(Halb-)Inselanlage - Welche Systeme sind brauchbar?

  • Ich möche im Zuge der Dach- und Dachstuhlerneuerung meines Hauses eine PV (Halb-)Inselanlage installieren. Diese soll aus Gründen™ nicht ins Netz einspeisen sondern das Netz nur als Backup benutzen falls doch mal der Akku nicht reicht oder einen Defekt hat.
    Zudem möchte ich Garage und Werkstatt direkt ans Netz anschließen, da ich Maschinen mit recht großen Anlaufströmen habe und das zu viel Aufwand wäre dafür ausreichend Starke 3-Phasige Batteriewechselrichter anzuschaffen.


    Ich habe mal meine Idee aufgezeichnet und dabei an die Geräte von SMA gedacht, habe mich aber beim Hersteller noch nicht festgelegt. Ich möchte das auch gerne mit einer Steuerung (Smart Home) kombinieren um den überschüssigen Strom (wenn der Akku voll ist und mehr erzeugt als verbraucht wird) mit einer Heizpatrone im Warmwasserspeicher verbraten zu können.


    Die Anlage soll in Sachsen (Kreis Bautzen) entstehen und wird eine Ausrichtung von 217° (also Süd-West) und eine Dachneigung von ca. 52° haben (also noch recht viel Ertrag im Winter und der Schnee rutscht leicht ab)
    Die Optionale Erweiterung wäre auf der Garage mit 27° Neigung und 141° Ausrichtung (Süd-Ost)


    Und hier meine Fragen dazu:
    1) Lässt sich das so umsetzten wie geplant
    2) Welche Hersteller/Systeme sind dafür empfehlenswert bzw. ist das System von SMA brauchbar
    3) Gibt es da Probleme Hinsichtlich EEG, da es ja ein Netz-Backup (ohne Einspeisung) gibt
    4) Muss sowas angemeldet werden obwohl man nicht einspeist?

  • http://www.sma-sunny.com/2014/…rom-auch-bei-netzausfall/


    1) Ja.
    2) Andere Hersteller: Studer Innotec (würde ich als Profiprodukte einstufen), Victron Energy oder wenn es sehr günstig sein soll PIP 4048. 3x Sunny Island (SI) + 4x SI Charger wird halt relativ teuer (ggü. Victron oder PIPs).
    3) Sobald deine Halbinsel netzparallel betrieben wird musst du bei über 10 kWp auf deinem Grundstück EEG-Umlage zahlen. Also nicht netzparallel arbeiten: USV (Wenn genug Strom aus der PV oder dem Akku kommt Inselbetrieb, ansonsten auf das öff. Netz umschalten. Ob das mit SMA geht weiß ich nicht, Studer und Victron können innerhalb von 20 ms zwischen öffentlichem Netz und Insel umschalten)
    4) Wenn es eine USV wird, dann muss dein Elektrioinstallateur das dem Netzbetreiber melden. Eventuell ist noch ein NA-Schutz erforderlich.


    Info: Ein Bleiakku sollte über längere Zeit nicht mit mehr als C5 belastet werden: also ein 30 kWh Akku mit max. 6 kW.

  • Ich hatte geplant nur einen einzigen Sunny Island mit 6KW zu betreiben, das reicht denke ich für die Wohnräume aus. Wenn ich falls die Akkus voll sind die Komplette Anlagenleistung im Warmwasserspeicher verheizen will müsste ich natürlich einen mehr haben. Der Netzeingang vom Sunny Island ist als Generatoreingang gedacht, von daher gehe ich aus, dass komplett umgeschaltet wird, was ja kein Problem ist, da die Akkus ja weiterhin geladen werden.


    Gibt es denn bei den Victron Geräten auch eine Eigene Smart Home Lösung? Ich finde deren Produktportfolio irgendwie extrem unübersichtlich, welcher Inselwechselrichter würde denn da in Frage kommen?
    Oder anders gesagt, was bräuchte ich alles bei den Victron Geräten? Ich finde nur welche die Netzstrom ergänzen wenn die Batterie leer ist, mit Umschaltung hab ich nichts gefunden.

  • Ich habe mich durchgefitzt, wenn man erstmal den richtigen Einstieg gefunden hat kommt man mit der Struktur bei den Victron Produkten doch ganz gut klar.


    Ich bin jetzt zu dem Schluss gekommen, dass das ganze mit 1x Victron Phönix 48/5000 Wechselrichter und 2x Victron BlueSolar MPPT 150/85 Ladegler klappen sollte. Das ist dann auch gleich mal fast 2000€ billiger als die Version von SMA und wesentlich flexibler, bzw noch besser erweiterbar


    Alternativ wären wie es scheint auch zwei Quattro 48/5000 möglich, dann wäre ich bei dem gleichen Preis wie bei SMA, hätte aber 10 statt 6kW Dauerleistung und könnte mit einem dritten Gerät sogar drei Phasen bedienen. 3x 10kw Spitzenleistung sollten dann auch für den Anlaufstrom der Maschinen in der Werkstatt reichen.

  • Das ein Victron 3 phasen bedienen kann, wäre mir neu, für 3*10kw brauchst Du 6 stück, ich mag mich aber irren. alternativ zu Victron wäre Studer, auch hier bräuchtest Du für Drehstrom 3 Geräte...

    Hybridinsel, 3 phasig, 3 XTM 4.000, 2 Variotrack, BSP, Staplerbatterie 775 AH 48V, eff. ca. 8 kwp (4,75 auf SO und 5,25 auf NO), 250er Yingli
    PoorMan'sTesla=PMT=Renault Fluence und 120l Elektroboiler als Überschußverwerter...

  • Ich habe mich ein bisschen missverständlich ausgedrückt.
    Ich meinte ich könnte fürs erste zwei Geräte parallel betreiben um eine Phase mit 10kW (Und genügend Ladestrom) zu haben und hätte noch die Möglichkeit ein drittes Gerät dazu zu kaufen und hätte dann 3 Phasen á 5kW, die 5 kW Geräte haben allerdings 10kW Spitzenleistung, was für den Anlaufstrom locker reicht. Die Dauerleistung von 5kW ist dann ausreichend, meine stärkste Maschine hat ich glaub 3 Phasen mit jeweils 2kW Dauerleistung (oder vieleicht ein wenig mehr)

  • 3-phasig geht zB auch mit vernetzten 3 Stk von den 4kW/ 5kVA PIP.


    Kommt halt darauf an, ob dir die Leistung ausreicht und vor allem auch ob genug PV + Akku hast damit sowas überhaupt Sinn macht.
    Nur für die Restelverwertung sich auf einen Hersteller bzw sein spezielles Steuerungssystem festzulegen, wäre mir übrigens zu doof. Da gibts eh die verschiedensten Lösungsansätze.

    LiFePO ist anders.

  • Zu früh gefreut, die Quattro können nur aus einer der beiden AC Quellen die Batterie Laden, ich bräuchte also noch einen Extra Lader oder Wechselrichter.


    Ich bräuchte also:
    1 Wechselrichter Victron Phoenix 48V 5000VA
    2 Ladegeräte Victron BlueSolar MPPT 150/85
    1 Transferschalter 10kVA


    Den Transferschalter habe ich mit Absicht größer Gewählt um Spielraum für Erweiterungen zu haben, die 10kVA Variante kostet nur 50€ Mehr als die 5kVA Version.


    Alles in allem komm ich mit den Victron Geräten rund 2000€ billiger als bei SMA, die ich wiederum in größere Akkus (1500Ah) investieren kann. Ich brauche derzeit rund 16kWh am Tag, das würde bedeuten dass ich nur 20% der Kapazität nutze, was laut Datenblatt rund 7000 Zyklen Lebensdauer verspricht - also 20 Jahre. (Wahrscheinlich hab ich den Akku nichtmal so lange weils bis dahin was besseres gibt ;-) )
    Außerdem ziehe ich die 16kWh ja nichtmal komplett aus dem Akku, da ja Tagsüber auch direkt was vom Ladestrom abgezweigt wird.



    Noch eine Frage:
    Ist es realistisch täglich die 16 kWh im Winter mit einer 9kWp Anlage im Winter zu erwirtschaften? Ich habe aufgrund des Steilen Daches zumindest keine Probleme mit Schnee der liegenbleibt und für die tiefstehende Sonne ist der Winkel ja auch von Vorteil.
    Wenn nicht hätte ich noch die Möglichkeit gleich die Anlage auf der Garage mit aufzubauen (ca. 4kWp, allerdings nur 27° Neigung) oder bessere Zellen auf dem Haus zu verwenden (17% mehr Leistung, allerdings auch 60% teurer)

  • Zitat von cyberhofi


    Ist es realistisch täglich die 16 kWh im Winter mit einer 9kWp Anlage im Winter zu erwirtschaften?


    Machst du Witze?
    Nicht mal die Hälfte im Durchschnitt
    Du hast selbst übers Jahr nur die Hälfte davon mit vollen Akkus.
    Dafür gibt es aber pvgis da kannst das alles selber berechnen
    http://re.jrc.ec.europa.eu/pvgis

  • Zitat von Murray


    Dafür gibt es aber pvgis da kannst das alles selber berechnen
    http://re.jrc.ec.europa.eu/pvgis


    :danke:
    Vielen Dank für den Link! Genau sowas habe ich gesucht.


    Ich habe mal meine Daten eingegeben und die vorgegebenen 14% Verluste (Wobei das bei dem Batteriesystem wohl sogar noch mehr sein wird) stehen gelassen.
    Laut der Auswertung sind November bis Februar meine "Problemmonate", da komm ich tatsächlich nur auf rund die Hälfte.
    Was aber interessant ist: Im Sommer kommen durch den steilen Winkel keine großen Peaks zustande, der Rechner liefert mir von April bis August fast konstant 28kWh am Tag. Also auch nicht so extrem viel mehr als ich benötige, was wiederum bedeutet dass ich nicht viel Wert auf die Resteverwertung (verheizen) legen muss.