampfmaschine, weil dafür so schön viele Kohlebuddler, Kohleschaufler und sonst was benötigt werden. Abgesehen davon sterben die auch schön früh und machen ihren Arbeitsplatz für den nächsten Arbeitnehmer frei.


    Heute bekommt ja wohl jeder Dödel für jede Meinung ein Forum. Abgesehen davon macht unsere Politik ja schon alles (nämlich nix), damit der Wandel in der Automobilwirtschaft so windelweich wie nur irgend möglich für die Industrie abläuft.

  • Hallo Leute,


    da hat der Herr Forscher natürlich recht, und dabei hat er den wichtigsten Part noch vergessen, die Verschleißteile und die damit zusammenhängenden Wartungen. Das hier wird alles nicht mehr oder in geringerem Maß benötigt:


    - Motorenöl, Ölfilter und die dazugehörigen Ölwechsel
    - Getriebeöl, und die dazugehörigen Ölwechsel
    - Kupplungen
    - Zündkerzen, Glühkerzen, Zündspulen, Zündkabel
    - Lichtmaschinen und Anlasser
    - Auspuffanlagen und Katalysatoren
    - Kühlwasser
    - Antriebswellen, je nach Ausführung des E-Antriebs
    - Bremsbeläge, da wegen Rekuperation weniger Verschleiß
    - Zahnriemen und Zubehör (Rollen, Wasserpumpe, etc.)
    - Kraftstoffpumpen,
    - Luftfilter, Kraftstofffilter, Kohlefilter
    - Alle Arten von Motor- und Getriebesteuergeräten


    Was habe ich vergessen?? Wem noch was einfällt, kann es ja dazuschreiben.


    Die Teile in der obigen Liste haben Lebensdauern von wenigen hundert Stunden (Ölwechsel z.b. nach 15.000 km = 200 h) über ca. tausend Stunden (Zahnriemen, Zündkerzen, Auspuffanlagen, Wechselintervalle von 50.000 bis 120.000 km = 700 h - 1500h) bis hin zu Teilen, die evtl. das ganze Autoleben von bis zu 3.000 oder 4,000h halten können, aber es oft nicht tun (Anlasser, Lichtmaschinen, Kupplungen, Katalysatoren). Interessanterweise halten die Steuergeräte in der Regel länger als das Auto, was darauf hindeutet, dass Elektronikkomponenten locker das Mehrfache eines Verbrennungsautolebens durchhalten können.


    Bei flächendeckender Einführung von E-Autos würde das gesamte Wartungs- und Servicenetz der Markenhersteller und auch der freien Werkstätten und Serviceketten zum größten Teil obsolet, da hängen viel mehr Arbeitsplätze dran als an der eigentlichen Produktion.


    Bei Elektroautos beschränkt sich die Wartung auf Prüfen des Reifenluftdrucks, was das Auto eh selber macht, und die Kontrolle bzw. Wartung der Fahrwerkskomponenten und Bremsen. Bezüglich der in den Elektroautos sicherlich massenhaft verbauten Elektroniksysteme wurde oben schon angedeutet, dass diese eher langlebig sein werden. Bleiben die Batterein als Noch-Problemfall.


    Ich will beileibe keine Lanze für die Beibehaltung der Verbrenner brechen, im Gegenteil. Wenn man das so auflistet, ist es eigentlich ein Wunder, das es die Verbrenner bei dem enormen Aufwand überhaupt zu solcher Verbreitung geschafft haben.


    Also Volle Kraft voraus mit Strom


    Euer Solar-Usee

    3,9 kWp Inselanlage, 15 SI Module a 260W, 2x Victron Laderegler MPPT 150/70,
    WR Victron Multiplus 24/5000VA, Speicher mit 24V/750Ah OPZV Hoppecke-Akkus

  • Dieser noch Problemfall der Batterien hat überhaupt erst vor 100 Jahren den Siegeszug des Verbrenners ermöglicht, sonst hätte es ihn in dieser Form wohl nie gegeben.
    Solche technologischen Umwege sind übrigens nichts neues. War mit der Elektronenröhre nicht anders.
    Der erste Empfänger war ein Detektor. Der Demodulator (Diode) war ein Halbleiterkristall. Hätte man ihm damals schon das Verstärken beigebracht, hätte es die Röhre nie gegeben. Aber hätte der Hund nicht......., er hätte den Hasen gehabt :shock:

  • - Motorenöl, Ölfilter und die dazugehörigen Ölwechsel
    - Getriebeöl, und die dazugehörigen Ölwechsel
    - Kupplungen
    - Zündkerzen, Glühkerzen, Zündspulen, Zündkabel
    - Lichtmaschinen und Anlasser
    - Auspuffanlagen und Katalysatoren
    - Kühlwasser
    - Antriebswellen, je nach Ausführung des E-Antriebs
    - Bremsbeläge, da wegen Rekuperation weniger Verschleiß
    - Zahnriemen und Zubehör (Rollen, Wasserpumpe, etc.)
    - Kraftstoffpumpen,
    - Luftfilter, Kraftstofffilter, Kohlefilter
    - Alle Arten von Motor- und Getriebesteuergeräten


    Was habe ich vergessen?? Wem noch was einfällt, kann es ja dazuschreiben.


    - Kraftstofftank
    - Harnstoff-Dosierung bei Euro 6 Abgasnorm bei der „SCR-Technologie“
    - Frostschutz
    - Frostschutzüberprüfung.

  • Zitat

    Bei flächendeckender Einführung von E-Autos würde das gesamte Wartungs- und Servicenetz der Markenhersteller und auch der freien Werkstätten und Serviceketten zum größten Teil obsolet, da hängen viel mehr Arbeitsplätze dran als an der eigentlichen Produktion.


    Nein, am Anfang und mittelfristig ist E- Mobilität ein sehr großes Konjunkturprogramm. Jede Marke, Hersteller, Nation und Region ist selbst verantwortlich ob sie davon profitiert. Nicht ohne Grund gliedert BOSCH seine eigene Keimzelle, Anlasser und Lichtmaschinen aus - obwohl es auch hier sicherlich die Zukunftperspektiven in Form hoch integrierter Hybridkonzepte oder extrem herunterskalierter Motoren mit elektronischer Unruhebeseitigung geben wird. Der Wandel darf halt nicht verschlafen werden und jeder Hersteller hat hier seine Chance, wie die Firmengeschichte vieler Unternehmen zeigt.


    Die Wartung wird stark weniger - die Innovation geht allerdings stark weiter und es werden bei rein elektrischen Fahrzeugen bis jetzt nicht realisierte Fahrzeuge kommen. Alleine der Retrofit bzw. Umbaumarkt wird riesig sein. In ländlichen Gebieten will der Kunde dann oft eine eigene PV Anlage zur Ladung und es wird sich auch einiges tun was die Cloud, Community, Carsharing und Teilhabe betrifft, ganz und gar nicht zu vergessen die zum Teil weitläufigen Firmenparkplätze über die vielfältige Anreize möglich sind.
    Bei neuen Fahrzeugen sind Fahrwerke (elektr. verstellb. Winkel, Allradlenkung), Antriebe (Radnabe vorne + Hinterrad) und Gewichtsverteilungen möglich wie es sie bis jetzt nicht gegeben hat. Die Elektromobilität steht am Anfang. Hinzu kommt die Infrastruktur, Firmen für Abrechnung, Ladesysteme, Verteilsystem.
    Hierzu bedarf es einer kritischen Masse, von welcher Deutschland und die Regionen weit entfernt sind.


    Über eine neue Feinstaubplakette ließe sich da viel steuern, einfach die Bremsen mit einbeziehen, welche zur Staubbelastung beitragen.

  • Zitat von Cruso

    Ein Autoforscher Willi Diez behauptet, Elektromobilität schadet der deutschen Industrie.


    Ja klar - aber nur, weil sie (die Autoindustrie) sich in Lethargie und Tatenlosigkeit tummelt. Max. mal die Ankündigung, dass in ein paar Jahren ein Super EV kommen soll. Mich erinnert das so an Microsoft, die mit Ankündigungen früher auch alles andere platt machen bzw. im Zaum halten konnten.


    Nur diesmal gibt es Tesla ........


    Gruß
    Martin

    Gruß
    MBiker_Surfer


    Elektrisch: Nikola Gotway 84V

  • Zitat von MBIKER_SURFER

    Ja klar - aber nur, weil sie (die Autoindustrie) sich in Lethargie und Tatenlosigkeit tummelt. Max. mal die Ankündigung, dass in ein paar Jahren ein Super EV kommen soll. Mich erinnert das so an Microsoft, die mit Ankündigungen früher auch alles andere platt machen bzw. im Zaum halten konnten.


    Nur diesmal gibt es Tesla ........


    Gruß
    Martin


    Genau, die machen noch mehr Ankündigungen :shock: